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Handbuch für Autographensammler / bearbeitet von Dr. Joh. Günther und Otto Aug. Schulz ; mit Holzschnitten und einer colorierten Tabelle
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XII. Beurtheilung und Werth der Autographen.

Um wie viel tiefer die bald darauf erfolgte Vermählung des Königsmit Maria v. Medicis (10. Dec. 1600) die Dame Verneuil geschmerzthaben muss, beweiset ein Brief derselben an Heinrich IV., welcher i. J.1758 unter einem Fascikel alter Papiere in der Bibliothek St. Genevieveaufgefunden worden ist, in welchem sie u. A. schreibt:

vos nopces sont les femerailles de ma vie, et massujetissent aupouvoir dune cruelle discretion. . . Je ne vous parle que par soupirs,car pour mes autres plaintes secretes votre Majeste peut les sourde-ment endendre de ma pensee, puisque vous connaissez aussi bienmon ame que mon corps. . . . Que si cest une action familiere auxrois de garder la memoire de ce quils ont aime, souvenez-vous,Sire, dune damoiselle que vous possedez . . . etc.

Ein Brief der Gabrielle dEstrees wurde im Jahre darauf mit 410 Fr.,

ein Brief Michel Montaignes mit 710 Fr.,

einer von Jean de la Fontaine mit 400 Fr.,

einer von der unglücklichen Maria Stuart mit 235 Fr.,

ein Schreiben des h. Franz v. Sales mit 126 Fr.,

Briefe der Marquise Du Chatelet und St. Lamberts mit 200 Fr.,ein einfaches Billet Pirons mit 60 Fr.,

fünf Billets Mirabeaus aus dem Donjon zu Vincennes an seinenFreund Boucher geschrieben mit 75 Fr. bezahlt.

In England hat die Vorliebe für Autographen noch höhere Preisehervorgerufen.

Ein Brief Miltons kostete 14 £.

Dreihundert Depeschen des Herzogs v. Marlborough an den Staats-sekretär Iledgef, nebst drei eigenhändigen Noten der Königin Anna,wurden am 6. August 1816 zu London für die Summe von 570 £. zu-geschlagen.

Im Jahre 1825 kaufte der Herzog von Buckingham einen Briefdes Christoph Columbus für 33 £. Aber es war auch ein Brief vonwelthistorischem Interesse. Der grosse Mann sprach darin von seinerEntdeckung derNeuen Welt.

Bei der Versteigerung von John Andersons reicher Sammlung, imMärz 1833, wurde ein Brief Luthers an Karl V. mit 20 £.,

ein Schreiben nebst Original-Zeichnung Michel Angelos mit 19 -1.,ein Brief Lord Byrons mit 10 £. bezahlt.