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Neuntes Kapitel.
Faksimile-Albums wie den Bovet-Katalog — wenn mich auch frei-lich das Bewußtsein, viele der hier reproduzierten Handschriftenkaum je besitzen zu dürfen, recht wehmütig stimmen mag.
Um in den Gefilden seiner handschriftlichen Schätze sich zurecht-zufinden, lege sich der Sammler einen Bestandskatalog an, wennauch — bei der Einzigartigkeit jedes unserer Autographen — der be-geisterte Autographenfreund jederzeit in der Lage ist, über Vor-handensein oder Fehlen eines Namens in seiner Sammlung sichselber oder anderen Rechenschaft abzulegen. Wer einen „Rai-mund“ oder einen „Gottfried Keller “ besitzt, braucht wahr-lich nicht erst in einer Liste nachzusehen; umgekehrt braucht keinSammler sein Gedächtnis anzustrengen, um sofort zu erklären:
fehlen mir — leider — noch! Kurz gesagt: jeder Sammler trägtsein Autographenverzeichnis im Kopf.
Wer aber „sub specie aeternitatis“ sammelt, d. h. in dem Wunsch,seine Schätze seinen Nachkommen zu übermitteln (in der stillenoder letztwillig geäußerten Voraussetzung, daß sie sie stetig ver-mehren!), der legt einen sorgfältigen Katalog an. Das Mustereines übersichtlichen Katalogs ist der Führer durch die SammlungHalm (versteigert im Frühjahr 1883), welcher nur wenige un-bedeutende oder weniger bedeutende Namen unter eigener Nummeraufwies. Dichter, Künstler und Gelehrte dritten und viertenRanges, wie sie sich oft hintereinander in Versteigerungskatalogenfinden (die dadurch zu einer riesigen Nummernzahl aufgebauschtwerden), „verwies Halm in das Kellergeschoß , unter die Konvo-