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Handbuch für Autographensammler / Eugen Wolbe
Entstehung
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Viertes Kapitel.

Den Kreis der Persönlichkeiten, die für den Weltkrieg und diekriegführenden Mächte des Vierverbandes Bedeutung hatten, er-weiterte die Gräfin Günther v. d. Groeben, indem sie in denRäumen der Berliner Akademie der Künste eine Bildnisausstel-lung eröffnete (Mai 1916), welche etwa tausend Porträts mit deneigenhändigen Wahlsprüchen und Namenszügen fürstlicher Per-sonen, geistlicher Würdenträger, Staatsmänner, Heerführer, derdeutschen Gelehrten (Häckel mit seinem WahlspruchImpavidiprogrediamur voran), Parlamentarier aller Parteien, Persönlich-keiten der Kunst, Literatur und des Theaters, Großindustrielle undFinanzleute aufwies. Kaiser Franz Josef hatte sein Bildnismit dem Leitmotiv seines Lebens unterzeichnet:Treue um Treue,Papst Benedikt XV. das seinige mit dem Psalmwort versehen:In Te, Domine, speravi, non confundor in aeternum.

Am 30. April 1917 wurden diese autographischen Kostbarkeitenim Aufträge desDeutschen Frauenvereins vom Roten Kreuz fürdie Kolonien durch Henrici versteigert. Hindenburgs Bild undAutograph:Vorwärts für Kaiser und Reich und LudendorffsWahlspruch:Unverzagt durch! erzielten hier 1100 bzw. 360M.,während für das Kaiserbild in Rahmen (Gravüre nach dem Gemäldevon R. B. Adam, 112 x 95 cm) mit eigenhändiger Unterschrift360 M., für das Bild des Kronprinzen (Der Hieb ist die besteParade) 510 M. bezahlt wurden.

Im Dezember 1917 wurde im Ministerium des Innern in Berlin ein Basar zugunsten der vertriebenen Ausländsdeutschen ab-gehalten, dem die Heerführer gleich halbdutzendweise ihre Bildermit Unterschrift, die Schriftsteller ihre Bilder und Werke, gleich-falls mit Autographen versehen, beisteuerten. HindenburgsPorträt in wundervoller Steinzeichnung mit Namenszug kostete200 M., Bildniskarten mit Unterschrift von Conrad v. Hötzen-dorf 6 M., von Gustav Frenssen 2 M. Besuch und Absatz warenäußerst schwach.

Wie die Darmstädtersche Sammlung im ersten Kriegsjahr alserste ihrer Art ihre Pforten dem autographenfreudigen Publikumöffnete, so trat sie auch im Frieden als erste auf den Plan, um ihren