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draussen gelassen, getödtet wurden, sondern sie sich selbst gefan-gen geben musten, da er sie denn auf etliche tage in einen thurmsteckte. Nachdem sie aber heraus gekommen, stellten sie etiirnproceß wider ihn an, dessen ausgang er nicht erwarten wollte,sondern nach Engelland übergieng, und daselbst eine perion heu-rathete, die wegen ihrer schvuheil berühmt war., Als er mit ihrwieder nach Paris kam , und sie sich mit entblößtem halse aufder gasse sehen ließ , entstund ein solcher zulauf, baß sie wur-den erdrückt worden seyn, wenn sie sich nicht in das nachire Hausbegeben hatten. Von Paris gieng er nach Italien , und lehrteanfangltcb t>ie Literas Humaniores zu Pisa , woselbst man ihm,als er sich in dem Collegio befand, seine frau entführte, svelcheser doch nicht groß achtete. Von Plfa gieng er nach Bononien,aüwo er in die Academia della Notte aufgenommen worden,und an. 162;. gestorben. Er war ein man» von ungemeinemgedächtnis und grosser arbeit, welcher unter die vortreflichstenhätte können gezehlt werden , wenn er mehr verstand und einebessere lebens-art gehabt hätte. Seine schriflen sind: Not»Über Rolini Antiquitates Romanas; Commentarius in Claudia-num , in Corrippum ; Epiitolae; Poemata ; Apparatus ad Hi-storiain Scotise ; Martyrologium Scotias ; Catalogus ScriptorumScotia:, &C. hrythraus, in pinacoth. 1. Ovidia Montulbuno ,in region. fun. Afiraus^ de icript. flec. X\ 1. thcatr.
d’huom. letter. Bay'e.
t Er war den rz.aug. an. 1579. auf dem schlösse Cliftboggebohren , und das vier und zwanzigste von neun und zwan-zig krndern, so seine eitern, Thomas, Baron von Muresk,und Johanna Lessse mit einander erzeuget hatten. In demzehenden jähre seines alters begab er sich nach Engelland, undhielt sich eine zeitlang im Pembroks - Collegio zu Cambridge auf, nach diesem aber gieng er nach Paus, da er durchhülsse und ftcygebigkeit einiger vornehmen Herren seine stu-dien fortsetzte, bis er um der pest willen , an welcher er auchwürcklich kranck gelegen , sich nach den Niederlanden retirirte.Er war auch kaum zu Löven angelanget, da er nebst einigenandern jungen leuthen von den Jesuiten nach Rom abgeschicketwurde, wo er jedoch die luft nicht gewöhnen konnte, daherer sich auf einrathen der Medicorum wiederum nach Douayverfügte, und allda von dem Könige in Spanien , wie auchvon dem Ertz - Hertzoge Alberto, eine pcnsion bekam. Hiernahm er nun den titul eines Magistn an, lehrte sodann auchzu Tournay die llumaniora , und reisete daralif wieder nachParis , allwo er, ohngeachtet seiner jugend, indem er nochnicht völlig siebenzehen jähr alt war, Professor llumaniorum indem Collegio von Navarra wurde, zu welcher zeit er auch be-reits die würde eines Doctoris Juris Canonici erlanget hatte. Erkonnte aber niemals lange an einem orte verbleiben , daher ersich nicht lange darauf nach Toulouse , und von dar nach Ni-mes zu einer gleichen Profellion begab, nach diesem aber einereise nach Spanien unternahm, und als er wiederum zurückgekommen, des nachmaligen Bischoffs von Marseille , Artusd'Espinay, Prseceptor wurde. Nachdem er aber diese stellewegen Händel , welche er mit einem anverwandten seines un-tergebenen zu Brisach angefangen, wieder eingebüsset, kehrteer erstlich in sein vattcrland, woselbst fein vatter unterdessenmit tode abgegangen , und nachhero wieder nach Paris , woer sieben jähre in den Collegiis von Lisieux , Graßins, Pleßis,und Beauvais lehrte. In diesem letzter» geschahe es nun, daßer einem von Adel, der einen seiner Mitschüler zum duell aus-gefordcrt, einen öffentlichen schilling gab , webwegen er dochnach der Hand, wie oben schon gemeldet, aus Paris ent-fliehen muste. Er kam also wiedrum nach Engelland, da ernach seinem eigenen bericht den titul eines Königlichen llisto-riographi erhielt; worauf die Geistlichen, und insonderheitder Bischoff Montaigu von Bath , wegen der Catholischen reli-gion, zu der er sich bekannte, dem Könige so lange ange-legen , bis er ihn wiederum vom Hose geschafft. Hieraufbegab er sich von neuem nach Italien , und erhielt zu Pisa dieProfellionem Pandectarum , welches ihn veranlaßte, seineschöne ehesrau, Susannam Valere, aus Engelland dahin ab-zuholen , da er denn, wann anders der schon oben angeführte,und von Vittorio Roßi aufgezeichnete umstand richtig , seinenweg über Paris mit derselben muß genommen haben. Alser aber seine vorgedachte Profession zu Pisa bis ins dritte jährbekleidet, muste er um einiger Händel willen selbige verlassen,bekam aber bald hernach die Professionem Humaniorum zuBononien, und lebte allda sehr vergnügt, wie er denn auchdie Professionern Juris primariam zu Padua , die ihm untereiner jährlichen bcsoldung von 1000. thalern angeboten wor-den , nicht annehmen wollte. Das einige, was ihm an diesemort verdrießliches begegnete, war dieses, daß sich seine sraudurch vermiitclung seiner sthülcr selbst gutwillig entführen ließ,welchen vertust er nicht so geringe achtete, wie einige vorgebenwollen, indem er vielmehr, um sie aufzusuchen, in den da-maligen hunds -tagen viele reisen anstellete, und darüber ineine kranckheil fiel, woran er auch zu Butri nicht weit von Bo-nvnien, den 6. septembr. an. 162s. starb. Von seinen schrif-ten sind noch anzumercken: HiltoriaEcclesiastica Gentis Scoto-rum , und Etruria regalis , welches letzte werck erst an. 1724. zuFlorentz mit Bnonaruoti supplement und crklarnngen in 11 . vol.in fol. ans licht gestellet worden. Er hat sein leben selbst be-schrieben , und darinnen unter andern auch bemercket, daß seinältester bruder, Iacobus, es verursacht, daß seine familie so
den
herunter gekommen, der auch endlich, nachdem er seines eignenvall^rs concnbine geheuralhet, den Bischoff in den Orcadischeninfum in seinem eigenen Hause verbrannt, und noch viel anderegreuel verübet, zu Utrecht mit vier Pferden lebendig zerrissenworden. A’zVtrow, memoir. tom. XXV 11 I.
Denain , eine berühmte Nonnen-Abtey in den Niederlandenzwischen Valenciennes und Douay, so von St. Adelberlo, demGrafen von Ostrevan und dessen gemahlin, des Königs Pipininefin , gestiftet worden. Diese gaben alle ihr vermögen ihrenzehen töchtern, welche die ersten Aebtißinnen und Geistliche indieser Adtey waren, und allesamt canonisirt wurden. Die er-ste Aebtißin war Renfroge, welche auch Patronin worden. Alshernach die souverainität der Grafschafft von Ostrevan dem Kö-nige von Franckreich, als Grafen von Hennegau , zugefallen,so haben die Aebtißinnen dieses Stifts nur den titul, Gräfin-nen von Ostrevan , behalten. Das Capilul bestehet aus einerAebtißin und achtzehen geistlichen Damen, welche von ihremAdel acht ahnen müssen ausweisen können. Ihr Habit ist weiß,nebst einem Überröcke von feinem weissen zeuge, und einem mitHermelin gefütterten mantel. Die Aebtißin aber trägt einenvielfarbichten Habit. Keine von ihnen darf ein gelübde thun,sondern wenn sie heurathen wollen, dürfen sie nur dem Capitalfür die ihnen erzeigte ehre danck sagen. Bey diesem orte wur-den die AUiirlen unter dem Grafen von Albemarle an. 1712.den 24. jul. von dem Marschall de Villars geschlagen. Mt.
moires Au tems.
Denaisius, (Petrus ) dieser berühmte Jurist wurde an.i y6o. zu Straßburg gebohren, dahin seine eitern aus Lothrin gen der religion wegen gezogen find. Er hat allda sich auf dieIurisprudentz gelegt, und ist hernach auf die Universität zuBasel gegangen, allwo er den gradum Doctoralem empfangen.Nicht lange hernach wurde er Chur -Pfaltzischer Rath, und gabgrosse proben seiner treu und gefchicklichkeit von sich, er warauch Gesandter an die Königin Elisabeth in Engelland und anden König in Polen , und verrichtete seine ihm aufgetragenecommißion mit sonderbarer klughejr und zufriedenhcit allseitigerHöfen. An. i;yo. wurde er Reichs - Cammer - Richter zuSpeyer , welchem amt er mit grossem lob und rühm vorgestan-den , Massen er ein grosser Jurist und ein mann von durchdrin-gendem verstände, darbey aber sehr sanftmüthig und ein feindalles ehrgeitzes gewesen. Die Teutsche Poesie hat er sehr gelie-bet, und eine nette reine schreib-art gehabt, ist auch nicht wohlaufdie zu sprechen gewesen, welche ihre Teutsche mutter-sprachemit allerhand fremden, ausländischen Worten verderbten. Dermusic war er gleichfalls ein liebhaber und ein geschworner feindder Rabulisten, hingegen war das podagra fein freund. Aufdie letzte hat er die einfamkeit geliebet, wie er denn in sein ge-mach den Propheten Elias in der wüste mit den raden mahlenlassen, mit dem verse:
Alloquii falls eil ccetus fugisse profanos.
Kurtz vor seinem tode hat er sich alle seine schriften vor sein bethbringen lassen, selbige durchsuchet, und was er vermeynt hat,das andern zu wissen unnöthig sey, hat er alles in das ftuer qe-worffen und verbrannt. Er ist an. i6io. gestorben. Die bü-cher, die er der gelehrten weit hinterlassen, sind 1.) JusCame-rale. 2.) De Jure meri Imperii. ;.) Ein büchlein , genannt,Jesuiter-Latein. 4.) Dissertacio de Idolo Hallensi. Er wollteweder sich abmahlen, noch ein epitapklum setzen lassen. Adam.vit. JCtor. p. 204. t'reher. &c. *
* DENARIUS , eine Römische müntze von silber, auf de-ren einen feite das mit einem Helm bedeckte Haupt der stadtRomgeprägt war. Anfangs galt er zehen asses , daher er auchseinen nahmen hatte, bis in dem kriege mit Hannibale derMangel des geldes die Republick nöthigte den Denarlum aufftchzehen asses zu erhöhen. Er war fo viel als eine drach-ma oder vier sestertien. Nachdem er ftchzehen asses eine zcit-lang gegolten , ist er wieder auf zwölf asses herunter gefetzetworden, welchen werth er auch unter den Kayfern gehabt.Die meisten läugnen , daß man Denarios von ertz 'gehabthabe, obgleich Macrobius , Sauirn. üb. VII. solches zu zei-gen scheine, weil man niemals den Ianum auf die Dena-rios gepräqet. Allein, diesen widersprechen andere , so nichtnur des Macrobii Worte, sondern auch den Plutarchum inCamill. und Vopiscum In Aurel. 9 . zum gründe legen , unddaraus die existentz der Denariorum ameorum erweisen wollen.In den mittlern zelten hatte man auch Denarios , welche abernach den verschiedenen ländern auch von mancherley werth wa-ren , den man nicht allezeit heraus bringen kan. Auch hat manin den mittlern zeiten das wort Denerium aufgebracht , daherdenn der Franzosen Denier , der Spanier Dinero , und derJtaliäner Denaro entstanden , welches noch heut zu tage ei-ne scheide - müntz ist , da in Italien zwölf Denari einen soldothun , wie denn auch zwölf Französische Deniers einen sols.Meurfiui , glossar. GrEec. Barb. v. Aqvdqiov. J. F. Gronovtus,de federt. Budaus, de äffe. Salmaßut , de modo ufur. Savolus ,de pecunia vetere.
* DENARIUS S. PETRI. Siehe St. peters-pftnning.
Denbiah , lat. Denbiga, die vornehmste stadt in Denbigshl-
re, wird für die beste in Nord-Walles gehalten, und liegt aufder nord-seite des kleinen flusses Istrad, welcher sich ohngefthrdrey Meilen davon mit der Cluyd vermischet. Nachdem König
Eduard