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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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deu dex

oder, wie Witte setzet, an. ,689-erfolgte. MoUeriikg. adhist. Cimbr. I>. II. p. 20?. Mwhof. Polyh. Witte , diar. biogr.

Deutschland , siehe Teutschland.

Deutschmann, (Johann) dieser gelehrte Tbeologus wurde625.ru Jüterdock, allwo sein vakter, Jeremias, Genchts-Assessorwar, gebohren. An. 16,9. kam er auf das Gymna-sium zu Halle, und an. 1645. auf die Universität nach Wit-tenberg, allwo er in den wissenschafften also zugenommen,daß er an. 1648. Magister, und an. 165a. Adjunctus Philolo-phiae worden. An. 1655. gieng er von Wlttenberg durch dieMarck nach Pommern , und hielte sich eine zettlanq zu Gryps-wald auf. Von dannen wendete er sich nach Stralsund , undferner nach Rostock . Demnach gieng er über dre Ost-see mDänemarck, und von dar wieder zurück auf Rostock , Wisinar,Lübeck , Hamburg , Stade, Bremen , Oldenburg , Jcvern undAnrieh, auch ferners in West-Fricßland, Holland , Spanr-sche Niederlande , besichtigte die städte am Rhein - ström, unddie furnehmste Universitäten, und kam an. 1656. wiederumzu Wlttenberg an. An. 1657. wurde er allda Licemiatus undProfessor extraordinarius , an. 1658· Doctor , und an. 1662.Professor Theologiae , wie auch F.phorus der Chur-SachsischenStipendiaten , und an. 1688. Pr-epostcus der schloß - kirche.Er hat über die 100. mal disputirt, und gepflegt zu sagen :Er sey niemals vergnügter und gesünder, als wann er dispu-tirte. Auch in seinem grösten stemschmertzen sagte er: Dasdisputiren wäre sein bestes remedium wider den stein. Er istendlich an. 1706. gestorben. Vid. l ascher. Concio fu-nebr. *

* Dewanavatnam, oder St. David , eine feine Malaba-rische handcls-stadt und vestes castell auf der Malabarifchen ku-ste Coromandel in Ost-Indien in Asien , zwölf weilen von Tran-qucbar, und 24. weilen von Mandras. Sie gehöret denEngelländern, welche daselbst einen Gouverneur und Secret-Ralh haben. Die Dänischen Miffionarii haben daselbst eineEvangelische schule angelegt. LwverjUl-Lexicon.

* Dewerdeck, (Gottfried) ein gelehrter Prediger in Schle­ sien , war an. 1675. zu Liegnitz gebohren, besähe, nachdem erseine studien zurück geleqet, und zu Leipzig an. 1695. in derWeltweisheitpromovlret, uud in eben demselben jähre daselbstunter Rechenbergen de Officio Civis Christiani erga Principem,und als Magister de Officio Principis Chriitiani erga Civemd sputlret hatte, Holland , Engelland, und Italien . Darauferhielt er in seinem vallerlande die stelle eines Pastoris, Asses-sors Coniistorii und Pradidis Scholarum , welchen ämtern erbis an sein ende, das an. 1726. den ,3. nov. erfolget, mitrühm vorgestanden. Er übersetzte Joh. Wilkins discurs vonder gaade zu bäten; ingleichen Jeremiä Dykes Vereinigungder gläubigen mit Christo in 8. aus dem Englischen insTeutsche; und gab Matth . Thiessens Teutsche und Englische Grammalick heraus. Am meisten hat er sich mit seiner Sile-fia Numistnatica , Jauer 1711. in 4. bekannt, und um seinvatterland verdient gemacht. Gel. Zeitungen 1727. p. 31.

Dewitz, eine adeliche familie in Pommern , welche da-selbst unterschiedliche adeliche affter-lehn - lenthe hat, ist nichtallein in dem XIII. stecnlo in grossem ansehen gewesen, son-dern hat auch in dem gleich darauf folgenden den Gräflichentitnl von Fürstenberg geführet. Denn es schenckten die beydenFürsten zu Mecklenburg , Johann und Albrecht, ihren Hof-Räthen , Ottoni und Ulrico von Dewitz, das Amt Fürsten-berg und Strehlitz, brachlen es auch dahin , daß der KayferEarolus IV. selbige in den Grafen -stand versetzte. Nachgehcndsaber, da einer aus diesem geschlechte den Hertzogen von Pom­ mern in einem kriege wider Mecklenburg deygestanden, ist ob-gedachtes Amt wiederum eingezogen , und hierauf die Gräfli-che würde verloschen. Eggard war an. 1320. bey HertzogWratislao IV. in Pommern Rath , dessen söhne, Ulrich undBernd, haben sich Grafen von Fürstenberg , Herren zu Wesen?berg, Strehlitz und Daher, wie auch Ritter des goldenenVliesses, und Landes-Hauptlenthe geschrieben. Jost, Haupt-mann zu Wolgast , brachte Hertzog Philippnm in Pommern,als dessen vertrautester Rath , dahin, daß er sich zu der Aug-spurgischen Confeßion bekannte. In dem 30. jährigen kriegediente Joachim der Cron Schweden als Obrtster , und wardan. 1640. auf einem schlösse, nebst seiner gantzen familie, vondem Brandenburgifchen Obristen Goldacker gefangen. Joa-chim Balthasar, Chur-Brandenburgischer Obrister, hielte sichan. 1678. in Preussen wider die Schweden wohl , und ver-mählte sich, als General-Lieutenant, an. 1690. mit Louisen,des General-Feld - Marschalls von Dörffing tochter. FrantzJoachim, Königl. Dänischer geheimer Rath und General-Lieu-tenant, hat sich ssi dem Nordischen kriege wider Schweden durch seine tapferkeit bekannt gemacht, wie er dann an. 1715.zum General -Gouverneur über Rügen und Pommern gemachtworden. Er starb in Pommern im sept. 17 9. Eckhard Ul-rich) lebte an. 1717. als Königl. Preußischer geheimer Hof-Cam-mer Gerichts-und Reqierungs-Ralh. Er war auch Ritter desH. Röm. Reichs Jäger-ordens, und Erb-Schloß - gesessenerzu Daber. Rang'>. in orig. Pom. A/rc-ck,r Pommerland. Pu.send. de reb. gest. Fr. Wilh. *

Dericrates, von Athen , ein Griechischer Comödien - schrei-ber. Man weiß nicht, zu welcher zeit er gelebet, sondern nur

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allein, daß er einige schau - spiele verfertiget. Man hat nochetwas bey dem Athenäo und Suida von dem tractat, welchener von denjenigen, so sich selbst betrogen , geschrieben. Meur .ßus , in bihl. Ättica.

* Dericreon, aus der insul Samos gebürtig , ein gewisserschissmann, kain seiner Handlung wegen in Cypern, und alser sonst einige waaren in sein schiff laben wollte, hieß ihnVenus nichts als wasser dasür einladen. Als er solches that,und sich hernachmals eine ungemeine wind-stille erhub, wü-sten endlich alle andere, wegen abgegangenen Wassers, auf denandern schiffen verschmachten, wogegen er seines aufthat,und es dermassen theuer verkaufte, daß er ein grosses geld da-für lösete, allein der Venen dafür zu ehren auch wiederum ei-ne statue errichtete, so daher Venus stexicreomis genanntwurde, h'iuturcbus - quaest. Graec. 54. p. 303.

Deriphanes, ein berühmter Baumeister, gebürtig aus derinsul Cypern, arbeitete in Egypten vor die Königin Cleopalram,ohngefehk25. jähr vor Christi geburt, A. M. 3959. U. C. 729.Olymp. CLXXXVI 1 I. Er reparirte den Pharus zu Ale-xandrien, und vereinigte ihn mit dem vesten lande, da er vor-hin 4. stadia, das ist, eine Viertel-meile davon entfernet gewe.sen. Trefies , chiliad. II.

Depippus, von Eos, ein Mcdicus und diftipul des Hipxo-cratts, lebte ums jähr der stadt Rom 340. Olymp. XCI. 3.A. AI. 3 570. A C. 414- und schrieb ein buch von der Medicin ,desgleichen 2. andere von erkänntnis der kranckheiten. Manerzehlet, als ihn Hecatomnus, der König in Carlen, zu sich beruf-fen, damit er seine beyde söhne Mausolum und Pirodarum,die man fast verschätzt, curiren möchte, habe er solches än-derst zu thun geweigert, als, wann auch der König hinwie,derum den krieg wider die insul Cos, den er eben anfangmwollte, rückstellig machte. Suidas . *

* Depippus, ein Philosophus, Jamblichi fchüler, nicht abersöhn, wie Franc. PatriciuS discurs. Peripatec. p. 140. meynl;lebte zu den zelten Gallieni, Flavii Claudit, Taciti, Au«reliani und Prodi, und hat Derippi Herennii i^iurconlinuirt, und drey bücher <)uTstionum in Pr^dicamenc»Aristorelis geschrieben. Pbotius , cod. 77. Voflius, de Hift. Gr.Mevrfius, bibl. Att. Va'efius ad Evagr. V. Das letztere werckist bis auf unsere zeiten übrig geblieben, und Lateinisch vonJo. Bernardo Feliciano übersetzet worden, welche Übersetzungzu Venedig an. 1546. 1566. in fol. und zu Paris an. 154?.in 8. heraus gekommen. Morkof. Polyhist. tom. II. lib. I.c. 9. n. 10. Fabricius, bibl. Gr. IV. 26. p. 155. seq.

Depter, (Lucius Flavius) Prassectus Prsetorio in Orient,war ein sohn Paciani, Bischoffs zu Barcellona, und lebte zuende des IV. feculi, und im ansang des fünften, zu den zeiie»des Kaysers Theodosii M. und des Poeten Prudentli. Et>Hieronymus dedicirte ihm sein werck de 8criproribus Lccle-siaft. Er scheinet eben derjenige zu seyn, von welchem Hiero.nymus in dem gedachten buche meldet, daß er eine Historiegeschrieben. Es ist auch würcklich ein Gbronicon vorhanden,unter dem nahmen Dertri, welches Franc. Bivartus, ein Ci-stercienser, zu Lyon mit anmerckungen ausgegeben an. 1627. Al-lein da die chronick selbst voller fabeln, ist solche vo» den Ge-lehrten längst diesem Dextro abgesprochen worden, und Pape,broch hat gar den würcklichen Urheber davon Hieron. de Hi>guera einen ziemlich neuen Spanier entdeckt, der hier in diefußstapfen des verschreyten Annii Virerb. treten, und unter ei-nem alten berühmten nahmen seine liederliche getichte verkauf«sen wollen, tiuron. A. C. 388. V'ffius, de Hist . Lat. lib. ILc. 10. &c. Godofi ed. prosop. C. Theod. &c. *

Dep, ist der nähme des Commendanten zu Tunis sowol alsauch zu Algier und Tripoli in Africa , welcher fast eben sogrosse gewalt hat, als ihre alten Könige. Der TürckischeSultan hat einen Bassa daselbst, welcher aber dem Dev un,terworffen ist, und zwar dieses feit dem die Mohren rebelli-ret, und ihren ersten Dcy, welcher Osman hieß erwchlet haben.Wenn sich die fremden Abgesandten bey dem Sultan über dasunrecht und die gewaltthatigkeit, die ihnen von dastgen see-räubern nicht selten widerfahret, beschweren, bekommen sienichts anders zur antwort, als daß sie rcpressalien gebrauchenmüsten, weil sie nicht eigentlich seine Unterthanen wären.Wenn der Dev stirdet, so folgen ihm »icbt gleich seine kin«der, wenn er sie nicht schon vorhero zu Devs gemacht hat;weswegen sie den Adel daruin ersuchen müssen, wann sie zusolcher würde gelangen wollen. Die Cadis und andre be,diente bringen dem neuen Dey bey nächtlicher weile grosse schüs«sein voll fruchte oder victualien zum geschencke, »im das gcldzu ersparen; daß sie es aber bey nacht dringen , geschicht des-wegen , weil er es nicht würde annehmen, wo es bey tagegeschähe, um dem volcke weiß zu machen, daß er nicht un-ter die zahl derjenigen gehöre, welche geschencke nehme».Ein anderes amt dieser orten, und zwar, das dem Deyam nächsten kommt, ist das amt des Bey. Ja nach einergantz neuen relation soll seit den innerlichen Unruhen, sovor ;o. jähren zu Tunis gewesen , der Bey viel mehr ge-walt haben als der Dey. Thevenot , voyage de Levant.Mein pour servir ä lhist. de Tunis dans le IL tome duvoyage de Paul Liiern. *

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