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Handbuch für Autographensammler / Eugen Wolbe
Entstehung
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Viertes Kapitel.

Eichen dorff erbarmte sich ein Berliner Großindustrieller, der diesmit 50 M. und Scheffelsche Gedichtchen mit je 20 M. bezahlte.Blücher kostete 22 M., Andreas Hofer (eigenhändiger Brief)20 M.; und so wurden die schönsten Stücke zu wahrem Spottpreiseabgegeben.

Mit der Verschlechterung der deutschen Valuta 1919 spannauch die Not des Vaterlandes seine Netze um den Autographen-markt und erniedrigte das vom weihevollen Zauber des persönlichenAndenkens umflossene Blatt aus berühmter Hand zum Gegen-stände geschäftlicher Spekulation. Die Archive der aufgelöstenRegimenter mit den Urkunden von der Hand der preußischen Königewanderten ins Ausland, besonders in die Schweiz . Aus den bisdahin feindlichen Ländern wurden die Autographen des Kaisersund der Heerführer gewünscht. Wie man nach BismarcksTode für jeden Namenszug des Eisernen Kanzlers in Frankreich 20 Fr. bezahlte, so wog man 1919 die Unterschriften Kaiser Wil-helms II. mit 50 Fr. auf, bis sie infolge des starken Imports vonder Schweiz her auf den fünften oder vierten Teil dieses Preisessanken.

Da sich während der Kriegszeit das Interesse des deutschenSammlers den Berühmtheiten des Auslandes nur in geringemMaße zuwandte, so war bei uns die Nachfrage nach diesen Au-tographen zunächt nicht bedeutend. Desto stärker kaufte dasAusland nach dem Kriege die Handschriften seiner berühmtenLandsleute zurück, während es natürlich auch deutsche Auto-graphen in ihr Ursprungsland zurückleitete. Die Durchgangsstellez. B. für England stellte die Firma Maggs Bros in London 1 )dar, deren Name wegen ihrer reichhaltigen, glänzend ausgestat-teten Kataloge bei den deutschen Sammlern sich von jeher einesguten Klanges erfreute.

Andererseits ließ die Öffentlichkeit das ideale Interesse am Auto-graph auch während des Weltkrieges nicht aus den Augen. Die Er-öffnung der Feindseligkeiten hatte der Ausstellung für Buchgewerbe

l ) 34 & 35, Conduit Street, London W.