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Handbuch für Autographensammler / Eugen Wolbe
Entstehung
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Zweites Kapitel.

Männer auf, die er dort im Bilde geschaut Hermann, den Che-raskerfürsten, und Karl den Großen wird er freilich lange im Auto-graph suchen! Heinse und Justus Möser deren Büsten vonden Postamenten der Walhalla herabgrüßen können selbst ineiner SpezialsammlungDeutsche Literatur fehlen, ohne derenVollständigkeit irgendwie zu beeinträchtigen.

Um den mit Glücksgütern minder gesegneten Autographen-freunden die Anlegung einer guten Sammlung zu erschwinglichenPreisen zu ermöglichen, seien hier einige Fingerzeige gegeben.

Beginnende und erfahrene Sammler haben es nicht zu bereuen,wenn sie sich beim Ankauf von Autographen nicht nur von demGedanken an eine Vermehrung ihres Handschriftenbestandes leitenlassen, sondern auch dies oder jenes Stück erwerben, um es an andereInteressenten weiterzureichen und den hierfür erzielten kleinenGewinn zum Ankauf weiterer Objekte für die eigene Sammlung ver-wenden. Für den Händler bedeutet es keinen Wettbewerb, wennein Sammler aus seinem Lagerkatalog z. B. ein Konvolut Urkundenmit den Unterschriften der pommerschen Herzoge erwirbt und dieseAutographen weiter veräußert, ln jenen Dokumenten ist sicherlichdie Rede von Mitgliedern jetzt noch blühender pommerscher Adels-familien, deren Nachkommen solche Urkunden mit Vergnügen fürihr Familienarchiv erwerben. Wird der Ankauf abgelehnt, so findetsich immer ein städtisches Museum, das Autographen von lokal-oder provinzialgeschichtlicher Bedeutung erwirbt.

Vor allem aber kann es auch der minder begüterte Sammler mitder Zeit zu wohlgefüllten Mappen bringen, wenn er es versteht,die erworbenen Schätze wissenschaftlich auszubeuten. Er ver-öffentliche ein eben gekauftes Autograph, nachdem er die literari-schen Beziehungen zwischen dem Urheber und dem Empfängerermittelt hat. Manchmal ist es gar nicht schwer, den Adressateneines inhaltlich wertvollen Autographen festzustellen und auf Grunddieses Stückes neue Beziehungen zu entdecken, unbekannte, für dieAbfassung eines Werkes bedeutungsvolle Tatsachen ans Licht zuziehen. Werden derartige Aufsätze im Plauderton gehalten, sonimmt sie jede größere Zeitung für ihr Feuilleton und honoriert sie