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Handbuch für Autographensammler / Eugen Wolbe
Entstehung
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Wie erwirbt man Autographen ?

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so angemessen, daß der Verfasser ein weiteres ansehnliches Auto-graph für seine Sammlung erwerben kann. Mir persönlich war eseinmal möglich, die Empfängerin jenes von Blücher ausgefertigtenAlbumblattes (vgl. S. 46)

Einem deutschen Mädchen bin ich gern gefällig.

Hamburg , (gez.) G. v. Blücher ,

den 16 . Sept. 1816.

festzustellen. Bei meinen Nachforschungen stieß ich auf höchst inter-essante Tatsachen aus dem Liebesieben des biederen Feldmarschalls,die ich später in einem AufsatzBlücher und die Frauen verwertete.Arbeiten aus dem Stoffkreise, in dem sich meine Sammelfreudigkeitbewegte, wurden immer abgedruckt und brachten mir Honorarein. Mitunter gingen sie sogar in mehrere andere Zeitungen über.

Sammler, die auf Schriftstellerhonorare angewiesen sind, könnensich einen kleinen Zuschuß zu ihren Ankäufen erwerben, wenn sieneu erschienene Autographenkataloge in den Tageszeitungen be-sprechen. Eine derartige Reklame ist in der Regel für Verstei-gerungen erforderlich, weil diese für den Händler mit erheblichenPropagandakosten verknüpft sind. Bisher erfolgte die Versendungvon Katalogen kostenlos. Wenn die Händler in Zukunft dem Bei-spiele ihrer englischen Kollegen Sotheran & Co. folgen und einekleine Gebühr für das Jahresabonnement auf die erscheinendenKataloge erheben, wird sich kein Sammler gegen eine solche kleineSonderbesteuerung sträuben.

Den Versteigerungen sieht der Sammler in der Regel mit einerähnlichen Spannung entgegen wie einem sportlichen Ereignis. Wiehoch wird der M o z a r t gehen ? Wer wird ihn erwerben ? Bekommeich diesmal den Nietzsche?

Die Auktion ist die Börse des Autographenwesens. Ihre Preis-notierungen sind freilich von so vielen Zufälligkeiten abhängig, daßsie nur selten den tatsächlichen Wert der Stücke darstellen. Wersich z. B. darauf versteift, den Kleist zu ersteigern, schlägt alleseine Mitbieter aus dem Felde, denn selbst Bevollmächtigte mitunlimitierten Aufträgen machen bei einem Angebot halt, das dentatsächlichen Wert des Autographen gar zu sehr übersteigt. Oft hat