Die ideale Sammlung.
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tendsten Namen vorausgesetzt — dennoch recht ansehnlich sein.Die Gruppenbildung innerhalb größerer Verbände lohnt sichübrigens nur, wenn der Sammler für diese Gruppen eine ausreichendeAnzahl von Autographen besitzt bzw. zu erwerben hofft. KeinHauptvertreter darf fehlen; aber auch die Persönlichkeiten, die sichum diese gruppieren, müssen Namen von literatur-, kunst- oderpolitischgeschichtlicher Bedeutung aufweisen. Die Spezialsamm-lung „Das neue Deutsche Reich 1871—1918“ darf Namen wie Falk,Windhorst, Eugen Richter, Stosch, Lüderitz, Walder-see, Miquel, Tirpitz, Scheffel, Richard Wagner , A. von Werner , Menzel, Helmholtz, Zeppelin und Ballin nichtentbehren, während die allgemeinere Sammlung „Deutsche Ge-schichte“ die Namen von Scheffel bis Ballin ausschließt und den„Deutschen Dichtern“, „Tonschöpfern“, Malern, Erfindern usw.zuweist.
Selbstverständlich sind auch innerhalb dieser großen VerbändeSpezialgruppen zu bilden.
Im Rahmen „Deutsche Literatur “ werden sich immer „DieDichter der Freiheitskriege“ an den „Weimarer Musenhof“, dienorddeutschen Dichter Reuter, Klaus Groth -und Holtei anden Alemannen Johann Peter Hebel , dieser an die schwäbi-schen Dichter anschließen. Auf Holtei werden die Österreicherfolgen, beginnend mit Anastasius Grün , den treue Freundschaftmit Holtei verband. Das Bindeglied zwischen dem Norden undden Schwaben stellt das Freundespaar Storm und Mörike her.Wählt man Lenau als die Brücke zwischen den Österreichern undden Schwaben, so könnte auf Holtei der gleichfalls aus Breslau stammende Hoffmann von Fallersleben folgen, der die politi-sche Lyrik (Herwegh , Kinkel) und die Sänger des neuen Deut-schen Reiches (Geibel, Freiligrath , Scheffel, Gerok, Jul.Wolff, Wildenbruch usw.) einleitet. Ohne besonderen Scharf-sinn, aber im Besitz ausreichender Literaturkenntnisse kann manselbst große Spezialgruppen organisch zusammenfassen.
Wer eine Autographengruppe in einem fest gebundenen Albumverwahrt, muß für die noch fehlenden Stücke Raum lassen.
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