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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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dav dau

dau 37

Venetianischer Commendant in der vestung Zara gewesen war)nebst r. schwestern, weiche Calbarina de Medttis ni ihre dienst«nahm. Allein, nachdem die Konigi» und der König starb, zer-schlug sich auch zugleich des Davila glücke. Er blieb noch ei-ne weile in Franckreich unter der regierung Henrici IV. unddiente ihm im kriege, sonderlich vor Honfleur in Normandie und Amiens an. N97. allwo er verwundet wurde. Nachge-hend- begab er sich nach Venedig , woselbst ihn die Republickmit einer ehrlichen pension und unterhalt versähe, binnen wel.cher zeit er seine Historie von den innerlichen Französischen krie-gen in i;. büchern schrieb, worinnen alle denckwürdige bege-dcnheilen enthalten sind, die sich von dem tode Henrici II. an.

bis zu dem Vervinischen frieden an. 1598. zugetragenhaben. Als er zu Padua war, bekam er von der Republick ei-ne commißion, nach Verona zu gehen ; wie er nun an einenort mit nahmen Villa Nova kam, forderte er daselbst wagen zuseiner equipage, gleichwie die zu thun macht haben, welche inder Republick commißion stehen. Derjenige, der ihm solcheverschaffen sollte, war ein Pachter eines Edelmanns von Vero­ na , welcher dazumal gleich zugegen war, und sich heftig überdes Davila diener entrüstete, sie auch mit Worten übel tractir-te; und ob sie ihm gleich mit aller freundiichkeir ihre commis-sion vorzeigten, war doch der Edelmann'so erhitzt, daß er einePistole nahm, und damit auf den Davila schoß , welcher balddarnach an der empfangenen wunde starb. Weil er aber ei-nen söhn bey sich hatte, der damals ohngefthr 18. jähr allwar, so machte sich dieser also fort über den mörder her, undzerhieb ihn in kleine stücken, und eben also gieng es auch demPachter. Seine schreib art ist sehr gut; jedoch lässet er ziem-liche Parteylichkeit wider die Reformirken und für die Cathari-na von Medices blicken. Des Davila Historie ist zuerst in Ita-liänischer spräche geschrieben, hernach aber von Ioh. Bauboinjns Französische übersetzt worden. Impenal. in musieo hist.jn prsf. *

Davila, siehe Avila.

Davis, (Johannes) ein Engelländer, durchreisete an. izg;.das nördliche America, um von da einen weg nach Ost-Indienzu finden. Er halte aber von seinen reisen keinen andernnutzen, als daß er eine meer-enge entdeckte, welcher er seinennahmen beylegte. Sie ist sehr breit, und erstrecket sich vonMitternacht gegen mittag zwischen der westlichen küste von Grön,land und der insul St. Jacob. Hackiuyt , tom. III. itiner.

* Davis, vor reiten Phialia oder Phigalea genennet, einekleine stadt in Morea. Sie liegt in Tzaconia, an dem siusseLongarola, an den,grentzcn Belvedere, acht stunden von derstadt Arcadia, ostwärts, Baudrand, Dict. Geogr.

* Davis, (Ioh.) von Hereford genannt, woher er gebür-tig, war ein guter Englischer Poete. Weil er aber mit seinenVersen nicht viel verdienen konnte, wurde er ei» schreibmei-ster in Londen ; gab gleichwol viel kleine theologische, morali-sche und poetische wercke heraus, und starb an. -6,8. Wood,Athen . Oxon.

* Davis, (Johannes) ein guter Mathematicus, war zu Lon,den an. 1960. den 8. febr. gebohren, gieng unter dem Grafenvon Esser an. 1596. vor Cadir, da er sich sehr wohl hielte,und hernach an. 1599. als ein Ober - Officier nach Irrland,,allwo er sich gegen die rebellen signalisirte. Weil er aber die-sem Grafen zii sehr anhieng, wurde er mit ihm verurtheilet,aber doch endlich begnadiget, und starb an. iörz. den 14. may,nachdem er in Mathernaticis viel geschrieben, davon jedoch we-nig gedruckt ist. Wood. , Athen . Oxon.

* Davis, (Johannes) aus Denbigshire in Engelland, lebteum das jähr k>,o. Er war in der Historie und Antiquitäten,sonderlich auch in der Griechischen und Lateinischen sprächewohl erfahren, und schrieb : Anriqu® Lingu® Britannien Fun-damenta ; Dictionarium Latino-Britannicum ; Adagia Britan-nica &c. Wood , Athen . Oxon.

* Davisius , (Urdanus) ein Jesuite, gebohren zu Rom an.i6>8. legte sich auf die Philojophie, Theologie undMalhema »tic, ward zum Pfarrer bey vt. Johannis de Malva jenseitder Tiber aemacht. Er schrieb diverses Praxes , welche demwerck des Galiläi de Sphnra coelesti beygefüget worden , in-gleichen Rationem erigendi Schema coeleite , quod Genituramvocant &c. auch ist etwas von ihm in Raccolta dAutori ehetrattano del modo dell Acque, i» Firenze 172]. in 4. Mun-doßi bibl. Rom .

Davity , (Petrus ) ein Edelmann aus Vivarez, von Tour»non gebürtig, verfertigte ein grosses werck, unter dem titul: dieweit, und starb zu Paris an. 16^. im 6z. jähre seines alters.Chorier sagt zu ende seiner Historie von Dauphine, welche erzum gebrauch des Dauphins in ei» eompendium verfaßt,daß zu seiner zeit keine schrift heraus gekommen, welche diesean annnith und Nutzbarkeit übertroffen habe. Le Muitre hatin der vräfation sein elogium geschrieben.

Daulia, oder Daulis, eine stadt in Phocis, nahe bey Del-phvs. Ptolemäus, Strabo , Livius , rc. gedencken ihrer. Nach.mals hatte sie ein Bißkhum, welches unter Athen gehörte.Vorjetzo aber ist sie ruinirt, und muß von einer stadt diesesnahmens in Macedonien unterschieden werden.

Damvius, (Christian) war den 19. wart. an. 1612. zu Zwi-<kauWMM) und hatte ein so fähiges ingenium, daß er be»Histor. Ltxico» m, Theil.

reitS in dem 8. jähre seines alters ziemlich Griechisch und La»teinisch konnte. An. is;,. zog er auf die Universität zu Leipzig ,und da er sich kaum ein halb jähr daselbst aufgehalten, gienger, der pest wegen, nach Gera . Er kam zwar in dem folgendenjähr wiederum zurück, allein die aufs neue angehende conta»gwn nöthigte ihn an. 16,;. Leipzig adermal mit dem rücken an,zusehen. Von dieser zeit an trieb er seine studien vor sich, undmsormirte eines JCti, Nicolai Götzens, kinder, bis er sich an.1642. nach seiner gedurts-stadt wendete, da er denn so fort beyder schule Cdiega tertius; und, nachZechendorffstode, Rectorwurde. Mit Casp. Barthiv und Thoma Reincsio lebte er sehrvertraut, und correspondirle mit den vornehmsten Gelehrten so»wol in als ausser Teutschland- In der Griechischen , Lateini»schen, Hebräischen , Arabischen, Spanischen , Französischen, Jta»liämschen und Böhmischen spräche war er wohl geübt, und lagüber leinen büchern , deren er über 10000. stück besaß, bis irrdie späte nacht, worüber er zuletzt fast gantz blind wurde. Inder Poesie that er viel, und würde einige von den Christlichen Poeten heraus gegeben habe», wenn ihn nicht sein tod , deran. 1687. den 15. dec. erfolgte, daran gehindert hätte. Dieschriften, so er heraus gegeben, sind : Tractatus de Causis amissa-rum Linguae Latin® Radicum ; Indagator & Restitutor Graecs& Latina; Linguae Radicum ; Vertumni Poetici tres millena-rii ad scitum illud imperatorium : fiat justitia & pereat mun-dus ; Cato & Columella cum notis & observationibus Dau-mii; Hieronymi Graeci libellus de Trinitate & Gennadij Pa-triarchae Constantinopolitani Opuscula , item de Baptisino,cum notis & praefatione; Bernhard! Geistensis Palponista, &"Waltonis Britanni Satyra cum notis; Notae ad Porphyrii Opta-tiani Panegyricum, Constantino Augusto consecratum ; Notaead Paulinum Petrocorium , cum Paulino Petrocorio de vita S.Martini ; Daumii & Thom. Reinefii Liter® amoebeae ; Epi-stolae ad Heckelium , und andere mehr. Ausser seinen eigenenschriften hak er nach Barlhii tode dessen Soliloquia ; Animad-versiones ad Claud. Mamertum; ad Guil. Britonem ; StatiiPapiniani Opera cum animadversionibus Barthii & indice Dau-miano ; Petri Aretini Colloquium muliebre seu Pornoboscodi-dascalum, Gerontica, &c. zum druck befördert. Nach seinemtobe hat man auch verschiedene sthriften, die bey nahe schon völ»lig verfertiget waren, angetroffen , als : Gymnasium Latin®Linguae Zechendorfii recensitum ; Stichnographiam ; VariasLectiones ex multis authoribus , praecipue inferioris sevi; Vi-tas Poetarum , maxime recentiorum ; Jamborum purorum &Anacreonticorum librum ; Indicem in Poetas Farnabianum ;Indices Latin® Lingu®; Indices Gr®c® Lingu® ; Epistolas cla-rorum Virorum ; Glossarium in Alcuinum; &c. Sein älter»vatter, Johannes Daumius, hat als Secretarius dem Chur »Hause Sachsen getreue dienste geleistet, und als er bey dem frie-dens-schlusse zu Prag sich wohl verdient gemacht, hat der Kay»ser Levpoldus ihn samt seinen brüdern und ihrer beyden nach,kommen an. i6;8. in dvn Adel-stand erhoben, und an. r66j.ihren Adel-brief wieder erneuert. teUeru». Praßhiw. festchm.Hecketitv , in scriptis & carminibus , qu® memori® Daumiiconsecrarunt. Witte , biogr. Tcmeiiu» , biblioth. 1704.

Daun , Dhaun , oder Thaun, lat. Dumnus , eine kleineetwas bevestigte stadt in der Unter-Pfaltz, an dem zusammen,siuß der Nahe und der Simmer , zwischen Kirn und Mon,tzingen gelegen. Sie ist das stamm-Haus der Rhein -undReichs - Grafen dieses nahrnens , welche daselbst ein feine-schloß haben.

t Daun , oder Dhaun . Das geschlecht der Grafen und Her-ren von Daun , welches sich aus dem Trierischen in die Kayser,lichen erd-lande gewendet, hat zum stamm - vatter Richardumvon Duna, welcher an. n88. bey belehnung des schlosses Sta»lecke zeuge gewesen. Dessen mittler söhn gleiches nahmens istan. 1247. Bischoff zu Worms ; der jüngere aber, nahmens Wer,ncr, ein ahnherr der Grafen Daun von Falckenstein worden,welche an. >682. abgestorben sind; siehe Falckenstein. Der äl-teste hingegen, nahmens Henricus von Daun, erhielt von Wal,ramo von Limburg , Grafen von Lützenburg, an. 122z. das Mar,schall-amt dieser Grafschafft, und erkaufte sich die HerrschafftDinSborn. Seine gemahlin, Sibylla von Lincer, gebahr ihmHenricum, Marschalln von Lützenburg und Herrn in Dinsborn,Henricnm und Cnnonem, welche das geschlechte von Dannjvrtgepflantzet. Cuno hatte zum söhne Wirrichium, Herrn vonDaun in Oberstein , dem seine gemahlin Isengard einen theilvon der Herrschafft Falckenstein zugebracht. Henricus zeugte Ri,chardnm, welcher in seiner tvchter Anna von Daun wieder aus,gestorben ; ferner Henricum, Marschalln von Lützenburg, dessensöhn Wilhelmus, Herr in Dann und Zevel, ein vatter Wilhelmiworden, dessen söhn und enckel mit ihm gleichen nahmen ge»'führet, in welchem aber die männliche linie verloschen. Henricides stamm-vatters anderer söhn Henricus zeugte mit seiner ge-mahlin Elsa von Helffenstein, Richardum den ältern, Herrnvon Daun , und Richardum den jünger«; wiewol Richardus derältere in seiner enckelin Lucia, die ihres vatters bruders söhn Ri,chardum geheurathet, wiederum ausgestorben. Dieser leytge-dachte Richardus aber zeugte mit erst.erwehnter Lucia Dieleri»cum, Herrn von Daun , Bruch und Elussart, der ohne kinder ge-storben ; ferner Irmgardin, die ihrem gemahl Dieterico, Herrnin Manderscheid , das schloß Daunen zugebracht; und endlichCatharinam, mit welcher Bruch und Clussarh an Iohannem von

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