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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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* Dambrowka , eine locht« Boleslai I. Hertzogs in Boh-men , wurde dem Hertzog in Polen , Miecislao, um das iahr96z. mit der bedingung zur ehe gegeben, daß er die Christlichereligion annehmen sollte, welches denn auch geschehen. Cromer.hist. Pol. III. D/ugoisus , histor. Poion. II. p. 91. seqq.Kad/ubkonis hist. Pol. II. 10. p. 640. seqq.

* Dambrownuna, eine stadt in der Woywodschafft Mfits-lau in Lttthauen, am Nieper-siuß zwischen Orsa und Smolens-ko, etwa» 14. Meilen von dem letzter» an der Rußtschen grentze.Sie hat ein vestes castell. Dlugojjus , hist. Pol. I. p. 20.

Damgarten, ein wichtiger paß und stadt in Vor-Pommernan dein fluß Regnitz und den Mecklenburgischen grentzen, erhieltan. 12;8. das stadi-recht, und brannte an. 1^71. völlig ab. Imdrcißig-jährigen und folgenden kriegen hat sie viel gelitten, undist an. 171;. mit dem gantzen lande in der Nordischen AlliirtenHände gekommen. Script. Pomeran.

Damhouder, (Iodocuö) ein berühmter Rechtsgelehrter,war zu Brügge an. 1107. gebohren, studirte zu Löven, her-nach zu Orleans , woselbst er Doctor wurde, und nachdem erin fern vatterland zurück gekommen, erhielt er die vornehmstenGerichts-bedienungen. Carolus V. und dessen söhn Philippus II. gebrauchten ihn in cammer-sachen. Er starb im jan. an. izfit.Unter seinen schritten sind : Praxis Rerum Criminalium; PraxisRerum Civilium ; Paneneses Christian* ; &c. Gesner. bibl.Opmer. chronogr. Mir aus, in elog. Belg. & de script. saec. XVI.Adam. vit. JCtor. Andr. bibl.

DAMIA , war der nähme einer Heydnischen göttin, bey denRömern , welche sonsten gemeiniglich Bona Dea , auch MaterMagna , Mater Deorum , von den Griechen Cybele rc. genennetward. Das opser, so ihr geleistet .ward, wurde vamium ge-nennet , und die Priesterin dieser göttin Damiatrix. Das ovferhielte man in privat-häusern, und zwar zu Rom in dem Hausedes obersten Priesters, welcher gleichwol selbst nicht durste da-bey seyn, auch gar keine andere manns-personen; sondern nurdie Römische Matronen begiengen solches, und weil dadurchsonderlich des volckS glück und heil sollte befördert werden, sowar auch der aberglaube desto grösser , ob müste der gantzenstadt das aröste Unglück zugezogen werden, wo sich ein manndabey einfände. (siehe p. Clodius) Der nähme vamia kommtwahrscheinlich vom Griechischen aH/xoc, Dorisch Damos, sodas volck bedeutet, eben weil es für das volck gehalten wurde,um selbigem der göttin gunst und ftgen zu erwerben ; wie danndie Römer die gantze Handlung hiessen pro Popnlo facere. Mitdergleichen feyernng brachten sie 9. tage und nächte an einemheimlichen wohl verschlossenen orte (in operto , wie die Römerredeten) zu , waren dabey prächtig bekleidet, tantzten, sungenund gebrauchten sich aller freyheit, die ihnen nur beliebte. Die-se vamia soll des Fauni eheweib, und darbey so keusch gewesenseyn, daß sie, ausser ihrem mann, kein ander manns-bild we-der gesehen noch gehört hat. Alexand.. ab Alexand. üb. VI.

C. 8- Feßus. *

Damia, siehe Auresia.

Damiani, (Petrus ) ein sehr berühmter Cardinal, geboh-ren zu Ravenna an. 1006. Wenig tage nach seiner geburt starbftin vatter, und hinterließ sehr viel linder, dabey aber ein so

S finges vermögen, daß dessen wittwe aus Verzweifelung be«loß, durch versagung ihrer brüste, den tod des jungen Pe-tri zu befördern, welches auch geschehen wäre, wenn nicht einfremdes weib aus mitleiden solches verhindert hätte. Sein äl-tester bruder nahm ihn zwar hernach zu sich, hielt ihn aber sohart und schlecht als einen bettel-jungen, so gar, daß er ihn dieschweine zu hüten nöthigte. Nach verlauf einiger zeit kam seinandrer bruder, nahmens Damianus, von welchem er sich her-nach aus danckbarkeit genennet, nach Ravenna , von einer lang.wierigen reise zurück, und nahm sich nicht nur seiner an, son-dern ließ ihn auch in seinem Hause, nachmals aber theils zuFaenza , theils ju Parma , studiren, welches mit solchem succeßgeschahe, daß er den rühm einer sonderbaren gelehrsamkeit, auchvermittelst derselben viel discipul, ein groß vermögen , unddie gnade unterschiedener Fürsten erlangte. Hierbey fieng er garzeitlich an, die citelkeiten der weit zu erkennen, und nach einergrössern Vollkommenheit zu streben ; zu welchem ende er seinenleib auf vielfältige art casteyete, seine zeit grösten theils dem ge-bär wiedmete, und von seinem vermögen grosse allmosen gab,auch endlich gar mit grossem Mißvergnügen seiner angehöngen,unter die Eremiten di S. Croce , in dem Stift Eugudlo gelegen,sich begab. Daselbst führte er ein dermassen strenges und from-mes leben, erwies auch seine wissenschafft durch so viele schrif-ten, daß der ruf von ihm sich sehr weit ausbreitete. Leo IX. gab die liebe und Hochachtung, so er vor ihn hatte, durch un-terschiedene an ihn geschriebene briefe zu erkennen. Stepha-nus X. gieng noch weiter, und nöthigte ihn an. 1058. die Car-dinals-würbe anzunehmen, erklärte ihn auch noch ferner zumBischvffvon Ostl« , UNb zum Deeano des heil. Collegii. Alsdie Grafen von Tusculi ihren anverwandten, Johannem,unter dem nahmen Benedicli X. auf den Päpstlichen thron erhu-ben , widersetzte er sich mit grossem eifer demselben , und beför-derte hingegen die wähl Nicolai II. Von diesem letztern warder als Legat nach Mayland geschickt, allwo er mit grosser müheund sonderbarer geschicklichkeit es dahin brachte, daß sich die Cle-risey dem gehorsam des Apostolischen stuhls unterwarf, auch so-Histor. Lexicon III, Theil.

wol der simonie, als dem bisherigen unzüchtigen leben gantz«lich abzusagen sich erklärte. Bald hernach soll er dem Cardina.lat, wie auch allen andern würden völlig renuncirt, und daihm deshalden Nicolaus II. zur strafe auferlegt, daß ermal den 50. Psalm mit beygefügter geisselung bäten sollte, sol-che busse innerhalb jahres frist vollendet haben. Einige läug-nen schlechterdings, daß er die Cardinals-unb andere würdenfahren lassen; andere aber meynen, daß solches zu Gregorii VII.Seiten geschehen. So viel findet man, daß er nach dem tobeNicolai II. um das jähr 10S9. nicht nur nach Franckreich wegenberuhigung des klosters von Clugny, sondern auch nach Teutsch«land , um des Apostolischen stuhls autorität wider den KayserHcnricum IV. zu behaupten, als Päpstlicher Legal von Alexan-dro II. abgefertigt worden; da er denn dem auf ihn gesetztenvertrauen in allen beyden functionen ein völliges genügen gelei-stet. Gregorius VII. schickte ihn noch zuletzt nach Ravenna ,allwo der Ertz-BischoffWibertus, nebst der stadt, die Kayserlichepartey genommen hatte. Als er nun mit guter verrichtung vonbannen wieder abgereiset, fiel er unterweges zu Faenza in einehitzige kranckheit, und starb daran den 1;. febr. an. 1072. Seingedächtnis wird als eines Heiligen verehrt. Von seinen vielenschriften ist das meiste in der bibüotheca PP. zu finden; seinebriefe aber nebst feinen homilien hat Constantinus Caetanus ,ein Benedictiner, zu Rom in den druck gegeben. Etliche .dinge, so man in seinen schriften antrift, werden von seineneigenen glaubens-genossen verworffen: z. e. daß die fielen indem fegefeuer des sonntags einige erquickung, und freyheit hät-ten gleichsam als vögel aus dem höllischen pfuhl heraus zu flie-gen ; daß Christus bey seiner tauft das Priesterthum empfangenhabe; daß der Papst Liberius ein ketzer und aufrührer gewesen

U. s. W. Leo Ostiens. chron. Caflin. Petr. Diac. de S. MonachisCaflin. Tritbem. Panvin. S. Antonm. chron. Lambert. Schaff i.naburg . hist. Germ. Bellarmm. de script. eccl. Baron. an.tom. XI. Wion.

Z>amianiften, waren gewisse ketzer im VI. foculo, welchevon ihrem Haupt und Bischvff Damiano den nahmen halten.Ihnen wird schuld gegeben, daß sie von der heiligen Dreyeinig-keit nicht recht gelehret, und sich eingebildet, als ob GOlt Vat-ter, Sohn und H. Geist also eines göttlichen wefins theilhafftigwären, daß jeder gleichsam einen absonderlichen theil davon be-sässe. Diese secte entstünde aus anlas der vielen streitigkeitenmit Nestorio, Eutyche , Dioscoro rc. sowol als noch andere, wel-che von ihro nicht weit entfernt waren, als die Severitae, Angeli-t«, Coronits &c. Indessen, weil sie sich nicht völlig unter sichvergleichen konnten , und niemals für einen mann stehen woll-ten , nennte man alle zusammen Acephalos als ohne Haupt.Niceph. lib. XVIII. c. 49. Baron. A. L. *

iDmrnanus, ein Griechischer Mathematicus und Philoso-phus, war ein söhn Heliodori von Larissa. Er schrieb zwey-cher von der Optik. VoJJius , de scient. Mathem. c. 61. §. I.

Damianus, ein Sophist von Ephefus, hat bey dem Phi-lostrato, nicht soivol wegen seiner beredtsamkeit, als wegen sei-ner gutthätigkcit gegen nothleidende Personen ein grosses lob. Erwendete ein grosses geld auf reparirung des tempels der Dianäzu Epheso, streckte auch der Republick etwas vor, und hinter,ließ viele merckmahle seiner freygebigkeit. Pbilojhatus, üb. III.de vit Sophist.

Damianus, siehe de HONESTIS.

Damianus und Fugatus, soften von dem Papste Eleuthe»rio an. 181. zu dem Könrge Lucio in Britannien auf dessen be-gehren gesandt worden seyn, und denselben nebst seinen Unter-thanen in der Christlichen lehre unterrichtet haben. Pohdor.Virgil. hist. Angl. lib. II.

Damianus, ein Capitain über einige strassen-räuber in Evi-rv, suchte sich durch ein kühnes unterfangen berühmt zu machen,dahero beschloß er, den Türckischen Sultan Solvmann in sei-nem gezelte mitten unter seiner armer, die am uftr des Ioni-schen meers campirte, umzubringen. Zu solchem ende entdeck-te er den rohen räuberischen leuthen , so auf dem in dasiger pro-vintz liegenden berge Chimera wohnten, sein vorhaben, und be-redete sie, daß sie hiervon grossen rühm und nutzen haben wür-den. Allein, nachdem er von dem gebürge herab gekommen,und sich auf einen bäum gemacht hatte, um darauf desto besserdes Sultans gezelt 'zu erforschen, wurde er durch zerbrechungeines asts verrathen, von den Janitscharen gefangen genom-men und auf die tortur gebracht, da er dann feine andere tarne»raden entdecken muste. Hierauf ließ ihn Svlymann als einwildes thier zerreissen, auch so viel andere von selbigem unbän-digen volck er nur ergreiffen konnte, todt schlagen. Paul. jo ».lib. XXXVI. *

Damianus de Goes, siehe Goes.

Damianus Hatardus, ein gebohrner Freyherr von derLegen, war anfangs Dom-Probst zu Trier , ward aber an. 167;.den,. jul. zum Ertz-Bischoff zu Äayntz, und bald darauf zumBischvff zu Worms erwehlet. Seine residentz zu Mayntz fienger an vortreflich auszubauen, starb aber darüber, und hinterließden rühm eines andächtigen und friedliebenden Herrn. In denletzten zügen wiederholte er über ;o. mal die Worte: Gloria Pa-ri & Fiho & Spiritist Sancto. Leben der Churfürsten zuMayntz, p. 1004. seq.

* Damia-