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Handbuch für Autographensammler / Eugen Wolbe
Entstehung
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Drittes Kapitel.

eine allgemeine Kenntnis der Schriftzüge erlangt, so gehe er noch-mals jedes einzelne Autograph oder sein Faksimile durch, bissich ihm jede Eigentümlichkeit der Schriftzüge, jeder Duktus,jede Schlinge und jeder Schnörkel einprägt.

Schweres Unrecht tun manche Sammler den schön und zierlichgeschriebenen Autographen, indem sie häufig von vornherein dieEchtheit kalligraphischer Handschriften bezweifeln. Voltaireund Rousseau hatten eine schöne Handschrift und waren in deräußeren Form ihrer Briefe peinlich sorgfältig. E. T. A. Hoffmannentzückt durch eine überaus zierliche Handschrift. Herzog Karl

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Abb. 29.

Eugen und Metternich schrieben deutlich lesbar; Geibels,Scheffels (Abb. 29) und Zahns Handschriften sind Musterstückeder Kalligraphie. Schöne Handschriften dieser Art sind viel schwie-riger nachzuahmen als flüchtige, schwer lesbare. Das eingehendeStudium der Handschriften wandelt das Interesse ihres Besitzersin Liebe, und bald sind ihm die verschiedenen Schriftzüge so ver-trautwie einer Mutter die Stimme ihres Kindes, und wer einin Kalligraphie eigenhändig geschriebenes Gedicht von Eduard Mörike besitzt, der faßt es unter Glas und Rahmen und verehrtes als kostbaren Zimmerschmuck.

Ebenso wesentlich wie die Kenntnis der Schrift ist die Bekannt-schaft mit den Schriften. Demgemäß studiere der Anfänger sorg-