Zweites Kapitel.
Wie erwirbt man Autographen?
Wer die Frage nach dem „Woher?“ nach der Zudringlichkeitschmachtender Backfische und ideal angehauchter Kontorjüng-linge beurteilt, wird antworten:
„Nichts leichter als dies. Man erb—ittet sie sich.“
Allerdings, die Bitte um ein Autograph — namentlich aufschriftlichem Wege — ist leicht ausgesprochen. Das Papier istgeduldig, die Post gefällig — beim Empfang des Bittgesuchs istman ja nicht zugegen...
Was sagen die Objekte dieser Leidenschaft für das Auto-graphensammeln? .
Ludwig Uhland macht seinem von Autographenjägern arggequälten Herzen mit der Eintragung Luft:
Wann hört der Himmel auf zu strafenMit Albums und mit Autographen I
Diesem Schmerzensschrei fügt Karl Simrock die boshafteAntwort hinzu:
Wenn wir es endlich lassen bleiben,
Ins Narrenbuch uns einzuschreiben.
Ähnlich wehklagt Paul Lindau :
Nur wer die Sammler kennt, weiß, was ich leidel
Wie arg J. V. von Scheffel mit Gesuchen um ein handschrift-liches Andenken bestürmt worden ist, zeigt ein Autograph vonihm, das mit dem Schmerzensruf beginnt:
Man wird mich noch zu Tode plagen...
Berthold Auerbach , der jeder. Bitte um ein Autographbereitwillig entsprach, hat täglich eine volle Stunde „Autographen