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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Dagsbertus, war Sigeberti III. Königs in Austrafien söhn,welcher ihn 3. oder 4. jähr alt hinter sich ließ , unter des Hof-meisters Grimoaldi vormundfchafft. Dieser aber schickte ihndurch Didonem, Bischoff voiiPoiticrs, in Irrland, und setzteseinen eigenen söhn Childedertum an desselben statt auf den thron.( Siehe Grimoaldus ) In feinem exilio gerieth er in be-kanntschafft mit St. Wilfrido, der ihm wieder nach Franckreichverhalf, allwo ihn Childericus II. freundlich empfieng, und ihmein stück landes in dem Elsaß übergab, worzu er nachmals nochAustrasien bekommen. Nach einer regierung von 7. oder 8- jäh-ren , ward er au. 679. von der faction des ehemaligen Gri-nioaldi meuchelmörderischer weise ermordet. Henschenius in dervorrede über das dritte volum. der leben der Heiligen im monatmertz, schreibet dem Dagoberts ;. söhne und 4. töchter zu, wel-ches aber inehrern beweis brauchet. WUhelm.Mainmbur. lib.III.siuttor. vit® S. Meng. Fredegond. & Edmar. in vit. S. Wiliridiap. Joh. Mabill. vol.IV. SS. Bened. Hadrian . Valef.BerengariutJiugußus & de gestis Franc. tom. I. Henfchemut , de tribusDagobert. Daniel , hist. de France tom. 1 . col. 32 6 . 333. 339.

* Dagobert»», ein Französischer Printz, und söhn des Kö-nigs Chilperici I. und Fredegundä. Er gesegnete dieses zeitlichean. 380. und wurde zu St. Denys-Ier-Paris beerdiget. Fortuna-tus von Poitiers machte sein epiraphium, wie auch seinem bru-der Childeberto , welcher wenig zeit nach ihm gestorben.

Dagon, war der Philister abgott, welcher oberwarts einemenschliche gestalt halte, unterwärts aber, von dem bauche an,ausgenommen die deine, wie ein fisch aussähe, und schuppenhatte nebst einem langen schwantze, den er auf der erden schlepp-te. Das Wort bedeutet im Hebräischen so viel als einen fisch.Vermuthlich mag es eben derienige götze gewesen seyn, welchervon den andern Heyden Neptunus oder Triton genennet worden,von dem es heißt:

Fron» hominem prafert, in piscem desinit Alvus.Kirriw.Oedip.iEgypt. tom.VIII. Seiden, de diis Syris. s.Oanncs.

* Dagon, eine vestung in Palästina an der ebene von Je­ richo , woselbst sich Ptolemäus , der den Simonem Macca-bäum , nebst seinen beyden söhnen Mathalia und Juda vcrrä-therischer weise erschlagen, aufgehalten. Johannes Hyrcanns,Simonis söhn, belagerte, um diesen tod zu rächen, den Ptole-mäum, muste aber, weil das feyer - oder ruhe-jahr eingefallen,die belageruna wieder aufheben, i. Macc. XVI. n. jofiphus,ant. Judaic. XIII. 13. Caimet , Dict. de la Bible.

Dagsberg, eine Grafschafft nebst einer kleinen stadt, undeinem schlösse auf einem hohen seifen, im Nieder - Elsaß imBreiß-Thal gelegen. Sie stößt an die Herrschafft Ochsenstein,an das Bißkhum Dtraßburg und die Grafschafft Lützelstein, undist eine der ältesten Grafschafflen im Elsaß . Ihre leisten besitzer,die Grafen gleichen nahmens, stammten mit denen Lothringern,Egisheimern und Habspurgern von Hugone I. her, welcheraus Hertzogl. Elsaßischen stamme von Attico entsprossen. Obaber die Lichtenberger von den Dagsbergern herkommen, oderdiese von jenen in einem besondern äst abgegangen, lässet mandahin gestellet seyn. Einige wollen solches aus der gleichheit desnahmens und wapens muthmaffen, indem sie die Dagsbergervom tage, die andern aber vom lichte benennet zu seyn vorge-ben. Indessen ist gewiß, daß die Dagsberger in sehr alten Ur-kunden der Fränkischen Könige vorkommen, und sonst auf allenalten turniern anzutreffen. So war auch der Papst Leo IX. aus dieser familie, welcher zuvor das Bißkhum Straßdurg un-ter dem nahmen Bruno Hezilo verwaltet. Der letzte seines ge-schlechts war Cuno, dessen tochter Graf Friedrich III. von Lei-ningen zum gemahl gehabt, und ihrem söhn Gottfried die Kraf-schafft Dagsberg verlassen, von welcher zeit an selbige beständigbey Leiningen verblieben. Europ. Herold, P. I. p. 619. Schü-ler. ad Königshof. Elf. chron. p. 1067. Obrecht, prodr. rer.Als. p. 272. Hertzogs Elsaß , chron. lib. V. p. 206.

* Dahlen , Daten, oder Dalem, ein alt städtlein in Meis-sen, zwischen Lommatsch und Oschatz im alten FürstenthumDelmanz, oder Dileminzi, davon es den nahmen zu habenscheinet. Es gehörte ehemals den Herren von Schleinitz,nach diesem aber war es Churfürstlich, und jetzo stehet esden Herren von Döring vermittelst sequestration zu. Rnauthsprodr. Misn. Iunckers anleitung zur mittlern Geographie,11.3. p- 214.

Dahm , Dham, ( von der) ein uraltes adeliches geschlechtin der Nieder-Laußnitz, welches noch heut zu tage daselbst indem Luckhauischen kreise das Ritter-guth Zierckhe besitzet. SeinUrsprung wird hergeleitet von den ehemaligen Herren von undzu der Dhame, welche das städtlein und nunmalige AmtDham oder Dahme , (so ohngesehr 3. stunden von Zierckhe lie-get, und nun zum Fürstenthum Querfurlh gehöret) vormals be-wohnt haben. Von diesen Herren sind noch verschiedene brief-schafftcn vorhanden, unter anderm ein lehen-dries von an. 1300.darin» Marggras Dietrich von Meissen denen von der Dahme das dorf Willickhau verliehen. Heinrich und Reinhard lebte»an. 1344. Wilhelm an. 1402. Aus der Sorauische» (inte warGeorgius in dem XVI. s®culo Hauptmann. Joachim hatte an.1333. folgendes Unglück, daß als er mit dem Eantzler Siegmundvon Unruhe auf einem gast - geböte zn Sorau war, und vondem Amtü-Schösser allda angegriffen, und auf den köpf gehauenworden, er seines dieners degen ergriffen und den Schösset damit

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todt gestochen, worüber feine hoch-schwangere frau dergestalt er«schrocken, daß sie alsosort gestorben. Er muste des entleibtenhinterlassenen 400. thaler abtrag bezahlen, und wurde daraufan. 1336. Landes-Hauptmannzu Sorau und Forst. Heinrich,Stallmeister bey dem Freyherrnvon Promnitz, ist an. 1630. zuZschacksdorff von den erbitterten bauten grausamlich ermordetworden. Lucas war an. 1664. Landes-Aeltester des BriegischenFürste»thumS,undPhilippLudwigHofmeister bey der verwilliblenPfaltzgräfin von Simmcrn. Siegfried zu Zierckhe starb an. 1634.als Chur-Sachsischer Landes-Hauptmann und Ober-Amts-Ver-wcser des Marggrafthums Nieder-Laußnitz, hinterlassende einensöhn Siegmund Seyfried, Landes-Aelkesten des Luckhausischcnkreises und Fürstl. Merseburgischen Consistorial-Raths zu Lüd-ben, dessen söhn Chnr-Sächsischer Obrist-Lieutenant, den stammforkgepflantzet hat. Luca Schles. chron. pag. 1793· Magni©or auiscfye chron. p. 40. & 182. *

Dahme , oder Tham, eine kleine stadt nebst einem schloßund Amte, zwischen der Nieder-Laußnitz und dem Sachs. Chnr-freise, an dem fluß Goila, z.meilen von Jüterbock, gelegen.Sie soll von dem adelichen geschlechte derer von der Dahme ,welches noch jetzo in der Laüßnitz florirel, erbauet worden seyn,wie denn schon in dem XII. ikculo 2. brüder, Heinrich undReinhard, den nahmen von und zu der Dahme geführet. Es isteines von den sogenannten erimirten Magdeburgischen Aemtern,die von dem Ertz-Stift durch den Praqerischen frieden an. 1633.an Churfürst Joh. Georgium I. zu Sachsen gekommen, der sieseinem andern söhn, Hertzog Augusts, Adminillratori zu Mag­ deburg , im testament nebst andern örtern,zugetheilet hat. >Au.gusti andre gemahlin, Johanna Walpurgis, hat allhier ihrenwiktwen-sitz gehabt, midist daselbst an. 1687. gestorben. An.1719. residirte allda Aemilia Agneö, eine witlwe Hertzog Frie,derichs von Weissenfels .

Daibertus, ober Theobertus, der erste von den Lateinern,welcher an. 1099. zu Jerusalem Patriarch war, nachdem Arnul-phns von bannen vertrieben worden. Als er aber mit Balduino,dem Könige von Jerusalem , wegen der kirchen - rechte in einenstreit gerathen, wurde er durch Arnulphi lisi wieder abgesetzet,kam sodann in Italien mit Boemnndo, dem Printzen von An-tiochien, welcher Constantiam, des Königs Phitippi I. in Franck-reich tochter, heiirathen wollte, und wurde hernach wiederumzurück zn Verwaltung seines vorigen amts gesandt, starb aberunterwegs in ©teilten an. 1 107. Wilhelm. Tyr. lib. VIII. IX.XI. Baron. A. C. 1093. 1098. 1104. & 1103. &c.

t Er wird von einigen Dagobertus, von andern Daum-bertuo genannt, war anfangs letzter Bisthoff zu Pifa, und ersterErtz-Bischoff daselbst. Er gelangte an. 1088. zum Bißkhum, undbrachte solches durch seine herrliche Verdienste und sonderbareklugheit in so grosses ansehen am Römischen Hofe, daß Urbanus II. an. 1091. nicht nur die insul Corsica dem Stift zu Pisa gegeneinen jährlichen Lanonem überliesse, sondern auch das darauffolgende jähr den Daibertum zum ersten Ertz-Bischoffe von Pisa ,und die Bischöffe von Corsica zu seinen Suffraganeis erklärte.Hierauf that er nebst andern Fürsten einen zug ins gelobte land,und half Jerusalem einnehmen. Ughelli Ital. sacr.

Daibuth , oder Daiboth, ist ein götze bey den Iaponesern,dessen vornehmster tempel in der stadt Miaco zu finden.

Daillou, ein geschlechte in Franckreich, welches viel be-rühmte leutbe hervor gebracht hat. Johann de Daillon lebtean. 142a. und hinterließ Aegidium de Daillon, Herrn von Ludeau Maine, welcher unter der regierung Caroli VII. in ansehenwar, und ein vatter wurde Iohannis II. de Daillon , der beydem Könige Ludovico XI. in grossen gnaden stund , bey welchemer Cammer-Herr war, und von ihm zum Capitain der Pforte,und der Oent hommes d Armes, zum Gouverneur von Alenqon,Perche und Dauphine, wie auch der stadt Arras und der Graf.schafft Artois, über dieses zum General-Lieutenant der armeenin Picardie, und vorher in Roußillon gemacht wurde, in- wel-cher letztern landschafft er Perpignan an. 1473. erobert. Er starban. 148°. zu Roußillon in Dauphine, und hatte 2. söhne und3. töchter, unter denen sonderlich Louise eine gemahlin Andreade Vivonne,Herrn von Chataigneraye, Seneschall von Anjou, rc.in den memoiren ihres enckcls, des Herrn von Brantome, be-rühmt ist. Die söhne waren Jacobus, welcher succedirte, undFranciscus de Daillon, Herr de la Crotte, Capitain über 30.speer-reuter, der sich in den schlachten bey St. Anbin du Cormier,Fornoüe und Raveima signaliret, an welchem letztern orte er an.1312. geblieben; er ist gleich wie Bayard, Lhevalier Fans peur &Fans reproche genennet worden. Jacobus de Daillon, Herr vonLude, rc. Rath und Cammer - Herr der Könige Ludovici XII.und Francisci I. war Seneschall von Anjou und Gouverneurvon Fuentarabia. Er ließ seine klugheit und tapfcrkeit bey allengelegenheiten spüren, und defendirte an. 1322. Fuentarabia,welches fast ein jähr lang von den Spaniern belagert wurde.Desgleichen beschützte er auch das schloß zu Brescia in Italien .Er starb an. 1332. Sein söhn Johannes III. von Daillon, ersterGraf von Lude, Baron von Jllrers, rc. wurde Seneschall vonAnjou, Rath und Cammer-Herr des Köniqs, Ritter des Königl.ordens , Gouverneur von Portou , la Röchelte, dem ländlemAlinis, General-Lieutenant von Guienne, rc. Er starb zu Bour-deaur den 21. aug. an. 1337. Unter seinen kindern sind zu mer«cken Guido,sein nachfolget; Renatus,Bisthoff von Bapeur,Com-mandeur der Königlichen orden, von dem der folgende artickul

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