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Handbuch für Autographensammler / Eugen Wolbe
Entstehung
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Geschichte des Autographenwesens.

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- Jamet fand 1733 bei einer Pariser Butterhändlerin das Frag-

ment eines Briefes vom Regenten, Herzog von Orleans, an Königk Philipp V. von Spanien. Vom Werte dieses Autographen überzeugt,

& ließ er sich den Brief einrahmen, wie Horace Walpole auf seinem

'S Schloß Strawbery Hill unweit Hampton Court und Twickenham

"i das von Cromwell Unterzeichnete Todesurteil Karls I. unter Glas

fcr und Rahmen aufbewahrte. (Abb. 38).

Jamet hat übrigens zuerst die BezeichnungAutograph fürHandschrift gebraucht; er schrieb in bezug auf obigen Brief:shIch erinnere mich, daß mir Lancelot für diese Kuriosität ein dickes

ö Konvolut Noten anbot. Lancelot besaß bereits eine Anzahl Briefe

-i: von berühmten Personen, unter anderen ein Liebesbriefchen von

lüf Ninon de Lenclos an den

" ~ Grafen de la Chatre und

fi einen Brief von Vincent

cs de Paul. Solche Leiden-

3: schaft hatte Lancelot

für Autographen. Bisde dahin bezeichnete man

in Frankreich mitauto-Cir. graphe einen eigenhän-

digen Schriftsatz der Notare (war das Schriftstück vom NotarK ' nur unterzeichnet, so hieß esoriginal). Da die Sammler fasti~ durchweg höhere Staatsbeamte und als solche juristisch vor-

; i gebildet waren, so übertrugen sie den ihnen geläufigen technischen

Ausdruckautographe auf die von ihnen zusammengetragenen,r Verfügungen, Urkunden und Briefe von königlicher Hand.

-- In Deutschland bedeuteten in den ersten Zeiten des Buchdrucks

Autographen die in Gegenwart, zum mindesten unter der Leitungdes Autors hergestellten Abdrücke seines Werkes. Der Ausdruckwurde beibehalten, bis er mit dem Aufkommen des Handschriften-sammelns auf dessen Objekte überging.

.p Zur selben Zeit, als in Frankreich die BezeichnungAutogra-

zjr phen ihren eigenartigen Bedeutungswandel durchmachte, ging inDeutschland ein für die Entwicklung des Autographenwesens

Abb. 38. Cromwell.

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