Diacroras, Athens zugenannt, lebt/ A. M. ;;68. A. C. 4'6.U. c. N8. Olymp. XGI. Er würbe Alelius/enmmt, von «ei-nem Erlaube, welches entweder die tnsul Melos unter denCvclaben oder die statt Melia in Carien gewesen. Die msache,die ihn m der verlaugnunii G-Ottes gebracht, in dteie: Er warein Poet, und hatte ein schön getichle verfertiget, das ihm einanderer stahl. Er belangte den bieb, asten, der schwur, eblrtehernach bas gestohlene getichle, und setzte sich damit in so grossereputation , daß Diagoras darüber einen solchen zorn wider dieqötter fastete, die dergleichen unbillichkeit ungestraft liessen, baßer sie gar verläugnete. Die Athenienser verfolgten ihil dermas-sen, daß sie ihn nicht nur bey sich vogelfrey machten, und dem,der ihn tobt lieferte, ein, lebendig aber, zwey talent verspra-chen , sondern auch aste wieset des Peloponnesi zu gleichem ent-schluß bewogen, daß also nicht unwahrscheinlich ist, er habe,wie Tatianus meldet, nicht nur die göltet verläugnet, sondernauch die so heiligen geheimnisse des dienstes der Cybele zn Athen andern kund gemacht. Sein schiffbruch ist ebenfalls eine chi-mere. Die gesetzt der Manlineer, die ihnen der Athleke Nico-dorus gegeben, und sehr vortreflich gewesen, sind von Diagoraconcipiret worden, der sein guter freund war. Als er aufdemEvland Samothrace ausstieg, wiese man ihm die vielen tafeln,die durch leuthe, so durch ein gelübde von schiffbruche befreyetworden , ex voto da aufgehangen waren , und suchte ihn in Mi-schung seiner gottes-verläugnung auf einen bessern weg zu brin-gen ; allein er antwortete: es wurden der tafeln noch vielmehr seyn, wenn auch von denen allen eine da hicnge,welche ,hres gelübdes ohngeachter ertruncken waren.Als er selbst bey ungewitter auf der see fuhr, und die erschro-ckene schiffet sich selbst die schuld gaben, baß sie einen solchengottes-verachter auf bas schiff genommen hätten, wiese er ihnenandere schiffe, die in gleicher gefahr waren , und fragte sie:ob auch die den Diagoras aufhätten? Cicero bringet et-liche stücke bey, die von feiner gottlosigkeit zeugen können. Erwar ein sclave, soll aber wegen seines herrlichen Verstandes vondem Philofopho Democrito erkauft, und mit der freyheil vonihm beschenckt worden seyn. Diodor. Sicul. lib. XIII. c. 6 . Ci cero , üb. I. de nat. Deor. JElianus , hist. lib. II. c. 2;. Dioge nes Laertius , lib. VI. n. 59. Sext. Empyrtcus , advers. Mathe-*iat. Tatianus, orat. cont. Graecos. Suidas in Mayc^tts. Vos-fius , de Hilt. Graec. lib. IV. c. 2. Bayle.
Diagoras , ein berühmter fechtet in der insul Rhodus , waraus einem geschlechte entsprossen , darinnen man viele ansehn-liche leuthe ausweisen konnte. Sein vatter Damagetus hattezum groß-vatter Damagetum , König von Jalisus auf der insulRhodus , und zur groß-multer eine lochtet des berühmten Mes,seniers Aristomenes . Von vätterlicher feite konnte er sein ge-schlechte von Tlepolemo, dem Urheber der Rhodier , ja vomJupiter selbst herleiten. Er hat zweymal in den Rhodischen,viermal in den Jsthimschen, zweymal in den Nemeischen, in-aleichen zu Athen , zu ArgoS, in Arcadien, in Theben, in denBöotischen, auf der insul Egino, sechsmal in den Pellenischen,.in den Megarischen und endltch.in der EXXIX. Olympiade inden Olympischen spielen gesieget. Seine öftern siege in denGriechischen spielen, welche Pindarus weitläustig erzehlet, wen-deten jedermans äugen auf ihn. Als seine söhne und enckel diesieges-crone mit alles volcks glückwunsch erhielten, soll er einesolche freube darüber empfunden haben, daß er eines gähen to-des gestorben , wiewol dieses letztere von andern nicht unbillichin zweifel gezogen wird. Puujdn. lib. IV. & VI. Aul. Geüius ,noct. Att. lib. III. c. 15. Cicero , Tusc. I. Plutarcbus , in Pe-lopida. I’indar. ode VII. Olymp. &c. Bayle,
* Dtala « ein grosser fluß in Persien , in der provintz Ierak,der sich unweit der stabt Bassora in bei« Tiger ergeußt. Tbeve.not, voyage d’Orient P. II. liv. I. ch. 14.
Diamand, (le) eine grosse klippe nahe bey der küste vonMcwtinique, von welchem sie durch eine meer-enge, so eineweile breit ist , geschieden wirb. Es befindet sich daselbst einegrosse menge vögel, welche sich öfters wie eine dicke wolcke aufdie schiffe niederlassen.
* Diamantibus , (Matthäus de) aus Pistoja, und an.fangs Ganonicus daselbst , war ein enckel Andreä de Bocca-gnis, dem er hernach an. 1400. im Bißthnm seiner geburts,statt succebirte. Er wurde bey Bonifacio IX. verschiedener gott-losigkeiten wegen angeklaget, aber unschuldig befunden, undfrey gesprochen. An. 1415. wohnte er dem Goneilio zu Cost-vitz bey . Seine gelehrsamkeit hatte ihn so berühmt gemacht,daß man seinem ausspruch die meisten appellationö-sachen über-ließ , die auf dem Synodo wären auszumachen gewesen. Erstarb an. 142;. Biovius, annal. eccl. tom. XVI. Ugheüus ,Ital. sacr. tom. III. p. 306.
DIAMASTIGOSIS, eine art der feste und opfer bey denLacedämoniern, dabey man die vornehmen kinder um den fußdes altars der Dianä Orthije herum peitschte, und zwar in ge-genwart ihrer eitern, welche selbige anmahnten, die streiche nurttipfer auszuhalten. Der zweck war, sie bey zeiten zu geweh,nen, die schmertzen der streichen und wunden leicht zu ertragen,um sie also zum krieg auszuhärten. Viele fielen ehe todt nieder,als sie sich über die erleidende schmertzen beschweren wollten,welche hernach auf Unkosten der stadt, mit kräntzen aufdem Hauptznr erde bestattet < auch wol mit bild - säulen beehret wurden.Die am längsten aushielten, wurden ßomonica: genennet. Pbi-
loßrat . in vita Apollonii. Vlutarcb. instit. Lact. Lucian. deGymn. Tert. ad Mart. Stmplic. in Epict. Stat. Theb. IV. & adeum Lutat. &c.
* Diamber, eine Indianische stadt in dem Königreich Co»chin , den Christen zuständig, allwo zuweilen ihre Bischöffe re«sidiren. Der Ertz-Bischoff von Goa , Aleris de Menezes, wel-cher diese ktrche unter den Römischen stuhl zu bringen bemühetwar, hielt daselbst zu diesem ende an. 1599. einen Synodum.La Croze , hist. du Ghristianisine des Indes. Martiniire.
Diana, war bey den Hevden die göttin der jagerev, undwurde vor des Iovis und der Latonä lochtet gehalten. Sie füh-ret gemeiniglich drey nahmen, nemlich, daß sie in der Hölle He,cate, auf erden Diana, und im Himmel Luna ober Phöbe ge-nennet wird. Die gebührenden weibcr verehrten sie unter demnahmen Junoms Luciua. Sie hatte viel tempel, unter welchender Ephesinitche der berühmteste war, und unter die wunder,wercke der weit gezehlet wurde; wie denn alle provintzen inKlein-Asien länger als 200. jähr an dessen bau sollen geholffenhaben. Es waren 420. Pfeiler darinnen, die von eben so vielenKönigen erbauet worden. Endlich brannte er A.U. 39g. Olymp.CVI. an eben bemselbigen tage ab, da Alexander M. qeböhrenwurde. Die ausleget der poetischen fabeln beuten alles, wasvon dieser göttin gejchrieben ist, auf den mond. Ovid. metam.lib. 111 . Heßod. in Theog. Plinius , lib. VII. c. j 8. lib. XVI.c. 40. D iodor. Sicu!. lib. XVI. bibl. Solinus. Eufebius, / lutar.chus. Pausanias . Strabo . Aul. GeUius, lib. II. noch Attic. c. 6.
Diana, , Hertzogin von Angouleme, war eine natürliche undlegitumrte tochter Königs Henrici II. von Franckreich , welche ermit der Philipp«, des Ducs , Frauen von Coni in Premont, qe-zeugel. Der Kvnig Franciseus II. astimirte sie wegen ihresVerstandes gar sehr, und weil sie ein «„gemein gedächtnis hatte,ließ man sie Italiänisch und Smmisch , wie auch ein wenig La-tein lernen. Ihr vatter vermählte sie an. i;;;. mit HoratioFarnese, Hertzoge von Castro, dem junqern söhne Petri Ludo.vici, Hertzogs von Parma; allein dieser Printz von grosser Hoff-nung , büßte sechs monat nach seinem beylager bey beschüyunades schlosses zu Hesdi» sein leben ein. WorausDiana sich zumandern mal an. 1557. mit Francisco, Hertzoge von Montmo.reney, Pair und Marschall von Franckreich, dem ältern söhneAnna, Connetable von Franckreich, vermählte, mit ihm abernur einen einzigen soh» zeugte, der bald nach der geburl starb.Sie hatte an dem ungeinach , welches Franckreich bey den in-nerlichen kriegen ausstehen muste, einen grossen theil, und trugauch etwas barzu bey, daß der König Henricns III. mit dem Kö-nige von Navarra , nachgehends Hcnricus IV. genannt, verei-nigt wurde. Sie begab sich aus Paris , weil sie das vorhabender Eigne nicht billigen wollte, und starb endlich in derselbenstadt den n. jan. an. 1619. im gc>. jähre ihres alkers. Thaun.bist. Sammarth. histor. gen. Cojie , elog. des Dames. Bran-tome. &C.
Diana, oder Diana Mantuana , war von Volterra , lebteum das jähr 1566. zu Mantua , und war eine tochter IohanuisBaptistä Mantuani. Sie hat durch ihre stücke, so m kupsergestochen, einen grossen rühm zuwege gebracht. Vaßm , vitedei Pittori.
Diana, (Antonius ) Clericus regularis von Palermo inSicilten, lebte an. i6;o. unter dem Papste Innocentio X.und schrieb llesolutionurn Moralium partes XII.; Summam Re- >solutionum, &c.
* Diano, ein Italiänischer flecken in dem Genuesischen ,vhnfern Oneglia, drey stunden von Albenga. Es ist ein andererort dieses nahmens in dem Savoyischen Montferrat, einestunde von Alba südwärts , und ein dritter in dem Prineipatueiteriore , 4. stunden von Policastro, gegen norden. Dieserletzte ist, wo insgemein der Bischoff von Capaccio zu residi-ren pfleget. Buudrtmd.
* Diano, (Gaspar de) deS hernach folgenden Nicolaibruders Jacobi söhn, hatte in den Rechten und andern theilender gelehrsamkeit sich wchl umgesehen, wurde an. 1412. Bi-schoff in seiner vatter-stadt Teano , besaß aber wegen entstan.denen spaltnngen nur den blossen titul, erhielt auch die conse-eration nicht. An. 1422. machte ihn Martinus V. zum Ertz-Bischoff von Compsa, und Eugenius IV. dessen Vkatius ereine zeitlang gewesen, versetzte ihn an. 1418. in das Ertz-Biß-thum NeapoliS. In dem darauf folgenden jähre wohnte erdem Goneilio zu Florentz bey, bekain nachgehends das Gou-vernement von Perugia , wurde vom König Alphonso I. den eran. 144z. bey seinem einzuge in Neapolis mit der gantzen Geist,lichkeit und allem volck eingeholet, zum geheimen Raths-Präsi,deuten gemacht, und starb in seiner Ertz-Bischöfflichen residentzden 29. april an. 1450. Seine gemachte Gonstitutiones sind imdruck erschienen. Von dieser familie Diano aber hat Terrantesde Marra eine eigene beschreibung heraus gegeben. Ugbeüus ,Ital. sacr. tom. VI. p. 571. 818. VII. p. 917.
* Diano , (Nic.de) Ertz-Bischoff zu Neapolis, war auseiner vornehmen und sehr ansthnlichen familie zu Teano ,und ein bruder Jacobi, der bey dem König in Ungarn , Ladis ,lao, Chambellan war. Er verwaltete anfangs von an. 139).an das Bißthmn in seiner vatter-stadt, und weil er einen gros-sen verstand neben vieler staats-erfahrenheit besaß, machte ihnerwehnter LadislauS zu seinem geheimen Rath, Gregorius