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ständig bey ihrem Könige Johann Casimiro, ohngeachtet ihnendie Neutralität von Schwedischer feite -eißig angetragen wurde,und kan man mit Wahrheit sagen, daß diese treu und stand-hafftigkeit der Dantziger gegen der Cron Polen damals beynahem daS meiste zu erhaltung dieses Königreichs vor demgäntzlichen Untergang und zu endlicher zernichtung der vonSchwedischer feite schon darin» gemachten grossen conquetenbeygetragen habe. Von der zeit an , als der .Churfürst vonSachsen , Fridericus Augustus, an. 1697. zum Könige in Polen «rwehlet worden, hat Dantzig sowol mit Franckreich als rmtSchweben, wie auch mit Moscau einige Verdrießlichkeit ge-habt. Sie hat über dieses ansehnliche Vorstädte, als dasSchottland » den Stoltzenberg, welche beyde aber nur «necclesiasticis von der stadt dependiren, die Schedlitz, Neugar-ren, Sandgrube, Petershagen , rc. Cromer. de reb. gest.Poion. Sarnitius, bist. Poion. Krantz. in Vandal. Cafp. Schutz.& Henneberg. Preuß. chrvN. Stelln, de Boruff. antiq. Ctuver,Germ. antiq. Curicke , beschr. der stadt Dantzig. HartknochsPreuß. chron. rc. *
Danvilliers, siehe Damvilliers.
* Danyell, ( Henricus) ein Engelländer, dessen Pitseus adan. ij 79 - und Simlerus gedencket , hatte erst Medicinamstudiret, es auch darinnen sehr weit gebracht, trat aber nachge-hends in den Dominicaner -orden. Man hat von ihm : Mani-pulum Florum ; Librum de Judiciis urinarutn , in fol. welchesauch von ihm ins Englische übersetzet worden. Echard , bibl.Domin. tom. I. p. 676.
* Danz, oder Dantz, (Joh. Andreas) ein berühmter Phi-lologe , war an. 16^4. zu Sundhausen , unweit Gotha ge-bohren. Er ließ gar bald eine besondere sähigkeit von sich spü-ren, daher der Hertzog Friedrich von Gotha bewogen wurde,ihn auf seine kosten studiren zu lassen. Demnach gieng er an.167;. nach Wittenberg , woselbst er sich auf Philosophica, Phi-lologica und stheologica beflisse, und an. 1676. Magister wur-de. Weil ihm aber das stndinm der Morgenländischen spra-chen vor allen andern gefiele, begab er sich bald darauf deshal-ben zu dem Efta Edzardo nach Hamburg , neben welchem ersich auch der Unterweisung Davidis Hieronymi eines getauftenJuden, mit welchem er das buch Sohar läse, und eines an-kern Juden aus Portugall, bediente. Nach einiger zeit kamer wieder nach Wittenberg , und diente der jugend mit seinencollegiis. An. 1680. gieng er nach Jena , woselbst ihn die phi-losophische Facultät, aufrecommendation des erwehnten Her-tzogs zum stdjun<sto machte. Allda ließ er sich von einem an-dern getauften Juden, nahmens Ernst Christian Zarvoßi, dieGemaram erklären. Drey jähr hernach begab er sich auf be-fehl seines Fürsten ausreisen. In Amsterdam that sich einegute gelegenheit die Persische spräche bey Angelo de la Brosse,einem Französischen Carmeliter -Mönche, der 17. jähr in Per-sten als Mislionarius gewesen, zu lernen, und zugleich sichauch in Talmudicis bey Joseph Athia und David de Pina zuüben, hervor. Jn Londen , woselbst er an. 1684. angelanget,muste er eine zettlang vor den Lutherischen Prediger GerhardMartini, der ein dein gebrochen, vicariren, worauf er nachOxford gieng, und von dem ältern Pocockio in Arabicis nichtwenig profitirte, sich auch den genauern Umgang mit Eduar-ds Bernard, und dem berühmten Juden Jsaac Aberidanawohl zu nutz machte. Zu Cambridge erwarb er sich die gunstCubworthi, Henrici Mori, Spenceri, Newtoni, Castelli, undvieler anderer; da er indessen vernahm, daß ein gebohrner Ara-ber von Damascus in Londen angelanget wäre, weshalben ersich wiedrum dahin verfügte. Aufseiner zurück-reise nahm erzu Leiden die gelegenheit mit, bey Triqlandio sich in Rabbi-nicis veste zu setzen, und hatte sich indessen bereits so hervor ge-than , daß man ihm die Professionem LL. 00 . daselbst auf-trug , welche er aber nicht annahm; sondern über Franeckerund Gröningen , woselbst er ebenfalls die berühmteste Gelehrtegesprochen, nach Hamburg , und von dar über Helmstädt nachJena zurück kam. Hierauf ward er zum Profestore LL. 00 .extraordinario, und da nicht lange hernach Frischmuth gestor-ben, zum ordinario ernennet; welcher bedtenung au. 1710.die Prokestlo Theologica beygefüget worden. Mit seiner ehe-frau, welche auS dem gefthlechte Lutheri war, hat er keine kin-der gezeuget. Er ist an. 17-7. den -0. dec. gestorben. Un-ter seinen schriften sind ausser verschiedenen DisputationibusUnd Programmatibus, Nucifrangibulum Scripturae S. Ebraeae ;ad illud Spicilegium, Jma 1689. in 8. Aditus Syri« reclu-sus. ib. 1690. in 8. Eitterator Ebraso-Chaldaeus, ib. 1696. in 8.Rabbinifmus enucleatus; Interpretis Ebrao-Chald*i Syno-
sis; Paradigmata Nominum limplicium Ebraorum ; Sinceritascripturae prsevalente Keri vacillans , welches der Prodromuseines weitläufigen wercks, so nebst vielen andern noch in ma-nuscript lieget, gewesen. Monatliche Nachrichten 1729.
Daoi; , (Stephanus) ein Canonicus von Pampelona inNavarra , woselbst er gebohren worden, war zu ansang desXVII. saeculi berühmt. Man hat von ihm Indieem Juris Civi-lis tarn textiis, quam gloffae in a. bänden in fol. und Indi-cem Juris Pontificii gleichfalls in 2. bänden. Antonii bibl.
Daphidas , ein gewisser Sophist, welcher das OraeulumApollinis zu spott fragte: ob er Pferde zu seiner reise drkom-
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wen könnte? worauf ihm solches antwortete, ja, und aucheinen tödtlichen fall barzu von demselbigen. Darauf reiseteer zu fusse von Delphis weg,, um das Oraeulum auszuspot-ten , fiel aber Attalo, dem Könige von Persien , in die Hände,welcher ihn von einem hohen felsen, den man das pferd zunennen pflegte, herab stürtzen ließ, weil er ihn in seinen schrif-ten schimpflich angegriffen hatte. Vielleicht ist es eben derje-nige , welcher wegen seiner Poesie bekannt, und auf dem ge-bürgt in Magnesia, Thorax genannt, umgebracht worden.Voßius gedencket seiner unter den Griechischen Poeten. Val.
Maximus , lib. I. c. io. ex. 24.
Daphne, soll» nach der Poeten getichte, des flusses Peneitochter gewesen , und auf ihr eigen verlangen von ihrem vat-ter in emen lorbeer-baum verwandelt worden seyn, um desApollinis liebe zu entgehen. Ovid. metam. lib. I.
Daphne , des Tireflä tochter, welche zu Delphis in soherrlichen verftn weissagte, daß man vorgiebt, Homerus ha-be viel von denselbigen mit in seine wercke gebracht. Diod.Sieul. bibl. hist. lib. IV.
Daphne , ein lustiger ort unweit Antiochia in Syrien , amufer der flusses Orontes . Es war vor reiten ein dorf mit ei-nem walde, der io. weilen im umfange hatte, welches manfür eine Vorstadt von Antiochia hielt, ungeachtet es ?. mei,len davon lag. Der wald bestund aus lauter cypressen undlorbeer-bäumen, welche die spatzier-gängr, gleich den sommer-läuben, bedeckten, worunter nach den verschiedenen jahrs-zei-ten allerley wohlriechende blumen wuchsen. Desgleichen wardaselbst ein ziemlicher Überfluß von brunn-qnellcn,. welche ei-nen see machten , so von den bäumen anmuthig überschattetwurde. In diesem holtze war eine berühmte Jüden - schule,8 pelunoa Matronae genannt. Die Hevden aber hatten selbigenhayn dem Apollini gewiedmet, welcher sich, nach Ovidii getich-te, in die Daphnen verliebet; wie sie bann auch einen berühmtentempel darinnen hatten, und eine statue, so an grosse demJovi Olympio gleichst; nebst noch einem andern tempel, wel-cher der Dianä gewiedmet war, und einem gewissen brun-nen, welchen man den Daphnis-brunnen nannte. Dieserschöne und über alle Massen lustig zugerichtete ort war auchbevestigt, und hatte eine Römische legton zur besatzung , wel-che aber so weibisch und wollüstig wurde, daß der KayftrSeverus unterschiedliche von ihren Officirern hinrichten ließ,weil sie solchem nnheil nicht vorgekommen waren. Sonstenhaben wir auch eine ziemliche anzahl müntzen, welche zu eh,ren der Römischen Kayser, und zwar mit Lateinischer über.schrift in dieser Vorstadt sind gepräget worden , und zum zei.chen dessen immer auf dem revers einen lordeer-krantz haben,um sowol auf den nahmen Daphne als auf den daherum lie-genden lorbeer-wald zu aüudiren. Die meisten Othones vonertz , die Pescennii Nigri , und andere sonst gar rare Rö-mische müntzen, welche in den cabineten der antiquitätenheut zu tage vorgezeiget werden, sind von diesem gepräg.Endlich wurde diese gegend wegen der allda im schwänge ge-henden unzucht und Üppigkeit dermassen beschrien, daß Chry«sostomus an einem orte spricht: es würde keine tugendhaffteund züchtige Person derselben zu nahe kommen. Woher auchdas sprüchwort kam : Daphnicis moribus vivere , das ist, lie-derlich leben. Pompeius Magnus ergötzte sich an der schönheitdieses orts so sehr, daß er den einwohnern mehr land einräu-mete, um das dorf zu vergrössern. Constantinus M. ließ umsjähr;a6. ein lust-hauS allhier aufbauen. Unter Constantii re-gierung ließ Gallus, so an. ;zi. zum Kayser erwehlt wurde,des Märtyrers und gewesenm Patriarchen zu Antiochia , Ba-bylä, leichnam hieher bringen, um welche zeit, nach eini-ger scribenten bericht, das Oraeulum Apollinis aufgehöret ha-ben soll, antwort zu ertheilen. Desgleichen soll des Apolli-nis tempel, als der abtrünnige Julianus des besagten Pa-triarchen religuien von hier habe wegschaffen lassen , an. zsr.mit blitz und donner angezündet und zerschmettert wordenseyn. Baronius erzehlt diese Historie, und führet Chrysosto-mum zu derer bekräfftigung an, zu welches zeiten von die-sem herrlichen gebäude nichts mehr als noch eine säule übriggewesen. Die Kayser, fi> nach dem Julians regierten, bau-ten an diesem orte der H. Euphemiä und dem H. Michaelzu ehren kirchen auf. Sozomen. hist. lib. V. ChryJ'oJt. bo·mil. in Gent . *
* Daphne, ein schloß in Thracim , an der Dona« gest»
en, zu jeiten Constantini, welcher ihm den nahmen gege-
en. Es find einige müntzen von diesem Kayser vorhanden,da dteses schloß Gonstantiniana Daphne genennel wird. Diegarnison , welche es bewahret hat, wurde Gonstantini Da-phnenses, oder auch Balistares Daphnenses geheißen, wie manes aus der notitia dignitatum Imperii ersehen kan. Proco-pius in dem 4. buch de aedifitiis Justiniani fetzet dieses schloßjenseit der Donau , von Constantinopel aus gerechnet, undalso auf die nord - seile dieses flusses , Ammianus Marcel-ltnus aber auf die andere seist des nemlichen flusses. Or-teltus hat vermeynet, die müntzen, die von Daphne Mel-dung thun, reden von der Vorstadt Daphne, dieweil er vondtesem Daphne nichts gewußt, welcher irrigen meynung et,hche beygepflichtet haben.
Dapbni»,