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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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daß die kinder Hugonis Caveti ein grosses zu ihrem aufnehmenbeygetragen. An. 1476. richtete der König Ludovicus XI. dasParlement von Burgund auf, und Carolus VIII . setzte es an.1494. hieher als an einen gewissen ort. Ludovicus XII. ließden pallast dazu allhier erbauen, welchen Carolus IX. an. 1,71.och prächtiger machen ließ. Es sind 2. Concilia daselbst ge-halten worden, nemlich an. 1075. wider die Simonisten, und1199. wegen Istmdurqe von Danemarck, weiche der KönigPhilippus Augustus von sich verstossen hatte, weswegen aufbesagtem Loncilio der Cardinal Petrus von Capua , Jnno-centii III. Legat, Philippi Herrschafften den gottesdienst unter-sagte ; dieses verbot währte 7. monate, worauf Philippus sei-ne gemahiin Isemburge wieder zu sich nahm. An. 1726. wardvon König Ludovico XV. allhier ein Bißthum aufgerichtet ,lind Der Abbe Boyer zu dem ersten Bischoff ernennet. Gregor.Turonens. Aimoirt. Du Titlet. Du Haiüan. Pasquier. Guaguin ,hist. de France. Petr. de S. Julia», antiq. de ßourg. Du Chi.ne, recherch. des villes liv. VI. c. 2. & hist. de Bourg. Sin·ceri itin. Gall. Paiüiot, histoir. du Pari. de Bourgogne. Ri-gord. & Wilh. Vreton. in Phil. Aug. Monach. S. Be»ig»i, apudLabb. tom. I. bibl. MSct. p. 299. Innocent. III. Üb. I. ep. 4.;. 546. 547. & lib. II. ep. 186. Belleforeß, üb. III. c. 69.

* Dikmann ' (Petrus ) ein Schwede, starb als Assessordes Königlichen Dicasterii zu Ioencöping, da er sich in seinemleben viele mühe gegeben, die alte Gothische spräche recht zuerkennen, worinnen er auch was grosses wurde gethan haben,wenn er länger gelebet, «.sintemal er an. 1718. verstorben )und mehr Mittel gehabt hätte. Davon zeugen seine heraus ge-aebene schriflen, als: Anmerckunqen über das alte inüntz-we,sen der Schwedischen Gothen, Stockholm 1686. ®eißl. Al-terthümmer der Schwedischen Gothen von dem Heydenthuman, bis auf die zelten Gustavi I. Stockholm 1704. Historischeanmerckungen über einen grossen theil der Runischen steine inSchweden , sowol die geistliche als weltliche alte Historie vonSchweden betreffend, ib. 172;. in 4. Philologische Anmer-ckunge» bey den nahmen einiger städte und dörfer, als Sala,llviala, Onsala , Harz , Ahlby, Hemrom, Wadstena undWiftlsa, welche in der Schwedischen bibliotheck St. II. n. 6.gedruckt zu finden. Ausser dem liegt auch noch von ihm in ma-uscript Lexicon Runicum; ingleichen Specimen Grammatica-le antiquse Sueco -Gothicae Linguse ; endlich eine sammlung zueiner Schwedischen kirchen-historie. AHa Uteraria Sueäa1725. trimestr. III. n. 6. Schwedische btblioth. loc. cit.

* Dilfeld, (Conrad George) wurde an. 1696. nachdemer zu Helmstädt studiret, in seiner vatter-stadt NordhausenDiaconus, und bekam mit dem Rectore daselbst, M. FriedrichHildebrand, ingleichen Dr. Spenern streit, und starb den 24.april an. 1684. Er schrieb Solutionem Sophismatis Jesuiticicontra Hier. Mulmannum; Theosophiam Horbio-Speneria-nam. KMervatteri Nordhus. illustr.

* Dilfus, (Franciftus) ein Mus in seiner vatter-stadtAntwerpen , und vornehines mirglied des Raths-Gollegü da-selbst , hat gegen die mitte des XVI. fecuü floriret. Er wur-de wegen seiner grossen geschicklichkeit in Legation an die meisteEuropäische Höfe gebraucht. Unter andern waren ErasmusRoterodam. und Thomas Morus von seinen meriten sehr ein-genommen , und lebten mit ihm in grosser Vertraulichkeit. Erhat die gehaltene glückwünschungs-rede an Kayser Carl V. nach-dem die Türcken aus Ungarn geschlagen, zu Löven 19;;. dru-cken lassen. Sein bruder Erasmus starb zu Padua an. 1940.

Sveeertii Athen . Belg.

* Dilger , ( Daniel) wurde erst Feld-Prediger, nachmalsaber au. 1997. Diaconus zu St. Cakharina in seiner vatter-stadt Dantziq, und ferners an. 1609. zum Pastoratu secunda-rio in der Marien-kirche erhoben. Er lebte 90. iahr im Mi-nisterin , und starb als ein emeriws an. 1649. den 26. febr.jm 7;. jähre. Man hat von ihm, richtige lehre Johann Arndsvom wahren Christenthum; Scholarn Poenitentiae in 19. pre-digten ; Geistliches Pest-regiment in zwey predigten rc. rc. Wit-te , biogr.

* Dilger, (NatHanael) ein söhn des vorigen, war zu Dan-tzig an. 1604. den9.sept. gebohren, wurde an. 16,0. Gräfli-cher Hof-Prediger in Rappoltstein, und an. 1697. Substitutusbey seinem vatler, dessen stelle er nachgehends erhielt; woraufer endlich Pastor Prunarius, und Senior des Ministerii in Dan-tziq worden, und an. 1679. den z i. mcrtz^mit tobe abgegangen.Man hat von ihm viel Predigten und Strelt-schriften; unterandern aber einen ausführlichen tractat wider die Syncreti-sten. Witte , biogr.

Dilherr, (Johann Michael) wurde zu Themar in demHennedergischen den 14. ock. an. 1604. gebohren. Sein vatter,Johann Dilherr , war Sächsischer Meinungischer Rath undAdvocat der Fränckischen freyen Reichs-Rilterschafft. Dieserthat ihn an. 1617. in das Gymnasium zu Schleusingen , wo-selbst er sich in der Griechischen und Lateinischen spräche, auchandern studien fleißig übte. Die armuth ermunterte auch sei-nen fleiß, weil sein vatler von dem Bischoff zu Würtzburg sei-ner lehen-güther war verlustig erkläret worden, und ihm dan-nenhero wenig geld schicken konnte; weswegen er für andereverse und andere cornposttiones verfertigte, um dadurch etwaszu seiner nothdurft zu gewinnen. An. 162z. begab er sich nachGoslar , und von bannen nach Leipzig , woselbst er durch fa,Hiftor. Lexicon III. Theil.

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mulirktt und corrigiren in der druckerey seinen unterhalt suchenmuste. Von Leipzig gieng er nach Wittenberg , da er eine schwe,re kranckheit ausstund, und darauf wieder nach Leipzig , vonbannen er an. 1627. von einigen seiner anverwandten nachNürnberg beruffen wurde, mit deren söhnen er sich nach Al-torf begab , und sich daselbst aufdie Orientalische sprachen undAristotelische Philosophie legte. Er verließ aber diese Univer-sität wiederum an. 1629. und kam mit einem seiner unterge-benen nach Jena , woselbst man ihm an. 16; die Prosellio-nem Eloquentix auftrug, wozu er noch ferner an. 1634. dieProfessionem Historiarum & Poeseos, und an. 1640. nach deintobe Johannis Gerhardi, die Professionem extraordinariamTheologie bekam. Er wurde aber an. 1642. nach Nürnberg beruffen, und daselbst zum Professore Theologise & Philosophie,wie auch Directore des neu-anfgerichteten Gymnafii und In-spectore der bibliotheck und der alumnorum verordnet, welcheamter er bis an. 1646. verwaltete, da er Jvhanni Sauberto,gewesenem Prediger in der St. Sebalds-kirche und Bibliothe-cario succedtrte. Man verlangte ihn nachgehends nach Ham­ burg , Coppenhagen, Magdeburg , und an andere örter, eraber blieb beständig zu Nürnberg , und starb daselbst an. 1669.den 8. apr. Als der Kayser Leopoldus an. 1698. die bidlio-theck an diesem orte besähe, wurde er von Dilherro mit zier-lichen versen empfangen, und mit gelehrter nachricht von ra,ren büchern unterhalten, worüber derselbe ein grosses vergnü-gen bezeugte, welches er auch mit einem kostbaren präsente,so er ihm aus Wien überschickte, an den tag legte. Unter sei-nen schriften sind: Disputationum Theologico-Philologicarumtomi II. Icarus Academicus descriptus aliquot orationibus ti-roni Academico necessariis ; de Tneologia reiste addiscenda ;de Lingua S. Theologis pernoscenda ; Atrium Linguae S.;Contemplationes & Suspiria Hominis Christiani; Iiistoria Au-gustanae Confessionis ; Annotationes in Canticum Cantico-rum , &c. Witte , memor. Theol. dec. XII. p. 1621. seq. t're.herui, in theatr. P. I. seist. 7. Zeumertu , vit. Pros. Theol.Jenens.

* Dilich, oder Dillich , (Wilhelm Scheffer, genannt)war Hessen -Casselifcher Historiographus , lebte zu anfang des17. jahrhunderks. Seine schriften sind: Heßische Chronick, I.theil 1604. II. theil 1608. in fol. Cassel 1617. Chronicon Ur-bis Bremse, Cassel 1604. in 4. Ungarische Chronick, Cassel 1600. in 8. iüo6. in 4. Historische beschreibung der Fürstl.kind-taufe Fräulin Elisabethen zu Hessen 1996. rc. rc. Cassel 1998. in fol. Beschreibung von Constantinopel, Cassel 1606.jn 4. Ruchen-Beckers annal. Hass. VIII. 2. p. 264. seqq.

* Diligem, oder Dteleghem, eine wichtige Manns-Ab-tey Prämönstralenser-ordens m Brabant, nicht weit von Brüs­ sel gegen norden. Ehemals hieß sie Jeth, weil sie in selbigemflecken oder dorf gelegen. Als aber der Abt Daniel, so uman. 12)0. lebte, die Herrschaffr Diligem, nach absterben sel-bigen letzten Herrn bekam, so nahm sie solchen nahmen an.Es soll schon an. 60Ü. St. Amandus Ganonicos reguläres anerster» ort gesetzt haben, nach welchen Praemonstratenscs dahinkommen. Wichman». Brabant. Mir*tu, supplem. diplom. P.II. c. )4- )9. 42. 94. 99. 71. 89· ibique Foppens. Bucel. Germ.sacr. P. II. p. 29.

Dillenburg oder Dillenberg, eine Fürstliche Nassauischeresident;, an dem flusse Dille, welcher bey Wetzlar tn die Löh.ne fällt. Das schloß, welches auf dem berge liegt, ist eingroß, ansehnlich und wohl bevestigtes gebäude; die stadt liegtim thale darunter. Von hier hat die Dillenburgische land-schafft den nahmen, welche ein hohes gebürge um sich, undauf der einen seile den Wester-wald, wie auch die GrasschafstWesterburg hat. Von diesem schlösse führt eine linie des Nas.säuischen Hauses ihren nahmen.

Dillenburg . Das geschlecht der Graftn und Fürsten zuNassau-Dillenburg , hat sich mit Ottone, Graf Heinrichs deSreichen söhn, in Nassau angefangen. Gedachter Otto bekamin der an. 1299. vorgenommenen theilung mit seinem bruderWalram , die disseits der Löhne gelegene Graf-und Herrschaff-ten Dillenburg , Beilstein, Herborn und Siegen, mit ihrenzugehörden, Nassau aber mit ihm gemeinschafflltch. Im übri-gen wird er wegen seines tapfern, und doch friedfertigen ge-,nüths, gar sehr gerühmt. Er starb an. 1292. von seiner ge-mahlin Agnes, gebohrnen Gräfin von Solms , Henricum l.Grafen zu Nassau - Dillenburg und Beilstein, hinterlassend.Dieser sein söhn erneuerte und vergrösserte das Dillenburgischeschloß nach erlittenem brande, und gesegnete hieraufan. izr;.dieses zeitliche, nachdem er von seiner gemahiin Adelheid, ge-bohrnen Gräfin von Arnsberg , ein vatter worden Ottonis,Graftn zu Nassau-Dillenburg , und Henrici II. Graftn zu Nas.sau-Beilstein. Des letztcrn stamm starb in dem sechsten gliede,welches Johannes III. war, wiederum aus. Otto aber, wel.cher an. 1969. gestorben, PflEte das geschlecht mit seiner ge.mahlin Adelheid, Gräfin von Vtanden, welche ihm in demlande zu Lützenburg, Äianden, St. Veit, und einen theilder Herrschaffl Grimberg zugebracht, fort; denn sie gebaheihm Johannein, welcher an. 1400. dieses zeitliche gesegnet,von Margaretha, Gras Engelbrechls von der Marck und Elevetochter, dadurch dem Hause Nassau eine prätension auf daSland von der Marck zugewachsen, so nachmals mit 18000.aolb-güiden abgelöset worden, hinterlassend Abolphum, wel.

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