6
dae dag
dag
* Daetrius , (Brandaniis ) ein Docto'r Theologis vonHamburg , war erstlich Hof-Prediger bey dem Hertzoge vonBraunschweig - Lüneburg , hernach General - Superintendentund Oder-Hof-Prediger in Ost-Frießland , endlich General-Su-perintendent und Oder-Hof-Prediger au Braunfchweig, wieauch Director des Consistorii und Abt zu Rlddagshausen. Manhat von ihm (^uadrangularem Loeli 8calarn ^acobaiam, undviele Predigten. Witte , biogr.
Dattwyl , ein dorf ohnweit der Eydgenoßifchen stadt Ba-den, welches wegen der an. iz?i. zwischen dem Oestcrreichi-schen Obriste» von Ellerbach und den Zürichern, alldort vor-gegangenen fchlacht bekannt worden, worinnen die Ocsterreicherden kürtzern gezogen, und bey die 600. mann auf dem platz ver-lohren. Worbey die Züricher diese list gebraucht, daß sie dieerbeutete Mutter - Pferde gegen die Oesterreichifche reuterey an-treiben lassen, wodurch diese in confuffon und endlich auf dieglicht gebracht worden. Die Züricher haben 40. mann verloh-rcn. Deswegen denn zu Zürich eine jährliche öffentliche pro-cefiion ( deren aus jedem Haufe eine manns-perfon hat beywoh-nen müssen) nach Einsiedlen auf den Psingst - montag ange-stellt , und gehalten worden ist, bis an. 1323. da bey abgeschaff-ten Römisch - Catholischen gebrauchen und cercmonien auchdiese proceßion abgegangen, zumal da dardey viel unziemlichesund unordentliches vorgegangen. ASgid. Tscbudu chron. Mscr.P. II. ad an. 1331. Steiner. Helv. p. 334. Stumpf üb. VI. p.175.b. BuQinger. ehr. Mscr. üb. VIII. c. 8- *
* Daffila, eine gegend in dein Abyßinischen KönigreicheBarnaqes, an den grentzen der küste von Ader, zwischen derstadt Barva und dem lande Canstla. Baudrand.
* Daffis, (Jacobus) General-Advocat in dem Parlementzu Toulouse , ward den -o. febr. an. 1389. indem gefängnis desParlemcnts zu Paris erwürget. Es geschahe auf den gleichentag, da der erste Präsident des nemlichen Parlemenls, Stepha-nusDuranti, indem kloster der Dominicaner meuchelmöcde-rischcr weise sein leben verlohre, und zwar unter der regierungHenrici III. während den Französischen Unruhen, dieweil er sichden aufrührischen widersetzet, welche die Waffen wider ihrenKönig ergriffen hatten. Beyder leichname wurden von dem ge-meinen völck durch die straffen geschleppct, und samt des Königsbildnis an den galgen aufgehangen. Mezeray.
* Dagalaiphus, war einer der Generalen des Kaysers Iu.liani, da er seinen kriegs-zug wider die Perser im jähr Christi 362.thäte. Unter den nachfolgenden Kaysern (deren armeen er öf-ters en chcs commandirre) machte er sich zum öfter» bekannt.jimmian. Marcetlinus , üb. XXVI. &c.
* Dagam, Tagmo, Dedo, Dudo, Dagino, oderTagino, der dritte Ertz-Bischoff zu Magdeburg . Er war einschüler Wolfgangi, Bischoffs zu Regenspurg, welcher ihn beyKayser Ottonc III. und Henrico Hertzog in Bayern recommen-dirte, weil er ihn vor geschickt hielte, nach seinem tode seinestelle zu bekleide». Er wurde auch nach dessen absterben zumBischoffe erwehlt, allein der Kayser hatte es seinem CapellanGeverardo zugedacht, welcher Daginoni vorgezogen wurde.Dieser suchte sich bey Hertzog Heinrichen von Bayern mehr zuinsinuiren, und brachte es auch dahin, daß er an. 1002. durchdenselben, als welcher unterdessen an Ottonis statt Kayser wor-den war, Ertz-Bischoff zu Magdeburg wurde. Willigius, Ertz-Bischoff zu Mayntz, weyhete ihn dazu in gegenwart derer unterdiese beyden Ertz-Bischöffe gehörigen Bischöffen. Er stand demErtz-Stifte sehr wohl für, indem Kayser Henricus dem Ertz-Stlfte unter ihm verschiedene güther schenckte. Endlich starb erden 9. jun. an. 1012. Lhron. Episc. Magdeb. apud Meibom.script. rer. Cerm. tom. II. p. 282. seqq.
. Dagestan oder Dachestan, eine provintz in Asten, welche40. Teutsche meilen lang ist, und das Caspische meer gegen mor-gen , den derg Caucasum gegen abend, die Circaßier gegen Mit-ternacht , und Scirwan, eine provintz von Persien , gegen mit-tag hat. Sie wird von Tartarn bewohnet, welche von den Per-sianern Lesgi, von ihnen selbst aber die Dagestan , das ist, Berg-Tartarn (weil sie am gebürge wohnen,) genannt werden. Derreligion nach sind sie Mahoinetaner. Ihre ordentliche Verrich-tung bestehet darinnen, daß sie sclaven machen, zu welchem en-de sie einander ihre kindcr stehlen; darneben plündern sie die kauf-leuthe, und führen stets krieg. Sie halten etwas vieh, welchesjhr gantzer reichthum ist. Im übrigen fürchten sie sich wedervor den Persianern noch Moscowilern, weil sie ihre zusiucht aufsolche gebürge nehmen können, dahin wider ihren willen nie-mand gelangen kan. L>ie habe» unterschiedene Herren, woruntereiner der vornehmste oder das Haupt ist. In, übrigen haben siekleine städtgen, worunter Tarcu die ansehnlichste ist. Sie liegtan der see, auf einem berge zwischen scharfen seifen, worausunterschiedliche brunnen entspringen , und bestehet, wie Olea-rius berichtet, aus 1000. Häusern. Olear. reise-deschr.
Dagho, Dogden, eine der Cron Schweden gehörige insulauf dessOst-see, nicht weit von den Lieftändischen küsten, ivirdvon der insul Oesel durch einen schmalen canal abgesondert.Das fort Daggerorl ist darauf erbauet.
* Dagia, oder Thagia, eine Africanische stadt in der pro-vintz Tremesen , des Königreiches Fez; sie liegt 40. meilen vonFez, zwischen gebürgen, welche an den Atlas flössen. Die Afri-«aner haben diese stadt an einem dürren und unsruchtbaren orte
gebauet, wo herum meistens nichts als sehr dichte, und mitlöwen angefüllte Waldungen und hohe gebürge liegen. Das landist kälter, als dasigcs clima gewöhnlich mit sich bringet, undträgt nur wenig körn; hingegen werden sehr viele ziegen dortengezogen, und an Honig und wachs hat es auch Überfluß, wo-durch sich die einwohner bereichern. Ihre Häuser sind sehrschlecht. Sie zeigen daselbst das bcqräbniS eines Morabitcn,Deda Baaza genannt, welcher die löwen soll gezämct haben;deswegen ist dieses grab bey diesen Africanern in hohen ehrengehalten. Nach Haltung der grossen Ostern gehen die bürgervon Fez und Marocco in menge dahin wallfahrten zu thun;zuweilen kommen sie schaaren - weis und in grosser anzahl,daß da sie in der stadt nicht platz haben, sie sich rings herumauf den bergen lagern müssen, und dieselben meistens mit ge-zelten anfüllen, welches von ferne einem grossen feld-lager glei-chet. Marmol. tom. II. üb. IV. c. 11. Thom. Corneille, Bitt.Geograph.
* Dagibertus, der fromme beygenannt, erwarb sich die-ses lob durch seinen tugend-wandel. Er war 26. jähr lang Bi-schoss von Novara , und schenckte den Dom - Herren an derSt. Marien-kirche verschiedene schöne grund-stücke, mit der be-dingung, daß sie allezeit am ersten tage jedes monats 60. undan seinem jährlichen nahmens-feste hundert arme speisen sollten.Der Kayser Berenaarius erlaubte ihm an. 917. etliche jahr-märckte halten zu lasse», erwiese sich auch sonsten auf interceßionder beyden Margarafen Grimaldi und Adelridi gegen die kirchezu Novara sehr freygebig. Zu dieses Bischoffs zeiten büsseteBurchardns, Hertzog aus Schwaben , nebst den seinigen zuNovara an. 926. das leben ein. Siganiui , de bello Ital. Ugbeüus ,Ital. sacr. tom. IV. p. 696,
* Dagno, oder Eermidava, eine kleine stadt in der Eu ropäischen Türckey, in Albanien , zwischen Irin Blanco undDrin Nero, wo diese beyde Wasser zusammen fliessen, gelegen.
Dagobertus I. Clotariill. und Haldetrnda seiner ersten ge-mahlin söhn, König in Franckreich. Bey seines vatters lebzei-ten wurde er an. 622. König in Austrasien , (siehe Llotarius II.)und succedirte nach des vatters tode an. 628. i» den andern Rei-chen , mit ausschliessung seines sties-bruders Chariberti, dem erdoch endlich ein stück von Aquitanren abtrat, aber nach dessenbald darauf erfolgtem tode wieder erbte. (siehe Lharibertus)Als die Wenden an. 6; i. und 32. in Thüringen einfielen, gienger ihnen entgegen, ward aber geschlagen, weil die Austrasiernicht recht fochten, (a) Nach diesem stund er Sisnando bey, alssolcher den West-Kothische» König in Spanien , Suintilam,dethronisirte. (b) Als die Wenden hieraus unter ihrem KönigeSamo wiederum einfielen, die Austrasier aber, weil sie ihreneigenen König begehrten, nicht zu selbe gehen wollten, ließ Da-gobertus seinen 3jährigen söhn Sigebertum zum Könige von Au-strasien machen, und gab ihm so viel bediente zu, als zu seinemstaale und zu seiner auferziehung vonnöthen waren, worauf dieAustrasier den Wenden, so lange Sigebertus lebte, tapfern wi-derstand thaten, (c) Ferner brachte Dagobertus die aufrühri-schen Britannier und Gasconier zum gehorsam, und nachdem erin Franckreich wiederum friede gemacht, starb er den 19. jan.an. 6;8. und ward zu St. DenyS begraben, (d) welche Abteyer daselbst an. 630. gestiftet, und mit reichen einkommen verse-hen hatte; wobey jedoch zu tadeln, daß er darzu vieler andererkirchen zierrath weggenommen und angewandt. Seine erste ge-niahlin Gomatrud ließ er von sich scheiden < weil sie unfruchtbarwar, und heurathete ein sehr schönes Sächsisches Fräulein, Nan-thild, welche er, wie etliche berichten, aus einem kloster soll ge-nommen haben. Andere hingegen sagen, daß man das Wortmonafterio vor ministcrio gelesen, weil sie eine von seinen be-dienten gewesen wäre. (e) Jedoch ließ er sich in wenig Monatengleichfalls von ihr scheiden, und heurathete an. 630. ein anderadeliches Sächsisches Fräulein, nahmens Ragnetrud, welchedes Königs Sigebert« mutter worden. Weil ihm aber an. 634.seine gemahlin Nanthild einen söhn Clodoveum gebohren, so mußRagnetrud entweder bald gestorben, oder ebenfalls von ihm ge-schieden seyn,und er mit der vorigen gemahlin sich wiederum ver-föhnet haben. Dagobertus soll auch viele cvncnbinen, als Wolf-gonde und Dortilde oder Bertilde, die alle nahmen der Köni-ginnen gesühret, ingleichen unterschiedene töchter gehabt haben.Dem volck soll dieser König gut recht gehalten haben, und des-wegen von selbigem sehr geliebt worden seyn. (a' Fredegar. c. 68.(bj Id. c. 73· (c) ld. c. 74. 75. 76. (d) Chiftetius, de annisDagoberti . Daniel, tom. I. col. 318- Fagi, Critica tom. II. p.834. ad an. 647. n. 2. (e) Dante , tom. I. col. 308. *
Dagobertus II. der jüngere zngenannt, Cbildcberti de^gerechten söhn, ward an. 711. König in Franckreich. Erhatte zwar den nahmen, aber nicht die autoritat und gemalt ei-nes Königs, deren sich die sogenannten Majore« Dom»s oderHofmeister anmaßten. Pipinus Grassos, welcher in diesemamte 27. jähr Franckreich regieret hatte, starb an. 714. welchemsein enckel Theobaldus unter der vormundschaffl seiner groß-mut-ter.PlectrudiS, und nach diesem Rainfried in solcher chargesuccedirten. (siehe plectruda.) Dagobertus starb den 19. jan.
716. Annoin. Üb. IV. c. 49. 30. $1. Greg. Turon. app. c. 103.Valeßus, tom. CXI. Mezeray , histoir. de France. Daniel,tom. I. col. 348.
Dago-