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fuhren. Sonderlich ist der Hertzogliche hur, den alten Phry-qischen Mitris gleich, merckwurdig , und wird von seiner formil Como das Horn genannt; wird auch von einlgen als ein be-weis der Herkunft des Venedischen landvolcks von den Tro,a-nern und gleichsam als ein Überbleibsel von selbigem hohen al-tcrthum angeführt. Die Repnblick Genua hat aletchfalls anenDoge zu ihrem Ober-Haupt, ohne dessen bewllllgung nichts »nderselben kau abgehandelt, vielweniger einige resolutwn undStaats-decret ohne sein wissen ausgefertiget werden. Er istdurch die Staats-gesetze verbunden, in dem residentz-hause odersogenannten Palazzo zu wohnen, und wenn er sich heraus be-qiebt, verfällt von stunde an seine würde auf den Rath. Er giebtden fremden Gesandten audientz, beruft alle Collegia zusam-men , und trägt darinnen vor. Er führt den titul Jhro Durch-lauchtigkeit, wird mit einer Königlichen crone gecronct, undihm dabey ein sceptcr in die Hände gegeben, aus «rsach, weildie Repu blick Genua das Königreich Corsica in besitz hat. Sei-nen character behält er nur zwey jähr, und wenn die zeit ver-flossen , so wird ihm in dem residentz-hause folgendes compli-ment gemacht: Nachdem Jhro Durchlauchtigkeit derozeit geendigt hätten, so würden Jhro Erccllentz sich be-lieben lassen, in dero eigene Wohnung zurück zu gehen.Worauf er nach seiner erlassung die würde eines krocurarorisxerpetui überkommt, da hingegen die Procuratores temporär!»solches aml nur zwey jähr bekleiden. In währender seiner re-gierung kommt er ordentlich nicht weit aus Genua , jedoch hatman das exempel gehabt, daß an. »68z. nachdem der König inFranckreich die Genueser an. 1684. durch eine scharfe bombar-dirung gezüchtigt halte, der Doge sich in hoher Person nebst vierSenatoren nach Parts begeben, und den König durch einedemüthige abbitte versöhnen müssen. Dannenhero auch dersel-be, als man ihn zu Paris gefragt, was er daselbst am meistenbewundere ? zur antwort gegeben: das bewundere er am mei-sten , daß der Doge der Nepublick Genua sich zu Paris befände. Einleitung zur heutigen Historie, wm. II. p. 84;.ieqq. Siehe Venedig . *
* ^oglioni, ( Ioh. Nicol.) ein Historicus von Belluno ,studirte zu Padua , leistete darauf der Republick Venedig, alsein Mitglied des Gesundheits - Raths , vortrefliche dienste, undstarb ums >ahr 1629. im hohen alter. Seine schriften sind inItaliänischer spräche: Historia Veneta , welche bis aufs jähri?97- gehet, Venedig i??8. M 4. Theatrum universale Princi-pum & Historiae Mundi , so vom ansang der well bis aufs jähr160;. gehet, ibid- 1606. in 4. i» 2. vol. Amphitheatrum Eu-ropae , ibid. 1601. in 4. Venetiae triumphantes & semper libe-rae; Libellus de Anno Veneto; ingleichen Dillert. de Origine& Antiquitate Civitatis Beiluni, gleichfalls Italiänisch , Verona i;88. die man in Thesauro Antiquitatum & Histor. Italiae,tom. IX. P. VIII. übersetzet findet, hinterlassen. Rapadopoii bist.Gymnas. Pat. tom. II. p. 284.
Dohna , war zu alten zeiten eine sehr mächtige und herrli-chedurg unter der Cron Böhmen an der Möglitz gegen Pirna unfern der Elbe gelegen; wurde aber an. 140;. von MarggrafWilhelms Coclite zu Missen erobert und zerstöret, so daß heutzu tage nichts mehr davon übrig, als das daran gelegene städt-lein dieses nahmens , nebst einem mittelmäßigen Hospital. Da-von sollen die berühmten Burggrafen dieses nahmens ihren Ur-sprung haben.
Dohna , (Burggrafen und Grafen von) führen ihr ge-schlecht von Aloysio de Urpach her, welchen Carolus M. auSdem Delphinat mit nach Deutschland gebracht, und an. 806.den Reichs-grentzen an der Elbe gegen die Wenden vorgesetzethaben soll. Dieses Aloysii söhn Conrado verliehe Kayser Ludo-vicus Plus zuerst den titul eines Burggrafen von Dohna, dersich auch zum Heerführer gegen die Wenden gebrauchen ließ, diestadt Brandenburg eroberte, und den frieden im Reich dadurcherwarb. Dieser Conradus soll die brücke zu Dreßden erbauet,und deswegen seine zoll-gerechtigkeit darüber gehabt haben, dieendlich Churfürst Augustus an sich gebracht. Nachdem nun infolgenden zeiten diese familie sich sehr vermehret, zudem auchihr Burggräfiicher sitz von Marggraf Wilhelms zu Missen zer-stört worden, hat sie sich in die nahe gelegene länder retiriret,und findet man schon von an. ijoi. daß ein Burggraf vonDohna , von Hertzog Conrado zu Steinau und Rauben Glo-gauischer linie mit dem städtlein Köben in Schlesien ist beschen-cket worden. An. 1484. lebte Henricus, Burggraf von Doh na , Herr in Craschcn , Humern, Heminsdorff und Petro-witz. Dieser hinterließ zwey söhne, Christophorum und Sta-ulslaum, davon jener die Schlesische, dieser aber, nachdemer nach Preussen sich gewendet, die preußische linie angefan-gen. Christophorus, Burggraf von Dohna , in Craschen,zeugte einen söhn Casparum, der wiederum verschiedene söhnehatte, unter denen Abrahamns, Valentinus, Henricus undJohannes zu mercken , welche alle ihr geschlecht fortgepfiantzet;doch find sie ausser Abrahamo in ihren nachkommen wiederumerloschen. Dieser Abrahamus aber zeugte mit Mariana vonBvrschwitz einen söhn gleiches nahmens , welcher Kaysersdludolphi II. Rath und Landvogt in Ober-Laußnitz, wie auchan. 1600. sein Abgesandter in Moscau war, an. 1611. Kaysers
ir * a einzug zu Breßlau beywohnte, auch sein geschlecht ingrosses ansehen und vermögen setzte, indem er die HerrschafftWartenberg von den Freyherren von Malzan erkaufte. SeinHistor. Lexkm III. Theil.
söhn Carl Hannibal, Burggraf von Dohna , KayserlicherSchlesischcr Cammer-Präsident, cvmmandirte bey gedachttineinzuge die trouppen zu roß, und ließ sich nachgehends von demKayser Ferdinande II. in verschiedenen friedens-und kriegs-handlungen rühmlich gebrauchen. Dahero auch der Kayserihm nicht allein die Hertzogliche würde anzunehmen erlaubet,sondern auch über dieses die beyden Hertzogthümmer Oppeln und Ratibor aufgetragen haben soll; welches aber wiederumhintertrieben, und ein gewisses stück geld dafür versprochenworden. An. i6;z. gieng er in Polen , frische vvlcker anzu-werben , büssete aber im herausfuhren derselbigen sein leben ein,Ottonem Abrahamum hinterlassend. Dieser machte sich in sei-ner jugend durch gelehrsamkeit und gute Qualitäten an demKayserlichen Hofe sehr beliebt. Dannenhero ertheilte ihm derKayser Fcrdinandus II. die Ober-Amts-Raths-charge in Schle-sien , und brauchte ihn bey den damaligen kriegs - troublen invielen Verrichtungen. Er wohnte an. 1646. der Königlichencrönung Ferdinandi IV. zu Präge bey; als er aber von darnach Breßlau wieder zurück kam, starb er wenig tage hernach.Mit serner gemahlin Renata Elisabetha, Freyin von Breunc-rin, so nach ihm an Johannen: Wolfgangum, Freyherrn vonFranckenberg, vermahlt worden, hat er eine tochter AnnamDheresiam , so an den Grafen von Iarotschin , BreßlauischenLandes-Hauptmann , vermählet worden, und einen söhn, Ca-rolum Hannibal, Burggrafen und Grasen von Dohna , Frey-herrn in Wartenbcrg, Herrn in Prälin und Solnitz, gezeuget.Dieser wurde Kayserlicher Cammer-Herr, und vermahlte sichmit Anna Elisabetha , Freyin von Schrottenbach , die aberan. 1684. den jt. mertz starb, ohne kinder zu hinterlassen. Erselbst beschloß diese Schlesische linie, als er de» 9. april an. 1711.zu Breßlau dieses zeitliche gesegnete. Worauf sich sthr vielePrätendenten zu der Herrschafft Wartenberg angegeben , welcheaber endlich an. 1720. in dem Schlesische« Ooer-und Fürsten-Rechl der Burggrafen und Grafen von Dohna von der Preußi-schen linie, und unter denen insonderheit dem Grafen Alexan-dro, Königl . Preußischen geheimen Rath und General -Feld-Marschall, gegen erlegung eines quanti von mehr als 200000.gülden vor die allodial-erben zuerkennet worden.
Stanislaus, Burggraf von Dohna , welcher die Preußischelinie aufgerichtet, hinterließ von seiner gemahlin, Ursula vonGeysing, Petrum» Burggrafen von Dohna , und Ober-Hauplmann über Äraunsberg und Morunck. Dieser zeugtemit seiner ersten gemahlin Elisabetha von Eulenburg zwey töch-ter und einen söhn Anshelmum, welcher noch in seinen mngenjähren verstorben; mit der andern aber, Catharina Zema, ei-nes Woywoden von Marienburg tochter, verschiedene söhne,darunter Achatius und Fabianus zu mercken sind. AchatiusBurggraf von Dohna , lebte in Preussen, und bediente bey sel-bigem Hertzoge eine geheime Raths - stelle. Seine gemahlin,Barbara von Wernsdorff, hatte ihm viele söhne gebohren,darunter Fabianus, Abrahamus, Fridericus und Christopho-rus das geschlecht fortgeführet. Diefer letztere ChristophorusBurggraf von Dohna , Königlich^Böhmischer Ober-Cammer-
B err und geheimer Rath, auch Gouverneur des FürstenthumSranien in Franckreich, erzeugte mit Ursula , Gräfin vonSolms, r.) Christianum Aldertum, von welchem ein beson-derer artickel. 2.) Christophorum Delphicum, welcher denSchwedischen zweig angefangen. Er diente dem Könige inSchweden in dem kriege, und starb an. 1658. an einem schlag«flnß, nachdem er von seiner gemahlin Anna, Gräfin vonOxenstirn, Fridericum Christophorum Grafen von Dohna,wie auch Carolam Eleonoram, Gustavi Mauritii Grafen vonLöwen Haupt dritte gemahlin, und Amaliam Ludovicam hin-terlassen. j.) Fridericum, Burggrafen von Dohna. Dieserfolgte seinem vatter Christophoro in dem Gouvernement vonOranien, wurde aber von dar von den Franzosen verjagt, undretirirte sich auf sein bey Genf gelegenes land - guth Copet. Erstarb im april an. 1688. nachdem ihm seine gemahlin Sperarr-tia du Puy-Montbrnn, Johannis Herrn von Ferasieres toch-ter , verschiedene kinder beyderley gcschlechts gebohren , darun-ter zu mercken Amalia Catharina, so Henrici IV. Freyherrnvon Friesen, und Henrica Ursula, welche Ferdinandi Chri»stiani, Grafen von der Lippe, gemahlinnen worden , desglei-chen Johannes Fridericus, welcher vom großwatter mütter-licher feite den titul als Marquis de Ferrasieres bekomme»;Christophorus, Königlicher Preußischer geheimer Rath, undGeneral -Major, und Alexander Graf von Dohna . Dieftrwurde General-Lieutenant , Königlicher Preußischer geheimerRath , Gouverneur der vestung Pillau , und oberster Hofmei-ster des Cron-Printzen daselbst. Er vermählte sich mit einer ge-bohrnen Gräfin von Dohna , mit welcher er eine tochter ge-zeuget, die an den Grafen Ottonem Magnum von Dönhoffan. 1701. vermählt worden , den sie aber durch sein absterbenan. 1717. wieder verlohren hat. Tbuan. üb. LXXXV 1 I. hist.& lib. CI. Megifir. delit. ord. equestr. R ’terihuj. geneal.Voßus , in vita Fabiani Burggr. de Dohna . 2 .UCst Schief, thron.p.1616. feg. Speverus , P. 1 V. theatr. Nobil. Europ. Imbofi notit.Procer. Imper. p.49;. Hemlius, inSilesiogr. renovata 0.2.0.197.& c. 7. p. -99- c-8- p- 40 - c.12. p.1196. Hartkn. Preussen.
Dohna , (Achatius, Burggraf zu) ein söhn Achani des ältern,war an.i;8i. den 22. oct. gebohren. In semer jugend wurde ernebst seinem bruder Christophoro auf die Universität zu Heidel berg geschickt. Nachdein er sich hier einige zeit aufgehalten,
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