Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

ιΐ4 d i o

d i o

Materien sich mit besinnen , doch handelt er auch wohl von demalas-schleifen, und dem gebrauche der geschliffene» glaste , a,seiner, der aus der erfahrung redet, demonstriert auch die er-genschafften der geschliffenen gläser, wie denn dieses buch wegender deutlichkeit anfängern billig zu recommendwen; m Chri-stian Gottlieb Hertels vollständigen anweisung zum glas-schlei-fen, wie auch zu Verfertigung der optischen Maschinen , Halle1716. in 8. so nach der zeit mehrmal aufgelegt worden, welchentractat durch viele nützliche anmerckungen erläutert hat Jo-hann Georg Leutmann, in seinem tractat vom glas-schlei-fen, Wittenverg 1719. in 8.

Diores, von des Priami geschlecht, war einer von den sie-aern in dem von Aenea angestellten wettlauf, und verlohr, nebstseinem bruder Amyco, von der Hand des Königs Turnt sein le-ben. Virg. JEn. üb. V. v. 297. üb. XII. v. 509. *

* Dioscori , eine kleine insul auf dem Ionischen meer, ander küste von Calabria olua in Neapolis. Die Alten nenntensie Dioscoron. Plinius , bist. nat. III. 10.

Dioscoride, oder Diofcoridu, einemeer, wie Stephanus Byrantinus berichtet,das heutige Zocotora. Pün. üb. VI. c. 18.

insul im RothenMan hält sie für

fiav/e.

Dioscorides , (Pedacius) ein Medicus von Anazarbe, ei-ner stadt in Cilicien, welche hernach Cäsarea genennet worden.Voßius sagt, daß er A. M. 5948- A. C. 56. U. C. 718. Olymp.CLXXXVI. gelebet , und ein Medicus Antonii und der Cleo-paträ gewesen, daher es fast scheinet, als wenn er, gleichwieSuidas diesen Dioscoridem mit dem Dioscoride, zugenanntPhacas , verwechselt habe. Denn dieser, von dem hier geredetwird , sagt in der vorrede über die bücher, so er äs Materia Me-dica geschrieben , daß er zu den zeiten Licinii Baßi gelebet, wel-cher wahrscheinlich derienige ist, so a». 64. Bürgermeister ge-wesen , wiewol es schwer ist , die rechte zeit dieses auctoris zubestimmen. Derowegen auch ehemals zwischen PandulphoCollcnutio und Leonico Thomäo ein grosser streit gewesen, obPlinius den Dioscoridem, wie dieser letztere dafür hielt, oderDioscorides den Plinium ausgeschrieben , wie Collenutius unddie heutigen Critici wollen. Pedacius Dioscorides folgte an-fangs dem kriege, hernach legte er sich auferkänntnis der kräu-ter , und verfertigte sein wer« , de Materia Medica , welchesannoch in 7. büchern vorhanden ist , und hoch gehalten wird.Man legt ihm auch noch andere tractate bey. Galenus , praf. üb.VI. simplic. medie. & üb. IV. de comp. medie. &c. Photos,cod. 178. Petrus Caßeüan. in vitis Medic. Vqffius, dePhilos.c. 11. §. 40. Salmas. in judic. de Pünio. *

* Dioscorides , ein Stoicus und vatter des Zenonis , wel-cher Chrysippo gefolgt ist, und an den Chrysippus viel bü-cher geschrieben, Laertius , VII. 190. 19;. 198. 200. 202.Diesem schreibt Jonsius de script. bist. Philof. II. 6 . §, 5. diedTTo/j.vn(j.ovw^atra, zu, welche nach Laertii 1 . 6 ;. undAthenäi

XI. p. <507. zeugniffe ein Dioscorides geschrieben, wiewol Casau-bonus denjenigen, der Isocratis schüler gewesen, vor den ver-fertiger hält. Eben derselbe hat nach Ionsii I. c. urtheile9 o\»Ttiav geschrieben, welche Plutarchus in

Lycurgo p. 46. und Athenäus IV. p. 140. anführet. Fabricius,bibi. Gr. IV. 3. §. 2. p. 92.

* Dioscorides , ein ftbüler Isocratis, soll die verse im Ho­ mero Iliad . 1 . 119. vor falsch gehalten, und geändert haben.

Atbenaus , I. p.n. Er wird vom Suida ίν το,ζ wotp Ομήξωνίμοις allegirt. Aus eben demselben ist der discours beymAthenäo p. 8. seq. T« t«V Η'ςΰων καθ Ομαλόν βιζ ,wie Casaubonus ρ. ιη. aus dem Suida schliesset. Eustathiusad Iliad. v. P . 1270. gcdencket auch seiner. Sein Νόμιμχcitirt der Scholiastes Aristoph. ad Aves, Vers. 128;. und Suidasin <τ*οτοί'λΜ. Jonsius, de script. bist. Phil. II. 6 . §. Fahr.bibl. Gr. II. z. §. 48. ρ. ;;4. IV.;. §. 2. ρ. y2.

* Dioscorides, ein Poete, welcher über hundert jähr v,Christi geburt, und zwar vermuthlich mit Callimacho , Theicritv, Apollonio und andern zu gleicher zeit gelebt. Von ih,stehen 1;. Epigrammata in der Anthologia, und eben so visind noch ungedruckt vorhanden. Dan. Heinsius , ad Hör. darte Poet. vers . 279. Fabricius , biblioth. Gr. III. 28. p. 71,IV. ;. §. 2. p. 91.

* Dioscorides, Phaeas, ein Medicus von Alexandrien g>hurtig , und des Herophili secte zugethan. Galenus , tom. II 7 °?· Fabricius, bibliotheca Grac. VI. 9. §. 4. p. j 4<Den zunahmen Phacas bekam er von den wartzen im gesichEr lebte zu Antonii und Cleopaträ zeiten, und schrieb 2.bucher von allerhand Materien in der Medicin. Suida.Herodkanus in praf. ad gloss. Hipp. meldet, daß er in siebebucherndieienigen widerlegt habe, welche vor ihm des Hippecratis schwere Worte haben erklären wollen, und zwar Patesolches m alphabetischer vrdnung gethan. Es soll auch Gal,Nils expos. üng. Hippocratis auf dieses werck zielen. Lan.

iiedencket auch Paulus Lgineta IVDivscorrdls Alexandrini. Jans de script. bist. Philos. II. 6. i « Fabricius , bibi. Gr. IV. ;. S. 2. p. 90. VI c§. 4. p. 144. Stollens hist. der med. gelahrtheit, I §. 24.

* Dioscorides, ein .Griechischer author , schrieb einetractat von der Spartam, chen Republick. Athenäus ziehet da

zweyte buch davon an, und Plutarchus thut desselben auchMeldung in dem leben Agesilai und Lycurgi. Einige verwech-seln ihn mit einem andern Dioscorides, welcher auch ein Poet,Lyricus gewesen, und Epigrammata geschrieben hat. Voßus,de Hiitoricis Grads üb. III. p. 559.

Dioscorus I. Patriarch zu Alerandria, folgte an. 444 Cy-rillo. Er wärmete den alten streit von dem Primat wider denPatriarchen von Antiochia wiederum auf, und vertheidigte desEutychis irrthümmer, welche er auf dem an. 449. zu Ephesogehaltenen Goncilio billigte. Als er von bannen nach Aleran-dria wiederum zurück gekommen war, that er Papst Lcvncmin den bann. Allein im folgenden jähre darauf wurde er vondem Constantinopolitanischen Goncilio abgesetzt, und. an. 4,1.vor das Concilium zu Chalcedon gefordert. Ob er nun woldaselbst nicht erscheinen wollte, so wurde er doch nichts destoweniger einmüthiqlich verdammet, abgesetzt, und hernach verja-get. Endlich starb er zu Gangra in Paphlagvnien, an dem or-te seines exiüi. Leo, ep. 7. & 81. llaaus & Prosier, inchron.II. Concil. Ephes. tom. 111 . Conc. Concil. Chalcedon. act. 1.2.;. &c. tom. IV. Theodoret. ep. 16. ad Flav. FUceph. Hb.XIV. c. 47. Raronius , an. Chr. 439. 444. &c. Godeau, hist.eccl. üb. II. fec. V.

Dioscorus II. oder der jüngere, wurde an. 517. Patriarchzu Alerandrien, nach dem tode Iohannis Machiorä, und derEutychianischcn ketzerey zugethan gehalten. Weil er nicht,nach der damaligen gewohnheit, von den Bischöffen in Egy -pken , der Clerisey und dem volcke, erwehlct worden, wollteihn das volck anfangs nicht erkennen, welches eine aufruhr er-regte, darinnen viel ihr leben einbüßten. Er besaß den Pa-triarchalischen stuhl bis an. 519. Liberatus , Brev. c. 19. Baron.an. Chr. 517. §19. *

Dioscorus, ein Gegen-Papst, welcher an. ;;o.Bonifacio II. entgegen gesttzet, und von Athanarico beschützet wurde, auchgewiß eine spaltung in der kirche würde erreget haben, wvferneer nicht bald nach seiner wähl gestorben wäre. Er wurde nachseinem tode, wegen der ihm zugeschriebenen Simonie, ver-dammt, allein von Agapeto, des Bonifacii Nachfolger, abfvlvi-ret. Anaßasius, in Agap. Baron. an. Chr. 530.

DIOSCURI, das ist: Jupiters söhne; war der nähme,womit Castor und Poüux von den Heyden angedeutet wurden,ungeachtet sie lichteten, daß ihrer beyder mittler, Leda, nur denPollux von dem Jupiter, hingegen den Castor von ihrem ge-mahl, dem Könige Tyndaro, empfangen hätte. Siehe Ca-stor und vollux. Horat. satyr. 1. Virgil . JEneid. üb. VI. Po.mey, pantn. myth.

Dioscurias, eine stadt in Colchis , trieb so grossen Handel,daß bey 300. nationen, davon keine der andern spräche verstund,dahin handelten. Die kaufienthe von Rom hielten daselbst 1 zo.dollmetscher. Plinius sagt, daß sie zu seiner zeit wüste gelegen,Ammianus Marcellinus aber, baß sie zu seiner zeit noch be-rühmt gewesen. Einige legen ihre erbauung dem Castor undPollux bey, andere aber den 2. kutfchern dieser beyden Helden.Arriaims , der sie selbst gesehen, bezeuget, daß sie zu seinerzeit Sebastopolis geheiffen, und eine colonie der Milesier 2260.stadia von Trapezunt gewesen. Strato, üb. XI. Pl'm. iib. VI.c. $. Amm. Marcelii». üb. XXII. c. 8. Pomptm. Mela, üb.I.C. 19. Solinus , c. 19. Bayle.

Diospolts in Egypten, siehe Thebä.

Diospolis, von einigen Lidda oder St. George, und vonandern Rama genannt, eine stadt in Palästina', mit einemBißthum, welches unter den Patriarchen zu Ierusistcmgehörte. An. 41;. wurde allhier ein Concilium wider Pela-gium gehalten. Augujlin. üb. II. retractat. c. 12. üb. I. con-tra Julianum c. 3. &c. Hieronym. epist. 76. Baron. an. Chr.415. Mirai geogr. eccles.

DIOSPOLITjE , wurden vor zeiten die Egyptischen Kö-nige genennet, welche zu Diospoli, sonst auch Thebe genannt,in der Haupt-stadt ihres Reichs in Ober-Egyvten regierten. Eswerden von einigen 6. von andern 7. Dynastia: der Diospolitengezehlet, das i,st: sie wollen, daß, so oft dorten der sitz einesEgyptischen Königreichs, welches länger oder kürtzer gedauret,gewesen sey. Die Verzeichnis dieser Könige und Dynastiensind uns aus dem Manethone, Eratosthene und andern aufbe-halten worden, von Africano, Eusebio und Synccllo. Aus de-nen neuen hat sonderlich die fache gelehrt untersuchet Marshamin can. chron. der P. Paul Perron, und letztlich Perizonius,jener dans lantiq. des tems retabüe, dieser in orig. iEgypt.haben auch davon ihre besondere gedancken. *

Diotallevi, (Franciscus) Bischoffzu St. Angelo, indemKönigreiche Neapolis, lebte an. 1610. Er war von Rimini ,und nachdem er zu Rom stndirt hatte, machte er sich in der Phi-losophie und Theologie geschickt. Zu den zeiten Clementis VIII.disputirte er zum öftern über die bekannte sireit-frage de auxiliisgratue, und verfertigte einen tractat, die meynung der Iesui-ten zu vertheidigen, unter dem titul: Opusculum de Concur-su Dei ad_ actus liberos voluntatis creatae. Nachdem er Bi-schoff M St. Angelo worden, gieng er als Nuncius in Polen ,woselbst er sieben jähr blieb, und zweifelt man nicht, daß seinedlensie durch eine» Cardinals-Hut wären belohnt worden, wenner nicht alsobald nach seiner zurückkunft zu Rom gestorben,als er nur 41. jähr alt war. Er hat einen tractat de Usims

gc-