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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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dem

NB. Man hat diesen ort mit fleiß so gelassen, wie er m derGriechischen edition, und zwar aus dem Moren verteutjcht zufinden ist, um nach so viel hundert ortern, welche man schlech-terdings corrigirt, ohne die fehler sonst anzudeuten , einmalan demselben ein Muster vorzustellen, wie so gar grobe fehler,nach aller von Bayle, le Clerc und andern angewandter muhebisher noch in diesen Lexicis stecken. Alles, was hrer von ei-nem Atheniensischen mahler Demo» gesagt wird, »st falsch.Keiner dieses nahmens hat jemals zu Athen gemahlet. Unddiese gantze so übel zusammen Hangende Historie hat schlechter-dings ihren Ursprung von einem gar falsch-und fehlbar-verstan,denen orte Plinii bist. nat.lib. XXXV. c.io. allwo, rn erzehlungdes characters und der kunst-stücken des mahlers Parrhasii, un-ter andern diese Worte stehen : kinxit & Demon Athemensium,argumento quoque ingenioio. Volebat namque varium, ira-cundum, injustum, inconstantem: eundetn exorabilem , cle-mentem, miicricordcm, excelsom, gloriosum, humilem, fero-cem, fugacemque & oinnia pariter ostendere. Idem pinxit &Thesea, qui Roms in Capitolio fuit. . . . kinxit & Archi-gallutn, quam figuram amavit Tib. Princeps , atque LX. fe-stertiis arstimatam cubiculo suo inclusit. Wer nur einen gerin-gen ansang in der Griechischen spräche hat, siehet gleich, daßDemon beym Plinio nicht der nähme eines neuen mahlers sey,sondern ein absonderliches und gar kunst-rriches gemahlde desParrhasii bedeute, darinnen er das Atheniensische volck,rir samt allen dessen so unterschiedlichen affecten undgemüths-bewegungen, unter der gestalt einer einigen personabgebildet. Was denn von dem obersten Priester der Cvbeleoder Archigallo folget, ist auch von einem andern gemähldeeben dieses Parrhasii zu verstehen; und nicht minder der be-schluß von der grossen hoffärtigkeit des mahlers Parrhasii.Also haben wir denn nun einen mahler weniger aus dem alter-thum. Sonst ists auch in diesem arlicknl kein geringer fehler,wenn man 60. sestertios in gen. masculino setzet, und dennhertzhafft diese summe mit 1000. Reichsthalern vergleichet.Sechzig sestertii masculine machen nicht mehr als anderthal-ben bajoirs ; indem vier sestertii niemals mehr als einen Rö-mischen denaihim ausmachen; zchen denarii aber blos einemdajoir, oder fünf ort-stück am gewicht und silber gleich sind.Plinius hingegen verstehet nicht 60. sestertios, sondern 60. sc-ftertia , in genere neutro , da denn jedes sestertium so vielthäte , als ιοοο. sestertii, in gen. masculino. Auf welchen fuß60. sestertia, als der preis des Cybelischen obersten Priesters, vonParrhasio gemahlt, nicht nur looa. Reichsthaler, wie manuns hier bereden will, sondern mehr als noch so viel, nemlich1900. bajoirs ausmachen. *

Demona, (Val di) ist der nähme des grösten von dendrey theilen der insul Sicilien, welches mitternachtwärts liegt,und nebst vielen andern gebürgen, auch den feuer - speyendenberg Aetna in sich begreift. Die grosse anzahl der darinnenbefindlichen siüsse macht diese provintzsehr fruchtbar. Die da-zu gehörige vornehmste städte sind: Meßina , Taormina , Ca-tanea, Milazzo , Platti, Cifalu, Randazzo und Rachalbuto.Siehe Sicilien.

Demonar, ein Pbilosopbus , lebte zu den zeiten Luciani,in dem I. feculo. Er war auf der insul Covern , aus einemvornehmen und reichen Hause gebohren. Weil sein verstandseinen reichthum noch übertraf, verachtete er alles, um sichnur blos auf die Philosophie zu legen , darinnen er aber vonniemand sehr ästimiret wurde, ob er gleich mit dem Agatho-bulo, Demetrio Cynico, Epictelo und Timocrate von Hera-clea, sehr vertraulich umgieng. Er nahm keine eigene stete an,sondern erwehlte dasjenige, was er bey jeglicher gutes fand,machte es auch nicht offenbar, welches er am meisten werthhielte; wiewol man dennoch siehet, daß er mehr aus dem So-crate , als auf den andern Philosophie gehalten , und in seinerkleidung und lebens-art hat er dem Diogeni ziemlich nachgeah-met. Als er sehr alt worden, sagte er zu denjenigen, die umihn waren, sie könnten sich zurück begeben, das schau-spiel sey aus: und starb , weil er keine speist zu sich nehmenwollte, ohne daß ihm etwas von seiner gewöhnlichen frölichkeitabgangcn wäre. Lucianus hat sein leben beschrieben.

* Demonar, lebte zu Cyrene, und gab den bürgerndaselbst gesetze, und richtete ihre policey ein. Auf diesensoll die müntze gehen , welche unter den bisher entdecktendie älteste ist, und auf deren einer feite ein alter Printz auf-gerichtet stehet, schlecht gekleidet mit einer crone und strah-len um das Haupt und einem Widder - hörne am ohr , inder rechten Hand das bild der Victoris , und in der lin-cken einen langen scepter haltend, nebst einem schaafe zuden füsscn, auf der lincken feite den nahmen des Printzensδαμπνακτος ; auf der andern feite ein mit vier Pferdenbespannter wagen nebst dem darauf befindlichen führer unddarunter das Wort ktp ananaion mit einem o. Hier-von handelt P. Harduin in den Alemoires de Trevoux 1717.Aout, n. 6.

Demonice, eine jungfrau von Ephefo, versprach demHeerführer der Gallier, Brenno, daß sie ihm die stadt Ephe-jus in die Hände liefern wollte, wenn er ihr die hals-und arm-bänder, nebst dem andern schmuck der frauens - Personen dieserstadt, geben wollte, welches ihr Brennus zustünde. Als nun

gedachte stadt erobert worden, befahl Brennus seinen soldaten ,daß sie alles, was sie von güldenem schmuck hätten, der De-monice in den schoos schmeissen sollten , welches auch geschahe;und weil desselben so eine grosse menge vorhanden, wurde siedarunter erdrücket. Piutarch. in parallel, aus des ClitophontisGallischen Historien. Indessen ist hier nicht aus der acht zu las-sen , wie diese geschicht der begebnis der Tarpeiä, davon die Rö-mische Historien Meldung thun, in allen ihren theilen so gleichsey, daß man sich schwerlich enthalten kan, zu glaube», essey die eine aus der andern entsprungen , oder errichtetworden. *

Demont, ein ort, welcher in dem Piemontesischen Marg-grafthum Saluzzo, auf einem berge, nicht weit von dem fluffeStura liegt, von welchem letzter» auch die umliegende gegenddas thal Stura genennet wird. An sich selbst ist er mittelmäs-sig. Das schloß aber, welches an. 1588. gebauet worden, hatsonst vor ziemlich vest paßirt. Tbeatr. Sabaud. fe? Pedemont.

Demophile, eine zunähme der Cumanischen Sibylle,siehe Sibyllen.

Demophtlus, war ein Arianisther Bischoff zu Beroea,und gab an. ,$7, dem Papste Liberi» das Sirmische glaubens-bekänntnis über, welches jener auch soll angenommen haben,welches zwar einige Catholische in zweifel ziehen wollen; aberdie beweisthümmer und zeugnisse des alterthums find allzustarck. (Siehe auch Liberius .) Nachgehends wurde er an.3 9 9. auf dem Concilio zu Rimini verdammet. Ungeachtet des-sen aber wurde er an. 370. Bischoff zu Constanlinopel, da erdenn Gregorium Nazianzenum verfolgte. Als aber hernachan. 380. der Kayser Theodosius M. von Demophilo verlangte,daß er um des kirchen-fricdens willen das Nicänische glaubens-bekänntnis annehmen sollte, wegerte er sich dessen, und wur-de dahero aus Constanlinopel verjagt, worauf er an. 386. nahebey dieser stadt seinen geist aufgab. Tbeodoret. lib. V. c, 39.Sozomen. lib. VII. S. Epifban. & c. Barontus, A. C. 3 $7. 359.370.378. 383· Her man. vita 8. Athan. & Greg. Nazianz. DuPerron, resp. ad Reg. Angl. lib. I. c. 17. *

* Demophilus, ein Pythagoräischer Philosophu*, welcherßhs S.tz-t'n«,«, oder lebens - cur geschrieben, worinnen der Py-thagoräer sinnreiche reden und sprüchwörter aufgezeichnet sind.Es ist diese schrift besonders mit anmerckungen von IesperoSwedbcrg zu Upsal an. 1682. in 8. und mit 8ecundi De-moeratis und anderer Sententiis zu Rom an. 1638. in ir.zu Leiden an. r6;9. in 12. unter Galei Mythologicis, Phy.steis & Ethicis Opusculis zu Cambridge 1670. in 8. und zuAmsterdam 1688. in 8. gedruckt worden. Fabricms , bibl.Gr. II. 13. p. 902.

* Demophilus, einer, der über Claudii Ptolemäi Tetra-biblon scholia geschrieben, welche noch vorhanden, und mitPorphyrii oder Antiochi Isagoge Griechisch und Lateinisch mitder Übersetzung Hier. Wolsii zu Basel an. 1999. in fol. her-aus gekommen sind. Er verspricht darinnen auch einen Gom-mentariurn über des Ptolemäi Lanonern. Holstenius hält ihnvor den vorhergehenden. Fabrictus , bibl. Gr. II. 13. p. 303.III. 20. p. 303. IV. 14. p. 47. seq.

"Demophilus, ein söhn des gcschicht-schreibers Epphori,lebte zu den zelten Alerandri des grossen um die LXI. Olvm-pias, 336. jähr vor Christi geburt. Diodorus Siculus mel-det , es habe derselbe das Bellum sacrum beschrieben, nach-dem Philomeles sich des tcmpels Apollinis zu Delphis meistergemachet. Suidas bctrieget sich, wann er sagt, dieser Demo-philus sey Ephippi söhn gewesen. Plinius redt auch von ei-nem andern Demophilo, der ein mahler gewesen seyn soll,lib. XXXV. c. 9. & 12. Diodor . Sk. lib. XVI.

" Demophon, oder Demophoon, des Thesei und derPhadra söhn. Er befand sich mit in dem krieg vor Troja .Er setzete nach erobcrung sdlcher stadt durch Vorschub des Aga-memnonis auch seine groß-mutter die Aethram wieder in frey-hett, welche sonst der Helenä sclavin war, nachdem sie sichim tumulte schon darvon gemacht, und in der Griechen lagersalviret hatte. Als er hernach atif seiner heim - reise auch inThracien kam, und hieselbst bey Phyllide, des SithonisPrinzeßin einkehrte, verliebte sich diese in ihn, brachte ihnauch so weit, daß er sich in gewisser zeit wieder bey ihr einzu-finden versprach. Als aber der bestimmte tag kam, und Demo-phon sich nicht wieder einstellete, lief sie solchen tag neun malan das ufer, um zu sehen, ob er komme; und da alle solch ihrbemühen umsonst war, betrübte sie sich dergestalt darüber, daßsie starb, und als ihre eitern sie begraben liessen, wuchst»bäume aus dero grabe, welche alle jähr, ihr trauren überihren tod anzuzeigen, dürre werden, und ihre blätter fallenlassen. Andere machen sie selbst zu einer Königin in Thracien ,und wollen, daß sie sich endlich erhencket, allein doch auchm einen mandel-baum ohne blätter verwandelt worden; hin-gegen da Demophon wieder gekommen, und den bäum ausliebe umfasset, hätte solcher, als ob er es empfinde, auch sei-ne blätter hervor getrieben. Jmmittelst aber war er doch auchKomg zu Athen , und zwar folgte er nach einigen unmittelbarauf seinen vatter, nach andern aber erst auf den Menesthcum;war aber.darbey auch so unglücklich, als Diomedes vo»Troza zurück kam, und des nachts mit der flotte an Atticam

angetrie-