Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

12t

dob

b o c

drey mciirn vonden ;o. aug. die

Ferdinande I secularisirt, und zu einem KöniBchen Cammer-gulh gemacht, darauf anfänglich an Heinnchen von GerS.dorff verpfändet, hernach von Kayfer Rudolpho II den 4.may an. 1601. an Heinrich Anshclm von Promnltz, Königli-chen Rath und Landvogt in der Mieder-Lausitz verkauft, undunter dem titul einer freyen Herrfchafft überlassen. An. 162;.erkaufte Churfürst Joh. Gcorgius I. von wachsen , als dama-Uger Pfands -innhE der Marggrafthümmer Ober - und Nie-ber-Lausiy, diefe Herrfchafft, und machte sie zu emem Amtund Cammer - guth, und als nachgehends beyde Marggraf-tbümmer an das Chur-Haus Sachfen gantzlich abgetreten wor,den, so bekam Churfürst Johannis Georgii I. dritter lohn,Lertzog Christian, postulirter Administrator des Stifts Mer-stburq, Dobrelug, nebst der gantzen Nieder-Lausitz,; woraufgedachter Hertzog den eingeäscherten ort und die wüste kircheerneuern, das klostcr zu einem schloß und residentz-hause anrich-ten, und zugleich den ort in ein städtlein verwandeln lassen,wie denn auch gedachter Hertzog Christian an. >682. und 168;.bey der zu Merseburg eingerissenen pest feine retirade hreher ge-nommen. Es gehören zu diestr Herrfchafft schöne landereyen,und, nebst dem städtlein Kirchhayn , auch viele dorfschafften.Die Fürstlichen beamten allhier besuchen auch die Land-tageratione dieser Herrfchafft. Siehe Grossers Lausitz, merckwur-digkeiten, lib. III.

Dobrin, (Rittervon) siehe Dobrzin.

* Dobroc, eine stadt in Weiß-Reussen,

Mstlslaw am flusse Cziorna, wo an. 1708.

Russen das Schwedische lager angegriffen.

* Dobroslaus I. Herr von Dalmatien , und ein söhnDraglmirs, heurathete Dominicam, eine enckelin Samuels,Königs von Bulgarien , mit welcher er fünf söhne erzeuget.Als nach dem lode ihres vattcrs die Unterthanen ihn nicht fürihren Herrn erkennen, sondern nunmehro frey leben wollten,brachte er sie endlich nach vielen blutigen treffen an. 104z. zumgehorsam. Er genösse daraufseines Reiches in der besten ruhe,bis an seinen tob , der an. 1047. erfolgte. Du cange, famil.Byzant.

* Dobroslaus II. ein söhn Rodoslai, und enckel des vor-hergehenden , muste vor Bodino, der das Reich von Dalma­ tien ufurpirke, nach Constantinopel flüchtig werden. Nach demtobe Bodini trugen ihm die Stände die regierung mit hindan-sttzung Michaelis, Bodini sohns, freywlllig auf; aber Coccia-por sein eigener bruder wollte ihn nicht darzu lassen, sondernerregte wider ihn einen krieg, in welchem Dobroslaus gefan-gen , und an den König Uladimir geschickt worden. Jaqumca,Königs Bodini wittwe, lies; ihm darauf die äugen ausstechen,und zum kinder - zeugen untüchtig machen; worauf er nach Ca-taro gieng, und daftldst sein leben in der stille beschlösse. Du

Gange, famil. Byzant.

* Dobrowica, lat. Dobrovica, ein städtgen in Litthauenan dem fluß Hsrin in Polesia gegen Ober-Volhynien zu.

* Dobruccia, eine gegcnd in der Bulgarey, liegt zwischender Donau , und den Überbleibseln der mauer, so die Griechi-schen Kayfer von Gopasal an, ohnfern Silistria, bis nachConstantia, an dem gestade des öiare Magiore angebauethaben. Da herum halten sich die Cibelesischen oder CibeischenTartarn bey 2000. auf; der Groß-Sultan bedienet sich dersel-ben zuweilen, um seine Przecopischen Tartarn zu verstärcken.Sie sind der Mahometamschen religion zugethan, und bey ih-nen wohnen annoch die Nachkömmlinge der sogenannten Eunu-chen , welche von der faclion Tekels übergeblieben, und vonder secte Ali sind, welcher gattung in dem übrigen theil Bulga­ riens nur noch sehr wenig anzutreffen; sonst ist dieses Dvbruc-cia, von theils Geographis auch Dobrizia genannt, von andernTartarn bewohnet, welche sich auch in dem östlichen theile derBulgarey ausgebreitet haben, so ferne sich dieselbe zwischendem Schwartzen meer und der Donau erstrecket. Mach inseinem Dictionatio berichtet uns, daß sie unter dem Türcki-fchen Groß-Sultan stehen, und unmittelbar von dem Sangiacvon Silistria abhängen. Die städte darinnen heissen nach sei-ner aussage, Ariopolis, Aziubiu, Provada, Tamiswar, Chiu«stenge oder Proslawiza, Stranica und andre, so geringer alsdiese sind. Thom. Corneille , Dict. Geogr. Maty, Dict. in Tar-tar. de Dobrucce.

Dobrzin, welche die Alten Dobrinum, Debricinium undDobriznum nennen, ist eine kleine stadt und landschafft in Po­ len , welches drey Castellanstbafften , Dobrzin, Slonska undRipina in sich begreift. Es ist dieserwegen zum öfter« mit denTeutschen Ordens-Rittern und den Königen in Polen ein streitgewesen , jedoch haben es endlich die erster» den letzter» überlas-sen muffen. Das schloß Dobrin, welches auf einem felsennahe an der Weichsel zwischen Uladislaw und Plozko lieget,haben die Ritter , so Milites Christi genennt wurden, erbauet,und sich daher nachgehends Ritter von Dobrin benennen lassstn. Es ist aber deren Ursprung folgender gewesen. Als imXlll.feculo der Polnische Hertzog, in Masurien oder Masovien,nahmens Cvnrad, mit den ungläubigen Preussen schwere krie-ge führte, und sahe, was die e:chwerdtträger in Liefland vor glückliche progressen wider ihre feinde machten, ward erauf einrathen des Preußischen Bischoffs schlüßig, dergleichenRitter-orden wider seine feinde zu stiften , welches er auchAistor. Lexicon III. Theil.

bewerckstelligte, und die Ritter Milites Christi nennete, diegleich den Lieflündischen Schwerdt-Brüdern einen weissen Man-tel mit einem rothen schwerdt und stern trugen. Der vornehm-ste unter ihnen hieß Bruno, welcher nebst noch dreozeheu an-dern von gedachtem Bischoff tu den ordcn eingekleidet wurde.Als nachgehends Hertzog Cvnrad ihnen einen gewissen districtlandes eingab, baueten sie die vorerwehnte vestung Dobrin,und liessen sich Ritter oder brüder von Dobrin nennen. Es ver-gliche sich auch gedachter Hertzog dergestalt mit ihnen, daß das-jenige, was sie den Heydnischen Preussen abgewinnen wurden,unter ihm und dem orden gleich getheilet werden sollte. Hier-auf aber geriethen die feinde vollends in den Harnisch , und füg-ten Masovien noch mehr schaden zu, als sie zuvor gethan, eskam auch endlich zwischen ihnen und den Rittern zu einem har-ten treffen, welches zwey tage nach einander gewährt haben soll,in welchem die Preussen obsiegten, und die neuen brüder mit ih-rer mannschafft völlig erlegten, worauf der orden ein ende ge-nommen , und Hertzog Cvnrad genöthiget worden, zu denTeutschen Ordens-Rittern, deren Helden - thaten durch gantzEuropa bekannt waren, seine zuflucht wider feine feinde zu neh-men. Hartknochs alt und neu Preussen, k. II. p. 270. Cro-

m erui. Guagninus. Staravolscius.

Doc, (Johannes) lat. Docams, war erstlich ein Bene-dictiner - Mönch in der Abtey St. Dionysii in Franckreich,Doctor Theologie und Juris Canonici, dabey ein vortreflicherPrediger. Er wurde nachgehends Groß-Prior zu St. Deichs,und endlich an. 1557. Bischoff zu Laon . Er starb an. 1560. undhmterließ de seterna Filii Dei Generatione ac temporali Nativi-tate, libros II.; Homilias &c. Sammartb. Gallia. Mir aus , descriptor. ikc. XVI.

Docampo, (Florianus) Canonicus zu Zamoro in Spa­ nien , stund bey dem Kayfer Carolo V. sehr wohl, welcher ihmbefahl, eine Historie von Spanten zu schreiben, davon er dieersten fünf bücher , unter dem titul : Gas eine» libros prime-ros de la Cronica general de Espanna , heraus gab. Er ver-fertigte auch andere tractate, als Libro de Linages y armas &c.

Docampo, (Confalvus > Ertz - Bischoff von Lima , warvon Madrid gebürtig, und hielt sich lange zeit in Italien auf,woselbst ihm Clemens Vllh viel gnade erwies. Nachgehendswurde er Canonicus zu Sevilien, Archidiaomus zu Niebla ,und endlich Bischoff zu Cadix. Ehe er aber hievon besitz nahm,erhielt er an. 162;. das Ertz-Bißthum zu Lima in Peru. woselbster an. 1626. starb. Man schreibt lhm ein buch zu : del Goviemodel Perca. Davila, in theat. eccles. Lim. Anton. bibl.

DOCETiE, waren gewisse ketzer in der ersten kirche, desMarcionis Nachfolger. Sie hatten diesen nahmen von demWorte J'oxür, oder scheinen, wett sie dafür hielten , daß Chri-stus nicht wahrhafftig, sondern nur scheinbarer weise geltttenhabe. Clemens Alexundr. lib. VII. ström. Tbeoderet . lib. V.haeret. fab. c. ia, LeSueur , histoir. dEglise &c.

* Doch , eine vestung oder bürg in der ebene von Jericho ,allwo Ptolemäus, ein söhn Abobi, wohnete, und seinen schwlc-ger-vatter den Simonem Maccabäum samt seinen zwey söh-nen , Mathatia und Juda , verrälherischer weise um das lebenbrachte, auch gar in dem sinn hatte seinen andern zu Gaza wohnenden schwager, Johannem Hyrcan, zu todten; alleines kam ihm ein böte zuvor, und sagte es Johanni, der machtesich gleich auf, und belagerte seinen schwager Ptolemäum auffeinem schlöffe zu Doch , i. Maecab. XVI. n. Josephus anti-quit. judaic. XIII. 25. erzehlet, daß als Hyrcan nahe herzu-kommen , und die vestung bestürmen wollen, hätte Ptolemäus auf der mauer seine Mutter und zwey brüder vor seinem ange-ficht auf das allergrausamste mit rulhen schlagen lassen, undanbey gedrohet, sie gar zu tobten, wann er nicht aufhörte dervestung zuzusetzen, wodurch Hyrcan bewogen wurde, es beyeiner einft>errung des orts bleiben zu lassen, die er auch, da dasruhe-oder sabbath - jähr dazwischen kam , gar aufheben muste.Nachdem aber Ptolemäus des Hyrcans mutter und die zweybrüder des Johannis Hyrcans hatte tobten lassen , flöhe er zuZenon mit dem zunahmen Cotyla, einem Philadelphischen Ty-rannen. Diese erzehlung Josephi trift nicht mit dem berichtdes ersten buchs der Maccabäer überein , allwo es heisset; Erhabe die zwey brüder, Mathatiam und Judam, mit ihremvatter Simone zugleich in dem saale, da er sie zu gaste geladen,umgebracht.

* Dochiario, ein kloster in Griechenland , so von einemMönche, nahmens Neophytus, mit hülffc seiner freunde undanverwandten, dem H. Nicolao zu ehren st»ü erbauet wordenfeyn. Heut zu tage hat es zum Patron den Ertz-Engel Michael,dessen Ursache die Griechen von nachfolgender geschicht herleiten:Ein knabe, welcher das kloster-vieh hütete, fand einen reichenschätz, und sagte es dem üegumeno oder Prälaten an. Die-ser schickte einige Mönche den schätz zu holen , welche aber einigwurden, das gelb vor sich zu behalten, und den knaben ausdem wege zu räumen. Darauf hiengen sie demselben einenstein an den hals, und stürtzten ihn von einem felsen in daSmeer, verbargen inzwischen den schätz an einem heimlichenorte, und sprengten in dem kloster aus, der knab hätte denPrälaten belogen, und aus trieb seines bösen gewlffenS sich aufdie flucht begeben. Um Mitternacht aber kam der knabe gantznaß und erfroren in die kirche, entdeckte die graujame that der

L Mönch«,