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Dreizehntes Kapitel.
Beethovens spiegelt sich auch in seiner Handschrift wider.Die weiche Abgerundetheit von Stefan Zweigs Schriftzügen stehtim Einklang zu seinem Wesen und Schaffen, wie die stolzenBuchstaben, die Herbert Eulenberg aufs Papier bannt, vonWürde und Selbstbewußtsein zeugen.
Auffallend ist die Tatsache, daß eine sehr große Anzahl berühm-ter und unberühmter Menschen mit den Jahren ihre Handschriftenändern; daß sie von Antiqua zur Fraktur übergehen, ist hierbeiam wenigsten überraschend.
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Abb. 80.
Gerhart Hauptmann . Autographen aus den Jahren 1893 und 1900.
Eckermann gibt seinem Meister den Rat, nicht in lateinischen,sondern in deutschen Lettern zu schreiben, weil darin seine Handmehr eigentümlichen Charakter habe und sie auch besserzur gotischen Umgebung passe. Frau von Ungern-Sternbergbemerkt hierzu: „Diese Bemerkung Eckermanns unterschreibt derGraphologe. Sie gehört mit zum Kapitel von den nationalen, d. h.aus der Eigenart eines Volkes hervorgegangenen Handschriften,darin sich dessen Eigentümlichkeiten und in fortschreitender Dif-ferenzierung auch das Charakteristische am Individuum augen-fällig ausprägt. Die Ecken und Kanten der Fraktur entsprechen