Autograph und Graphologie.
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ten, konstitutionel-len. Für andere in-dessen bequem undgefällig — auch woes vielleicht meineDenkart am wenig-sten wäre — erweistmeine Handschriftmir bisweilen denDienst, nebst ande-ren Gegensätzenauch den zu mildern,den sie in sich trägt.
Ich bin alsdann dochmit ihr zufrieden.“
So äußert sichVarn-hagen von Ense ,als er seinen Cha-rakter im Spiegelseiner Handschriftstudiert: jeder Buch-stabe ein korrek-ter, wohlgepflegterStaatsbeamter —man riecht förmlichdas Parfüm seinesTaschentuchs!
Die zierlichenSchriftzüge von Mo ses Mendelssohn mit ihren Schnör-keln gemahnen andie Zopfzeit, zu derfreilich die kleinen, druckschwachen Buchstaben des großenFriedrich nicht recht passen. Das Schrullige, Eckige im Wesen
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