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Marc. Patriarch. Alexandr. interrog. Macri hierölcx. Zieg-ierui, de Diaconis & Diaconifl'. c. »Y. Zween thes. eccl.
DIACONUS , ist ein Griechisch Wort, und bedeutet einendiener, ist aber in der Christlichen kirche zu einer beneunung ei-nes gewissen amts worden. Denn alS in der Christlichen ge-meine zu Jerusalem ein streit zwischen den Griechen und He-bräern entstünde, weil jener wltlwen in der täglichen Handrei-chung übersehen wurden, hielten es die Apostel für rathsam, sie,den inänner zu bestellen , welche die ab.nosen austheilten, undsich der nothdurft der armen annahmen , damit sie ihres ortsunverhindert am gebär und amte des Worts anhalten könnten.Diese nun wurden Diaconi genennet, und gleich wie die andernkirchen sich in vielen stücken nach der Hierosolymitanischen rich-teten / also verordnete man auch mit der zeit in allen gemeinennicht nur Presbyteros oder Aeltesten , sondern auch Diaconos.Was also das aml der Diaconorum anlanget, war zwar sol-ches hauptsächlich nach intention der Apostel eingerichtet, daßsie sich der armen in der gemeine annehmen sollten, wobey ih-nen dennoch nickt verwehret war, auch das wort zu predigen ,,„id andere zu unterrichten/ wie solches aus dem exempel Ste-phani/ Act. VI. 8 - & 9- und Philippi / Act. V;II. erhellet.Ja es scheinet die absicht der Apostel dahin gegangen zu seyn,daß , wann sie treu erfunden worden waren, aus ihnen Aeltesteund Lehrer konnten erwehlet werden , und konnten also die Dia-coni der ersten kirche insgemein alle Verrichtungen eines Aelte-sten mit verwalken , nur daß die Versorgung der armen ihr vor-nehmstes werck war. Gleichwie aber mit der zeit die Bischöffeeinige Verrichtungen für sich alleine behielten, und den Aelte-sten entzogen, also haben auch die Aeltesten einige Verrichtun-gen vorbehalten, die sonst ebenfalls den Diaconis zukamen.Dannenhero wurde ihnen das amt zu lehren an einigen ortenqäntzlich genommen ; wie Hilarius , ein Diaconus zu Rom ,dessen Commentarius über die epistel an die Evhesier, unterdem nahmen Ambrosii vorhanden, bezeuget, daß solches zu sei.ner zeit, das ist im I V. feculo , den Diaconis nicht erlaubet ge-wesen ; welches dennoch nur von einigen örtern zu verstehen,weil sonsten bekannt, daß zu derselben zeit die Diaconi solchesverrichtet, jedoch nicht ohne befehl und vorbewnßt des Bischoffs.Auch wollen einige diesen unterscheid anmercken, baß die Bi-schöffe und Presbyter» auf dem cakheder oder cantzel gestanden,und gelchret, die Diaconi aber nur bey einem pulte auf einemetwas erhabenen orte. Bey administration des H. Abendmahlshatten sie zwar das amt, dasseldige auszutheilen; sie durftenaber die symbola nicht eonsecriren , sondern theilten dasjenige,so von dem Aeltesten oder Bischoff consecriret war, aus, unddieses zwar mit der zeit aus besonderer Vergünstigung des Bi-schoffs oder des Aeltesten, oder nur in deren abwesenheit. Ist.donis Hispalenfis führet in seiner epistel an Leudefredumunterschiedene Verrichtungen der Diaconorum an, die zu der-selben zeit in der kirche gewöhnlich gewesen, nemlich, daßsie den Aeltesten oder Priestern in allem haben müssen an dieHand gehen, sonderlich bey administration der Saeramente,bey dem H. Abendmahl den altar zu bereiten, brodt und weindarauf zu rechte zu setzen, das ereutz in den proceßionen zu tragen,das Neue Testament zu lesen und zu erklären, das gebät zu ver-richten , die leuthe zum gebät zu erwecken und aufzumuntern,u. s. w. Aus welchem allen erhellet, daß schon damals dasaint und die Verrichtungen der Diaconorum in einigen sti'ickenvon dem amte der Diaconorum zu den zeiten der Apostel un-terschieden gewesen; wie dann sich , nebst den übrigen geistli-chen standen, auch dieser stand der Diaconorum mehr undmehr verändert hat. Dannenhero die Diaconi , so heutiges ta-ges die kirche hat, ihrem amte und Verrichtung nach , von denDiaconis der ersten ktrche gantz unterschieden sind, weil diesehauptsächlich mit austheilung der allmosen zu thun hatten, jeneaber bey dem aufferlichen gvttesdienst und den kirchen-ceremo-uien ihre Verrichtungen haben. Es ist aber auch unter denDiaconis selbst ein unterscheid entstanden, sintemal der erste undälteste in dein Lollegio der Diaconorum Arcbidiaconus genen-net wurde, und mit der zeit einen grossen vorzug vor den an-dern Diaconis erhalten hat; wiewol dieser vorzug Nicht an al-len orten gleich groß gewesen. So geschahe es auch, daß dieDiaconi wiederum ihre andern Diaconos oder bedienten annah,men, welche ihnen an die Hand gehen musten, und dannenheroSub-Diaconi genennet wurden. · Daß in der ersten kirche der,gleichen Snb - Diaconi nicht gewesen, ist ausser allem streit.Man giebt zwar vor, der Papst Fabianus habe sieben Sub-Dia-conos verordnet, und selbige den sieben Notariis beygefügt, dasleben und die thaten der Märtyrer zusammen zu tragen ; allein,daß diese epistel des Fabiani von andern ertichtet sey, ist vonden Gelehrten längst angemercket worden. Derowegen vielmehru glauben, daß zu den zeiten , da der äusserliche pracht desirchen-staats, und mit demselben das ansehen und die bequem-lichkeit der kirchen-bedienten gewachsen, man auch allgemachdie geistlichen orden vermehrt, und nebst andern die Siib-Dia-conos eingeführt. Von der anzahl der Diaconorum ist diesesu mercken, daß , gleichwie zuerst in der Hierosolymitanischenirche sieden an der zahl geordnet worden, also hat man anfangs,in andern kirchen diese zahl beybehalten, sonderlich auch zu Rom ,woselbst man, nach den sieben hanpt-theilen der stadt sieben Dia-eonos bestellt, aus welchen vie Diaconi Cardinales entstandensind. Nachgehends hat man sich an die zahl so genau nichtgebunden, und dieselbigen nach beschaffenheil der kirchr, sowol
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als die anzahl der 8 ub-D»aconorum sehr vermehret. Cypia,nus , üb. III. epist. 9. Ambrnsius oder vielmehr Hilarius , j nComment, in epist. ad Ephes. IV. Ißäorus Hispalenjis , a pudGratianuin Canon, perlectisdist. 2;. Hiermymus , de 7. ordin.eccles. Rabamis Maurus , de instit. Clericor. Üb. I. c. 7. [)u.randus , de div. offic. üb. II. c. 2. Ziegler. de Diacon. &coniss. C. 2. seq. De Dominis , de reb. eccles. üb. II. c. 4. Ba.ronius , ad A. C. 54. n. 242. seq. Suiceri thes. eccles.
* DIACRII, also hiesse man zu Athen diejenigen, welchein der obern stadt wohneten, und es mit der Oligarchie oderdenjenigen hielten, die da wollten, das regiment sollte nur aurwenigen bestehen. Sie waren das gegentheil derjenige», s»man Pediacos nennele, und in der untern stadt wohneten,und für das Demoeratische regiment, oder die regierung deSgantzen volcks waren. Nach Svlonis gesehen sollten die via.crii von den Plsistrakiden gouverniret werden. Man sagt,daß Pandion diesen theil der stadt, so inan Diaerium hiesse, un,ter seine söhne ausgetheilet, und die gröste gemalt unter ih-nen Lvco gegeben habe; das quartier um die vestung aber hater Egäo eingeräumet, das Paralien dem Pallanti, und end.lich die Megaricam dem Nisus. Scbohastes Anfioptuan.
* DIADKxW A , ist ein den Königen ins besondere zukam,mender Haupt-schmuck, dessen sich die Kayser erst, da das Rö,mische Reich sehr herunter gekommen , bedienet haben. DasDiadema ist alter als die crone, und ein gewisser Gelehrtergiebt vor, daß dieses Diadema nur allein die August» hattenführen dörfen. Jornandes berichtet, Aurelianus sey der erste'Römische Kayser gewesen, welcher das Diadema getragen.Es war aber dasselbe eine weisst gewebte oder gewircktc binde,bald breiter, bald schmäler , davon die zwey ende hinten amköpf zusammen geknüpft über den hals herunter hiengen. Eswar also nicht etwa» wie ein Türckischer bu»id, denn Moni.ma Milesia nahm es vom köpfe, und wollte sich daran hängen.Bacchus soll dieselbe erfunden haben. Die Römischen Kayserhaben dieselbe erst nach Constantino angefangen, bald mit einereinfachen, bald mit einer doppelten reihe von perlen und dia.manlen besetzen zu lassen, auch den Kayserinnen dergleichenzu tragen vergönnet, welches in den vormaligen zeiten desßo.rirenden Kayserthums etwas ungewöhnliches gewesen , da manniemals einem frauenzimmer zugelassen , eine crone zu führen.Sonst durfte auch einer in der äussersten noth dasseldige nichtaufsetzen. Daher als Alexander Magnus fein Diadema ins meerhatte fallen lassen , und der schiffer, der es wieder geholt, umes nicht durch das Wasser zu verderben, im schwimmen ausden köpf gefetzt hatte, war dieses sein trinckgeld, daß ihmder köpf abgeschlagen worden, wiewol andere nur von einertracht schlage schreiben. Arrianus , VII. 22. Pafchaitus , d:coronis &c.
Diades, ein berühmter Mathematicus und Ingenieur zuden zeiten Alerandri M. um das jähr z zo. vor Christi geburt.Er hielt sich für einen erfindet der rollenden thürne, deren mansich bey belagerung der städte bediente, um den maurcn nahezu kommen. Vinuvius , üb. X.
Diadochus, Bischoff von Photicum in Illyrien , lebte umdas jähr 38;. oder )9o, und schrieb de Perfectione fpiritualiascetica capita 100. welche in der biblk)theca Patrum zu finden.Pbn'tus, cod. 20i.2)i. Rellarm. de script. eccles. Mir aus.
Diadumenus, oder Diadematus, des Kaysers Macrinisöhn, führte diesen nahmen deswegen, weil er mit einer croneoder Haublein, das am Haupt vest hielte 1 zur weit gebohrenworden. Er wird sonderlich von seiner schonen gestalt gerühmt,die auch auf seinen müntzen zu bemercken ist. Als die armerseinen vatter siach dem tode Äntonini Baßiani, von dem erauch den nahmen angenommen, an. 2,7. zum Kayser erwehlethalte, wurde er zum Ctesare gemacht, ohngeachtet er dazumalnur jähr alt war; allein, nachdem ihre regierung 14. monatgewahret, wurde beydes der vatter und der söhn den 8. in», an.
2 »8. ermordet; und zwar war die gröste ursach des Hasses gegendem söhn diese, daß er sich jederzeit auch in diesen seinen jun.gen jähren sehr raachgierig bewiesen wider die, so einiger em-pörung gegen seinem vatter beschuldiget worden, und wanndieser einigen geschonet, sich darüber als über ein ihm zugefügtesunrecht zu beschweren gepflegt hat. Jui. Capitoünui , in Ma-crino. Lamprtdius, in Diadum. *
Diago , ( Kranciscus) ein Dominicaner-Mönch und Histo.rioeraphus in Äragonien, war ein Spanier , gebürtig aus demflecken Bibel , in dem Königreiche Valencia . Er lehrte langezeit die Theologie in dem Convente zu Barcellona, und als er sichhernach auf die Historie geleget, schrieb er in Spanischer sprächeeine Historie seines ordens von der provintz Aragonien ; das Le-ben St. Vincentii; Ludovici von Granada , rc. nebst dem cata-logo der Bischöffe von Gironne. Das wichtigste aber von sei-nen wercken ist die Historie der Grafen von Barcellona , davonder erste theil zu Valenza an. »6 heraus gekommen, derandere aber, welchen er gleichfalls versprochen, hat er nichtvollenden können , indem er an. 1613. gestorben. Antu».bibl. Hispan.
* Diagon, un stuß in Morea , so nicht weit von der stadtAccomda vorbey fliesset, und sich gegen mittag in den fluß Al-pheus ergeußt; und sonderlich die landschafft Pisacam von Ar-cadien absondert. Paufamas , VI. ai.
Dia-