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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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belagert und erobert worden ftyn. Es gehöret den erben deSan. 1702. verstorbenen Königs Wilhelmk III. m Engelland. Zeti-ieri topogr. circ. Burg.

<T)iest, (von) eine Freyherrliche Niederländische familie,deren stamm - Haus das schloß und Herrschasst Diest Zwilchendicken und Laie» ist. Johann von Dicst war an. i;-;.BMoffzuUtttcht. Friedrich Wilhelm, Freyherr von Hemb,Herr von Tieffinga , und Dom-Probst zu Utrecht , hat an.1702. die Herrschasst Dorn gekauft., Richard ist an. 1707.Königlich-Preußischer Resident zu Coln gewesen; wegen fer-nes Reformirten religions - exerotn ist allda ein grosser tu-mult und weitläufiger Handel entstanden. Tr. de la NoblessedUtrecht . Hüdners htstor. suppl. 1. *

* tz>iest , (Henricus) ein voÄor Theolog!* aus der Marck,war eMrch Prediger zu Emmerich, hernach Professor Theo-log!* & Lingu* Hebr. zu Harderwlck , und endlich Professorzu Devenler. Er starb den 17. iunii an. 167;. in seinem 78.jähre. Von seinen schriften sind bekannt : Mellificium Cate-cheticum ; Theologia Biblica ; Enchiridion Theologicum ;Analyfis Apocalypfeos; Conciones poenitentiales, funebres&c. Harderwlck 16;?. Witte, biogr.

Dietenberg , (Johann) ein Prediger-Mönch, gebürtig ausdem flecken Dietenberg, nahe bey Höchst , im Erb - BtßthumMayntz gelegen. In seiner jugend begab er sich in den Pre-diger - orden, wurde Lector Theologis in dem Prediger-klo-ster zu Franckfurt, und an. i$oo. Doctor Theolog!* zuMayntz. Als nachgehcnds Lutherus die Bibel in die TeutsclJspräche übersetzet hatte, nahm Dietenberg auf anderer begeh-ren eben dergleichen arbeit über sich, und verfertigte diejeni-

S e Teutsche Übersetzung der Bibel, welche von den Catholi-hen gebraucht wird. Er schrieb auch Fr*num Lutheranorum,ingleichen de Divortio , wie auch wider Lutherum von den klo-ster-gelübden, und starb zu Mayntz an. i;h. Serarii Mo-gunt. lib. I. c. 40 . p. i77·

* Dieterich, ursprünglich ein Frießländer. Er war tapferund adeliches Herkommens, und bekam ungefehr im jährChristi 900. von Carolo Simplice , König in Franckreich,unter dem titul einer Graffchafft, einen theil von Frießland und Holland , welche länder damals wegen den vielen einfäl-len der Normänner fast verlassen waren; deswegen ward ihrnvon Carolo diese Graffchafft anvertrauet, mit bedinge, sie widerdie Normänner zu beschützen, so, wie damals die Comites al-lezeit auf diesen fuß ihre Grafschafften bekamen, und Grase zuseyn eine gattung richterliches amt bedeutete, welchem dasmerum imperium und die krieges-macht bengefüget worden.Auf diese weise hat Fricßland und West-Frießtand den nahmeneiner Graffchafft behalten bis auf Dietrich den fünften diesesnahmens, und diese Grafen haben beneben Frießland annochHolland, Seeland , und das meiste land bis nach Nimwe-gen besessen, so weit ungefehr, als sich das alte Friesische Kö-nigreich erstrecket hat. Nach der Hand nahmen diese Grasenden titul als Grafen von Holland an. Gcorgii Hormi orbisimperans. Hofmanni Lexic. Univ.

DiWchuis., oder Dietherus , Ertz-Bifchoff zu Mayntz,stamlnte aus dem geschlechte der Grafen von Jsenburg und-dinaen her, und war ein söhn Francisci und Margarethä,Gräfin von Catzenelnbogen. An. 145;. wurde er Custos deshohen Stifts zu Mayntz, und als an. 1416. der Ertz-Bischoffvon Trier Iacobus, Freyherr von Sirck, gestorben, suchteer durch grosses gelb dieses Ertz-Bißthum zu erhalten; weilihm aber solches nicht angieng, versuchte er es bey dem Ertz,Stifte Mayntz , nachdem der Ertz - Bischoff Theodoricus ,Herr von Erpach, an. 1459. gestorben. Es war zugleich indieser wähl Adolphus, Graf von Nassau , doch weil Diethc-rus eine stimme mehr hatte, erhielt er im gedachten jähredas Ertz-Bißthum. Er bekam auch endlich von dem Papstdie consirmation, doch mit dem bedinge, daß er innerhalb ei-nem jähre nach Rom kommen sollte, welches er aber nichthielt, sondern in allen stücken nach seinem willen lebte, unddie kirche zu Mayntz in grosse schulden verwickelte. Er siengauch gar an. 1460. mit etlichen benachbarten Fürsten und Bi-schöffen einen krieg wider Psaltzgraf Friedrich den siegreichenan, weil selbiger es mit GrafAdvlphen von Nassau gehalten.Es wurde aber, nachdem einige örter belagert und eingenom-men , durch Vermittelung Wilhelmi, Landgrafen von Hessen ,friede geschloffen , und der Ertz-Bischoff bey dem Papst übelangegeben , auch von demselben die consirmation wtderruf-fen; dahero Dietherus an baS zukünftige Concilium appellir-te , und verschiedene dinge wider den Papst vorhatte, welcherihn dcshalbcn ab-und im aug. an. 1461. Adolphum , Gra-fen von Nassau, an seine'stelle einsetzte. Dahero zwischen die-sen beyden Ertz - Bischöffen lange zeit gestritten wurde, undbrachte Dietherus Fridericum, beygenannt den sieghafften,Churfürsten von der Pfaltz, der sonst wider ihn war, auf sei-ne fette. Es geschahe auch an. 1462. bey Scckenheim zwischenvfyden varteyen eine merckwürdige schlacht. ES ist hieraus vonChur-Mayntz an. 146;. die bergstrassc vor 100000. güldenversetzt worden. Wegen dieser unruhe thatder Papst Diekherum und Fridericum in bann. Endlichwurde an. 146;. durch den Päpstlichen Legaten und denErtz - Bischoff zu Cöln friede geschloffen, Adolphs das Ertz-

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Bißthum überlassen, Dieterico aber einige örter zu seinemunterhalt eingeräumet; worauf Adolphus dieser kirche 1;. fahrvorgestanden, und an. 1475.' gestorben, da denn Dietheruszum andern mal am tage Martini zum Ertz-Bischoff erwehletworden. Er hat das schloß zu Mayntz, die St. Martins bürg,von neuem gebauet, welches aber an. 1481. durch das feuerwiederum verzehret worden , worbey er bey nahe selbst um daSleben gekommen wäre, er hat es aber alsobald von steinenwiederum aufführen lassen. Desgleichen hat er die Universitätgestiftet, auch verschiedene versetzte städte und dörfer eingelö-set , und ist an. 1482. zu Aschaffcnburg gestorben. Syivnu ,in Comment. Trithemiut , in chron. Sponh. & in gestisFrid.I. Comitis Palat. & Freberur ,in not. ad n. 1 . Abtat Urspergt-nf.paralipom. Nauc/eri vol. II. chron. generat. 49. Mutius , inchron. German. lib. XXIX. Pauboiz , in chron. Bovar. Mün.ßeri cosraogr. lib· III. de Germ. Serarii Mogunt. lib. V.p.$7v Lehmanns Speyer.chron. Hel-veicb. Mogunt. devicta.

Dietericus, (Conradus) wurde den 9. jan. an. zuGemünde in Hessen gebohren. Sein vatter, Nicolaus Die,tericus, war Amtmann daselbst, der aber vorher in kriegs-dien-sten gestanden , und in dem Schmalkaldischen kriege bey Lndo-vico, Landgrafen von Hessen , wohl gelitten gewesen. Dengründ seiner studien legte er theils zu hause, theils zu Mar-purg, und trat an. 1591. eine reise an, einige merckwürdigeörter in Teutschland , Ungarn und Böhmen zu befthen. Hier-auf kehrte er wieder nach Marpurg, und continuirte seine Ilu-dia Philosophien und Theologien , nahm auch dergestalt dar,innen zu, daß er an. iC9t. Baccalaureua und Magister Philo-sophi* wurde, da er sich dann nachgehcnds hauptsächlich aufdas studium Theologicum legte. An. 1599. berief ihn derGraf von Solms, Johannes Georgius , nach Laubach , undwurde er bey dessen söhne Philippo, wie auch bey dem Land,grasen von Hessen , Mauritio, zum Feld - Prediger verordnet.In diesem amte reisete er durch Hessen , Westphalen und Gel,dern; allein, da besagter Graf Philipp erschossen wurde, kehr-te er wiederum zu dessen vatter, und erhielte, seinem verlan-gen nach, seine beurlaubung. Also kam er wieder nach Mar­ purg , woselbst er auf befehl des Landgrafen, Ludovici des äl-tern , zum Unter-Viacono verordnet wurde. Endlich als manan. 160;. die kirche zu Marpurg reformirte, kam er nebst an-dern nach Giessen, woselbst man eine neue Universität aufge-richtet , und ward daselbst Theolog!* Professor. In dieserfunction blieb er 9. jähr, bis ihn an. 1614. die stadt Ulm zumSuperintendenten berief. - An diesem orte wurde durch feinesorgfalt an. 1620. das Gymnasium gestiftet, dessen Directorer 17. jähr mit sonderbarem rühm gewesen. Endlich starb erdaselbst den 22. mertz an. 16)9. Unter seinen schriften sindsonderlich bekannt: Analyfis Logica Evangeliorum Dominica-lium & festivalium ; lnstitutiones Logic* , Oratoris & Rhe-toric® ; lnstitutiones Catechetic® ; Predigten über das Buchder Weisheit, über den Prediger Salomonis, über die Buß-Psalmen , rc. Witte, memor. Th. dec. IV. p. 4^. scq. jt.biogr. Freker. theatr . Caroli , memor. eccles. s*c. XVII. lib.V. p. 94;. &c.

Dietericus , (Johannes Conradus) war zu Butzbach den19. jan. an. 1612. gebohren. Sein vatter , Joh. Dietericus,des vorgedachten Conradi Dieterici bruder, war erstlich Pfar-rer zu Butzbach , und letztlich Superintendent zu Giessen.Nachdem er in unterschiedenen schulen den gründ seiner stu-dien gelegt, continuirte er selbige zu Marpurg , Straßburg und Jena , und zwar nach Jena kam er an. 16)4. und leg.te sich insonderheit auf die Philosophie, sprachen und anti»guttäten, verfertigte auch eine differtation de Usu LectionisScriptorum profanorum in Scriptura S. , welche er an. iüz^.unter Dilherri pr*iidio hielt. Hierauf that er eine reise nachHolland , und machte sich mit Voßio, Barläo, Boxhornio,Heinsio und andern berühmten männern bekannt, blieb aucheine Zeitlang zu Leiden, um sich der öffentlichen bidliothcckdaselbst zu bedienen, und die Profcssores zu hören. Bon ban-nen reisete er nach Dänemarck, die Gelehrten zu Coppenha-gen und Sora zu sprechen; und endlich nach Preussen, all-wo er sich zu Königsberg einige zeit aufhielt. Ehe er wie-der nach Hause kehrte, erlangte er an. 16,9. die Magister,würde, und wurde auch noch in selbigem jähre zum Professorder Griechischen spräche und der Historie von Georgio II.Landgrafen zu Hessen , verordnet. Er legte sich aber dabe»auch auf die Medicin, davon die von ihm illustrirtc Apho-rifmi Hippocratis, ingleichen das Jatrion Hippocraticum zurgnüge zeugen. Unterdessen entstunden in Hessen die streitig-keiten zwischen den Fürstlichen Häusern , da er zwar von sei-nem Herrn nach Hofe beruffe» wurde, das Archiv in ord,nung zu bringen. Allem, er erlangte endlich die freyheit,sich nach Hamburg zu begeben , welches er auch an. 1647. that,um daselbst in ruhe zu leben , und zugleich seine bibliotheck zuvermehren , bis sich die troublen in Hessen gelegt hatten. An.16z;. kam er nach Giessen, nachdem die Universität daselbstausgerichtet war, und sich viele andere von Marpurg dahin be,geben hatten. Hieselbst verwaltete er seine vorige Profession mitsonderbarem rühm, bis er endlich an. 1667. im 55. jähre seinesalters starb. In was vor Hochachtung derseldige sowol beyandern, als insonderheit bey Johanne Chrisiiano i Baron von

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