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teil mit ihm verfiel, nachgehends aber sich öffentlich von ihmtrenncte, und gefährliche irrthummer heraus brachte. Nichtsdestowenigcr aber haben sich hin und wieder einige gefunden/welche es'mit ihm gehalten, nicht allein in Holland und an an-der» orten, fondern auch infonderheit in Holstein , woselbst umdas jähr 1642. zu Tönningen unterschiedene dieser leuthe entdecktwurden, welche man zur strafe zog, und die bücher Da vid Joris , so man bey ihnen fand , verbrannte ; welches demdamaligen Pastori zu Tönningen und Eydcrstädtischen Praposi-to Johanni Moldenitio, und dessen schwieger-sohne und colle-gen, Friderico Iessenio, gelegenheit gegeben,unterschiedene schrif-ten davon heraus zu geben. Was nun die besondere meynungendes David Joris anlangt, wird ihm beygemessen, daß er geleh-ret, er selbst sey verwahre Meßias,der liebe söhn des Vattcrs,unddaß sich GOtt der Vatter in ihm als dem andern Christo voll-kommener offenbart habe als in dem ersten; daß mit ihm in derkirche aller äußerlicher gottesdienst, predigten und sacramen-le aufhöre» sollten ; chafi weder gute noch böse engel waren ,sondern durch jene würden die guten, durch diese aber die bösengedancken und bewegungen verstanden; daß man seine fündeöffentlich in der kirche beichten müsse; daß man viele weibcrnehmen könne, auch eine gemeinschafft aller güther haben sollte,und was dergleichen mehr sind. Unter seinen schriften ist sonder-lich berühmt das sogenannte wunder-buch, darinnen das ,was von der weit an verschlossen, geossenbaret ist; manhat aber auch noch andere von ihm, als: Unterweisung vomgottesdienste, liebe und eine rede mit dem verlohrnenmenschen; ein gesprach zwischen einem Gottsgelehrten,biblisch-gelehrten und sophistisch-gelehrten; send-schrei-ben in 2. bücher abgetheilet, und viele andere. Prateoiuu
Fiorimuxdus, orig. hier. üb. II. c. 1;. Spondunus , ad an. i;2;.& 1^4;. &c. Surius , in chron. Academiie Lasst, histor. de vi-ta , doctrina, &c. Davidis Georg» ; stehet bey dem Scbardiotom. III. rerum German . Blcsiikius , in hist. Davidis Georgiiedita per Jacob. Revium. Jejfenius , in der aufgedeckten larveDavid Joris . Stoiderfoth , histor. von David Georgii. Ot-tius, in annal . Anabapt. Benlhems kirchcn-staat, p. 828.pittur. introd. ad H. E. p. 929. Arnolds kctzcr- Historie, p. II.lib. XVI. c. 2l. § 44. feg. & P. IV. sect. 2. n. s2. seq.
David, zugenannt von Morgan , weil er aus dieser stadt inEngelland gebürtig, war Schatzmeister der kirche zu Landaff. Erschrieb Antiquitates des Fürstenthums Wallls, wie auch einegeographische beschreibung hiervon. Man sagt, daß er sich be-mühet habe, dieienigen örter zu sehen, davon er in seinem geo-graphischen wercke gehandelt. Leiandus. Pitßus & BaUus, deicript. Angl. VojJim , de Rist. Lat .
David de Pomis , ein Jüdischer Artzt, welcher ein Hebräisch,wie auch ein Rabdinisch-Hebraisch wörter-buch unter dem nah-men Tsemach David geschrieben , so an. 1587. zu Venedig ge-druckt , und denjenigen , welche die Rabbinen verstehen wollen,sehr nützlich ist. Es ist in Italiänischer spräche erkläret, undhat vortrefliche anmerckungen von der gelehrsamkeit der Jüden.
Simon, hilt. crit. du V. T. Bartolocc. bibl. magna Rabbin.
David Scotus, lebte um das jähr mo. und m;. Erwar ein compagnon Mariani Scott, und anfangs Schul-Rector zu Würtzburg, hernach aber wurde er an den Hof desKaysers Henrici V. beruften , dessen leben er in büchern be-schrieben hat. Voßius hält dafür, daß eben dieser auch Ur-heber sey des buchs vom Königreich Schottland, welches un-ter dem nahmen eines Davidis Scoti bekannt ist, weil die zeit,der nähme und anders eintrift; obschon im übrigen Trithemiuszwey daraus machet. Urjpfrg. in chron. Jo. Avent. Tnthem.de script. eccl. Voßus , de Hist . Lat. lib. II. c. 48. *
* David Awdraham, ein Spanier, Mardochei lehrjünger,oder vielmehr des Rabbt Ben - Haroschs, florirte zu Sevilla um, das jähr Christi 134°. Er hat eine erklarung über diegebäter geschrieben, welche die Jüden täglich thaten, so zuConstantinopel an. 1514. ist gedruckt worden , und an. 1570.zu Venedig wieder aufgeleget ward, nebst einem tractat deAnno Intercalari cum tabulis Astronomicis, und einem andernÜber die iEquinoctia und Solstitia. Barto;occ;i bibl. Rabbini -ca. Du Pin , hist. des Juifs depuis J. C. jusq’ä present.
* David d'JsteUe, aus dem Königreiche Navarra , so einbuch geschrieben, welches er Thurm David nennet. Es isteine sammlung etlicher reden, so zu Thessalontca sind gehaltenworden. Er hat noch ein andres werck geschrieben, die stadtdes buches genannt, wo er dieienigen widerleget, die behaup-ten wollen, daß alle ceremonialifche und forensische oder land-gesetze und satzungen, die ben Jüden in ihrem MosaischenPentateucho gegeben worden, auf die Vernunft gegründetseyen, oder vielmehr daraus können erkläret werden; er behaup-tete im gegentheil, daß etliche unter denselben seyen, die purepositiv®, oder blos auf GOttes willkührlichcn willen gegrün-det , worinnen er von Maimonides abgehet, welcher allen Jü-dischen gesetzen auch den ceremonialischen sclbsten eine morali-sche, und auf die natürliche Vernunft gegründete, und in sichselbst enthaltene gute zuschriebe. Bartooccu bibl. Rabbinica.Du Pin , histoire des juifs depuis J. C. jusqu’ä present.
* David, (Claudel ein gelehrter Benedictiner-Mönch vonder Congregation St. Maurt, war zu Dhon an. 1644. qeboh-ren, trat in dem 19. jähre seines alters zu Vendome in gcdach-
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ten erden, und starb an. 17«;. den 6 . nov. Er hat eine dis-sertation von dem H. Dionysio Areopagita hinterlassen, darin-nen er zu beweisen sucht, daß derselbe der Verfasser der unterseinem nahmen bekannten schriften sey. Le Cers, bibl. desaut. de la Congreg. de S. Maur.
* David, (Joh.) ein Gasconier und sehr unruhiger, auf-rührsscher und schlimmer Parlements-Advocal zu Paris , derder allerungerechtesten fachen Vertheidigung auf sich nahm,und wegen seiner schlimmen sitten alles gute gerüchte verloh-ren halte. Er ist sonderlich wegen einer gewissen schrift be-kannt, darinnen er behauptet, daß die Französische Crone nichtden nachkommen Hugonis Caveti, sondern deö Caroli AI. sei-nen , und also dem hause Guise zugehöre. Mit dieser schrift,so in den Alemoires de la Ligue befindlich , gieng er an. i;8l.nach Rom , und übergab solche Pelleve, einem eiferigen an-hänger der Ligue , von dar sie weiter Philippo II. und hier-nächst auch Henrico III. in die Hände geriethe, der sie abermit Verachtung ansähe. Der Verfasser derselben starb nach sei-ner Wiederkunft aus Italien zu Lyon . Alemoires du l'Etoüe ,tom. I. Lt Long , bibl. hist. de France.
* David, (Petrus) ein Mönch, welcher von Agen ver-jaget worden , wo er unter dem vorwand, eine scharfe sitten-lchre zu predigen, unter der Hand die Reformirlen grund-sätzeunter seinen zuhörern ausstreuete. Er begab sich nach derHand gen Nerac , und wußte sich bey Antonio von Bourbondermassen einzuschmeicheln, daß er von diesem NavarrischenKönige, welcher ohne das ein Hugenotte war, für einen Hof-Prediger angenommen wurde, p · Maimbourg , histoire duCalvinifme.
Davidson, der Königin Elisabeth 5ecretarius. Als die-selbe auf inständiges anhalten ihrer geheimen Räthe den befehlzu Vollstreckung des wider die Schottische Königin Mariamgesprochenen Urtheils unterzeichnet hatte, stellte sie solche or-dre diesem 8ecretario zu , mit der bedeutung, daß er zwar die-selbige, wenn es die noth erfordern möchte, unter dem grosisen siegel auszufertigen , "alles in bereitschafft halten , indessenaber ohne einen neuen befehl niemanden etwas davon offen-baren sollte. Gleich den folgenden morgen änderte sie ihrenschluß, und ließ durch einen, nahmens Killegrew , dem Da-vidson ausdrücklich verbieten, die gedachte vrdre auszufertigen.Allein es war zu spät, indem er allbercik dieselbe aufbegehrender geheimen Räthe unter dem grossen siegel ausgeliefert, unddadurch zu schleuniger execution der gefangenen Königin an-las gegeben hatte. Elisabeth ließ deswegen alle kennzeicheneiner heftigen traurigkeit, gegen diesen 8ecretarium aber einegrosse ungnade, spüren, auch ihm, als einem, der widerseine Pflicht und wider den willen stmer Königin gehandelt,den prvceß machen. Er gab in seiner Verantwortung gnug«same proben, daß er dißfalls nicht aus arglistigkcit, sondernvielmehr aus einfalt und aus unbedachtsamkeit gesündiget.Die Richter verdammten ihn dannenhero blos zu einer willküh-rigen gefängnis, und in eine geld-strafe von 10000. pfund ster-lings. Man weiß nicht eigentlich, wie weit diese strafe vollzo-gen oder gemildert worden, sondern nur so viel, daß Davidsonnachmals nicht wieder bey Hofe erschienen, daß ihm die Köni-gin von zeit zu zeit etwas weniges zu stincm kümmerlichen unter-halt reichen lassen, und daß diejenige Lords, die seines Unver-stands gemißbraucht, sich hernach, da sie ihren endzweck er-reicht , seiner nicht weiter angenommen. Tbuamn, hist. üb.LXXXVI. Cambden. vit. Elis. De Larrey , hist. d’Angl. tom. II.p. 448 . 4?2.
Davier, Dabier, eine adeliche familie in dem Fürsten -thum Anhalt, welche vorzeiten Rotzlow genennet worden, wieaus einer alten donation von an. 1 z;6. zu ersehen, darinnen Al-bertus von Roßlow , genannt Davier, dem jungfer - kloster zuZerdst jährlich 2. tonnen Heringe zu reichen verschreibet. Eswerden auch noch vorher Friedrich und Otto von Roßlow in ei-nem vertrage von an. 1282. als zeugen angeführt. Wilcke Da-vier hat nebst einem von Wallwitz , bey einer verschreibung eincswinspels roggen an das jungfer-kloster zu Zerbst , an. ih;.die stelle eines zeugen vertreten. Hans Daviern findet manan. i;82. in der schenckung des Fürsten Sigismundi , darin-nen er der St. Nicolai - kirche zu Zerbst das dorf Meinstorfübergicbet, als zeugen benennet. Äolrad war an. 1634. Kanscr-licher Obrist-Wachtmeister, und hinterließ Carolum, welchersein geschlecht mit 5. söhnen fortgepflantzet, von denen der älte-ste, Sebastian Wilhelm, an. 1709. in Dänischen dienstcn alsCapitain gestanden. Beckm. Anh. hist. lib. VI.
Davila, (Henrico Catherino) stammele her aus einer dervornehmsten familien des Königreichs Cyvcrn, allwo seine vor-fahren Connetadlcs und sehr reich gewesen waren. Nachdemsich aber die Türcken an. 1570. und 71. dieser insul bemächtigethatten,_ begab er sich nach Avila in Svanien , von welchem örtsein geickstecht, der gemeinen sage nach, seinen Ursprung undnahmen/bekommen. L:o sagt man auch , daß er bluts-ver-wandte allda gehabt, und verhofft habe, daß dieselben sichsemer annehmen und ihm wiederum aufhelssen würben ; allein,nachdem er sich in seiner Hoffnung betrogen sahe, gieng er in/sranckrcich, allwo die vornehmsten bediente an Henrici III. Hofesich seiner erbarmten, und ihm viel gutes thaten. Er hattenoch einen druder, (welcher Ludovicus hieß, und vorhin
Vene-