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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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dem PraeFecto componendarum übergeben, welcher,,e nachder natur und Wichtigkeit der fachen , dentar darauf schreibet,und es nicht wieder heraus giedet, bis das bezahlt worden, waser tariret hat. Hernach wird es einem deamten übergeben,welcher Minorum Datorum qenennet wird, und ,ich von demtaae da die fupplique ist unterzeichnet worden, erkundigt, undesuntendöran schreibet. Auf diestn fällt sie in die hssnde dchersten Reviforis , welcher sie überliefet, und daran ändert,was er zu ändern nöthig findet. Von diesem ersten Revisorskommt sie auf den andern , welcher wiederum die nöthig befun-denen abänderungen machet, und zu zelten auch dasjenige wie-der corrigiret, so der erste darauf gefetzet hat. Von diesemzweyten Revisore kommt es in die Hände des Registern» , wel-cher es einprotocolUrt, und sodann überstehet es der MagisterRegiftrorum , collationirt es auf das genauste, und fetzet eingrosses R. auf den rücken der bittfchrift, welches sagen will Re-giftrata. Endlich kommt die Supplica wieder an den Datanurn,und wird von ihm das datum nach folgender formul daraufgefetzet: Datum Rom« apud Sanctam Mariam Majoretn , oderauch apud Sanctum Petrum , je nachdem der Papst zur zeit derausfertiqung auf dem Monte Cavallo , oder in dem Vaticanresidirt hat; zuletzt kommet auch das jähr Christi, der tagdes monats, und das jähr des Pontificats des regierendenPapstes, daher ist der nähme Dataria gekommen. Wann die-ses alles vorbey, so übergiebt man die ausgefertigte bittfchrifteinem beamten de Midis genannt, welcher sie in die cautz-ley bringet, und alsdenn darf sie nicht mehr , als durch be-sondere gnade, in die Hände der Expeditionariorum fallen.Wann sie in der cantzlev ist, bekommet sie zuerst der Cancel-larius Regens , von dar fällt sie in die Hände eines der Präla-ten , so Abbreviatores de Parco majori genennel werden, UMdas coocept der bulle zu machen, dieselbe hernach auszuarbei-ten, und die expeditwn einem , den er gut findet, zu übergeben.Wann die bulle nun zur abfchrift fertig , so übergiebet dieserPrälat dieselbe einem der hundert Scriptorum Apostolicorum,um solche eigenhändig auf das Pergament zu schreiben ; dieserschreiber taxiret dte copey, was nemlich ihnen in specie dar-für solle bezahlet werden, je nachdem das Beneftciurn , wel-ches darinnen übergeben wird, oder die fache, darum es zuthun, einträglich und von Wichtigkeit ist, welcher tax her-nach den andern zur regul dienet, als welche sich in ihrenforderunge» darnach richten müssen. Unter diesen Eantzley.Bediente» haben einige nichts anders zu thun, als geld ein-zunehmen , worunter zu zehlen sind die Cubicularii Apostoli-ci . die Armigeri Apostolici , die Janiffarii , die Ritter St.Petri, St. Pauli, Lauretani, Pii rc. Wann alle diese Ce-remonien , Unterschriften, data , revisionen, correclionen,rxpeditionen, tarirungen rc. vorbey, kehret die bittfchrift wie-der zurück zu einem Substituto Abbreviatorum , und wannnichts mehr fehlet, so wird die bulle von einem Prälatenunterzeichnet, und diß hejssen sie Kullarn ad plumbum mit-tete. Wann sie soll mit dem bleyernen insiegel behencktwerden, wird ste von dem Regiftratore einprotocolliret, vondein Älagiftro Regiftrorum collationirt, von dem Summistaoder Receptore das bley daran gehencket, und von dem Custo-de Archivario oder Regiftrorum das Concept bewahret. Wasdie dispensationen in ehe-fachen anbetrift, so sind dabey Revie-res , beamte, welche de Minoribus geliennet werden, Pro-curatores , Schreiber und Abbreviatores de Parco minori &c.De Seine, descript. Rom. tom. I.

DATARIUS , ein gewisser bedienter am Römischen Hofe,welcher ein sehr einträglich und ansehnliches amt hat. AllePräbenden, deren einkünfle sich nicht über achtzig ducaten er-strecken , werden durch ihn vergeben , ohne erst den Papstdarum zu befragen , daß also alle Candidaten, so darnach stre-ben , bey ihm anhalten müssen ; allein die suppliquen,. worin-nen man um solche anhält, die etwas mehr einbringen, müs-sen vor den Papst kommen, um von ihm besiegelt zu werden,da der Datarius sodann das datum in folgenden terminis hinzuthut: darum Romw apud &c. von welcher Unterschrift diesesamt auch den nahmen bekommen. Unter ihm sind noch vielandere 5 ubdatarii , durch deren Hände die bilt-fchriften gleich-falls gehen müssen, um allem betrüge vorzukommen. Wennder Datarius ein Cardinal ist, so wird er Protodatarius ge-nennet. Le Pelletier , instruct. für les expeditions de la Courde Rom.

Dathan , ein söhn Eliab, empörte sich mit Core und Abi-ram wider Mosen und Aaron, welchem sie das Priesterthumnicht alleine zulassen wollten. Den folgenden morgen aber,als sie mit ihrer rotte opfern wollten, that sich die erde auf,und verschlung sie lebendig. Desgleichen verzehrte das feuerdes HErrn die 200. mann, so das räuchwerck opferten , A. M.2454. A. C. izzo. 'Num. XVI. See. Joseph, antiq. Jud. lib. IV.c. z. TornieOus & Salianus , in annalibus.

Dathenus , (Petrus) ein mittelmäßiger Poet, welcherdie Psalmen nach des Claudii Marot und Theodori Bezä verfenins Holländische übersetzte, und dadurch den reeompens bekam,welchen die Staaten demjenigen , der am ersten damit fertigwerden würde, versprochen hatten. Man gebraucht sich seinerÜbersetzung noch jetzo in den vereinigten Niederlanden. Reida-nus beschuldiget ihn, daß er ein unruhiger köpf gewesen, inannal . Belg.

Dathi oder Dathus, (Augustinus ) von Siena , war einRedner , Pbilofopbus , und in sprachen wohl erfahren. Erlebte an. 1460. und wurde zu Siena , welches damals noch eineRepublick war, Secretarius , bey welcher bedienuug er keinegrössere freude hatte, als wenn er gelegenheit bekam, gelehrtenleuthen zu dienen. Er hinterließ Orationes von dem H. Bern-hardino; der H. Catharina von l^iena; dem Papste Pio II. :c.eine Historie von Siena in drey büchern ; eine von Piombino ;zehen tractate unter dem titul: de Animarum lmmortalitate ;ewige briefe, rc.

Dati, (Carolus) war von Flvrentz gebürtig, und lehrtedaselbst als Profefl'or die Literas Humaniores. Er erwies an-dern Gelehrten, insonderheit denen , die durch Florentz reifeten,grosse Höflichkeit, wodurch er femen rühm um ein grosses ver-mehrte. Er war zugleich ein Mitglied der Academre dellaCrulca , und führte in derfelbiqen den nahmen Smarrito. Erhat sich mit unterschiedenen schriften hervorgethan, als da sindallerhand Italiänische getichle, desgleichen eine lob - rede, dieer dem Könige in Franckreich Ludovico XIV. zu ehren gehal-ten , und welche an. 1669. zu Florentz gedruckt, aber hernachins Französische übersetzt worden: Sein vornehmstes werck,darauf er den grösten fleiß gewandt , ist: deda Pittura anti-ca, davon er an. 1667. emen versuch drucken lassen. Die Ge-lehrten haben angemerckt , daß er unter dem nahmen TimauroAnthäte heraus gegeben : Lettera ä Filaleti, della vera itoriadella cicloide , e della famoiilfima efperienza dei largentovivo. Chimemeüius, de honore Bil'ellii p. 86. NL. Hei ß-.s,in Poem. i.cti, Itanaregn. Part. III. p. 369. leqq. Piaccius, defeript. anon. p. 149. seqq. Baj>le.

* Dali , (Julianus) ein Florentiner und naher verwand-ter des hernach folgenden Leonardi Dati, war in den Duma-nioribus geübt, legte sich hernach auf die Theologie, und warein berühmter Do<ftor Juris Canoriici , desgleichen hat er sichauch in den antiquitäken sehr wohl umgesehen. Unter Julto II.und Leone X. ward er Pcenitentiarius iin Vatican und Lateran,wie auch nachgehends Decanus von beyden kirchen. Endlichmachte ihn gedachter Leo den 26. febr. an. r^rz. zum Bischossvon St. Leone, welches er bis an. 1^24. mit grosser fanftmuthund frommigkeit geführet, da er zu Rom im monat decembr.gestorben. Ugheüus, Ital. sacr. tom. IX. p. 514.

* Dali, (Leonardus) von einigen auch nach seinemvatter, Stativ, zugenannt, der acht und zwanzigste Generaldes Dominicaner-ordens , war zu Florentz gebohren. Nach-dem er eine zertlang Provincial, ingleichen Inquisitor zu Bo­ logna , und Magister sacri Palatii gewesen, schickte ihn derPapst auf das Concilium zu Costnitz, da er Mit unter denenwar, so die fache des Johann Huß untersuchten. Marti-nus V. der auf eben diesem Concilio zum Papst erwehlet wor-den , versandte ihn in seinen angelegenheiten nach Pavia ,und von dar nach Siena ; wollte ihm auch zu belohnung sei-ner Verdienste den Cardtnals-Hut geben. Er starb aber an.142z. zu Florentz, zwey tage zuvor, ehe er darüber das Päpst-liche Breve erhielte. Seine schriften sind: Sermones duo Sy-nodales ; Quadragesimale de Petitionibus Animae ; Sermonesde Flagellis Peccatorum felünanter converti nolentium ; deSanctis ; de Tempore; Commentarii super libros Meteoro-rum Aristotelis; Litterat Encyclica:; Epiftol-e. Ecbard. feript.ord. Praedicat. tom. II. p. 75$.

* Dati , (Leonardas) ein Florentiner aus edlem geschlech-te , besaß eine grosse gelehrsamkeit, und war dabey ein guterPoet. Er stund bey Paulo II. und Sirto IV. in grossen gnaden,und diente beyden als Secretarius. Endlich ward er an. 1467.Bifchoff zu Massa, faß aber nur fünf jähr , da er im 64. jähreseines alters mit tobe adgieng. Er hat de Bello Hetrufco inPorsenam und anders mehr geschrieben. Sein leben hat Ve-spasianus FlorentiNUs de Viris illustr. beschrieben. Ughellus,Ital. sacr. tom. 111 . p. 72z.

Datio, ein schöner, lustiger flecken, im Veltlin, in einerfruchtbaren ebene, etwan 1000. schritt von der Adda, gegen,dem gebürge zu gelegen. Noch ein anderes Dativ ist im unternVeltlm in den sogenannten Tre Pievi, gegen dem Comer - see,allwo vor diesem ein vester thurm (der ein raub-haus gewesen )gestanden , welcher von den Eydgenossen an. izzr. im Müsser-kriege mit stürm erobert worden. Wie auch in den Bündtneri-schen Unruhen und Veltliner-kriege an. 1616. fiel allda ein schar«mützel vor, zwischen den Spaniern und Bundtnern, darinnendiese 40. von jenen niedergemacht und ;o. gefangen genommen.

Khan. p. 961. *

* Datt, (Johann Philipp) war gebohren zu Eßlingen den 29. oct. an. 1654. Sein vatter war Johann Datt , derReichs-Ritterschafft in Schwaben , orts am Kocher Syndicusund der stadt Eßlingen Ammann. Seine mutier war AnnaElisabeth , eine tochter des berühmten JCti Philipp Knipschilds,eine enckelin des ebenfalls berühmten Juristen , Johann Eon,rad Kreidenmanns. Er gieng in die schule zu Eßlingen , und warso fleißig, daß er im 16. jähre seines alters den Virgilium, Elau-dianum, Statium und Lucanum fast völlig auswendig konnte.Dabey legte er sich auch starck aus die Historie nach e«ner ihmvon Magno Hessenthalern vorgeschriebenen Methode, und giengsodann an. >674. auf die Universität nach Straßburg . Erwar dem gelehrten Ulrich Obrecht etwas mit freundschaffl ver-

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