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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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124. doe

d o e d o g

wode von Siradien , und der vornehmste Reichs - Rath in Po,Im , hatte sich in der jugend bey dem Könige Sigismundo 111 .als er demselben im kriege gedienet, in grosse gnade gesetzt, daßer bey demselben alles galt, welche gnade er auch bey dessen söh-ne und Nachfolger im Reiche Uladislao IV. zu erhalten gewußt/von welchem er an. ,6,7. als Groß-Gesandter an Kayser Fer-dinandum III. wegen der Vermählung mit der Kayserl. Prin-tzeßin Cecilia Renata gesendet, und nachgehends zum oberstenHof-Marschall gemacht wurde. Er war ein groß-vatter Theo-dori, Cron-CämmererS von Polen ; Uladislai, Woywodensvon Pomerellen, der an. 168?. die Polnische armee wider dieTürcken commandirt, und dasselbige jähr in einem treffen beyCracau geblieben; Georgii, Bischoffs zu Caminiec, und Er-nesti, Woywodens von Marienburg, und der Königin Hof-Marschall/ der an. 1694. verstorben. Johann Casimir / Car-dinal , ist an. 1697. mit tode abgegangen , von welchem beson-ders. George Albrecht, Bischoffzu Premisl. und oberster Cantz-ler des Reichs Polen , ward an. >702. Bischoff zu Cracau . Ot-to Magnus , Königlich-Preußischer geheimer Rath , General -Major und Gouverneur zu Memel , wohnte an. 1712. als Be-vollmächtigter den friedens-tractaten zu Utrecht bey, und starbzu Berlin den 14. dec. an. 1717. seines alters §2. jähr, nach-dem ihm seine gemahlin, eine gebohrne Burggräfin von Doss-na, verschiedene kinder beyderley geschlechts gebohren. Seinbruder Ernestus Uladislaus starb auch zu Berlin in dem 5 z.jähreseines alters den n.jun. an. 1724. als Königl. Preußischer Gene­ ral -Lieutenant , Gouverneur zu Colbera, Ritter des Teutschenvrdens / und Commandeur zu Schiffenberg. Stanislaus, Lit-thauischer Unter - Feldherr, Cron-Schwerdt-Träger und Con-föderattons-Marschall/ vermählte fich den zo.jul. an. 1724. miteiner tochter Grafen Adami Nicolai Siniauski , PolnischenCron - Groß - Feldherr». Okoiski, orb. Pol. P. 1 . HartknochsPrenss. p. 4z r. Abels Preuss. Staats-Historie.

Dönhoff, (Gerhard , Graf von) Paladnus in Pomerel-leu, wurde an dem Chur-Brandenburgischen Hofe als ein Pageauferzoaen , und quallficirte sich hernach durch verschiedene rei-sen. An. 1621. wohnte er dem Polnischen Printzen Uladislao«sigismundo, und dem General Chodkiewitz in dem kriege widerden Türckischen Kayser Osmann bey, und führte nebst JohannWeyhern und seinem bruder Magno Ernst die Teutschen völcker,trieb auch die Türcken, welche seine posten einen gantzen tagstürmten , rühmlich zurück. Drey jähr hernach that er mit ge-dachtem Printzen einige reisen durch Ober-und Nieber-Teutsch-land, wie auch Italien , und bahnte sich durch seine treue denweg zu seinem künftigen stände. Als er wieder zurück kam,diente er dem Könige Sigismundo III. in den Preußischen krie-gen wider Gustavüm Adolphum in Schweden , und machtean. 1629. die Schwedische belagerung vor Thorn durch seinegegenwart zu nichte. Damit man aber seine Verdienste beloh-nen möchte, machte man ihm zum Staroste zu Koscierz,Hauptmann in Skorsow , Lublin und Felin, Schatzmeister inPreussen, Ober-Hauptmann zu Marienburg , und endlich an.164z. zum Palatino in Pomerellen . Er ward auch zum Gene-tstbCommissario der Preußischen kriegs-sachen bestellet , und alsder letzte Hertzog in Pommern starb, wurden ihm die der CronPolen Heimgefallene Herrschafften Butow und Lauenberg ver-liehen. Im nahmen des Königs Uladislai Sigismundi richteteer an. 164;. in Franckrcich den ehe-vergleich mit der PrmtzeßinLoisaMaria von Revers auf, welche ihm das Ober-Hofmei-ster-amt ertheilte. Seine andere gemahlin Sibylla Margare-1ha, Hertzogs Johann Christian zu Liegnitz und Brieg inSchlesien tochter, wurde ihm an. 1639. beygelegt, und gebahrihm Uladislaum, Johannem Fridericum und Sibyllam. Kay-ser Ferdinandus II. erhub ihn in den Graftn-stand, worauf eran. 1648. den rz. sept. zu Marienburg mit tode abgieng.Okolsk, in orbe Poion.

Dönhoff, (Johann Casimir , Graf von) ein Cardinal,gebohren an. i6zo. Nachdem er in den geistlichen stand getre.ten, kam er unter Jnnocentii XI. regierung nach Rom , undzwar in keiner andern absicht, als seine neugierigkeit zu ver-gnügen. Er war aber nicht lange daselbst gewesen, so trugihm der König von Polen, Johannes Sobiesky , einige ange-legenheiten auf, welche er an dem Päpstlichen Hofe zu tractirenhatte, und als Wien von den Türcken belagert ward, gab ihmder gedachte König den character eines Envoye bey demoberwehnten Papst. Derselbige ließ sich seine person so wohl ge-fallen , daß er ihn nicht nur unter die Prälaten seines Hausesaufnahm, sondern auch zum Commandeur des zu Rom befind-lichen Hospitals zum heiligen Geist machte. An. 1656. den 2.sept. erhub er ihn zu der Cardinals-würde, womit aber der Kö-nig von Polen , weil der von ihm nominirte Bischoff vonBeauvais bey derselben Promotion war Übergängen worden,nicht wohl zufrieden war. Nach diesem residirte er ordentlich inseinem Bißthum Cesena, in der provintz Romandivla, undstarb den 20. jun. an. 1697.

Dörflinger, siehe Derfltnger.

Döring, siehe Thöring.

* Döring, (Matthias) ein Barfüsscr-Mönch, und Pfarr-herr zu Kiritz m der Marck , lebte zu ansang des 15. jahrhun-derts , mit dem rühme eines gelehrten , exemplarischen und un-parteyischen mannes. Er hat geschrieben Eibrum perplexommEccleliae, und Continuationem Chronici Theodorici Engelhu-

sii, welches letztere Mencken in script. rer. Germ. tom. III. p.t.seqq. aus einem manuscript der Paulliner-biblivtheck zu Leipzig drucken lassen. Mencken, 1 . c. prs- 5 .

* Döring, ( Michael ) Philosophia : und Medicinae Doctoraus Breßlau , war Physicus daselbst, und Leib - Medicus be»dem Fürsten von Lichtenstein , Carolo Eusebiv. Er starban. 1644. und hinterließ de Medicina & Medicis libr. II,Giessen 1611. in 8. Tr. de conficiendo Mithridado, dequeOpio & Opobalsamo , Jena 1620. in 8. Observadones deAneuristnate , Dysenteria & Aqua chalybeata; Epist. de Calc.Ren. ejusque sectione , und viele andere Observadoes. Witte,biogr. H$de. ©tolles Historie der medicinischen gelehrtheit,I. §. 227.

Dörnberq, Döringenberg, ein Freyherrliches geschlechtin Hessen , welches mit den Grafen von Dvrnberg einerley Ur-sprung , und seinen erb-sitz vor alten zelten in der Steyermarckgehabt haben soll. Johann oder Althans genannt von Dörin-genberg , ist an. i2ii. mit des Landgrafen Ludovici VI. gemah.lin Elisabeth , einer Königlichen Printzeßin aus Ungarn , zuerstin Hessen gekommen, und nachgehends wegen seiner treu-ge-leisteten dienste mit Franckershausen bestehen worden. JohannCaspar, geheimer Rath und Cammer - Präsident zu Cassel,ward an. 166;. in den Reichs - Freyherrn-stand erhoben, undzeugte mit einer Baroneßin von Erlach, eine tochter, undeinen söhn, nahmens Wilhelm Ludwig; dieser verband sichan. 168;. mit des Grafen von Cunowitz tochter, Hcdwig So-phien , welche ihm Johannem Cafparum und Wilhelmum Lu-dovicum gebohren , aus welchen der erste von dem letzt-verstor-benen Herrn Landgrafen von Hessen-Cassel zu unterschiedliche»Gesandtschafften , erstlich zu Heidelberg in der bekannten Pfal-tzischen kirchen-sache, und hernach zu Regenspurg ist gebrauchtworden; hat auch bey Jhro Durch!. Cammer-Juncker - stellebedienet. Von seiner gemahlin, einer tochter Herrn Barons vonHeyden, Preußischen Generals, hat er verschiedene kinder beyder,ley geschlechts. Der andere ist auch Cammer-Juncker bey Ihr»Königl. Majestät in Polen gewesen, winckelm. beschreib.Hessen . Humbr. v. R. A. 262. *

* Doeo, (Petrus van der ) ein Holländischer Vice-Admi-ral, gegen dem ende des XVI. soculi an. 1599. Er machte sichvon Allagona Meister, soJ^ie haupr-stadt der Canarischen insulnist , von wannen er die Spanier gezwungen, sich in die bergezu flüchten; er suchte sie aber möglichst auf, und da er sie gänz-lich zerstreuet, verheerte, plünderte und verbrannte er den platz,und kehrte also sieghafft wieder nach Hause. Nachrichten von

du Morier.

Doesburg , siehe Duisburg .

* Doeft, lat. Thoso, ehemals eine reiche Abtey in Bra-bant, unweit Brüssel in der Pfarre von Lisseweghen bezirck.Von an. no 6 . war allhicr ein Priorat, welches hernach Eber,hard von Oisy, Bischoffzu Tournay , an. 1174. in eine AbteyCistercienser - ordens verwandelt, und einer Abtey in Brüssel geschencket. Als aber dieses kloster im XVI. feculo in den da-maligen kriegen zerstöret worden, so sind dessen einkünfte zu dentafel-güthern des Bischoffs zu Brügge an. 1 $61. geschlagen wor,

den. Mir aus, supplem. diplom. P. I. c. 120.

* Dogado , eine Italiänische provintz in dem Venetiani-schen Staat, sie wird gegen mittag von dem Polesinischen be-grentzet; gegen abend stößt sie an das Paduanische, gegen nor-den an das Trevisanische, und endlich gegen morgen hat sie denGolfo di Venekia. Diese provintz bestehet theils aus einer küste,die sich dem mecre nach, aber nur sehr wenig Italiänische Mei-len lang erstrecket; sie hat aber darneben eine sehr grosse anzahlkleiner insuln unter sich , welche auf dieser see - kanten lieaen,und man le Lagune di Veneria nennet ; bcnebm der siadl Ve­ nedig , so darinnen liegt, und die Haupt - stadt des gantzmlandes ist, hat es noch Loredo, Chiozza, Murano , Mestrc,Marghera und Torcello. Baudrand und emige andere Gee-graphi thun noch Caorle, Marano, Grado und die benach-barten kleinen insuln darzu , welche man Lagune di Mamnonennet, so baß sie diese provintz Dogado sich weiters als die er-sten erstrecken machen, und zwar bis an den ausfluß des £ifo»so.Diese provintz wird Dogado genennet, dieweil der Doge vonVenedig eine unmittelbarere aufsicht darüber hat, als über dieandern provintzen seines Staates.

Doge , ist der nähme, welcher von den Venetianern ihrmOberhaupt gegeben wird, und so viel als ein Hertzog heisse»soll. Vor zelten war dieser Doge fast gantz souveram ; alleinheut zu tage kan er ohne des Raths bewilligung und vorwissengar nichts thun , und auch nicht einmal eine gantz kurtze zeit sichaus der stadt Venedig begeben, daß er alfo vielmehr der Repu»blick , als die Republick ihm dienen muß. Er empfängt dieAmbassadorn , und es werden auch in seinem nahmen die befeh-le und vollmachts-briefe gestellet, jedoch nicht von ihm, sondernvon des Raths 8ecrerario besiegelt. Die müntze wird zwar inseinem nahmen geschlagen, aber sein bildnis nicht darauf ge-präget. Doch hat er viel privilegia, und nachdem er einmal er-wehlt worden, bleibt er in folcher würde feine gantze lcbens-zcit.Er ist das Haupt in allen Collegiis, und wird Sereniffimo ctwDurchlauchtig tituliret. Seine kleidung betreffend, kan nichttansehnlichers seyn , als wenn sich der Doge und die Rathsher-ren in ihrem Staats-Habit bey einer feyerlichen Handlung aus-führen.