Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

12

dam

dam

will, daß er der Stoischen secie zugethan gewesen, es ist aber die-ser ort des Suidä ohne zweifcl verstümmelt, und vorgesetzt worden, weil man aus des Damascii schrifteuoder vielmehr fragmentis genugsam stehet, daß er ein Eclecticusg:wesen, wie solches G. Olear. de Phil. eclect. ad Stanl. c. 3. er-weiset. VoJj'. de Hist. Gr. üb. II. Photius , c. 130. Suidas, in voccAuger.

Damascus, war vor zeiten die Haupt-stadt in Syrien , gleich,wie jetzo in Phönicien , inmaffen ste eine von den grösten, reichstenund prächtigsten städten in gantz Orient ist. Die Türcken nennenste Scham, und haben einen Baffa darinnen, welcher mitten inder stadt auf dem castell wohnet. Sie war vorzeiten die nennteMetropolis unter dem Patriarchen von Antiochia . Der ApostelPaulus ist aühier bekehret worden, und als ihn darauf die Ju-den verfolgeten, liessen ihn die jünger in einem korbe über diestadt-mauren. Sie lieget gleich auf dem halben wege zwischenJerusalem und Antiochia , und ist judwärtS -40.- Ital. messenvon Aleppo entfernet. Die Morgenländer, sowol Christen alsTürcken, halten gemeiniglich dafür, Damascus habe seinennahmen von Dimschack, oder Damaschk Elrezer, dem knechteAbrahams, bekommen, und sey von Abraham erbauet worden.Andere aber machen ste noch älter, und führen ihren Ursprungvon Demsak, einem söhne Canaans, her, der ein enckel des Noävon seinem söhne Chain gewesen. Sie hat viel Veränderungenerfahren müssen, da sie bald von diesem, bald von jenem erobert,ruiniret, und wieder neu aufgebauet worden: als zuerst von denAffyriern, Babyloniern, Persern, Macedoniern, Römern,Parthern, Saracenen, Tarlarn, Egyptiern, und an. 1522.von den Türcken. Osmann wurde von den Ianitscharen ins ge-fängnis geleget, und auf seines Vetters Mnstapha befehl stran-guliret, weil er diese stadt zur Kayserl. restdentz machen wollen.Sie liegt auf einer sehr fruchtbaren ebene unten am berge Liba­ non , und wird von Hügeln umschlossen, welche einem triumph-doqen ähnlich sehen. Der fluß, welcher von den Alten Chry,sorrhoas oder Goldstrom genennet wird, läuft vorbey, undtheilet sich in verschiedene canäle. Desgleichen mangelt es auch da-selbst nicht an brunn-quellen,welche die stadt über alle Massen lu-stig und unmuthig machen. So thun auch die daselbst herum lie-gende fruchtbare und lustige felder, die mit vlumen und allerhandfrüchten bedecket sind, viel zu ihrer annehmlichkeit, wie ste denndeswegen ein lust-haus und paradis der well genennet wird. Dievortreflichen weine, früchte, seide, wolle, pflaume», rostnen,wohlriechende roscn-wasser, schwerdker, und andere fachen, dieman an diesem orte findet, machen ihn durch die gantze weit be,rühmt. Die Häuser find inwendig schöner als von aussen. Inder mitten der stadt ist ein fein castell, welches von einem Florenti-ner soll gebauet seyn. Die Handlung blühet daselbst; die reich-sten kaufleuthe aber sind die Juden. Die meisten secten der Mor-genländischen Christen haben allhier ihre freye religions-übuna,wie denn auch den Jesuiten , Barfüssern und Capucinern gewisseHäuser eingeräumt worden. Afta Apoß. IX. Joseph, üb. 1 . ant.C. 6. Plinius , üb. V. c. 18. Strabo. P totem. &c. Mir aus, geogr.$ccl. Beton, observ. üb. 11 . c. 91. seq. D'Herbeiot, bibl. Orient,p. 282. 291. 773. Ceüar. in geogr. antiq. & amcenitat. geogr.y oyage de Maundrel. P. Lucas &c.

* DAMASIT, (Montes) Asiatische gebürge, darinnen diefiüsse Hoancy und Klang entspringen, welche sich von norden ge-gen süven erstrecken, und auf den Chinesischen grentzcn gegen demIndien jenseit des Gangis liegen. Maty, Dictionnaire .

Damasippus, oder wie ihn andere mit seinem gantzen nah-men nennen, L. Junius Damasippus, von einem gemeinen Rö-mischen qeschlechte, war einer der hitzigsten und schlimmsten an,hängern des C. Marti, und nach dessen tobe dessen fohns auch C.Marti, und Carbonis. Unter währender schlacht bey Sacri-portus, ohnweit der stadt Rom , durch welche Sulla selbigemkrieg ein ende machte, fassete dieser Damasippus, damalsPra:tor , und in abwesenhcit der beyden Bürgermeister Car-bonis und Marii der höchste Magistrat, den vernveifelten ent-schluß, die vornehmste des Raths, als die es wenigst heimlichmit Sulla und dem Adel hielten, zu ermorden, wie denn Q.Mutius Scävola, damals oberster Priester, ( Pontif. Max. ) L.Domilius, C. Carbo, mit dem zunahmen Arvina des Bürger-meisters bruder, aber dennoch der gegen-partey zugethan, P. An«tistius und andere mehr in Luria Hostiüa, und wie aus Valerio

f karimo zu schliessen, über einem opfer ihr leben lassen musten;

arbonis leichnam ließ er gar an einen galgcn geheftet zur schauherum tragen. Als Sulla gleich darauf meister in Rom ward,kostete es auch diesen Damasippum sein leben, und nahm die soperjchreyte proscription oder achts-erklärnng des Sullä bey ihmden ansang. Satt. de bell. Catil. c. 31. Cic. orat. III. in Cat. c.io.V.eüi j. h'aterc. üb. II. c. 26. Vater. Max. üb. IX. c. 2. Nocheines andern Damasippi, welcher ein sonderbarer liebhabet deralten bildet muß gewesen seyn, und grosse geld-summcn daraufverwendet haben, geschiehet auch Meldung von Horatio fat. üb.H. serm. 3. Eden von diesem, wie eS scheinet, redet Ciceroepiss. ad kam. üb. VII. ep. 21. weil da auch von künstlichen altenhildern die rede ist. Von eben dieses ober eines andern gleichesnahmens gärten redet ebenfalls Cicero ep. üb.XII. ad Att.ep.29.& 33. und halte einige gedancken selbige zu kauffen. Noch eines.ändern Damasippi mit dem gantzen nahmen L. Licinii Dama-

fippi wird gedacht, als eines Römischen Rathsherrn von derPompcjanischen partey, welcher der schlacht, so wider Curio-nem in Africa gewonnen worden, beygewohnet, hernach aberneben dem Scipione , des Pompeji schwäher, eben auch in Afri,ca bey der stadt Hippo Regius unter des Casaris flotte verfallen,Und da ums leben kommen, da hingegen Cäsar seinen kmder«verschonet hat. Cafar , de bell. civ. üb. II. in fine & Autt. dcbell. Afr. *

Damastes, von Sigeo, ein Griechischer Historicias, einsöhn Dioxippi und discipül des Hellanici, lebte in der LXXXVII.Olymp. a. U. 322. Er schrieb verschiedene tractate , als vonGriechischen geschichten, eine art einer genealogie derjenigen,so sich bey der belagerung Trojä befunden, einen Catalogum derstäbte und völcker, der Poeten und Sophisten, rc. Dionyf. Half.carnas. üb. I. antiq. Strabo , üb. XIV. Vater. Maxim. üb. VIII.c. 13. Pliniui. Plutarch . Suidas . VoJJius, de Hist . GtKC. lib. I.c. r. & lib. IV. c. 3. & de seient. Math. c. 69. §. 3.

Damasus I. ein Spanier, siiccedirte dem Papste Liberioan. 30s. oa inimittelst Ursicinus , ein viaeonus, von einer an,dem partey erwehlt, und in solcher Uneinigkeit 137. Personen aneinem tage vor der kirche umgebracht wurden. Ammianus Mar­ cellinus meldet, daß es sich der mühe wohl verlohnet habe, dar-über zu streiten, weil des Papstes tisch noch weit mehr koste, alseines Königes; wannenhero auch der Gouverneur zu Rom ,Prätextatus, diesen Damasum zu vexiren und zu sagen pflegte:Mache mich nur zum Papst zu Rom , so will ich also-fort ein Christ werden. Er wurde von dem Kayser Valen,tiniano bestätiget, hingegen aber sein Widerpart aus der stadtverjaget. Hierauf berüchtigte dessen partey Damasum einesrhebruchs. Allein er wurde von einer Versammlung von 44.Bischössen für unschuldig erkannt. Er berief um das jähr 369.ein Concilium wider Aurenkium von Mayland und die Arianer ;und noch ein anders an. 373. wider Apollinarem. Zu diesemberief er die Morgenländischen Bischöffe, und titulirte sie söhne:allein, da sie an ihn und die andern zu Rom versammleten Bi-schöffe wiederum zurück schrieben, nenneten sie ihn und sienicht anders als brüder und collegen. Daraus schickte er Z«,nodium ab, um das andere allgemeine ConstantinopolitanifcheConcilium Wider die Arianer zu halten. Man sagt , daß er mder Abendländischen kirche das Psalm - singen eingeführet, wieauch, daß man nicht allein am Oster-feste, sondern auch an an,dern festen das Halleluja singen solle. St. Hieronymus wareiner von seinen Geistlichen, und bezeuget von ihm, daß er eingutes naturell zu versen gehabt. Erstarb an. 384. S. Hieran.de script. eccl. Amm. Marcetlin. üb. XXVII. Beliarm. Trübem .Ciaccon. Baron, ab an. 339. ad 384. VoJJius, de Hist . Lat. üb. ILc. 8. Jacob. bibl. Pontif. Cave, hist. üt p. 129.

DamMs II. Bifthoff zu Aquileja , wurde von dem KayserHenrico III. nach Rom geschickt, um daselbst die Kayserlichenrechte zur zeit, da sich Benedictus IX. aus den Apostolischenstuhl setzte, ungekränckt zu erhalten. Er wurde rechtmäßigerweife zum Papst erwehlet, und starb 23. tage hernach, da im-mittelst Benedictus bey seiner anmassung der Päpstlichen würdeverharrte. Baron. Leo Oßiens. üb. II. c. 82. Herman. in shron.Onuphr. Genebrard. Ciaccon.

ifstniPctCD, ooer Danvacy, eme kleine stadt in dem El­ saß , IN das Blßthum Straßdurg gehörig, am flusse Scheer zwl,schen Kestenholtz und Schletstadt. BischoffBertholdus,Graf vonBucheck, hat es an. 1330. zu einem städtlein gemacht, und mitmaliren tind graben versehen. Brufihius , de Episcopat Ger-man. S. An. 1444. ist es nach einer starcken gegenwehr von denArmeniacken eingenommen worden, gleichwie an. 1392. von denStraßburaern. <Lo hat es auch in dem dreißigjährigen krieg«vieles ausstehen müssen. Hertzogs Elf. chron. II. 38. in. 7.Zeiler. ltm. Germ. contin. 1. c. 32. Hang ftelzagend. Elsaß .

Dambea, eine stadt und Königreich in Abyßinien, allwoder grosse Negutz residiret. Sie lieget an einem see gleiches nah.mens, und ist mit bergen umgeben. Der Nil , welcher nichtweit von dar entspringet, läuft durch diesen see, welcher 22.Teutsche meilen lang und 13. breit ist. Er hat 13. insuln, unterwelchen Dek die gröste ist. Auf den übrigen waren vor reite«kloster. Marmot. lib. IX. Afr. VoJJius, de Nilo. *

. * Dambeck, war ein Nonnen-kloster Benedictiner-ordensin der alten Marck Brandenburg , eine messe von Soldwedelgegen sudcn an dem flusse Ieze in der Diccces des BißthumsVerden gelegen. Der stiftet war Johannes, Graf von Dan-ueberg , und die mitte des XIII. Leuli ; er begüterte es reichlich,und ließ solches, durch Pavst Alcrandrum IV. und Kayser Con.radum IV. bestätigen Seine töchter Jda, Adelheid und Cu,ulgunda wurden als kloster-,ungfrauen eingeweyhet, und nachrinander zu Acbtlßinnen erwehlt. Conradus, Iohannis bruder,verinehrte die kloster-guther mit tinterfthiedenen legaten unter derbedinguliq, daß sie alle jähre vor alle, die aus dem Gräflichengeschlechte gestorben waren, seel-messen halten, und ihr ae.Vachtnis feyren sollten., Nachdem aber das kloster secularisirtworden, hat es Churfürst Joachim Friedrich dem GvmnalioJoachimico zu Berlin gefchenckt. 'Dtptom.it. Ludovic. I. I,,.174. apud de iMdervi«,, teliq. manuscriptor. tom. VII p i I? *

L31. pfeffingers hist. des Braunj'chw. Luneb. Hauses, IV io.'

p. 369. 370.

* Dam-