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Handbuch für Autographensammler / Eugen Wolbe
Entstehung
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Sechstes Kapitel.

Karl II. trug (als Herzog von York und Albany) in ein Albumdie folgende Widmung ein:

Si vis omnia subjicere, subjice te rationi. Ebor- Albaniae D(ux).

Seine Schwester Elisabeth (die spätere Gemahlin des Winter-königs Friedrich V.) stiftete für dasselbe Einschreibbuch denBeitrag:

Giunta mi piace honestä con leggiadria. Elizabeth P.

Feuillet de Conches berichtet von einem Album der KinderHeinrichs IV. Es war in blauem Maroquinleder gebunden undtrug auf der Vorder- und auf der Rückseite eingepreßte Lilien. DasBüchlein weist die ersten linkischen Schreibversuche der PrinzessinElisabeth, der späteren Königin von Spanien , auf; ferner Eintra-gungen des Dauphin, des späteren Königs Ludwig XIII. , und derPrinzessin Henriette Maria , der späteren Gemahlin des englischenKönigs Karl I. Im übrigen enthält das Album Gedichte auf denKönig und die Königin und Reimereien auf die gestrenge prinzlicheErzieherin.

Da die kunstvolle Aufmachung eines Stammbuchs ein gar kost-spieliges Vergnügen war, so verbanden die findigen Studiosen unddie minderbegüterten Beamten das Nützliche mit dem Angenehmen:sie versahen ein wissenschaftliches Buch mit einem weißen Vor-satzblatt aus Schreibpapier und hefteten außerdem ein paar weißeBlätter bei. Später wurden derartige Werke eigens zwecks Um-wandlung in Stammbücher mit den weißen Blättern durchschossen.

Mit Vorliebe wurden hierzu illustrierte Bücher gewählt, auchvolkstümliche, mit Holzschnitten und Kupferstichen von Künstler-hand versehene Werke:Kunst- und Lehrbüchlein (Frankfurt 1578),Stamm- und Gesellenbuch (ebenda 1579),Figuren derfürnembsten Evangelien (ebenda 1587),Icones Livianae (ebenda1573) sämtlich von Ammann;Neuwe Livische Figuren, dar-innen die gantze Römische Historien künstlich begriffen und an-gezeigt, mit teutschen Reimen kurtz begriffen und erklärt durchHeinrich Peter Rebenstock, Pfarrherrn zu Eischersheim;Bib -