sonderlich in der Griechischen und Lateinischen spräche wohlversirt war; weswegen er auch die collectiv»,, Übersetzung undcotrection der canonum , welcher sich die Römische Etrche be-diente, auf sich genommen. Über dieses verfertigte er auch ei-nen Cyclum Paschalem , oder verbesserte vielmehr den CyclumVicto/ini, darinnen er den ansang von dem ,ahre Christ» 3-7.nahm, und die jähre von der geburt Christi zu zehlen anfieng,welches man vorhero noch nicht gethan hatte. Aljo ist dlejege«wohnheit nachgehends von den Christen angenommen worden.Wiewol die Gelehrten anmercken, daß er aufs wenigst 2. jähriu frühe die zeit der geburt Christi gesetzet habe. Er starb umdas jähr Christi 34°. und wird von Caßiodoro, der fern guterfreund gewesen, mit ungemeinen lobspruchen erhoben. Wasseine schriften anlangt, hat man nebst dein Cyclo Paschali ,dessen fragmentum sich bey dem Martino Scoto in feinemchronico äst an. $27. befindet, desgleichen nebst der Collectioneoder Codice Canonum ecclesiasticorum, sich in den collectio-nibus Conciliorum Und bibliotheca Juris Canonici befindet,ferner von ihm Collectionem Decretorum Pontificum Romano-rum a Siricio ad Anastasium II.; Vitam S.Pachomii Abbatis la-tine versam ; Epistolam Synodicam S. Cyrilli & Concilii Ale-xandrini adversus Nestorium latine versam Und andere derglei-chen. Caßodor. divin. Institution, c. a;. Beda, bist. eccl. lib.V. c. 22. & de rat. temp. c. 4;. Sigebertus , de vir. ill. c. 27.Marianus Scot. ad A. C. 333. Tritbem. cat. script. eccl. Gene -brard. in Bonifäcio II. Ciaccon. in Felice IV. B/ancanus, chro-nol. Mathem. siec. VI. BeOannin. de script. eccles. Baron , adA. C. 527. n. 67. seq. Petav. lib. VI. de doctr. temp. c. 4. &seq. Ricciolus , chronol. reform. tom. I. lib. I. c. 27. lib. VIII. c.j. Calvißus, in chronol. c. 16. Voßus , de Hist . Lat. lib. II. c.19.& de Mathem. c. 34. 46. Du Pm. Cave, &c.
Dionysius Areopagita , ein gelehrter mann zu Athen ,der von diesem orte gebürtig war, und an demselbigen den gründseiner studien geleget, die er zu Heliopolis in Egypten fortge-setzet, woselbst er die grosse sonnen-finsternis, die sich zu der zeitdes leidens Christi zugetragen , soll angemerckt und gesagt ha-ben : Aut Deus patitur , aut cum patiente dolet. Da er zuhause kam, wurde er in den Areopagum aufgenommen, daheroer den nahmen Areopagita bekommen. Da nun um das jährChristi 30. der Apostel Paulus nach Athen kam, und das Evan-gelium predigte, bekehrte er sich zu dem Christlichen glauben,und, wie Dionysius von Corintho , auch Suidas , Nicephorusund andere melden, wurde er zum ersten Bischoff von Athen verordnet. Letztlich, nachdem er ein herrlich bekänntnis desglaubens abgeleget, soll er die Märtyrer-crone erlanget haben.Zu welcher zeit aber solches geschehen, ob unter dem Trajano,Hadriano , oder Domitiano , ist unbekannt. Einige wollenvorgeben, daß dieser Dionysius Areopagita , nachdem Johannesaus seinem exilio wieder nach Ephesus gekommen, dahin gerei-set sey, von bannen er nach Rom gegangen, und von dem PapstElemente nach Gallien geschickt worden, woselbst er das Evan-gelium geprediget habe, und der erste Bischoff zu Paris gewe-sen sey. Daß aber solches eine fabel sey, haben viele gelehrteFranzosen selbst erkannt und bewiesen, als welche dargethan,daß der Französische Dionysius und erste Bischoff zu Paris nichtallein von dem Areopagita unterschieden, sondern auch vieljünger sey, und aufs höchste in das dritte feculum müsse ge-setzet werden. Um das jähr 362. hat sich ein gewisser scribentbefunden, welcher unter dem nahmen dieses Dionysii allerhandschriften verfertiget, die zum theil noch heutiges tages übrigsind , und von den liebhabern der Theologie mysticae frfjc hochgeschähet werden. Denn daß deren author nicht der rechteDionysius Areopagita , haben die meisten unter den Gelehrtenbehauptet, und Johannes Dalläus hat es in einem eigenen bu-che de scriptis Dionysii Areopagitae erwiesen. Wiewol nichtsdestvweniger bis auf den heutigen tag sich andere befinden, wel-che das gegentheil glauben, daß nemlich die schriften von demwahren Dionysio Areopagita verfertiget worden. In solchermeynung stehen nicht allein Emanuel Schelstraten, NatalisAlexander und andere, sondern es hat auch an. 1702. Lauren-tius, Cozza zu Rom Vindicias Areopagiticas heraus gegeben,darinnen er diese meynung eifrig vertheidiget: es ist auch in sel-bigem jähre zu Paris eine dissertatio« fur Saint Denys l’Areo-pagite heraus gekommen, darinnen der author eben solchesthut; wie bereits vorhero Petrus HalloixiuS in seiner apologia,Martinus Delrio in vindiciis Areopagiticis, Petrus Lansse-lius in disputatione apologetica , Caspar Corderius in obser-vationibus generalibus in Dionysium gethan haben. Diejeni-gen aber, so dafür halten, daß diese schriften erst im IV. siecu-lo verfertiget worden, haben wiederum von dem eigentlichenauctore derselben nicht einerley meynung. Die meisten haltendafür, daß unter diesem nahmen Äpollinarius, der Bischoff zuLaodicea , verborgen sey. Andre wollen lieber selbige Apolli-nario dem altern, des jetztgedachten Apollinarii vatter, zuschrei-ben. Die schriften aber selbst, so noch heutiges tages vorhan-den , sind diese : de Coelesti Hierarchia; de Divinis Nomini-bus ; de Ecclesiastica Hierarchia ; de Mystica Theologia ; Epi-itols ad Cajum; Epistolae ad Dorotheum, Sosipatrum, Polycar-P um ' Demophilum, Titum , Johannem Evangelistam , &Apoiiophanem. Es haben sich auch jederzeit einige gefunden,weiche Scholia und Commentarios über den Dionysium ge-schrieben, wie bereits Dionvsius Alexandrinus soll gethan ha-HistOk. Lexsean lll. Theil.
ben, dem unter den Alten Maximus und Pachymetes gefolgetsind. Unter den vielfältigen editionen, die man davon hat, istsonderlich zu mercken die, welche an. 1644. zu Paris in 2. vol.in fol. heraus gekommen; bey welcher sich auch des JohannisChaumvNt defensio Areopagitae befindet. Gregor. '1 uronenf.lib. I. c. 72. Flodoardus, hist. lib. I. c. 24. Photius, cod. i. Si-gebertus Gembiac. incatal. Bosquet. hist. eccles. Gall. lib. I. c.26. Morinus, de sacris ord. p. 2. Sammarthan. Gall. tom. I.p. 400. seq. Launojus, lib. de duob. Dionysiis. Baron , ad A. C.109. Natal. Alexander , hist. eccl. s-ec. I. Beisarmin, de script.eccl. Du Pin, bibl. des aut. eccles. Cave, hist. litten ANiOldSkctzer-hist. k. I. lib. 1 . C. 2. §. 9. & in historia de script. Theo-log, myst. c. 10. p. 167. seq.
Dionysius Ricke!, oder Dionysius der Carthäuser, warin einem kleinen flecken Nickel, in dem Bischoffchum Lüttich gedohren, und wegen seiner gelehrsamkeit und frömmigkeit be-rühmt. Im 21. jähre seines alters begab er sich in den Car-thauser-vrden, und lebte darinnen 48. jähr. Er hat so viele bü-cher geschrieben, daß man sich fast nicht einbilden kan, wie esmöglich gewesen, sintemal er alle tage im gebäte zugebracht.Wegen dieser beständigen betrachtung wurde er Doctor Ecstati-cus genennet, und bey diesem Umgänge seiner seele mit GOtthatte er verschiedene offenbarungen, als die von eroberung derstadt Constantinopel, welches ihn veranlassete, an den Papstund viele Christliche Printzen zu schreiben, daß dieser vertust desOrientalischen Reichs eine strafe des erzürnten GOttes sey. Erstarb in der Carthause zu Ruremond in Geldern den 12. martiian. 1471. im 69. jähre seines alters. Valerius Andreas abersagt, daß er im 79. jähre seine Meditationes, als das letzte vonseinen wercken, geschrieben. Unter seinen schriften sind sonder-lich : Auslegungen über die Bibel; de veneficiis Dei ; de Do-nis Spiritus S.; de Custodia Cordis ; de Gaudio & Pace inter-na; de Via purgativa ; de Contemtu Mundi; de Reformatio-ne interna ; de Passionibus Animae; de Perfectione Charita-tis ; de Institutione Ordinis Carthusiani, und viele andere ; des-gleichen Predigten, Episteln rc. Tritbemius & Beüarmmus , descript. eccl. FojJ’evin. appar. Petrejus, bibl. Carth. Spondanus,A. C. 1433. n. 27. 1471. n. 14. Dorland. lib.VII. ehr. Carthus.Loer. in seinem leben. Simlerus. Coccius. Onupbrius. Pal. Andr.bibl. Belg. p. 190.
Dionysius , ist der nähme vieler gelehrten leuthe in derGriechischen antiquität, davon Joh. Meursius ein eigen buch,Dionysius genannt, geschrieben, darinnen er von 38. Personen,die diesen nahmen geführet, handelt, und ist selbiges dem X. vo-lumini Gronovii antiquitatum Graecarum mit einverleibet. Manfindet auch etwas in not. ad Helladii Chrestom.
Dionysius von Alcrandrien, ein söhn Glauci und schülerdes Philosophi CHäremons , welchem er in der sthulc zu Alexan-dria succedirte. Er wurde ein Praeceptor des Grammatici Par-thenii, und lebte von Neronis bis zu Trajani reiten. Er wurdeVibliotherarius, Secretarius und Abgesandter , und auch inverschiedenen andern Verrichtungen gebraucht, wie Suidas be-richtet. Man glaubt, daß er derienige sty, dessen AtHenäuslib. I. gedencket. Voßus, de Hist . Graec. lib. II. c. 1. & 3. dePoetis, c. 9. p. 72. 73.
Dionysius von Byzanz. Man hält ihn vor denjenigen, dereine erd-beschreibung gemacht, weil Suidas sagt, daß er vondem flusse Rhibas redete. Andre aber sind nicht dieser mey-nung, sondern glauben, daß derjenige Dionysius, der jetztge-dachtes buch geschrieben, zu den zeiren Augusti gelebet, und ausder stadt Alexandria in Susiana gebürtig gewesen. P.’in. lib.VI. c. 27. Suidas. Voßus, de Hist . Grsec. lib. II. c. 3. lib. III.p. 337. de Mathem. c. 69. §. 10.
Dionysius , Halicarnassensis von seinem vatterlande genen-net, eist auctor der antiquitatum Romanarum , lebte zu den Zei-ten Augusti, wie Strabo in dem 4. buch seiner Geographie, under selbst im ersten buche berichtet. Nachdem Augustus die ein-heimischen kriege A. M. ?933· A. C. 29. U. C. 723. Olymp.CLXXXVII. 4. glücklich geendiget hatte, kam Dionysius nachRom , hielt sich 22. jähr allda auf, die Lateinische spräche zu er-lernen, und las inzwischen alle bücher, die seinem vorhaben, eineHistorie zu schreiben, dienlich waren. Er hat 20. bücher Antiqui-tatum Romanarum verfertiget, von erbauung der stadt Rom ,Olymp.VI. 4. A. M. 3231. A. C. 733. bis auf A. D. 488. Olymp.CXXVIII. 3. A. M. 3718. A. C. 266. davon aber nicht mehr alsdie ersten n. übrig sind, welche SigismunduS Gelenius undAemilins Portus ins Lateinische übersetzet,Henricus Stephanus aber, ingleichen Fridericus Sylburgius, ermeldter AemiliusPortus und Jsaacus Casaubonus mit anmerckungen erläuterthaben. Es find solche Griechisch und Lateinisch nach der über.setzung des Gelen«, die aber von Sylburgio verbessert worden,gleichwie dieser auch anmerckungen über die bücher selbst hinzugethan, an. 1386. zu Franckftirt, und an. 1392. mit des PortiVersion, dessen und Stephani wie auch Casaudoni anmerckungenzu Leiden in fol. heraus gekommen. Photius versichert, daß er20. bücher gelesen, und einen kurtzen begriff in 3., welchen Dio-nysius selbst gemacht. Seine zeit-rechnung ist sehr richtig, undwird hoch gehalten. Er hat auch noch einige andere wercke ver-fertiget, welche man ben Martino Hanckio in unten angeführ-tem orte finden kan. Photius, bibl. cod. 83 - 84 - Suidas. Gefaer.Voßus, de Hist . Gr. lib. II. c. 3. p. 170. l.e Vayer, jugem. desliist. Hanckius, de script, rer. Rom . P. I. & II. c. 8·
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