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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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wandt, der sich seiner bald annahm, ihm einen täglichen undvertrauten zutritt verstattete, und seine studien einrichtete. Aufdessen einrathen muste er sich sonderlich auf das Studium Analy-ticum und die Doctrinam demonitrationum legen, welchesthu hernach niemals gereuet. Unter Odrechten selbst aber ho-rete er ein Collegiuni Über die Antiquitates Fori Romani,des Iacvbi Gothofredi tonte» & adminicula Juris, sodanndas Edictum perpetuum, und die Fibrös Sabinianos , auchandere nützliche pr*cognita Juris, ingleichen ein anderes/ worin-NM Obrecht die univerPalia prineipia ad Romani Legislatorisdeterminationem sehr fleißig applicirle. Auch gab er in Po-liticis und der Hiltoria universali, sonderlich Graeca, Roma-na & Germanica einen auditorem von ihm ab. Nachdemer hierauf zum studio Juris geschritten , hörte er unter Obrech-ten das Jus Publicum, und unter Rebhanen , Slossern, vonStöcken und Schrägen die übrigen theile der Nechtsgelehrsam-keit. Seine Patronen brachten ihm auch zuwege, daß er zueinem jungen Wurmser von Vendenheim , nachmaligem Graf-lich-Hanauischen geheimen Rath, als Hofmeister kam, da erdenmohne seine eitern zu deschweren/das studiren fortsetzen konn-te. Er blieb also bis auf die französische eroderung in Straß­ burg , nach deren er sich wieder nach hause begab, allwo ihnsein vatter privatim zur praxi anführen ließ, bis ihm an. 1684.in ermanglung anderwärtiqcr Versorgung die geheime Registra-tur anvertrauet wurde. Wenig Wochen darauf bekam er nachereigneten fällen, die direction über die gantze Cantzley-Regi-stratur, da er den» das alte und vortrefliche archw der stadtEßlingen nicht nur in gute ordnung brachte, sondern auch sichdessen / wie aus seimn schrtften zu ersehen, unvergleichlichwohl bediente, und der gelehrten weit daraus viel herrlichesmittheilte. An. 1690. wurde er auf recoinmendation des vonEßlingen in Hessen - Darmstädtische dicnste gehenden Consuleu-ten Dr. Johann Philipp Schäfer einmüthig zmn Consulcntenerwehlet, und von selbiger zeit an , viel aufReichs-und kreis-tage verschicket. An. 169;. als die Franzosen in Schwaben einfielen, gieng er, sein vatterland zu retten, nebst andern alsgeissel nach Straßburg , kam auch alles ungemachs, und derunter seinen mitgeisscln graßirenden ansteckenden kranckheitenungeachtet, an. 1694. im febr. gesund wieder zu Hause an,worauf er bald von dem Hertzoge von Würtembcrg von freyenstücken zu einem Regierungs-und Consistorial-Rarh, auch Kir-chen-Kastens-Advocat berüffen ward, welche stellen er den 28.jan. an. 1695. angetreten. In diesem amle leistete er dem Hau-se Würtemberg vortrefliche dienste, und half sonderlich an. 170;.viel mit beytragen, daß die von Baden-Baden angefochtenenbeyden klöster Herrenalb und Reichenbach bey Würtemberg er-hallen wurden. Er hat verschiedene gelegenheit zu höhern be-fördcrungen gehabt, sich aber selbiger nicht bedienen wollen.An. 1683. verhenrathete er sich zum ersten mal, und wiederuman. 170z. wurde aber seiner kindcr bald wieder beraubet. AIser an. 1719. von einer beschwerlichen commißion von Speyer in der Lußheimer-sache zurück gekommen war, überfiel ihn indem Regierungs-Rath unter währenden referiren eine starckevhnmacht , von welcher er sich zwar wieder erholete, und sei-nes amts abwartete, aber an. 1720. in dem Kirchcn-Raths-Colkgio ein starckes rccidiv bekam, welches fein ende beschleu-nigte, also daß er endlich den 28. febr. an. 1722. seinen gcistausgab. Man hat von ihm das Volumen Rerum Germanica-rum novum , live dc Pace Imperii publica libros Ulm 1698.in so!, welches werck schon an. 169;. Obrecht so würdig gehal-ten , daß er es in der Königlichen buchdruckcrey heraus gebenwollte, und das hernach von der' gantzen gelehrten Welt mitgantz besonderer Hochachtung ist aufgenommen worden, auchnoch würcklich vor eine der allerbesten und gründlichsten schrif-tcn in Jute Publico gehalten wird. Es sollte noch der anderetomus hinzukommen , welches aber des sehnlichen wünschensund Wartens der Gelehrten ungeachtet, gewisser Ursachen we-gen unterblieben ist. Er hat auch einen tractat de VenditioneLiberorum heraus gegeben, und im Manuskript vieles hinter-lassen , zum erempel eine deduction wegen des Würtembergi-schen Reichs-Ertz-Jagermeister-Amts, eine bcantwortung derletzten Hannöverischen schrift, von der Reichs-sturm-fahne, eineWiderlegung dessen, was Sulger in den Annalibus.ZwiPalten-sibus zum präjuditz des Hauses Würteinbcrg geschrieben , undanders mehr. Gelehrte Zeitungen, 172;. p. 275. Peqq.Mosers erläutertes Würtemberg, ssb. XV.

* Datum oder Datus, war vor Jetten eine Griechischestadt in Maccdonien am ausflussc des Strymon. Sie war einecolonie der 'Pbaiiorum , und hatte so reiche gold-gruben , daßein begüterter sprüchworts - weise, Datus bonorum gcncnnetward. Eußatbius, in Dionys. 517. Strato, VII. in excerpt.p. 311. Scy'ax. Heradotus , IX. 74. Suidai. Cellarius, not. orb.ant. II. 13. §. 9. Zu mercken ist, daß Apvianus, de bdL civ.IV. p. 1040. vorgiebt, als ob bie Thracische stadt Philippi vor-hero Datus geheissen. Die andern angeführten autbores abermachen ausdrücklich zwey besondere städte daraus. Bochart.Canaan I. 11. p. 59?.

* Datus, (Nicolaus) ein Sicilianer, welcher obwoler aus einem vornehmen geschlecht entsprossen war, dennochdurch seine grvj-e wissenschaffk sich noch weil grösser» rühm er-worben hat. Er war ein guter PhiloPophus , nahm den gra-dum Doctoris Medicin»: an. 1446. au, und ward für einen

bau

der besten Medicorum und Mathematicorum seiner zeit geach-tet. Man hat in acht gcnominen , daß niemals kein krancker,dem er den lod geweissaget hatte, die vorige gesundheit er-langet habe. So vielen andern krancken hingegen, welche vonAertzten verschätzet waren , hat er die genesung wiedrum ver-schaffet. Er soll verschiedene medicinische und mathematischeschriften hinterlassen haben, welche aber durch die saumseligkeitseiner erben verlohren gegangen sind. Vincent. Litturu, de re.bus Natinis p. 126. Lucius Marineus , in epist. üb. V. Jot.Thomas Moncada, in epist. p. 19. Petrus Carera , annot. adepist. Moncadat, p. 163.

Dau, (Gerhard) ein berühmter mahler von Leiden, derin der migniatur-arbeit starck gewesen. Er ließ sich seine gemahl-ten stücke bezahlen, nach der zeit und stunden, die er daran ge-wendet , also daß er für jede stunde ein pfund flemsch, welchesungefehr vier gülden ausmacht, rechnete, und weil er sehr ac-curat und langsam mahlete, so kam eins von seinen stücken, de.ren das gröste einer spannen lang war, auf 600. 800. bis iooo.gülden. SanUrart. Äcad. Pict. P. II. üb. 111 . p. 321.

d'Avalos, siehe Avalos.

* Davanzati Softichi, (Bernard.) ein FlorentinifcherEdelmann , so zch amanssDes siebenzehenden jahrhunderlS be-rühmt gewesen. Man hat von ihm Scilrna dInghilterra, Flv-rentz 1638. in 4. 1727. in 8. LiPeurstim de Moneta, Florentz1688. welchen Poland ins Englische übersetzet; ingleichen eineÜbersetzung der wercke Taciti. Franc. RondmeUi. GelehrteZeitungen, 1732. p. 43. AHa Erud. 1729. p. 312.

Dauden-See, ist ein verwunderlicher see, etwa» eine halbestunde lang, auf dem hohen berge Gemmi, welcher zwischenWallis und dem Bernerischen oberland liegt. Der weg über.diesen berg gehet diesem see nach. Wagner, bist. nat. Helv.p. z8. Scheuchzers B. R. wm. III. p. 139.

* Dauber, { Johann Petrus) ein gelehrter Doctor Jurisvon Herborn gebürtig , war erstlich ProPestor Juris auf demGymnasto zu Breda , hernach Consistorial - und geheimer Rathdes Landgrafen von Hessen -Casiel, und endlich Pro-Ganeeüa.rius der regierung und Universität zu Marpurg,und starb den 17.julii an. 1672. im 72. jähre seines altcrs. Von ihm ist herausgekommen: Austriae Gentis Origo sive Invictistimi Leopoldil.Genealogia , ad hodierna usque tempora ex antiquis monu-mentis deducta & carmine recens exposita, Cassel 1638. in 4.Hühners bibl. geneal. 10. p. 4. 8.

* Daubrauca , eine tochter Boleslai Königs in Böh­ men , wurde Miecislao, dem söhne Zemomistä, dem Polni-schen Printzen zur ehe gegeben, doch unter der bedingung , daßer die Christliche religion annehmen sollte, welches er auchan. 963. thäte. Von welcher zeit an das licht des Evangeltiin Polen bis jetzt zu leuchten angefangen. Cromer . bist. Pol.üb. III.

* Daubuz , ( Carl ) ein Presbyter und Magister Atrium ZULonden , der nach dem anfange dieses achtzehenden jahrhunderlSgestorben. Er hat das streitige zengnis Ioscvhi von Christo ineiner eigenen dissertation vertheidiget, welche zu Londen an.1706. in 8. gedruckt, auch in Havercamps edition des Josevhibefindlich. Sein Gommentarius über die Offenbarung Io-hannis ist zu Londen 1720. in fol. heraus gekommen. Art»Erud. supplem. IV. p. 243. Gel. Zeitungen, 1720. p. 714.

* -Daude, ( Petrus) ein Reformirter Franzose, gebürtigvon Marveiol in dem Gevaudan , trat allda an dieses welt-lichtden 26. sept. an. 1654. Er ward bey zeiten samt einem ftinerbrudern auf die Universität naher Saumur gesandt, allwo ereinen schönen gründ seiner studien legte. Von dar gieng er genGenf , und nachwärts gen Pnylaurens , um sich in der Philo-sophie und Theologie zu üben. Ein jähr nach seines vatterstode, nemlich in dem febr. an. 1680. verließ er sein vatterland,und begab sich in Engelland , um sich in der Theologie vestcrzu setzen. Er erhielte bald hernach eine bedienung in dem Pre-dig-amt, weil er aber seine predigten mit ungemeiner müheauswendig lernen muste, gab er seine stelle wiedrum auf, undnahm in der familie Trevor in Susser ein haus-präceptorat an.Er theilete allda seine zeit zwischen der nntcrrichtung des ihmanvertrauten jungen Herrn, und der Mathematik, Philoso-phie und Metaphysik; doch hat er es höher nicht gebracht,als daß er eine schreiber - stelle bey der Königlichen Schatz-Cammer erhielte, welches amt er ohngefehr acht und zwauzigjähr versehen hat. Es ist zu bedaurcn, daß er aus mißtrauengegen seine fahigkeit nichts von mathematischen schriften verfer-tiget hat, da er es doch ,n dieser wissen,chafft sehr hoch gebrachthatte. Er soll zwar einige unvollkommene schriften aufgefetzt,solche aber entweder selbst verbrannt, oder seinen erbe» dieselbenzu verbrennen befohlen haben. Er starb zu Londen den 29. jcn-ner 1731« Biblioth. Britannique, tom.-I.

* Dauderstad, ( Christophorus ) ein Pastor und Superin-tendent zu Freyburg, schrieb Gomm. in Psalmos. Franckfurt1679. tn fol. Dispositionem Dominicaüum Evangeliorum; it.Epistolarum Doniinicaüum & Festivalium , Leipzig 1623. 27.in 8. und starb an. 1649. Witte , biogr.

DssudlebE von Daudleb , eine von den ältesten adelichen^nulten m Bobmen , von welcher Diviß nach ansang desXVI. fecuü gclebet hat. Desselben encket, Ulricus , ward ein

groß-