V
442
Dreizehntes Kapitel.
Jahrhunderten schauten. Die große und beständige Strichbreiteder Rückbiegungen bürgt uns für die Tiefgründigkeit und Be-ständigkeit der alemannischen Vererbung, die stand hält trotz derverfeinerten Empfänglichkeit. Hier haben wir die künstlerische„Dauer im Wechsel“, der kein Künstler — auch nicht der NeuesErschließende — ganz entbehrt.
Nicht wie der Schaum der Champagnerrebe sprüht es in seinenWerken. Wohl aber rinnt uns in ihnen ein Quell steten, ruhigenGenusses, ein Born der Poesie, jenen Wasseradern des Schwarz-waldes zu vergleichen, die von den tannenbestandenen Gipfelnkommend dem müden Wanderer erquickende Labe spenden, ehesie noch weit unten im Tale fremden „Schmack“ gewonnen haben.“
Im zweiten Kriegsjahre 1915 veröffentlichte die Genfer Zeitung„La Guerre Mondiale“ von Zeit zu Zeit „graphologische Porträts“berühmter Zeitgenossen. Nach Poincare und Joffre wurde hierauch Hindenburg graphologisch porträtiert. Der Untersuchungsind einige Zeilen zugrunde gelegt, die Hindenburg offenbar an denHerausgeber der „Guerre Mondiale“, Jean Debrit, gerichtet hat.Die in Faksimiledruck wiedergegebenen Worte des Feldmarschallslauten:
„Vielen Dank für den freundlichen Neujahrsgruß, den ich herzlicherwidere. v . ßeneckendorff und v. Hindenburg .“
Diese in Lateinschrift hingeworfenen Zeilen begeisterten denfranzösischen Schriftdeuter, G. E. Magnat, zu folgender Studie: