Ernstes und Heiteres aus dem Reiche des Autographen. 557
Der Mann mit dem treuen Burgunderauge bekam seine Antwort-karte. Mit Schreibmaschinenschrift stand da zu lesen:
„Seine Exzellenz der Oberbefehlshaber ist der Ansicht, daß dieandern Herrschaften Ihres Stammtisches die Wette gewonnenhaben.“
Nur der schöne, runde, blaue Stempel des Armeeoberkommandosprangte darunter.
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Nachdem die staatliche Neuordnung von 1918 der monarchischenStaatsform und der bevorzugten Stellung des Militärs in Deutsch land ein Ende gemacht, erlosch bei vielen Sammlern das Interessefür die Autographen der Hohenzollern und der deutschen Heer-führer. Wenn aber einst eine Besserung in der politischen undwirtschaftlichen Lage des Vaterlandes den Blick für die Leistungender Vergangenheit nicht mehr trübt, dann wird die Erinnerung andie Monarchen und ihre Mitarbeiter, die Preußen und Deutschland groß gemacht haben, wieder aufleben. So viel ist sicher: immerwertet der wissenschaftliche Sammler bedeutende Persönlichkeiten,mögen sie im Hermelin der Königswürde, im Waffenrock des Heer-führers, in der Tiara des Papsttums oder im schlichten Frack desPräsidenten und Staatsmannes durch die Weltgeschichte schreiten.
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Abb. 95. Beethoven.
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