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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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nern wurden alle 7. jähr, oder auch noch öfters, allein vonden Platäcnftr»; die grösser» aber alle 60. jähr, und zwarvon allen städte» in Bootien begangen, die deswegen insge-samt zusammen kamen. So oft aber dieses fest geseyert wer-den 'sollte , trug man in den nahe bey Plaläa gelegenen waldunterschiedene stücke von gekochtem fleische, und gab dabey wohlachtung, daß sie nicht von vögeln aufgefressen wurde». Nahmaber doch ein rabe ohngefehr ein stück davon hinweg, so wardder bäum, worauf er sich gesetzek, abgehauen und aus des-sen holtz ein Diedalon verfertiget. Bey den grösser» O-rckalizwurden' diese bilder durchs loos an die unterschiedenen städteausgetheilet, und sodann auf so viel wagen, wobey allezeit ei-ne sogenannte pronuba zugegen war, inproceßion bis anfdenberg Cithäron zu einem besonders dazu aufgerichteten altar ge»führet, da sie alle aufgestellet, und von einer jeden der vor,nehmern städte dem Jupiter ein ochse, und der Iunoni einekuhe, von den geringern orten aber schaafe geopfert werden mu-sten. Pausanias , in Bceoticis. Meurfiw, Grascis feriatae üb. II.

Dadalion, ein söhn des Luciferi oder Phosphori und bru-der des Ceur, hatte eine tochter, nahmens Chione, welchenach den alten fabeln zwey söhne zugleich von zwey unterschie-denen qöttern soll auf die Welt gebracht haben, den Autolycumvon Mercurio, und von Apolline den Philammon. Als sieaber hernach ihrer schönheit halben sich wider die Diana auf-gelassen , wollen die Poeten , diese gvttin habe sie mit einempfeile durch die zunge geschossen, daß sie bald darauf gestorben;welcher tod dann ihren vatter den Dädalion dergestalt ge-schmertzet, daß er sich von der höhe des berges Parnaß! herabin das meer gestürtzet; jedoch hätte ihn Apollo aus mitleidennoch so fern gerettet, daß er ihn in einen Habicht oder fai-cken verwandelt. Ovid. metam. lib. XI. v. 29;. &c. *

Dädalus , war ein Atheniensifcher künstlcr, weicher unter-schiedene handwercks-instrumente erfand, z. e. die säge, den Ho-bel , die bleywag, den bohrer und den leim , auch sich selbstbewegende statucn, deren äugen sich herum kehrte«, verfertigte.Dasjenige, was ihn sonderlich in ruf brachte, war, daß erseines bruders söhn im zorn zum fenster hinaus schmiß, weiler befürchte, er möchte ihn an kunst übertreffen , inmassen erdie töpfer-scheibe erfunden hatte. Hierauf flöhe er samt seinemsöhne Icaro zu Minos dem Könige in Crela , allwo er den be-rühmten labyrinth oder irrgarten bauete, in welchem abernachgehends er und sein söhn eingeschlossen wurden , weil Jca-rus der Königin Pasiphae zu ihrer unnatürlichen liebe gedie-net, und eine höltzerne kuh, wvrinnen sie mit einem ochsenzu schaffen gehabt, verfertigt hatte; allein, indem er sich stell-te , als wollte er ein absonderlich werck vornehmen, um desKönigs gnade dadurch wiederum zu erwerben, schaffte er Mate-rialien au , ihm und seinem söhne flügel daraus zu ma-chen , mit welchen er zwar entflöhe, und davon kam, seinsöhn aber, weil er seine anweisung nicht in aclst genommenhalte, ins meer siel und ersoff. Einige halten dafür, daß die-ses der gebrauch der segel gewesen sey, welchen er erfundenhabe. Darauf flöhe er zu Cocalo, dem Könige in SicilieU ,welcher aber, damit er nicht von Minoe seinetwegen mit kriegangegriffen werden möchte, ihn in einer badstube ersticken ließ.Er soll um das jähr der welk 257?. gelebt haben. Zu Mem-phis in Egvpten verfertigte er viel künstliche und berühmtewercke, weswegen ihm die einwohner daselbst altäre aufrich,telen, und göttliche ehre erwiesen, niodorw Sku/us, üb. IVTausanias , lib. VII. Ovid. lib. VIII. metam. Plinius , lib. VII"c. 56. lib. XXXVI. c. 13. Hygin. Apoliod. Eufebius. Felibien,'vies des Archit.

* Dalhemius, (Melchior, oder, wie andere, aber un-recht wollen, Petrus ) ein Niederländischer Augustiner-Mönchvon Hasselt , und nachmaliger Prior zu Ppern , lehrte zu an-sang des XVII. feculi viele jähre lang zu Brüssel und, Löven.Er stund mit Erycio Puteano in grosser bekanntschasst, warein guter Poet und schrieb Panegyrin duplicem ; Carmina ; Co-moedias ; Tragcedias ; ingleichen Epicedium in obitum stla-riae Deckheraj , Löven 1624. in 4. und Jac. Arminii cum Ba-tavis super prüfend rerum in Hollandia statu mutuisque dis-lidiis & homicidiis expostulationem posthumam, Leiden 1621.Sveertii Athen . Belg. Andren bibl. Belg.

D/EMONES, sind nach den Heydnischen fabeln eine mit-tel-gattung zwischen göttern und menschen, welche von den.Römern Genii sind genennet worden. Den Ursprung des Grie-chischen Worts J'a.ifj.m führen einige her von cPat/xah», icherschrecke einen andern , oder von , verständigoder erfahren , weil ncmlich die Heyden in den gedauckenstunden, daß diese Da;mones ihnen zukünftige dinge vorher sa-gen könnten. Socrales hat davor gehalten, daß dieieniqe men-schen , welche sich in diesem leben löblich aufgeführt hätten,in der andern weit, zu belohnung ihrer lugend, unter die Dae-mones versetzt würden. Den gott Bacchum haben die HcvdenDaemonem bonum zu nennen , auch ihm zu ehren unter diesemnahincn zu ausgang der Mahlzeit den letzten becher zu trin-cken pflegen. Den Pnapum haben sie ebenfalls mit dem titulDaemonis boni beehn. Siehe GENIE P.atareh. de orae. des.Tiato, in Cratylo. Dtodor. lib. 111 . Pomey, pantheon mythic. p.49. 167. 222.

* Daen iNaalle, ein Indianischer Printz und bruder Craeu

Sombanco, des Königs zu Macazar, und ein vatter der zweyjungen Printzen, Ludwig Daen Rourou, und Ludwig DauphinDaen Toulolo, welche König Ludovicns XIV. durch die Je­ suiten in dem Collegio von Clermont zu Paris auferziehen liesse.Er sollte nach dem rode Sombanco auf dem thron folgen, banndorten, wie bey den meisten Indianern, werden die linder desletzt-verstorbenen von dessen brüdern ausgeschlossen. Aber dieHolländer, welche ihn seiner klugheit und tapferkeit wegen nichtgerne hatte», fanden mittet, ihn bey seinen brüdern verdäch-tich zu machen, und auf diese weise von dem Hofe zu schaf-fen : welche abwefenheit Craen Biset, dem einzigen söhne Som-banco, anlas gäbe, an die crone zu gedencken, und die mitte!sie endlich gar zu erwerben verschaffte. Da er den Hof verlas-sen muste, flüchtete er sich in die insul Java, wo er sich miteiner tochter eines der vornehmsten Herren des landes vermäh-lete. Da er sich bey drey jähren dort aufgehalten , bedrohe-ten die Holländer Daen Maalles neuen schwieger-vatter, ihn zubekriegen, wo er diesen nicht abschaffen würde. Der Printz,um ftzneni gutthäter keine böse tage zu verschaffen, nahm hie-mit seinen abschied, und entflöhe nach Siam, wo er an. 1664.wohl empfangen wurde. Der König trug ihm so fort dasamt eines Voja-Pacdi, das ist, eines Groß-Schatzmeisters derCrone auf. Unter die Herren von seinem gefolgt theilte er landaus, und befahl den Unterthanen dieser ländereyen, daß siedem Daen Maalle die nemliche» sthoß und zinse davon bezah-len , und übrigens ihm eben die ehre anthun sollten, als wäreer würcklicher König auf der insul Macaffar. Daen Maalleerwiederte diese grosse gutthaten mit grosser treu und diensten,welche er etliche jähre lang, so viel ihm möglich war, leistete.Doch brachte ihn endlich der eiser für seine Mahvmetanische re-ligion davon ab. Die Mohren rebellirten in dem lande widerihren Ober-Herrn den König zu Siam, obgemeldten gutthä-ter des Daen Maalles , und dieser vermeynte schuldig zu seyn,seine glaubens-genossen zu unterstützen. Diese conspiracion wur-de offenbar, und die Häupter derselben entdecket. Der König,welcher von natur ein gnädiger Herr war, verziehe ihnen;aber Daen Maalle wollte keine gnade annehmen, und behaup-tete, er habe nicht gefehlet, sondern seinem gewissen ein ge-nügen geleistet. Deswegen kam es wieder zur öffentlichen fcind-schasst zwischen ihm und dem König. Daen flüchtete sich mitetwas volckö in einen vesten ort, worinnen die Königlichen kriegs-leuthe ihn zu belagern ansiengen, und er endjich in dem streitnebst allen seinen leuthen erleget wurde. Die zwey obqemeld-ten Printzen aber entkamen mit ausserordentlichem glücke derge-fahr, und wurden in der Franzosen schütz aufgenommen, nachParis gebracht, getaufet, :c. worbey sie die ehre hatten, von demKönig Ludovico XIV. selbsten , und von dem Dauphin, aus dertaufe gehoben zu werden. Dejcript. du Royaume de Macasar.

Danemarck , lat. Dama, Ist ein Europaitch Königreich,welches das grosse Welt-meer westwärts, die Ost-see ost - undnordwärts, und Teutschland ftidwarts hat. Man hält es fürdas land der alten Cimbrier. Vor zeiten waren die Dänen- sehrmächtig, gestalt sie Engclland unter sich gebracht hatten, undauch öfters in Schottland einfielen. Dieses Königreich be-greift anietzo von süden gegen norden 8°. oder 90. meilen, undvon osten gegen Westen, das ist, von Coppenhagen an bis andie westliche feite der Dioeces Ricpen 4;. oder ;o. meilen insich. Vor zeiten wurde es eingetheilet in Iütland, die insulnund Schonen; allein die letztere landschafft wurde an. iü6».vermöge der Coppenhaqische» tractaten, den Schweden abgetre-ten , so, das Dänemarck vor letzo die halb-insul Jütland unddie insuln, welche ostwärts gelegen sind, in sich begreift. Jüt­ land , so vorzeiten Ghersvnesus Gimbdca genennet wurde, istunterschieden in Nord-und Süd-Jütland, davon dieses Schleß-wtg genennet wird. Die vornehmsten insuln sind Seeland, Fü-llen, Langeland, Laland, Mone, Falster , Bornholm , Femeren,Anhout, Lesso, Arroe, rc. Die mecr-enge, welche der Sund qe-nennet wird, lieget zwischen der insul Seeland und der provintzSchonen. Ausser dieser sind noch einige andere meer-engen, alsder Belt, der kleine Belt rc. Coppenhagen in Seeland ist dieHaupt-stadt im Königreich Dänemarck. Die andern grösten städtrsind ^elsignor,Rothschild , rc. Zu Coppenhagen ist nebst einer Uni-versität ein Ertz-Bischoff; zn Schleßwig, Arhusen, Alburg,Ripen und Wyburg sind Bischoffe. Die Dänen sind in den ei,genschafften von den Schweden wenig unterschieden, doch hal-tet man insgemein die Schweden für etwas listiger, und die Dä-nen für debauschirlcr. Die Dänische sprach ist von der Schwedi­ schen unterschieden, wicwol sie beyde nach ihrem ursprunaTeuschcr mund-art sind. Der Hof-Adel aber und dic fürnehm-sten burger gebrauchen sich der Hoch-Teutschen spräche. Die re-ligion ist durchgehends Lutherisch, welche Friedrich I. allda ein-geführet bat; doch haben die Französische fluchtlinge zu Coppen-hagen eine kirche. Unter den Konig von Dänemarck gehöret auchNorwegen,Grönland,die insuln Jßland,Hitland oder Schetlandund Ferroe, die Grafschafft Oldenburg und Delmcnhorst, viel ör.ter in Pommern , Holstein, Wagricn, Stvrmarn und Diethmar-sen. In Ost-Indien auf der külie von Coromandel, die ve-stungen Tranguebar und Dansbnrg, Neu-Dänemarck in Ame-rica und einige örter auf der kustc von Guinea in Africa Dielust m Dancmarck ist fehr kalt, und obschon das land von der1« umgeben, so ist es doch nicht morastig, sonder» sehr frucht,bar, sowol an gctreyde als vich-wevde. Es giebt auch darinnenviel wildprel und elend-thiere, Pferde und ochsen, welche von den

auslan-