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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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b i o d i p

d i p 115

zuschrieben, welcher aber nicht heraus gekommen. Erythraus ,

pinacot. I. c. 155.

* Diotimus, oder Theotimus, ein Stoischer Philoso-phie , welcher Epicuro durch geile in dessenBCtft ttßtbtufi ^Uneben tt)0lltC· Lafttitts, X. SUlCtst 3 cno vCtEpicurecr klagte ihn an , und die Richter sprachen «hm denköpf ab. Athenaus, XIII. p. 611. Jonßus, de script. hist. Phil.p. 196. Fabricists, hihi. Gr. III. 15. p. 4 °?·

DiotrepHes, wollte zu den zelten der Apostel in der gemei-neMristi hoch angesehen seyn, nahm aber selbst d«e bruder nichtan, wehrte es auch denen, so es thun wollten, und stieß sie ausder gemeine. Daher St. Johannes in der dritten epistel schrei-bet, daß, wenn er kommen würde, er ihn seines lhuns erinnernwollte, v. 9. & 10.

Diphilus , ein verständiger Baumeister, hat von der Archi-tectur geschrieben, allein seine bücher sind nicht mehr vorhan-den. Er muste lange zeit haben, seine wercke, die er angefangen,zu vollenden, welches zu dem spruch-wort: lang,amer als Di-philus, gelegenheil gegeben. Vitruv. lib. vil.

* Diphilus, gebürtig von Sinope , soll im jähr der well,660. gelebt haben, und zu Smyrna gestorben seyn. Er hatüber 100. comödien verfertiget, die Plautus zum theil nachgeah-met , davon aber nur noch einige fragmenta vorhanden sind.Ein anderer Diphilus hat noch vor Eupolide comodien geschrie-ben. Noch ein anderer ist ein tragödien-schreiber gewesen, undhat zu Pompeji zeiten gelebt. Strabo , XII. p. 822. Veüejus, I.16. n. ?. Valerius Maximus , VI. 2. ext. 9. Fabricius , hihi.

Gr. II. 22.

* Diplovatatius, oder wie ihn einige nennen, plovata-tius, iThomas) ein gelehrter Grieche und Patrichis zu Con-stantinopel, war zu Corinth aus einem ansehnlichen Hause ge-bohren, welches ehedessen zu Nicäa in Bithynien geherrschet hat-te. Seine erste auferziehung genoß er bey Thoma Palaologodem Despoten von Peloponnesus, welcher, als er von Maho-met II. vertrieben wurde, mit ihm nach Rom flüchtete. Hierkam er in die bekanntschafft Iohannis Lascaris, der ihn nichtallein selbst in den wissenschafften unterwiese, sondern auch aufseine kosten nach Padua schickete, daselbst die Rechte, zu erler-nen. Er lag denselben bis an den tod seines Wohlthäters, deran. 1489. erfolget, mit allem ernst ob, kehrte aber sodannwegen Mangel der benöthigten Mittel nach Rom zurück, undunterwiese die jugend in der Physic und Griechischen spräche.Von dar wurde er an das Gymnasium zu Neapolis beruffen,hatte aber das unglück, als Carolus VIII. König von Franck-rcich, diese stadt einnahm, mit gefangen zu werden. Dochließ man ihn wieder los, als er dargethan hatte, baß er keineinheimischer, sondern ein Griech wäre. Er gieng darauf indas laqer Königs Alphonsi über, welcher, nachdem er Neapo-lis wieder eingenommen, zu belohnung seiner treue ihm einCanonicat gab, und ihn zum Bibliothecario Regio ernennte.Doch die aufführung der Spanier wollte ihm nicht gefallen;daher er seine stalion verließ, und wieder nach Rom kam, wo-selbst er in dem Hause des Cardinals Nicolai de Flisco an.1^4. sein leben beschlossen. Seine schriften sind: de Pne-ftantia Doctorum & clariifimis JCtis lib. II. Vita InnocentiiIV. item Ang. Gambeilonas; Com. Alex. Tartagni LecturasinDigeftum, Codicem & Novellas &c. Leiden rzzz. Addi-tiones ad varios auctores de Testibus St Testimoniorum ma-

teria, Cöln i; 66 . Explicationem Regularum Nicephori & No-tas ad Epistolam Orthodoxam Beslarionis ; Annotationes inPolybium ; Descriptio Peloponnesi; de Jure Grascorum lib.111 . de Platone & Aristotele DiiT. II. Notas ad Sententias Sy-nodales; Compendium Vitarum Plutarchi &c. Ecthesin Ca-nonum Apostolorum. Papatiopoli hist. Gymnas . Patav. tom.II. p. 4; Hyde, bibis Bodlej. Fabricius, biblioth. Gr. V. 45.p. 502. Neander, in praes, ad crotemata Grase. ling.

* Dippel, (Johann Conrad) ein wegen feiner sonderbarenMeynungen in der religion bekannter scribent des XVIII. fe-culi , nennte sich in seinen schriften Christianum Democritum,und war auf einem ohnweit Darmstadt gelegenen schlösse, nah-mens Franckmstein, den 10. aug. an. 1672. qebohren. Seinvatter, Johann Philipp Dippcl, bekleidete zu Nieder-Rannstattim Darmstadtischen das amt eines Predigers, und schickte ihnbey zelten in das Pädagogium zu Darmstadt , woselbst er auchin seinen studien dermassen zunahm, daß er schon im 16. jäh-re seines alters sich nach Giessen auf die Universität begebenkonnte. Als er nun allhier eine ziemliche erkänntnis sowol inder Theologie, als in der Weltweisheit erlanget, und an. 169z.die Magister-würde angenommen , that er sich durch eine di-sputation de Nihilo hcrsür, nahm aber, weil es ihm an Mit-teln fehlte, eine längere zeit auf der Academie zu bleiben, nichtlange hernach auf einem schlösse in dem Odenwalde die stelleeines Informatoris an. Hieftlbst legte er sich nun besondersauf die Pietistischen streitigkeiten , und verfertigte auch selbstenein scriptum Anti-Pietistkuin , welches er hernach zu Straß­ burg , als, er nach aufgegebener information diese Universitätbezogen, öffentlich vertheidigen wollte. Da ihm aber solchesfehl geschlagen, hielt er einige sogenannte Collegia Philoso-phico-Chiromantica , und führe« hiernachst ein so lasterhafftesund ärgerliches leben , daß er desivegen endlich im aug. an.1696. von dar entfliehen muste, nachdem er noch zuvor unter

Zentgrafen de Conversione Relapsorum disputiret hatte. Hier-auf kam er wieder in sein vatterland, und bildete sich ein,nicht nur eine reiche heurath, sondern auch daneben eine aca-demische Profession zu erlangen , daher er denn nunmehro seineledens-art gantz änderte, und so gar ein eifriger anhänger dersogenannten Pietisten wurde, wider die er kurtz vorher» einensonderbaren haß verspüren lassen. Die ersten schriften, wor-innen er solches deutlich an den tag geleget, waren seine sobetitelte Orcodoxia Orthodoxorum , ingleichen Axioma veterisAdami detectum & discustum , davon er dieses letztere beson-ders wider Hannekenium gerichtet hatte. Als ihm aber diedabey geführten anschläge auch mißlungen, fieng er an, dergantzen Evangelischen kirche aus das empfindlichste und heftigstezu spotten , und gab nunmehro unter dem nahmen EhristianiDemocriti jeinen Papismum Protestantium vapulantem her-aus , wodurch er aber seine sicherheit zu Giessen, wo er da-mals seinen aufenthalt gehabt, verlohr, besonders, da ihn sei-ne gläubiger auch täglich plagten, und keine Hoffnung, diesel-be zu befriedigen, vorhanden war. Bey diesen umständen er-griff er an. 1 698. das Studium Medicum , fiel aber dabey sogleich auf die Alchymie, und soll auch würcklich nach 8. Mo-naten eine tinctur erlanget haben, womit er so viel gold ge,macht, daß er ein vor zoooo. gülden erkauftes land-guth bezah-len können. Nachdem aber dieses vorgegebene chymische ge-heimnis wiederum verschwunden, und er auch besagtes land-guth nicht behaupten konnte, verfügte er sich an. 170-;. nachBerlin , wo er zwar gar viele trefiiche tincturen und andere chy-mtfthe artzneyen machte, an dem stein der Weisen aber mitschlechtem und unglücklichen erfolg arbeitete, baß er darüberan. 1707. in gefängliche verhafft gezogen wurde. Als mannun hiedey seine briefschaffren durchgieng, traf man unter sel-bigen auch eine abschrift von einem schreiben an, so er indas Königliche Schwedische laqer abgelassen halte, wodurchdenn seine umstände noch ein schlimmer ansehen zu gewinnenschienen. Nichts destowcniger kam er auf vorbitte eines vor-nehmen Herrn wieder los, machte sich aber bald darauf ausdem staube, da man eben im begriff war, ihn von neuem inarrest zu nehmen, und verfügte sich sodann nach Francksurt andem Mayn , wo er um mehrerer sicherheit willen die würde ei.nes Königlich-Dänischen Raths annahm, welche er zuvor schoneinmal abgeschlagen. Weil er aber doch noch eine gröfferefreyhest wegen seiner sonderbaren meynungcn verlangte, begaber sich zu ende des jahrs 1707. nach Amsterdam , setzte alldaseine alchymische und medicinische studien beständig fort, undward zu Leiden an. 1711. Medicinae Doctor , nachdem er vor-her» eine tisputation , de Vitas Animalis Morbo & Medicina,die nachgehends auch ins Teutsche übersetzet worden, öffentlichgehalten hatte. Indem er aber auch in Holland sich nicht nurmitreden allzufrey und unbesonnen aufgeführet, sondern auchnoch eine schrift unter dem titul: Alea Belli Muselmannici,heraus gegeben, welche viel aufsehens machte, muste er auchhier entweichen , und hielt sich folgends eine lange zeit in Al-tona auf, da er denn den titul eines Königl. Dänischen Cantz,ley-Raths führte, dabey aber seine sonst gewöhnliche Manierso wenig änderte, daß er vielmehr immersort darinnen weitergieng. Als er nun selbst endlich merckte, daß er sich dahernichts gutes zu versprechen hätte, wollte er dem ungewitteraus dem wege gehen, wurde aber an. 1719. von dem Rath zuHamburg ausgeliefert, und nach angestellter rechtlicher unter,süchung nicht nur seiner würde, als ein bisheriger KöniglicherCantzley-Rath, verlustig erklärt, sondern auch, nachdem erzuvor die öffentliche und durch den scharfrichter bewerkstelligteVerbrennung seiner schriften mit ansehen müssen , von Alton«geschloffen nach Cvppenhagen, und von bannen weiter nach derrnsul Bornholm abgeführet, wo er seine zeit in ewiger gefan-genschafft zubringen sollte. Nachdem er aber sieben jähre sichdaselbst befunden, wurde er auf vorbitte der Königin von-nemarck an. 1726. wiederum auf freyen fuß gestellet, undgieng darauf nach Schonen über, in der absicht, in sein vat-terland zurück zu kehren. Er setzte aber dieses vorhaben nichtins wer«, sondern hielt sich erst in Christianstadt eine weilebey einem kaufmann auf, und wurde sodann nach Stockholm ,um den König selbst an einer zugestoffenen kranckheit zu curi-ren 1 eingeladen. Ob nun gleich die Schwedische Geistlichkeitbey dem damaligen Reichs-tage auf alle weise zu verhindernsuchte, daß ihm, als einem öffentlichen religions-spötter, in dasReich zu kommen, nicht gestaltet werden möchte; so kam erdoch zu ansang des jahrs 1727. zu Stockholm an, und genoßallda sowol von dem Könige, als von unterschiedenen andernHerren dieses Königreichs besondere gnade: wiewol dem ohn-geachtct der geistliche stand es endlich noch so weit gebracht,daß er im dec. des bcmeldten jahrs die Königliche residentz ver,lassen muste. Er wendete sich dannenhero wiederum nachTeutschland , da er denn die übrige zeit seines lebens bald zuLiebenburg im Hildesheimischen, und andern orten, bald aber,und zwar meistenlheils zu Berleburg und auf den Witgenstei-nischen schlössern zugebracht. Weil man ihn um diese zeit zuunterschiedenen malen, wiewol fälschlich, vor todt ausgegeben,stellte er an. 17z;. einen bericht in form eines patents an daSlicht, worinnen er meldete, daß er voran. 1808. nicht sterbenwurde. Indessen lebte er doch auch nicht lange mehr, inmaf-ftn er den 25. apr. an. 1734. auf dem schlösse Witgcnsteingantz unvermuthet frühe in seinem bethe todt gefunden wor-

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