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dem geschlechte der Rainaldi, war in allerhand wissenschafften,besonders in der bau-kunst und Mathematik, sehr erfahren.Weil er in der ticht-kunst dem Dantes Aligheri nachahmte/es ihm auch fast gleich that, wurde ihm der nähme DanteSgegeben, welches seinen nachkommen so wohl gefiel, daß fienicht mehr den nahmen Rainaldi geführet, sondern an dessenstelle den nahmen Dantes angenommen. Er hat nicht alleineinige sonderbare Maschinen erfunden, sondern auch einen Com-mentarium Über die Sphaeram Johannis de ©slcrobofco ge,schrieben. Er starb im hohen alter an. 151». und hinterließ ei-nen söhn und eine tochter, die auch beyderseits mcrckwürdigfind. Der söhn, Julius Dantes, war gleichfalls in mathe-matischen wissenschafften, und sonderlich in der bau-kunstwohl erfahren, und schrieb einen tractat äs Alluvione Tibe-ris; ingleichen anmerckungen in Ornaments Architecturse,und starb an. 157s. Die tochter, Theodora Dantes, muste
B an. 1497. aus der stadtPerugia wegen der pest auf dasd begeben, da fie von ihrem vatter in mathematischenwissenschafften unterrichtet wurde, selbige auch so wohl be,griff, daß sie einige schristen davon verfertigte. Qldoinus , inAthen . Augusto. Bayle.
Dantes, (Ignatius ) Jnlii söhn und des erstgedachtenPrlri Vincentii enckel, wurde zu Perugia gebohren , und be-gab sich in den orden der Dominicaner. Er war in der Phi-losophie und Theologie, sonderlich aber in der Mathematikwohl erfahren, derowegen ihn der Groß-Hertzog Cosinus I.nach Florentz berief, welchem er die 8pb°emm und die bü-cher Ptolemai erklärte. Er lehrte auch öffentlich diese Wissen-schaft , und hatte auf der Academie zu Bononien viel AudKo-res, da er über die Geographie und Cosmographie las. Derrühm, welchen er durch feine wissenschafft erlanget, veranlaßteGregorium XIII. daß er ihn nach Rom berief, und ihm dieVerfertigung geographischer charten auftrug, welches er mitgutem vergnügen deS Papsts ausführte, und davor das Bi-schoffthum Alatri erhielt. Sirtus V. berief ihn nachaehendswieder nach Rom , er starb aber, indem er sich zu dieser Ver-änderung fertig machte, den 19. oct. an. i;86. Man hat vonihm unter andern Lommentario alle Regole della Prospettivadi Jac. ßarozzi. Oldoinus , in Athenaso Augusto. Bayle.
* Dantes, ( VincentiusI Iulii Dantis söhn, und PetriVincentii enckel, ein grosser Mathematicus und geschickterdaumeister, mahler und bildhauer. Er machte zu Perugia einbildnis von dem Papst Julio III. in marmor, welches von denkennen, als ein meister-stück in der bildhauer-arbeit gehaltenwird. PhilippuS II. König in Spanien , hat ihm eine grossepenfion angetragen, um ihn an sich zu ziehen, damit er inSpanien die Mahlereyen in dem Efcurial zu ende bringen möch-te. Dantes aber war nicht gesund genug, diesen antrag anzu-nehmen, und blieb zu Perugia , wo er an. 1576. im 46. jähre ge-ftorben. Er hat sich beneven noch auf die ticht-kunst gelegct,und war nicht unglücklich darinnen. Unter andern wercken,die er geschrieben, hat er eines von dem leben derer, so in Zeich-nung der staluen sich hervor gethan haben, gemacht. OldoiniAthenäum Augustum. Bayle , Dict. Critique 2. edition.
Dantes, (Johannes Baptista ) ein sehr berühmter Mathe-maticus , mit dem zunahmen Dädalus, war von Perugia gebürtig, und verfertigte solche flügel, wodurch er sich zu flie-gen getrauete. Er versuchte solches etliche mal auf dem La-go de Perugia, mit so gutem fortgange, daß er sich vornahm,rn der stadt Perugia selbst eine probe davon abzulegen. Die-ses that er auch, da eine gewisse Hochzeit daselbst vollzogenwurde, und das volck häufig auf einem grossen platze ver-sammlet war: denn da kam er von einem erhabenen orte inder luft geflogen. Aber zu seinem Unglück zerbrach das eisen,womit er den einen flüget regierte , dannenhero er auf diekirche zu U. L. F. fiel, und sich etwas verletzte, doch wurdeer wiederum curirk, und darauf nach Venedig beruffen, da,selbst die Mathematic zu lehren. Er starb im 40. jähre seinesalters. Oldoinus, der dieses, was wir bisher? angeführt,von ihm berichtet, meldet nicht, daß er aus dem geschlechteder andern Dantes, deren bishero erwehnung geschehen , ge,Wesen sey, obgleich solches wahrscheinlich, auch gedencket ernicht, zu welcher zeit er gelebet, wiewol man aus einigenumständen schliessen kan , daß er zu ausgang des XV. lä-culimüsse gestorben stvn. Oldoinus , in Athenseo Augusto. Bayle.
* Dantesey, oder Dantsey, ein ort in Willshire an demfiuß Avon, wovon die Lords und Ritter gleiches nahmens,welche ehemals in dieser Shire berühmt gewesen, ihre benen-nung hatten. Von diesen ist der ort an die Eastcrlings und nachdiesen an die familie derer Danuers gekommen. CamdeniBrit. p. 87· Henricus Lord Danuers legte hier ein armen-haus und ftey - schule an. Nach dessen bruders Johannis
§ errn von Dantesry tobe gab König Carolus II. diesen fleckenacodo, Hertzoge von Jorck, dessen anderer söhn, Iacobus,wurde zum Baron von Dantesey gemacht. Ehemals war die,ser ort ein stück von dem leib-gedinge der Königin Maria, undseit der grossen revolution gehörte er dem Grafen von Mon-
month. Camdenm , I. c. p. 102.
Dantiscug, (Johannes) sonst a Curiis, und mit seinemrechten nahmen Flachsbittder genannt, war an. 15,7. Bi-schofs zu Ermeland, nachdem er vorher» Königlicher Secreta-iius gewesen. Er hak am ersten an. i;ir. von Dantzig aus
d a n 2z
an den König von Polen appellirt, welches vorhero bey denstädtcn in Preussen nicht gebräuchlich war. Er wurde in ver«schiedenen Gesandtschafften gebraucht, und erlangte durch seineklugheit und poesie einen grossen rühm. Er starb an. 1548.
Trttttrus , de Episc. Warmiens. .Jovitu , elog. p. 297. Ku-
rike , chron. der stadt Dantzig. Hartknochs Preuf. chron.p. 459 - >
Dantzig, lat. Gedanum und Dantiscum , Polnisch Gdansk,ist die wichtigste stadt in dem Polnischen Preussen, und einevon den 4. vornehmsten Hansce-städten, auch unter die beste»handels-städte zu rechnen. Sie ist groß, vcste und reich, liegtan der Weichsel , welcher fluß ihr allen Polnischen Handel zu-führet , ohngefehr eine meile von der Ost-see, an einem Meer-busen , da fie einen vortrcflichen Hafen, und einen sehr gu-ten canal zu Überführung der kaufmanns-waaren hat. Durchdie stadt gehet der schiffreiche fluß Motlau, und unterscheidetsie in zwey theile. In einem theile ist eine insul, worauf diemagazmen und korn-speicher sind; in dem andern befinden sichsieben grosse straffen, welche creutz-weise durch denseldigen theilder stadt gehen, und sich bey dem schlüssel des canals endi-gen. Es sind sehr prächtig und wohlgebaute kirchen an die-sem orte. Die einwohner sind mehrentheils Lutherisch, theilsauch Reformtrt, und werden beyderseits religions-verwandtezu Regiments-personen erwehlt. Die Jesuiten haben daselbstauch ein GoIIegium, wiewol ausserhalb der stadt gebiethe indem so genannten Schottland . Die merckwürdigsten dinge inder stadt sind die St. Marien-kirche, (worinnen ein sehr künst-liches gemählde, das jüngste gericht vorstellend, zu sehen ist )das Rath-haus, das zeug - Haus, die borst , St. Dominiciplatz n. a. m. Den grösten Handel treibet sie mit getreyde,welches ihr aus Polen auf der Weichsel zugebracht wird, wo-mit sie hernach viele andere Königreiche in Europa versiehe^und sollen jährlich bey ; 6 ;ooo. lasten, der gemeinen rechnungnach, allhier verhandelt werden. Die Polen hergeaen ver-sorgen sich allhier mit tuch, seide, leder, papier , zucker, ol, spece-reyen, rc. und der Dominicus-marckt ist einer der ansehnlichstenmessen in Europa . Von ihrer erbauung sind die scribentennicht einerley meynung; am wahrscheinlichsten aber ist, daßsie von den Gothen erbauet worden. Es gedencket auch schonder authot, so im X. s-eculo das leben des H. Adalberti be-schrieben , daß gedachter Adalbertus sich aus der stadt Gedanieweiter in Preussen begeben; wiewol zu den alten zeiten diestadt gar schlecht mag gewesen, und auch durch krieg und feueretliche mal ruinirt worden seyn. Daher Subislaus, Suan,tibori enckel, der diesen ort den Dänen aus den Händen riß,in so weit ein erbauer davon zu nennen ist, weil er an. n 8 s.ein schloß daselbst angeleget, und die stadt besser erbauet, wel-che nachgehends mercklich zugenommen. An. 1209. hat dertuch-handel daselbst sehr floriret, wiewol die stadt damals mithbltzern gewesen. Die Teutschen Ordens-Herren bemächtigtensich an. izoz. derselben, und umgaben sie an. 1,42. mit Mau-ren. An. 1454. trat sie unter dem Könige Casimiro III. mitvorbehält aller ihrer rechte und fteyheiten , wiederum frey-willig zum Polnischen Reiche, erhielt auch von gedachtemKönige neue stattliche Privilegien, sonderlich die befreyung vonallem tribute, ingleichen die beschützung der see, und waSsonst zu Handhabung derselben rechte gehöret, samt der erlaub-nis , auf allerley waaren und güther, nach erheischung derzeiten und fachen , hulfs-gelder anzulegen. Um deswillen wi-dersetzten sich an. 1637. die Dantziger dem zolle, welcher aufdie nach der Neustadt Uladislavia gehende waaren von den Po len aufbem Reichs-tage geschlagen wurde, theils weil sie ohneihre eigene einwilligung durch keine Reichs-Constitutionen zuetwas können angehalten werden, theils weil solcher zoll ih-ren und des landes privilegien ausdrücklich entgegen lief.Nachdem König Heinrich III. von Franckreich den Polnischenthron verlassen hatte, und hierauf nach publicirtem Interregnaein theil der Republick dem Kayser Maximiliano II. , das an-dere aber Stephans Bathori beyfiel, erwehlte die stadt dieOesterreichische partey, worüber sie von dem Könige Stephansin die acht erklärt, und an. 1977. belagert wurde. Allein sieerlangte nichts destoweniger durch Vermittelung anderer Poten-taten wiederum ihre vorige freyheit, welche sie auch noch be-ständig besitzet, ob sie sich gleich auf gewisse maffe unter derKönige von Polen schütz befindet. D«e thore und wälle wer-den durch der stadt eigene soldaten verwahret, auch in anwe-senheit des Königs, welcher ihre privilegien jedesmal zu con«firmiren pflegt, ehe sie ihm huldiget. Sie vernrtheilen zumtode auch so gar Polnische Edelleuthe, 'ohne daß man vonihren sententzen appelliren kan. In civil-processen aber gehendie appellatwnen durch die gewöhnliche instantien der stadt,und an keine andere Polnische als blos die Königlichen Gerichte;wiewol auch unterschiedene fachen find, in welchen es bey denabschieden der stadt bleiben muß , ohne weitere bezichung oderappellation an den Konigl. Polnischen Hof. Sie prägen aufihre müntze des Königs von Polen bildnis, sind eines von denPolnischen Reichs-gliedern, und werden als Stände und Con-filiarii der provintz Preussen mit zur Königlichen wähl gezo-gen , um ihre stimme darzu zu geben. Der König in Polen hat daselbst die helfle der pfahl-gelder, so von denen zur seeankommenden schiffen und waaren bezahlt werden, zu geniessemAn. widersetzten fie sich den Schweden , und blieben be-ständig