Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

d e n

Eduard I. gantz Walles unter sich gebracht, schenckte er die-ftn ort Hcnrico Lacy, dem Grafen von Lincoln, welcher ihnmit einer mauer umgab, und an der südlichen leite mit einemcastelle beveftiate; allein, erließ solches wcrck unvollkommenliegen, weil sein söhn in dem daselbst befindlichen brunnen er-tranck. Es wurde also nicht eher die Haupt - stadt in der Graf-schafft, als bis zu des Königs Henrici VIII. zeiten, da dieneuen Shires oder Grafschaffren dem übrigen Walles Mit bey-gesügel wurden , unter welchen diese auch eine war. Zuvorwar es nur die Haupt-stadt in der Freyherrlichen HerrschafftDenbigh, welche weit mehr Edelleuthe unter sich zur lehn hatte,als einige andere. An. 1564. wurde der Baron Robert Dud-ley von der Königin Elisabeth zum Baron von Denbigh undGrafen von Leicester gemacht; mit dem aber dieser titul wiederausstarb. An. 1622. ernennte Iacobus I. Wilhclmum denBurggrafen Fielding zum Grafen von Denbigh, welche würdenachgehends dessen enckel geerdet hat. Cambde n. in Britannia .Speedaus , in theatr. magnse Britann.

Denbigh - Shire , lat. Denbigensis Comitatus, ist eine ammeer gelegene Grafschafft in Nord - Walles, welche von ihrerHaupt - städt Denbigh diesen nahmen führet, und in der laugeohngefehr 30. in der breite aber von norden gegen süden 18. Mei-len begreiffet. Sie grentzet gegen westen an Caernarvan , wo-von sie durch den fluß Conwy abgesondert wird, gegen lüden anMerioneth und Montgommery, gegen offen an, Shrop undEhester, und gegen norden an Flint und das Irrländische meer.Sie gehöret unter die Diaeces von St. Asaph , und vor zeiten ha-ben die Orclovices selbige bewohnet. Die tust in dieser gegendist zwar gesund, aber kalt. Der erdboden ist ziemlich bergichtund unfruchtbar , sonderlich in der westlichen gegend , daman zu sagen pfleget, daß der bauersmann sein brodt aus demfeuer holen müsse: Denn wenn daselbst getrende wachsen soll,so muß man die oberste erde umgraben, sodann Haussen darausmachen, diestldige zu aschc verbrennen, und solche auf demunfruchtbaren boden herum streuen, welches dann verursachet,daß eine grosse menge körn darauf wächset, so von den einwoh-nern Amclcorn genennet wird. Allein, die östliche gegend istum ein gut theil besser, sintemal sie zwischen den beyden fiüssenAllen und Dee lieget, und nicht so bergicht ist. Auf den Hü-geln und bergen in dieser provtntz ist gute weyde für das vich ,weswegen man daselbst viel ziegen, wie auch einige kühe undschaafe hat. Die thäler tragen an den meisten örtcrn, sonder-lich aber in den ostwärts gelegenen gegenden sthr viel getrey-de. Cambdenus berichtet, daß die lculhe, welche darinnenwohnen, sehr gesund sind. In dem kirch - sviele Lansaimansoll, wie Speed erzehlet , an der feite eines steinernen Hügelsein runder ort seyn , so aus einem grossen seifen. gebauet ist ,worinnen 24. sitze sind, unter welchen einer grösser oder kleinerals der andere ist. Dieses wird von dem gemeinen manne Ar-thuri runder tisch geneiznet. Auf der westlichen feite des ffus-ses Dee, so an Cheshire grentzet, stehet ein berühmt castcll,Dolts - Castle genannt. Die marckt, städte in dieser Grafschafftsind, ausser der Haupt-stadt Denbigh, Lhanrust, Ruthin undWreram.

* Denck, (Johannes) ein Wiedertäufer, aus Bayern ge-bürtig , hielte sich eine zeitlanq zu Nürnberg auf , und unter-richtete die jugend; wurde aber aus dieser stadt unruhe wegenverwiesen. Hierauf begab er sich nach Augspurg , war eifrigstbemühet, nebst Ludwig Hetzern , die Wiedertäuferisthe lehredastldst auszubreiten, und machte sich einen starcken anhang.Als aber die Wiedertäufer aus Augspurg durch die Obrigkeitausgetrieben worden, gieng er mit Hetzern nach Worms , undvon dar nach Basel , wo er von Oecolampadio endlich zurcchtgebracht worden, und an. 1328. gestorben ist. Hnttmgeri hist.eccl. &c. XVI. Hornbecktus , summa controv. Arnolds kir-chen - und ketzer - Historie , p. II. lib. XVI. cap. 21. §.15. &P. IV. fest. II. n. 31.

* Denckendorff, ein Evangelisches kloster nebst einem darfmitten im Hertzoglhum Würtemberg, zwischen Stuttgard,Kirchheim , Nürtingen , und Eßlingen . Das kloster, so aufeinem Hügel südwärts liegt, wurde schon an. 1124. von einemGrafen von Calw oder Beutelsdach, nahmens Berchtold derjüngere, gestiftet. Dieser that eine reife zu dem heiligen grab,und fchenckete demselben die kirche zu Denckendorff. Woraufder damalige Patriarch zu Jerusalem , Waramandus, den er-sten Probst der kirche zu Denckendorff gegeben. Dieser erbaueteein kloster allda, und besetzte es mitGancmteis, die nach Augu -stini requl lebten. An. 112z. hat PapstHonorius II. dieses klo-ster bestätiget. Eben dieses geschahe auch von vielen nachfolgen-den Päpsten ; wie auch von den Kaysern, und den Grafen vonWürtemberg. An. 1254. versetzte GrafWilhelm von Holland,als Römischer Kayser, die Advocatie über dieses kloster an GrafUlrich von Würtemberg. Ein gleiches thäte auch Kayser Ru-dolvhus l. an. 1284. gegen Diepoldo, einem Edeln von Bern-hausen. An. 15;;. hat Hertzog Ulrich von Würtemberg selbi-ges nach Lutheri lehre zu refornuren angefangen, nachdem es

. 24..bis 26. Pröbste gehabt. Es bekam hierauf EvangelischeProbste, deren der erste Bartholomäus Caseus gewesen. Unter- den nachfolgenden waren die berühmte, und zum theil in beson-dern artickuln beschriebene Theologen, Jacob Schropp, JohannMagirns, Wilhelm Heerbrand, Christoph Zeüer, Johann Frie-drich Hochstelter rc. An. 171;. wurde dieses kloster an statt des

den 67

an. 1692, von den Franzosen zerstörten klosters Hirschau zn ei-nem klösterlichen Gymnasio und vierten Fürstlichen land - schulein Würtemberg gemacht, und mit 2z. Atemnis,besetzt, derenProbst noch an. 1741. der durch viele schriften berühmte JohannAlb. Bengel war. Bejbidi documenta rediv. Monaft. Wür-temb. Crußi annal. Suev. Mosers erläutertes Würtemberg.

( M. Steinweegs manuscript.)

Dendermond, Eenermund, lat. Teneramunda , eine so-wol von natur wegen der moräste, als auch von der kunst sehrwohl bevestigte stadt, an der Dender, wo sie in die Scheidefällt, 5. Meilen von Gent in dem Kayserlichen Flandern gelegen.Sie wird samt ihrem gebiethe unter die besondere Landes-Fürst,liche Herrschafften gerechnet, als welche durch heurath an Flan­ dern gekommen. Es werden auch daselbst gar feine wollene-cher verfertiget, und grosse Wochen - märckte gehalten, so wegendes flachs - Handels berühmt sind. In der Stifts - kirche zu St.Maria werden die gebeine ihrer Patronen, des heiligen BischoffsHilduardi und der heiligen Jungfrauen Christians, eines Kö-nigs in Engelland tochter , verwahret. An. 148;. bekamen siedie Brabanter, die es noch mit des Ertz - Hertzogs Maximilia-ni von Oesterreich partey hielten, mit list ein. An. 1572. ließ sieder Printz von Oranien ausplündern. An. 1383. eroberten sie dieFranzosen , und war dieses ein kleiner theil des von dem Hertzogvon Alengon gemachten treulosen anschlags auf die Niederlän-dische städte, der noch geriethe; aber die Spanier nahmen sieihnen, unter dem Hertzog von Parma, das folgende jähr wie,der ab. An. }io 6 , gieng sie 2. tage nach eröfneten transcheen andie Alliirten über. Bochius , in histor. narrat. profectionis & in-augurat. Belgii Principum Alberti & Kabelte. Guicciardin. de-script. Belgii. Mir aus , in fast. Belg. Linden, in descript. hu.jus urbis. Topogr. circuli Burgund, p. 169. *

* DENDROPHOR.I, von , arbor , und cpkgw,fern, waren bey den Griechen und Römern diejenige, welcheeinem gewissen gott, als dem Sylvano, Baccho, der Cybele,zu ehren einen bäum umhieben, und ihn in der stadt herumtrugen. Der gott Sylvanus hat deswegen auch den beynah-men Dendrophorus erhalten, weil bey den Vorstellungen derBacchischen proceßionen der, so den Sylvanum bedeutete, ei-nen bäum trug. Andere meynen, es seyen diejenigen , welcheholtz zu dem kriegs - geräthe gehörig, gefället haben, welchesaber keinen gründ hat. In Italien waren auch gewisse GoIIe-gia Dendrophororum,welche die Wälder umhieben,kohlen braun«ten, holtz herzu führten und andere besorgung in holtz - fachen

hatten. Gruterus , inscr. 7. p. 175. 6. p. 550. Otto, de Ldil.Golem. & Municip. 9. §. 4. p. 318. seq. u£gyptius , ad SCtumde Bacchanal, p. 51. 52. 8-

* Denelage, oder Dane - Laws, wurde in den mittlernzeiten das stück von Enqeüand genennet, welches die provintztenund Shires Vorck, Derby, Nottingham , Leicester, Lincoln,Northampton , Bedford, Buckingham, Hertford , Esser, Mid-dlesex, Norfolck, Suffolck, Cambridge und Huntingdon un-ter sich begriff. Camdeni division of Britain. p. 168.

* Denewulfus, war anfangs ein blosser schwein - Hirte inSommerfetshire, auch schon bey jähren, und beweibt, gelang-te aber um das jähr Christi 879- auf folgende weise zum Biß-thnm von Winchester. Es geriethe nemlich der West - Sächsi-sche König Alfredus , zu der zeit, als er vor den Dänen flüch-tig werden müssen , ungefehr in die gegend, wo Denewulfusdie schweine hütete, weil er nun daselbst am sichersten zu seynglaubte, nahm er bey Denewulfo Hirten - dienste, verrichteteauch solche so lange , bis er durch hülsse seiner freunde sich desthrons wieder bemächtigte. Hierauf Ilch er seinen alten Wirthzu sich holen, und zu Oxford erst noch in den litteris unterrich-ten , begnadigte ihn hernach, weil indessen seine frau gestor-ben , Mit vbgedachtem BißthvM. Godvvin. de Episc. Angi. P. I.p. 263.

* Dengelstadt, oder Dingelstadt, eine kleine stadt aufdem sogenannten Eichsfelde, an ber grentze von Thüringen ,beym Ursprünge der Unstrut, nicht weit von Mühlhausen . Ge-höret Chur - Mayntz, und ist Catholischer religion. Gregor.jetzt florirendes Thüringen , p. 9.

* Denger, oder Denga, Denninger, ist eine bekannteRußische müntze, so einen halben kopeiken oder drey gute Pfenni-ge ausmachet. Vor diesem wurde diese müntze von silber geschla-gen , und stund auf der einen feite des Regenten nähme, aus derändern das wapen. Diejenigen, welche in der stadt Moscau ge.müntzet wurden, hatten das Mofcowitische wapen, nemlich ei-nen reuter mit einem säbel in der Hand, daher sie auch Mos-kowka genennet wurden. Jetzo werden diese Dengi von kupfergemacht. Von Strahlenbergo nord - und östliche theil vonEuropa und Asia, c. 13. p. 349.

Denhoff, siehe Dönhoff.

Denia , lat. Dianium, eine kleine und vormals Bischöfflt-che stadt in Spanien , an den küsten des Königreichs Valentiagelegen. Sie ist mit einem schloß und Hafen versehen» und an.1484. zu einer Alarggrafschafft gemacht worden. In dem Spa­ nischen succeßions-kriege ward dieser ort an. 1704. von dem Kö-nige Carole III. erobert, und an. 1707. von Philippo V. verge-bens belagert, jahrs darauf aber von demselben eingenommen.Nahe dabey ist eine kleine insul gleiches nahmens, so von denAlten Planasia genennet worden. Buudrand. Maty.

F 4 * Dmigu,