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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Dietrichstein aus gleicher ursirche dahin ab, und weil damalsh<>m (fnntiit ein 6tß'£>ce6o3 gebohren worden, muste er beyibm ru aevattern sieben, m. i machte ihn König Maxi.mllianus m sechem obersten Cämmerer mit dieser bedmgung,daß er mit^semen beyden älteste» söhnen, den Ertz-LertzogenRudolvho und Ernesto, reisen, und ihm das Ober-Cämmerer-<unt vorbehalten werden sollte. Ein wenig vor beyder Ertz-Hertzoae aufbruch , ernennete ihn der Kayser zu semem Ge-chndten an den Spanischen Hof, und MaximManus bestätigteIhn nach des KaN Ferdinandi absterben darzu, welche Ambas-fade er rühmlich abgeleget. An. 15 « 9 . erhielt er von dem Komgeden Ritter-orden von Calatrava samt der (.ommenda Manltz,und hatte er diese zeit über grosse müheden Kayser Marimv-litw und den König Philippum, so mit eigenhändigen schreibenwegen verstattung des freyen religions-exerciti, bey den Oester-reichischen Ständen hart an einander gekommen, wieder mante Verständnis zu bringen. Dergleichen fleiß brauchte er auch,n den Niederländischen unruhen , indem der Konig mit ,chärfewider die Protestanten verfahren ließ, der Kayser aber der mey-minq war, daß man mehr mit nachsehen und gelinden Mittelnausrichten würde. An. 157;. brachte er seine beyde Ertz-Ler.tzoge aus Spanien wieder in Teutschland und an den Kayserl.Hof mit solchem rühm , daß nicht allein die Kay,erlichen ei-tern darüber eine grosse freude, und die Unterthanen einen gros-sen tröst hatten, sondern auch Papst Pius V. ihm aus eigenemantrieb ein gratulations-schreiben deswegen zuschickte. Er waraber kaum allda angelanget, als er schon wieder als Ambassa-dor an den Spanischen Hof, nachdem er vorher geheimerRath worden, gehen muste, jedoch mit vorbehält seines ober-sten Cämmerer-amts bey dem Kayser und der obersten Hofmei-sters-stelle bey dem Ertz-Hertzoge Rudolphv. Noch selbigesjähr berufte ihn der Kayser wieder zu sich, da der Konig Phi-lippus ihn bestens recommendiret, und ihm eine lange in-struction von eigener Hand, was er dem Kayser seinetwegenvorbringen sollte, mitgegeben. An. 1572. hielt er sich bey derUngarischen crönung Rüdvlphi sehr wohl, und bewies denStänden durch eine stattliche schrift, daß sie schuldig gewesen,den Ertz-Hertzog Rudolphum noch bey lebzeiten seines vatters,worüber es einige schwierigkeiten gesetzt, als einen erben an-zunehmen. An. 1575. siel die Herrschaft Niclasburg in Mäh­ ren ( so die Herren von Lichtenstein über 200. jähr gehabt ,und hernach denen von Keretschim verkaufet) durch abster-ben Christophs von Keretschim , als letzten gedachten ge-schlechts, dem Kayser Maximilians als ein lehen heim, womitder Kayser ihn belehnte, und mit eigener Hand die Verord-nung that, daß die Böhmische erpedition dieses lehn frey ma-chen sollte , worauf er zum Böhmischen und Mährischen Land-mann angenommen wurde. Eben dieses jähr setzte er eineschrift wegen der erblichen gerechtigkeit ans Königreich Böhmen auf, und stellte sie dem Könige Rudolphv zu, wohnte auchdesselben Römischer crönung als sein oberster Hofmeister bey,und behielt das oberste Hofmeister-amt bis an fein ende. Alser an. r zgo. seine Unterthanen zu Niclasburg reformiret, gra-lulirte ihm der Papst Gregorius XIII. durch unterschiedlicheschreiben dazu. An. 158z. ward er samt seinem söhne Maximilia-no zum Ungarischen Landmann angenommen. An. 1588.hatte er gar viel mit der erledigung Ertz-Hertzogs Marimi-jiani in Polen zu thun, und hielt den Spanischen hierzu depu-tirtrn ausserordentllchen Abgesandten, Hertzog von Sabioneta,in seinem hause kost-frey. Endlich als er der ruhe zu Niclas-burg geniessen wollte, starb er den 15. jan. an. 1590. und wardzu Prag zu den söffen Kaysers Maximiliani II. gleichwie sein»atter Sigismundus zu den füssen Kaysers Maximiliani I.begraben. Seine gemahlin war Margaretha, des Don An-tonii de Cardona, aus den Hertzogen von Cardona entspros-sen , und Mariä de Requesens, Gräfin von Trivento tochter,mit welcher er sich an. 1555. vermählet, und folgende linder

S enget: 1. )Mariam, welche in Spanien aus des Königsilippi II. frauenzimmer geheurathct; ihr erster aemahl warBalthasar de la Cerda, Graf von Galbes, nach dessen ab-sterben sie sich mit dem Marggrafen von Navarres des letztenGroßmeisters des vrdens von Mondeyar, söhne verehlichet;2.) Annam, so gleichfalls aus des Königs Phtlippi II. frauen-zimmer, mit dem Grafen von Villanueva verheurathet wor-den. ;.) Maximilianum , Grafen von Licova , KaysersRudolphi Cämmerer, Ertz-Hertzogs Ernesti obersten Stall-meister , Ertz-Hertzogs Alberti obersten Cämmerer, Ritternvon Calatrava, Commendatorn zu Canaveral, so an. 1602.gestorben, und von seinen beyden gemahlinnen Helena Cratzi,sehen, Iohannis Cratzisch, des Königreichs Ungarn ober-sten Hofmeisters , einzigen tochter und erbin, wie auch vonJaquelina von Bossu aus den Niederlanden keine linder hin-terlassen. 4.) Franciscum, welcher Bischof zu Olmütz , deSH. Röm. Reichs Fürst und Cardinal geworden, von dem her-nach; 5.) Sigismundum, Ertz-Hertzogs Ernesti Cämmerernund des Marggrafthums Mähren Unter-Cämmerern, welcherm«t Johanna de la Scala sein geschlecht fortgepffantzet. 6.)Hippolitam, welche aus des Königs Philippi II. frauenzimmerin Spanien verheurathet worden, und 7.) Beatricem, so mitihrer mutter aus Teutfchland nach Spanien gezogen, in dasfrauenzimmer KönigS Philippi III. gekommen , und alldamit dem Marggrafen von Mondejar sich verehlichet, auch nach-dem sie sich viel jähr zu Madrid im kloster aufgehalten, zu

der Königin aus Ungarn , Infantin aus Spanien , oberstenHofmeifterin ernennet worden , schwachheit halber aber diesesamt nicht bedienen können , sondern in dem zu Alcala von ihrerbauten und fundirrcn kloster begraben worden. Rhevenhül-lekS annales Ferdinandei, 1 \ 111 . ad an. 1590. &c.

Dietrichstein , (Franciscus Fürst von) Cardinal und Bi-schon zu Olmütz , war ein söhn Adami, Freyherr» von Die-tr«chstein, und Margarethä von Cordon», die ihn an. 1570. zuMadrid nir lvelt gebracht. Nachdem er die Philosophie zu Prag ,und die Theologie zu Rom im Teutschen Kollegia studiret, warder Lanonieus zu Olmütz und Clementis VIII. Cämmerer, derihn zu einem Dolmetscher gebrauchte, wenn er mit der Ertz-Hertzvgin Margaretha, Königs Philippi III. in Spanien braut,redete, als er selbige an. 1598. mit dem Ertz-Hertzoge Alberto,als des Königs Bevollmächtigten, zu Ferrara zusammen gab.Nach seiner zurückkauft in Teutschland, ward er noch rm vor-gedachten jähre Probst zu Leutmeritz, und kurß daraufBischof zu Olmütz , wodurch er zugleich den Fürstlichen cha-racter, und den titnl eines Grafen der Böhmischen capellen er-halten. Vorerwehnter Papst machte ihn zum Cardinal-Prie-ster mit dem titul 8 . Sylvestri in Campo Martio, so er hernachmit dem von U. Mariie trans Tiberim verwechselt, und der Kay-ser ernennte ihn zum Protector seiner Erd-Königreiche und län«der. Die zwistigkeiten zwischen dem Kayser Rudolphv und demKönige Matthia half er beylegen, und überantwortete an. 1603.im nahmen des Kaysers dem Könige Matthia die Ungarische cro-ne im freyen felde. Nachgehends wurde er in unterschiedenenGesandtschaften gebraucht, und warmal Legatus ä Latere;nemlich an. iöoo. bey des Ertz-Hertzogs Ferdinandi Vermäh-lung , mit Maria Anna , Hertzogin aus Bayern , bey des Kö-nigS Matthiä, mit der Ertz-Hertzogin Anna, an. i6r 1. und beyKönigs Ferdinandi III. mit der Infantin Maria an. 16; 1. wel-che b hohe brant-paare er zusammen gegeben. Er hatte auch dieehre, die Kayser Matthiam und Ferdinandum II. als Könige inBöhmen zu crönen, und sowol den Ertz-Hertzog Ferdinanduman. i6;;. als die Ertz-Hertzvgin Mariam Annam, an. 1654. zutaufen. Er war 4/mal vireÄor in Oesterreich , und begleitetedie Käyfcrin Maria zur Unterredung mit ihrem bruder, dem In-fant Don Ferdinands, nach Passau . Bey dem Kayser Rudol-pho II. war er vireckor im geheimen Raths-Oollegio, und beyden nachfolgenden ;. Kaysern würcklicher geheimer Rath; halfauch;. Päpste Leonem XI. Paulum V. und Gregorium XV. er-wehlen. An. 1620. ward er Landes-Hauptmann in Mähren ,weil aber dazumal die Mährische unruhe angieng, so ward ervon den rebellen zu Brünn gefangen gehalten, die, ob sie ihngleich bald los liessen, dennoch feine güther einzogen, und ihnseiner ämter entfetzten. An. 1602. fielen nach seines andern bru-ders Grafen Maximiliani absterben ohne linder, alle dessenHerrschaften auf ihn, die er alfo vermehrte, daß er davon denFürstlichen stand führen konnte. Er erhielt auch darauf vondem Kayser den Reichs-Fürstlichen character mit der begnadi-gunq, daß ihm frey stehen sollte, einen seiner vettern bey derFürstlichen würde zu adoptiren; worauf er seines ältesten bru-ders Sigismundi söhn Maximilianum zum erben sowol derFürstlichen würde, als auch aller seiner güther und Herrschafteneingesetzt, welches an. i6;i. von dem Kayser bestätiget und ver-ordnet worden , daß allemal der älteste söhn weltlichen standesin absteigender linie den Reichs-Fürstenstand besitzen sollte. Vordie Bischöfe zu Olmütz hat er das von dem Könige Conra-do ihnen verliehene müntz - recht vom Kayser Rudolphv II.wiederum confirmirt bekommen. Als der Kayser an. i6;6.auf dem Reichs-tage zu Reqcnfpurg war, führte er unterdessendas Directorium in Ober-und Nieder-Oesterreich, und da er imgedachten jähre zum Land-recht in Mähren reisete, wurde er zuOlmütz kranck, und starb zu Brünn den 19. sept. worauf er zuOlmütz in dem Dom begraben wurde. Sein leben hat ein Je-suit , George Dinginauer, ;. jähr vor seinem tode beschrieben,so aber nicht gedruckt worden. Rhevenhüllers annal. Cmm de

Maricnberg, elog. Heroum ex Dietrichst. fern. Elench. Episc.Morav. ap. Bucelinum. SÜUVOp. Herold, p. ;6;. Crugericineres S. ad d. 19. Sept.

Dietz, eine stadt an der Löhne in der Wetterau , dem Für­ sten von Nassau-Dietz gehörig. Sie hat ein gedoppeltes hohe-schloß, und nicht weit davon das schloß Oranrenstein, dabey einthier-garten und lax-fang, ingleichen ein schöner lust-nnd bäum,garten ist. Es ist eine eigene Grafschaft, welche an beyden sei-len deL Löhne lieget, und vor alters wegen ihres reichthumSdie göldene Grafschaft genennet worden. Sie hatte ehemalseigene Grafen, davon der letztere, nahmens Gerlach, ein söhnGebhardi, an. i; 88 . ohne männliche erben mit tode abgieng.Seine tochter Juta heurathete Adolphnm, Grafen von Nassau,einen söhn Iohannis und bruder Engelberti, von welchein dievon Oranien und Dillenburg herstammen, und brachten ihmdie Grafschaft Dietz zu. Adolphus versetzte sie seinem bruderEngelberto, und alS er nur eine tochter Jutam hinterließ, diean Gottfrieden von Epstein verheurathet wurde, fo entstundnach ihrem tode zwischen diesem und Engelberto ein streit,welcher an. 144«. dergestalt beygeleget wurde, daß die helfteder Grafschaft an die von Epstein, die andere aber an die vonNassau kommen sollte. Die von Epstein versetzten nachgehendsihr theil an die von Catzenelnbogen, und als an. 1479. diestfamilie ausgegangen , kam Dietz nebst den andern qüthernan die Laiidgrafen von Hessen , welche endlich, da der streit

wegen