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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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fdt wahrgenommen , ihm den Pompejum Festum in usumDelphini mit anmerckungen zu erläutern auftrug. An. 83 -vcrhcurathete er sich zu Paris mit Anna le Fevre , seines ehe-maligen lehrmeisters des gedachten Tanaquilli Fadri tochter,mit welcher er sich ein jähr darauf nach Castres begab, undan. i68z. im fept. nebst ihr daselbst den Catholifchen glaubenannahm. Der Hertzog von Montausicr und der Bifthoff vonMeaur sorgten hierauf vor beyde, brachten es auch dahin/ daßder König ihm 1300. ihr aber s°°· pfund jährlich ausmachte.Sie kamen dcnmach wieder nach Paris , und fuhren in ihrengelehrten arbeiten mit vielem rühme fort. An. 1693. wurdeDacier an die stelle des Mr. Felibicn in die Academie des In-scriptions , und bald darauf an statt des Ertz-Bischoffs Fran-cifci Harlay in die Französische Academie aufgenommen. Alser nicht lange hernach Ludovico XIV. die von einigen gliedernder erster» ausgearbeitete Histoire du Roi par medailles in Per-son überreichte, wurde er von demselben mit einer neuen Pen-sion von aooo. pfund, und mit der charge eines Garde des li-vres du Cabinet du Louvre ,welche feit an. 1694. ledig war ,begnadiget. Seine Verdienste bey der Französischen Academieerwarben ihm an. 171z. nach dem tobe des Abts Regnier desMarais , die stelle eines Secretarii perpetui bey derselben, auchwurde ihm an. 1717. von dem Hertzog Regenten die pcnsioneines Garde des livres gelassen , »»erachtet ihm die bedienungselbst genommen, und dem ordentlichen Libliothecatio desKönigs gegeben ward. Er starb an. 1722. den 18. fept. nach-dem er noch tags zuvor der Academie beygcwohnct. Von sei-nen kindern starb der söhn im 10. und eine tochter im 18. jäh-re ihres alters, die andere aber gieng ins. kloster. Er warein arbeitsamer, bescheidener und friedliebender mann, ausserdaß er, wenn von dem vorzuq der alten und neuen scribentengeredi wurde, die erstern mit allzu grosser Heftigkeit und eifervertheidiget. Unter seinen schriften sind : Sexti Pompejus Fe-stus & Verrius Flaccus de verborum significatione cum notis;Oeuvres dHorace en Lati» & enFranqois; Nouveaux Eclair-ciffemens fur les Oeuvres dHorace ; Anastasii Sinaitae Con-templationes Anagogicae cum notis; Reflexions morales delEmpereur Marc-Antonin aveo des remarques; Ia PoetiquedAristote traduite ; 1Oedipe & 1Electre de Sophocle tradui-tes; Vies des hommes illustres de Plutarque ; les OeuvresdHippocrate & de Platon traduites; la Vie de Pythagore &dHierocles ; le Manual dEpictete ; Dissertation fur lOriginede la Satyre; Notes fur Longin. &c. Sei» Commentariusüber den Theocritum, und ein tractat von der religion, sindnoch nicht gedruckt. Journal des Savans , 1722. BibliotbequeFrangoise, tom. I. Mlmoires pourservir ä lbifloire des komm.illußr. tom. III. Bibliotbeque Universelle , tom. XXIV. Me-moires du tems. Badlet , jugemens für les Critiques & Gram-mairiens n. 979.

* Dacier, (Anna) siehe Fevre, (Annale).

Dacius oder Datius, ein Bischofs zu Mayland, von an.

527. bis ssi. oder sss. frischte die einwohner an, die stadt wi-der die Bothen zu beschützen, welche sie belagerten, reisete auchnach Rom , um für selbige von Belifario hulffe zu begehren.Ader wegen Zwietracht der Generalen ward nichts daraus,und fiel letztlich die stadt in der feinde Hände , worden, wieProcopius meldet, mehr als 300000. mann hingerichtet wur-den. Dacius sahe sich deswegen genöthiget zu entfiiehen, kamnach Constantinopel, und gieng- von bannen nach Corinthus.Des Kayfers Justiniani decret wider die 3. capitul wollte ernicht unterschreiben. Man legt ihm eine chronick von Maylandbey; weil aber dieselbe von dem VIII. saeculo anfängt, und an.1067, aufhört, so ist es klar, daß solche ein neuerer scriptormüsse verfertiget haben. Procop. de bello Goth. lib. II. CaJJso-dorus , lib. XII. var. ep. 27. Gregorius, lib. III. dialect. c. 4.Baron. A. C. 338. 339 - 54-6. &c. & in martyr, ad d. 14. Jan.BeUarm. de fcript. eccl. Voßus, deHist. Lat. lib. II. c. 19. Ri-pamontius , bist. med. dec. I. lib. VII. Miram. UgheU. Cave,bist. litter. p. 284- *

* Dacora, vor Zeiten eine stadt in Cappadocien am gebür-gt Taurus. Der bekannte Arianer Eunomus war daher gebür-tig , den aber auch Kayser Theodosius hieher ins elend schickte.Soiosnenus, VII. 17. Pbi.oßorgius , VI. 3. X. 6. Ceüarim , not.orb. ant. III. §· JI 4 ·

Dacrianus, ein Abt des Benedictiner-ordens, lebte im VIII.sarculo , und schrieb zwey .tractate , Speculum Monachorumnnd Documenta Vita: spiritualis , welche man in der biblio-theca Patrum findet, wiewvl einige das erstere werck dem Blos-sio beylegen. Poßevin. in app. facro. Miram, in auct.

* DactiUS , ( Andr. ) ein Profess. Linguae Graecae und La-tinae zn Florentz, im XV. saeculo , war em guter Lalein-undItaliänischer Poete. Er schrieb Sylvas, Epicedia &c. welchein den deliciis Poetarum Ital. mit stehen, wie auch Or. deLaudibus Litterarum. Gaädius, de fcript. ecclef.

DACTYLI IDLlchiessen der göttm Cybele Priester, welcheunken an dem berge Zda wohnten, und von den Poeten für kin-der der sonnen und Minerva < oder Saturni und Alciope, aus-gegeben wurden. Fünf unter ihnen waren männliches und s.weibliches gcschlechts. Sie wurden deswegen Dadtyli oder fin-ger genennet, weil ihrer so viel waren, als ein mensch finger anbeyden Händen hat. Man pflegte sie auch Corybantes zu nen-ne». Dw nahmen der s-Priester waren: Hercules, Pävn, Epi»Mkdes, Janus und Idas. Stiabo, lib. X. Ldiut Gyratam &c.

Htsssr. Lexicon in, Theil.

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* Dadastana, >var ehemals eine Asiatische stadt, an dergrentze von Btthynicn nnd Galalien. Sie lag 18. Teutschemeilen von Ancyra gegen Westen, und fast eben so viel von Ni-caa gegen osten. Hier starb der Kayser Jovianus. Bocrates,III. extr. Ammianm MarceUmus, XXV. extr. XXVI. 23.CeOarius , not. orb. ant. III. 8. §. 38· 39.

* Ddddeus, oder Dadeus, (Camillus) ein Piemonteseraus Monreal , erhielt an. 1S84. das Bißthum Brngnetto, undwurde an. 1392. der erste Bischofs zu Fossano . Er veranstal-tete in diesem neu-crrichteten Bißthum alles sehr weislich, hielteinen Synodum , ließ hernach die statuta drucken, und starban. 1600. Rofjbtus, in fyllabo fcript. Pedemont. UgbeO. Ital.facr. tom. IV. p. 997. & 1081.

Dadis, ein Griechischer amhor, welcher von dem acker-bau geschrieben, wie Varro und Columella im ansang ihrerwercke de Agricultura bezeugen.

Dadivan, ein ebenes stück landes in der Persischen pro-vintz Farsistan, zwischen den beyden städten Schiras und Lar,welches ohngesehr 4. oder 3. meilen im umfang hat, und einevon den angenehmsten gegenden in gantz Persien ist. Es ist meh-rentheils mit pomerantzen-citronen-und granat-äpsel-däumen be,wachsen, und giebt es daselbst pomerantzen-bäume, die so dicksind, daß sie kaum 3. männer umfassen können. Der fluß,welcher diese aegend bewässert, ist mit karpfen, hechten, dar-ben und krebsen überflüßig angefüllet. Die Engel-und Hollän-der zu Ormns pflegen öfters den letzten theil des sommers indieser gegend zuzubringen , da sie dann von den benachbartenBaladins mit ihrem tantzen belustiget werden. Tavernier»Pers. reise-beschr.

St. Dado, oder Audeon, Audoenus, gebürtig von Sens,wofür jedoch andere Soissons setzen, war ein söhn Antarii undder H. Alge, und ein compagnon des H. Eligii. Seine lu-gend brachte ihn an dem Hofe des Königs Dagobert! m grossesansehen, so daß er eine Zeitlang die stelle eines Referendarii ver-träte, welches amt eines der vornehmsten Secretariaten an-deutete , und weniger nicht als die Verwahrung des Königlichensiegel-rinas, und unterschreidung aller edicten und wichtigenbriesschafften mit sich brachte. Er wehlete aber nachmals dengeistlichen stand, worinnen er an. 646. Bischoff zn Rouen wur-de. An. 6so. befand er sich auf dem Concilio zu Chalous undan. 662. aufdem zu Clechi la Garenne. Aimoinus mercket auchvon ihm an, daß er sich an. 66s. bey dem tobe des Abts St.Vanbrilli befunden. Er schrieb das leben St. Eligii in 3.-chern, welche er Roberto, Bischoffe zu Paris , dedicirte, unddie bey dem Surio zu finden. Canisius hat auch einen briefSt. Desiderii, Bischoffs zu Cahors , an Dadonem, und dieantwort dieses letzter» daraus dargestellt. In dem kloster znSt. Gallen in der Schwein, soll noch eine lebens-beschreibungdes H. Remigii, welche Dado verfertiget, vorhanden seyn.Im jähr 676. that er noch im hohen alter eine reise nach Rom ;soll auch noch an. 683. an beylegung der innerlichen unter denFrancken entstandenen Unruhen gearbeitet haben , aber im fol-genden jähre gestorben seyn; wiewol einige seinen köderst in an.689. andere hingegen viel eher, nemlich an. 676. oder 677. se-tzen. Fridegodus, ein Engelländer, hat sein leben »n versenbeschrieben, welches bey dem Surio ad d. 24. aug. zu finden.Aimoin. lib. IV. c. 41. Canißus, antiq. lest. T. V. 8 a>>»;. A.C. 767. Martyrol. Rom. ad d. 23. Aug. Sammarth. Gall. tom.I. Voßus, de Hist. Lat. lib. II. c. 26. & 40. *

* Dadre, (Johan.) gebürtig aus der Normandie , wardan. 1372. unter die Theologos zu Paris aufgenommen, undschrieb an. 1377. Locos communes similium & dissimiliern,welche an. 1603. zu Cöln in 8. wieder aufgelegt worden, undan. 1381. Adnotationes in Eusebii opera ornnia. Seine Chro-nologia Archiep. Rotomagensium aber kam erst ZU Rouen 1618»in 8. nach seinem tvde Heraus. Launoji Acad. Paris .

* DADUCHUS, von -P-ie , fax, und , habeo, warderjenige, der zu Athen bey den Mysteriis Eleusiniis leuchtete.Er trug seine absonderliche kleidung, woran man ihn gleicherkennen konnte, durfte, wenn er wollte, heurathen , und re-präsentirte bey den lnitiis die sonne. Es führte diesen nah-men auch der Oberste unter den Priestern des Herculis. Meur.Jius, Eleusin. 14. Potter. Archaeol. II. 3. & 20.

* DiEDALA, ein fest, so vor alters zu Platäa gefeyertwurde, und seinen nahmen von Daedalon hat, welches Wortdamals in ihrer spräche ein jegliches aus holtz geschnitztes bildbedeutete. Die gelegenheit dazu soll folgende gewesen seyn.Als Jupiter mit seiner schwester und gemahlin, der Juno, un-eins worden, daß sie nicht mehr bey ihm schlafen wollen, undsich also von ihm abgesondert, kam er endlich zu dem Cithäro-ne, der damals die Herrschafft in Platäa halte, und um sei-nes vortreflichen Verstandes willen in besonderer Hochachtungsinnd. Dieser gab den rath, daß er ein höltzern und wohl an-gekleidetes bild auf einem wagen führen, und dabey vorgebensollte, daß solches seine neue braut, Platäa, des Asopi tochter,sey. Da nun biß geschehen, und die Juno auch davon gehö-ret , machte sie sich eilends zu dem wagen, und zerriß der ver«ineynten neuen braut im zorn die kleider, biö sie den betruggesehen, da sie denn selbst über die erfindung lachte, und sichdarauf mit ihrem manne wieder aussöhnete. Um nun das an-dencken hiervon zu erhalten, wurde ein gedoppeltes fest, nem-lich die Daedala majora und minora , angeordnet. Die klei-

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