Wie erwirbt man Autographen?
geschrieben“. Longfellow stellt in einem Briefe vom 9. Januar
1857 fest:
Heut schrieb und siegelte ich 70 Autographen.
Desgleichen berichtet Eufemia von Ballestrem, ihr seienin einem Monat nicht weniger als 53 Bittgesuche um „ein paarZeilen“ zugegangen. An Bismarck gelangten täglich gegenhundert Gesuche um ein Autograph!
Vereinzelt gaben — und geben — Persönlichkeiten von RufAutographen her, ohne daß von ihnen Äußerungen des Unwillensbekannt wurden.
Geibel ließ kein Autographengesuch unerfüllt, ebenso Fontane und Dahn. Julius Stinde bezeichnete die Erfüllung einer der-artigen Bitte als „die beste Reklame“, darum berücksichtigte erdie Wünsche der Sammler unterschiedslos. Franz von Schön-than bewies gleichfalls das weiteste Entgegenkommen, woferndie Sammler nur die äußere Form wahrten und «sich nicht etwaunhöflich einer „Fünfpfennigpostkarte“ bedienten. Sehr entgegen-kommend war Walter Rathenau . Wenn Damen ihm ihreEinschreibbücher vorlegten, erhielten sie nicht nur die gewünsch-ten Namenszüge, sondern zugleich eine seiner Schriften, gleich-falls mit Namenszug.
Abb. 17-
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