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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Boineburq, gewesen , bezeugen die episteln,. welche jetztgedach-ter Baron an ihn geschrieben , und Meelfuhrer an. 170;. andas licht gestellet hat. Man hat von ihm unterschledene schuf-ten , worunter sonderlich bekannt Antiquitates Bibhca:, dieJohannes Justus Pistorius nach des Dieterici tode heraus ge-geben ; Breviarium iiistorieum & geographicum ; BreviariumPontificum; Discursus historico-politicus de Peregrinatione Stu-diorum; Graecia exulans, s. de Infelicitate superioris saeculi,in Graecarum literarum ignoratione; Antiquitates Roman* ,und andere. Witte , mem. Philos. dec. VII. it. diar. biogr.Freherus , in theatr. P. IV.

* Dietericus , (Helvicus) ein Doölor Medicin* aus Hestsen, war erstlich Heßischer, hernach Brandenburgischer , undendlich Königlicher Dänischer Leib - Medicus. Er starb an.;6. und schrieb Elogium Planetarum caelestium & terre-strium Macrocosini & Microcoßni , Straßburg 1627. in 8.Responsa Medica de acidulis Swalbacensibus ; PuerperiumMartis. Witte , biogr. AH. Mal. Bereitn. dec. II. vo-lum. IX.

* Dietericus , (Joh. Wolfgang) war zu Tübingen an.;6. den 8. nov. gebohren. Nachdem er in seiner vatter-stadt studiret, ward er anfangs Diaconus zu Goppiugen, her-nach zu Stuttgard , folgends Decanus zu Neustadt , und dar-auf zu Vaihingen Superintendent, folgends zu Stuttgard Hof-Prediger , und Assessor des Consistorii , endlich Praeposltus undGeneral - Superintendent in Denckendorff. Er starb den 27.sept. an. 1706. in dem 70. jähre seines alters , und 4;. seinesamts. Fijchlmi memorab. Theol. "Würtenb.

* Dietericus, (Samuel) gebohren an. 1657. den n. jan.zu Templin in der Ucker - Marck, studirte zu Rnpin, Berlin ,Leipzig und Wittenberg , wurde daselbst an. 1676. Magister,an. 1678. Rector ju Havelberg , an. 168°. Prediger in Aulo-fen uud Deutsch, an. 1690. Pastor und Inspector zu St. Ru-pin, starb daselbst an. 1697. und ließ Programmata ; Pest -pre-digten ; Sendschreiben von dem alten und neuen Avendseischenerdfall ; Homiletische quellen ; Gornu Copiae DisquisitionumHomileticarum ; Gedächtnis - kunst ; Pastorem extempora-neum ; Theologiam Eusebianam ; Panaretum , oder Haus-Zucht-und Tugend-büchlein. Mart. Dieterich, in der Nach-richt von den Grafen zu Lindow und Rupin.

Dieterlin, (Wendelinus) war ein fürtreflicher mahler undBaumeister zu Straßburg , welcher verschiedene gute Archite-ktur - bücher in den druck gegeben hat. Sandrarti Acad. P. II.

lib. III. p. ;10. *

Dietfurt , ein feines Bayerisches städtlein im BißthumAichstädt, wo der fluß Laler und die Altmül zusammen kom-men , hat ein eigen Land-gericht, und ein Franciscancr - klo-ster. An. 170;. wurde der Kayserliche General Styrum vonden Bayern um diese gegend geschlagen. Chur-Bayern, p.;22.

Dietfurth , eine adeliche familie, welche in dem Stift Gan«dersheim in dem Braunschweigischen floriret. Deren stamm-haus Dietfurth liegt an der Bode im Quedlinburgischen , undgehört zur Abtey Quedlinburg. Heinrich von Dietfurth istErb-Marschall des Stifts Quedlinburg gewesen. Dessen söhnHans hat an. 1209. als Schaumburgifcher Rath und Land-Drost zu Stadthagen gelebet. MSt. geneal. fam. nob.

Dietherus, siehe Dietericus.

Diethmar, siehe Ditmar.

Diethmarfen , siehe Ditmarfchen.

* Dietho, Dieth, Dioto, Ehioto, oder Theodo, voneinigen auch Dieterich genannt, Bifchoff zu Würtzburg,soll nach den gemeinen Chronicis ein Mönch zu Neustadt gewe-sen seyn, weil aber in den ältesten Nachrichten nichts davonzu finden, hält von Eckhard rer. Franc. XXXIII. I. vor wahr-scheinlicher , daß er Abt daselbst gewesen , als er im jähr Chri-sti 908. zur Bischofflichen würde erhoben wurde. Im ,ahrChristi 91?. hielt sich der Kayser bey ihm fast den gantzen som-mer über zu Wurtzburg auf, und Dietho erlangte bey diesergelcgenheit unterschiedene privilegia vor sein Stift. Er starbIM jähr Christi 91 *. den 1?. ott. Ab Eckhard , 1 . c. XXXIII.42.Unter ihm fielen die Hunnen in Deutschland ein , welche auchdie stadt Würtzburg eroberten. Jngleichen brannte zu seinerzeit im jähr Christi 922. das Dom-Stift ab. Friesens Histo-rie der Bifchöffe zu Würtzburg , in Ludwigs Wurtzb.gefchlcht-fchreibern, p. 450. seqq.

D'etickon, ist ein dorf mit zugehöriger Vogtey , eine Mei-le unter der stadt Zürich , auf der lincken feite der Limmat gelegen , in die Graffchasst Baden gehörig. War vormalsrme sonderbare Herrschafft und alte Reichs-lehn der Grafenvon Habspurg , welche selbige an. 1259. an das kloster Wet-tmgen um 540. marck sicher verkauft haben. Aber an. 1414.kam sie im Conciliums-kriege an Zürich , und folglich an diesieben alten Orte. Stumpf lib. VI. P . 169. b. AZgid. Tscbudy.chron. Mscr. P. I. ad an. 1259. * J J

Dietrich, siehe Cheodoricus.

Dietrich, (Theodoricus) Marggraf zu Missen und Land-graf m Thurmgen, wurde wegen seiner starcken leides -statnrder fette beygenannt. Sein vatter war Heinrich der erleuch-

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tete, die mutier aber Constantia , Hertzogs Leopoldi vonOesterreich tochter. Als sein bruder, Albrecht der unarti-ge , seine gemahlin verstossen, nahm er dessen Printzen, Frie-drichen und Dietzemannen, zu sich, und ließ sie nebst seinemsöhne auferziehen , wodurch er zugleich den deynahmen desweisen soll erworben haben. In seiner jugend gieng er nachPreussen, trat in den Creutz-orden, und legte unterschiedlicheproben seiner tapferkeit ab. Nach 4. jähren kam er wie-der zurück, und gerieth mit dem Ertz-Bischoff zu Magde­ burg , Erico, in grosse weitläuftigkeit. Dieser war mit sei-nem bruder Ottone, Marggrafen zu Brandenburg , an. 1276.in Thüringen eingefallen, von Albrechten aber mit Verlust zu-rück getrieben worden, welches jenen dergestalt verdrossen,daß er von der zeit an nichts mehr wünschte, als sich andem Landgrafen in Thüringen zu rächen. Weil es sich aberöffentlich nicht wollte thun lassen, fieng er es hinterlWekkvei-fe an : Denn als er nebst den Fürsten zu Anhalt , Siegfrie-den und Bernharden, das dem Grafen von Falckenstein zu-gehörige schloß Reine an. 1282. belagerte, ersuchte er Marg-graf Dietrichen und seinen bruder Albrechten', ihnen mit ei-nigem volcke beyzustehen ; da denn Dietrich in eigenerperson , an Albrechts statt aber dessen söhn Friedrich ihnenmit einigen trouppen zu hülffe kamen. Indem sie sich aberalles guten versahen, nahm der Ertz-Bischoff Dietrichen,nebst seinem Vetter und einem Burggrafen von Leißnig , ge-fangen , und setzte jenen auf das schloß Werben , diese aberauf Lippene. Dietrich muste sich mit einer grossen summagelbes lösen; allein Friedrich entkam nebst dem Grafen vonLeißnig aus dem gefangnis, und fielen darauf das Fürsten -thum Anhalt an, steckten Cöthen in brand , und rissen diemauer nieder , nahmen auch Delitsch und Bitterfeld ein,das Haus Werben aber machten sie dem erdboden gleich, wor-auf es wieder zum frieden kam. Dietrich starb hierauf an.i28z. und wurde zu Seuselitz in dem von ihm neu-erbau-ten kloster begraben. Mit seiner gemahlin Helena , Marg-graf Johannis zu Brandenburg tochter, zeugte er Friedri-chen , welchen man wegen seiner schweren junge Tatta oderTeutha genennet. Derselbe starb an. 1291. als er beyHirschstein auf der jagd vergiftete kirschen empfangen hatte,und hinterließ von seiner gemahlin , Hildegard aus Bayern ,keine erben. Mit seinen vettern, Marggrafen Friedrichenund Dietzemannen , hatte er zu Erfurt einen vergleich auf-gerichtet , daß einer des andern land auf erledigten fall er,ben sollte ; es scheinet aber, daß er ihnen noch bey leb-zeiten das Marggrafthum Meissen abgetreten, indem dereine bereits an. 1290. von dem Kayfer damit belehnt worden.Albini Meifn. land - chr. p. 222.2;?. 406. Ziesleri schaupl.Beckmanns Anh. bist.

Dietrich III. Marggraf zu Meissen , war ein söhn Otto-nis des reichen , welchen derselbe mit Hedwig, Älberti IMChurfürsten zu Brandenburg tochter, gezeuget hatte. Seinbruder Albrecht der stoltze, welchem die gemachte vätterlichelandes-theilung nicht anstund , nöthigte ihn mit der Graf -schafft Weissenfels vorlieb zu nehmen, wiewol er ihm dieselbeauch bald wieder entzog , und dadurch verursachte^.daß erin Thüringen fliehen, und sich mit dem nahmen Exul bele-gen lassen muste. Hier ersuchte er den Landgrafen Her-mann um beystand, und erhielt endlich denselben, dochmit der bedingung, daß er sich mit dessen tochter Judith,die nicht sonderlich schön war, und dazu triefende äugenhalte, vermählen muste. Nachdem er solcher gestalt wiederzu dem seinigen gekommen, zog er mit dem Kayfer Hem-co VI. in Syrien wider die Saracenen zu selbe, und hielt sichbey allen begebenherten ungemein tapfer. Mitlerweile starbsein bruder ohne männliche erben, und da fiel ihm das gan-tze Marggrafthum Meissen, nebst dem Osterlande, heim.Doch diese erbschafft wurde ihm anfangs zienilich schwer ge-macht. Denn weil der Kayfer längst auf Meissen wegender reichen silber - bergwercke ein äuge gehabt hatte, so truger kein bedencken , ihm nach dem leben zu stehen, wie erdenn zu dem ende unterschiedliche meuchel - mörder bestellte,auch feine eigene bediente bestochen hatte. Doch Dietrichsahe sich so wohl vor, daß man ihm nicht beykommen konnte,und bey seiner abreise aus Syrien bediente er sich einer besondernlist, indem er sich in ein faß spinden, und zu schiffe tragenließ. Solcher gestalt langte er glücklich in Meissen an, fandaber das gantze land mit Kayserlichen Voigten besetzet, wel-che er durch huiffe seines schwieger-vatters fortjagte, und weilder Kayfer ;. jähr hernach starb, sich keiner mache zu besor-gen hatte. Bey der darauf erfolgten neuen Kayser-wahl hielter es mit denjenigen, welche ihre stimme Philippo, KaystrsHennci VI. bruder, gaben, ungeachtet er wohl wußte, da«fein schwieger-vatter sowol als sein schwager, Primislaus, Ko-mg in Bohmen, aufOttonis IV. Hertzogs zu Braunschweig ,seile stunden. Es nahm aber solches der gedachte König so übel,daß er ihm deswegen seine schwester Adelam, die er zur ge-mahiin hatte, nach Hause schickte, und dabey sagen ließ : weilsie nicht freunde seyn könnten, wollten sie auch nicht schwägerseyn. Nicht lange hernach gerieth Dietrich mit seinen eigenenUnterthanen in grosse Verdrießlichkeit. Denn nachdem erunterhalb Meissen , nahe an der Elbe ein kloster zum heiligencreutz erbauet hatte, wollte er ein gleiches zu Leipzig bewerckstel-