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allen fo gut werden, dann erstlich zerstörete er Caulonia, undHipponium, und führeke die bürger wider ihren willen il*·*'öö*riinifa * dernach delaaerte er Rheginm , wider welche stadt ereinen sonderbaren haß hegete, dieweil sie, als stchs.^
ne jungfer zur ehe ausbate, der meynung, steh astdort , wieanderer orten, durch diests Mittel die vornehmsten zu freun«Ven zu machen, seinen Gesandten zur antwort gegeben, wie fieihm keine andere, als des henckers tochter, aus ihrer stadt zubeuratben erlauben wollten. Je weniger nun die Rhegrner vondem tyrannen gnade hoffen konnten, desto verzwelfeltere gegen-wcbr thaten sie, odschon von aller andern hulffe entbloffet; seineIbürne, sturm-dächer und andere rustung verbrannten sie zumebrmalen, n,achten viele seiner leuthe in ausfallen nieder,und er selbst empfienge einsmals eine gefährliche wunde. Alleinals sich die belagerung bis in den eilften monat verzogen, riebeber Hunger den grösten theil der einwohner auf, die übrige mu-sten sich ergeben, da dann, wer sich nicht nach dem willen destyrannen zu lösen vermochte, zum sclaven Mliste verkauffet wer-den. Der stadt Kriegs-Oberster Phyton wurde auch zusamtseinem söhn nicht ohne schimpf und marter.gctödtet. So theuerkam die angebotene scharfrichters schwagerschafft die gutenRheginer zu stehen. Nach diesem gab er sich einige zeit ruhevon kriegen, nahm sich aber vor, dagegen in andern stuckenehre einzulegen. Sonderlich wollte er ein gar guter Poet seyn,und schmerzte ihn gar sehr, wenn verständige Poeten seine ver-nicht rühmen wollten. Philoxcnum verdammte er aus derursach in die stein-gruben, der aber sich so wenig wollte zwingenlassen, die liederliche arbeit zu rühmen, daß er des andern tages,als ihn Dionysius, in Hoffnung eines bessern Urtheils, wiederholen lassen, und ihm andere versc vorgelesen, mit befragen,wie ihm nun diese gefielen, ohne andere antwort sich zu denirabanten, welche ihn aus seinem gefangnis geholct hatten,wendete, mit den Worten : Führet mich nur wieder in diestein-gruben; wodurch Dionysius zusamt allen anwesenden wi-der semen willen zum lachen bewegt wurde, und sich schämenmuste, den mann ferner zu plagen. Noch übler gerieth esdem tyrannen, da er etliche seiner getichten in den Olympi-schen spielen ablesen liesse, in Hoffnung den preis der ticht-kunst davon zu tragen. Dann wie angenehm auch der Ver-sammlung die stimm und kunst ber lesern war, als welcheDionysius mit fleiß ausgesuchet, so erkannte doch bald jederman,daß die verse gar schlecht, die dann tapfer verlacht und auöge-pfiffen wurden. Auch waren seine wagen, so er ebenfalls umden preis zu rennen nach Olympia gesendet, keineswegs glück-licher , und muste er noch den schimpf ausstehen, daß vielGriechen öffentlich vor dem gesamten volck behaupteten, mansollte in dieses tyrannen nahmen nichts zum wett-streit gelan-gen lassen » gleich als ob die so herrlich geachtete Olympischespiele dadurch beschimpfet wurden. Den Dionysium schinertze-te dieses alles so sehr, daß er fast rasend ward^z da dann seingrimm meistentheils über die unschuldigen Lyracusaner aus-aienge. Auch den guten Platonem mißhandelte er gar übel,bann nachdem er ihn durch vieles bitten und versprechen kaumzu sich gelocket; Plato aber mit philosophischer frcymürhtgkeitgewisse fachen an ihm tadelte, muste er ohne gnade als ein leibei-gener knecht verkauffet werden, davon ihn doch andere in Sici-lien anwesende Weltweise und Gelehrte losgekauft, und wie-berum in Griechenland geschicket haben. Dionysius fienge letzt-lich einen neuen krieg wider die Carthaginenser an, schlüge siebald anfangs in die flucht mit Verlust 10000. todter, darunterauch ihr Feldherr Maqo war , und yooo. gefangenen. Aberals sie unter dem schein der trachten zeit bekamen, sich wiederzu verstärcken, gewannen sie eine noch grössere feld-schlacht gegenihn, und zwangen ihn zum frieden, so daß er ihnen noch tau-send talent an die kriegs-kösten erlegen muste. Als er hernacheinen neuen krieg angefangen, in Hoffnung, die Carthaginenservon einer grausamen pest geschwächet, waren nun nicht mehrim stand, ihm zu widerstehen, gewann er zwar die städte «elinusund Entella, verlohr aber den besten theil seiner flotte in demErycinischen Hafen; und starb bald hierauf nach gemachtemstillstände, A. M. 3616. A. C. 368. A. R. ,86. Olymp. C 1 II.eben als eine seiner tragödren zu Athen in denen Baccho zu eh-ren gehaltenen spielen, weiß nicht wie, den preis erhalten, under nach empfangener botschafft hievon aus freuden eine grossemahlzeit angestellt, und sich dabey gar zu sehr mit wein undspeisen überladen halte, seines Reichs im 38. jähr. Plutarchusund Cornelius Nepos wollen jedoch, sein söhn hätte ihm nochden tod durch einen schlaf-trunck befördern lassen, aus forcht,«r möchte sonst noch vor seinem tobe eine theilung des Reichsanstellen. Sonsten wird von Dionysio angemerckt, daß er zweyWeiber auf einen tag geheurathet, die Doris aus der stadt Lo-cri in Italien , und Äristomacham des Dionis schwester vonSyracusa , nur um sich durch freundschafften aller orten vest zusetzen. Eine seiner grösten Missethaten waren seine beständigekirchen-räube; wie er dann einsmal unversehens bis in Hetru-rien schiffte, nur um den Agylleischen tempel zu plündern;wie er dann da auf die tausend talcnte, nach unserer müntzauf die 600000. bajoir« oder fünf ortsthaler soll qeraubet ha-ben. Er pflegte noch mit dem allem sein gespött zu treiben.So beraubte er des Jupiters ftatue ihres güldenen mantels,vorgebend, daß selbiger im sommer gar zu heiß,, und im Winterallzu kalt wäre, und ließ ihr dafür einen wollenen umgeben.Zu einer andern zeit nahin er dem Aesculapiv seinen göldr-vmor. Lcxtion LLL Theil.
fiitt bart, mrt anführung dieser Ursache r weil dessen vatterApollo keinen hätte. Die güldene schalen, cronen und sieges-brlder, so diese götzen gemeiniglich in der Hand trugen, nahmer weg, unter dem vorwand, sie boten sie ja selbsten dar.Beym auskragen der silbernen gewissen Göttern geheiligtentischen, auf welchen geschrieben stunde: A8twV,sie gehörten den gütigen Göttern zu, sprach er, wohlan, so willich mir ihre gute zu nutz machen. Im übrigen soll ihn ebenseine verübte grausamkeit zu einem erstaunlichen, und für ihnrecht quaalhafften mißtrauen gegen jederman gebracht haben.Er liesse kein fchärmeffer, ja auch keine fremde Hand an seinenleib kommen, und lnusten derowegen seine töchter ihm denbart mit glüenden Nußschalen besingen. Er besuchte seineweiber nie des nachts, ohne sich zuvor auf das genaueste zuversichern , daß sie kein gewehr bey sich trugen. Auch schliefer nicht änderst, als an einem ort, der mit grüben umringetwar, davon er die fallbrücke mit eigener Hand aufzöge. rsiod .Sie. lib. XIII. XIV. XV. Cic. de nat. Deor. Üb. III. c. 3 5.34 . & Tusc. quieit. lib. V. c. 20. 21. Just. lib. XX. Corn.Nep. & Plutarchus , in vita Dionis. Jufl. lib. XX. E»seb. inchron. ; Von den Versen und Historien, welche dieser Diony-fius soll hinterlassen haben, siehe Suidam & Fabric. bibl. Gr. *
Dionysius II. der jüngere zugenannt, war gleichfalls eintyrann zu Syracusa , welcher feinem vatter A. R. 386. undzwar durch hülffe der armee, folgte, nachdem er zuvor verspro-chen, daß er gelinde regieren wollte. Allein, so bald er sich vestegesetzet, tödtete er seine bruder, und brachte es endlich durchseine grausamkeit so weit, daß ihn seine Unterthanen nach zwölf-jähriger regierung A. M. 3627. A. C. 357. U. C. 397. Olymp.CV. 4. vertrieben, ohne baß er zu beschützung seiner gemaltdie geringste tapferkeit hatte sehen lassen, (siehe hievon weitläu-fig den arcickul Dion) Er war auch in der that seinem vattersehr ungleich, liebtodie faulheit, und forchte die gefahr; wie erdann jowol den vom vatter wider die Carthaginenser noch vordessen tod von neuem angefangenen krieg, als seine eigene Händelmit den Lucanicrn zu seinem schlechten Vortheil und rühmdurch tractaten geendiget; auch da sein vatter gepflegt hatte zusagen,er hinterliesse seinReich so vest,als wäre es mit demant ver-knüpfet, und dieser jüngere Dionysius würcklich beym angriffdes Dionis 400. kriegs-sihiffe, iooooo. mann zu fuß und 10000.zu pfcrd auf den deinen harte, gieng doch alles wegen seinerschlechten anstatt und hertzhafftigkeit auf einmal zu gründ. Erhatte sich auch durch seine krunckenheit das gesicht frühzeitig ver-derbt,daß er auch dieser Ursache halben zum krieg untüchtig ward.Nachdem ihn die Lryracusaner vertrieben , zog er nach Locrosin Italien , woher seine mutier Doris gebürtig war. Die stadtnahm ihn anfänglich wohl auf, aber er erzeigte ihr schlechtendanck, bemächtigte sich des schlosses, übte da nicht minder ge-waltthatigkeiten aus, als vorher in Sicilien, und schwächtesonderlich eine grosse anzahl weiher und töchter. Er beraubteauch auf einmal alle weiber der stadt ihres kostbarsten schmucks,als er sie unter dem schein eines gclübds in dem tempel der göt-tin Venus versammlet hatte. Doch musten es die Locrensir er-tragen , bis Dionysius nach Dionis und Caüippi tobe, auch desHipparin« und Nysar regierung wieder nach Syracusa zurückgienge, zehen jähr nach seinem exilio, und also ihre stadt von berbesatzung entblösseie. Dann da jagten sie den rest seiner solda,ten aus, schwächten seine ehefrau, die zugleich seine schwesterwar, zusamt seinen zweyen tochtern öffentlich, tödteten sie her-nach mit seinem jüngsten söhn, und warfen ihre gebeine inSmeer. Dionysius hatte sich indessen von neuem der stadt Syra-cusa Meister gemacht, und den Nysäum von dar verjagt: aberdie vornehmste bürger hielten es mit Iceta, blos aus haß destyrannen. Da es auch zum treffen kam , lag Icetas ob, unddrang zugleich mit den flüchtigen in die stadt, eroberte alles bisan die injul, worinn sich Dionysius aufhielte. Er hätte ihnauch ohne zweifel zur übergab gezwungen, wo nicht Timoleonvon Corintho dazu kommen, den seine stadt auf bitte vieler Sy<racusier mit einiger krregs-macht dahin gesendet, Syracusa ,als eine pflantz-stadt von Corintho, aller ihrer tyrannen zu entle-digen , und wiederum in die alte freyheit zu fttzen. Dieserklopfte alsobald Icelam, und Dionysius, welcher keine andererettung mehr sahe, war froh, sich darauf in Timoleons ge-malt zu übergeben, mit 2000. soldaten, so ihm noch übrigwaren, und einer überschwenglichen menge Waffen und kriegs,geräthe. Worauf ihn Tinioleon in einem kleinen schiffe mitwenig gelbes nach Corinthus schickte; allwo er ein gar lieder-liches und verachtetes leben führte, als einer der schlechtestendes volcks: vielleicht darum, daß er allem argwohn auswiche,.als fassete er von neuem tyrannische absehen, weil solcher ihmleicht den Untergang hätte bringen mögen. Er soll auch ausarmuth die kinder auf offener gaffen nach damaligem ge-brauch gelehret haben. Von seinem tobe wird nichts sonder-bares gemeldet. Diod. Sie. lib. XVI. Cic. ep. fam. lib. IX.18. & Tusc. qu. III. 12. S’rab. lib, VI. P.ut. in Dione &Timoleonte, item in L. de garrul. ALlian. var. bist. lib. V. la.& VI. 8- Val· Max- VI. 9. 6. Juß, üb. XXI. *
Dionysius, König in Portugall, folgte ftinem vatter Alfon-so 111 . an. 1279. Er ward gleich nach dem antritt der regierungvon dem Papst in dann gethan, weil er die streitiqkeiten seinesvatters mit der Clerisey im lande fortsetzte. Endlich aber wardaller bisherige streit seiner vorfahren durch einen guten ver-
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