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Handbuch für Autographensammler / Eugen Wolbe
Entstehung
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Philologisch -prähistorischer Vorspruch.

Seitdem die Freude an der Aufhäufung handschriftlicher An-denken an die Großen dieser Erde dem Autographensammeln inDeutschland Zweck und Antrieb verlieh, ward noch keine be-friedigende Antwort auf die FrageAutograph oder Autogramm?gefunden.

Der Engländer ist mit dem Ausdruckholograph, der Fran-zose mit seinemautographe , der Italiener mitautografo jeder Verlegenheit überhoben. Der Deutsche wäre es gleichfalls,wenn er sich mit der BezeichnungSelbstschrift begnügte.Hand-schrift deckt den Begriff unseres Sammelobjekts nicht einwand-frei; denn eineLutherhandschrift würde ein ganzes Manuskriptvon Luthers Hand bedeuten, die BezeichnungLutherautographkäme hingegen auch jedem Briefe, jedem Stammbuchblatt, jederQuittung, ja selbst jedem Namenszug von seiner Hand zu.

Dem internationalen Charakter des Urschriftensammelns ent-sprechend, wünscht der Autographenfreund unter Anknüpfungan Jahrhunderte alte Bezeichnungen den Gegenstand seineswissenschaftlichen Interesses mit einem internationalen Ausdruckzu bezeichnen. Als solcher käme aber nur ein den drei genanntenfremden Sprachen analoger Ausdruck in Betracht.

Autograph, Autogramm oder Autographie?

Jeder dieser Ausdrücke findet seine Verteidiger.

Mit deg Begründungusus est tyrannus verlangt ProfessorDr. Hermann Ortloff in Jena 1 ) fürdie Handschrift den Aus-druckdie Autographie, da man ja Biographie, Lithographie,Photographie lauter Feminina braucht, nicht aber dasPhotograph, das Lithograph; dagegen meint der Biograph, der

J ) Organ für Autographensammler, 1860, S. 36,