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nuqfam gehöret, sonder» die B-schöffe sich an einem orte ein-geschlossen , und alles nach ihrem eigenen gutdiincken gethanhätten. Sie brachten es auch endlich dahin, daß der Kayser einneues Concilium jn Arles an. )I4. anstellete. Nun >var diesesden Donakisten eben nicht gelegen, als welche lieber gesehen,daß der Kayser selbst diesen streit geschlichtet hatte., indem siedie Blschöffe, die man wider sie versammlete, für parteylichhielten. Der Kayser aber gab ihnenzur antwort, daß er ingeistlichen fachen nicht könne Richter seyn, sondern dieseldigenmüßen von den Bischöffen ausgemacht werden, und das urtheilderselben wüste eben so viel gelten, als hätte es GOtt selbstgesprochen; und also gieng dieses Concilium vor sich, auf wel-chem die Donakisten abermals verdammt wurden. In dem-selbigen iahre;-4. ließ der Kayser durch den Proconsulem inAfrica, Acliamnn, die fache Felicis Aptungitani , der den Cäci-lianum ordinirt hatte, und von den Donakisten beschuldigetworden, daß er die heiligen bücher den Heyden ausgeantwor-tet, unterchchen, damit man den Donakisten alle gelegenheit sichzu beschweren benehmen möchte, und nach einer scharfen Inqui-sition kam es dahin, daß Felix qäntzlich absolvirt 7 und von al-lem, das man ihm vorwarf, losgesprochen wurde. Wiewoldie Donatisten hierbey gleichfalls noch viel zu erinnern halten,gleichwie sie auch mit dem ausspruche des ConcilH Arelatenfisnicht zufrieden waren. Denn ob schon unterschiedene sich da-durch bewegen liessen, sich mit Cäciliano wiederum auszu-söhnen , so blieben dennoch die i'ibrigen bey ihrer meynung ,und appellirten aufs neue an den Kayser, der auch bevde pär-teyen zu sich nach Rom deschiede. Nachdem aber Cäcilianusnicht erschienen, und ihn der Kayser abwesend nicht verdam-men wollte, nahinen die Donakisten dieses für ein böses zei-chen an, und entwichen zum theil mit der flucht, die übri-gen aber ließ der Kayser in verhafft nehmen, und nach May-land führen. Nächst diesem kam endlich Cäcilianus nach May-land zu dem Kayser, welcher, nachdem er ihn nebst den Do-natisten , so noch da waren, gehört hatte, ihn selbst vonaller anklage los sprach, wiewol die Donatisten nachgehendsdas gegentheil vorgaben. Weil nun auch dadurch die fachenoch nicht ausgemacht war, und die Donatisten in Africaauf ihrem sinne verharreten, brauchte der alte Kayser etwasgröffern ernst, ließ ihnen ihre kirchen nehmen, einige unterihnen mit allerhand strafen belegen , sehr viel aber ins elendverwiesen. Diese letztern gaben bey dem Kayser eine supplicein, und erhielten endlich die restitution und freyheit ihrerreligion. Auch findet man nicht, daß nach der zeit der Kay-ser Constantinus etwas wider sie fürgenommen. Vielmehrbreiteten sie sich gar sehr aus , so, daß sie um das jähr ;;o.zu Carthago ein Concilium von 270. Bischöffen hielten, darin-nen sie doch ihren vorigen schlüssen gantz zuwider beschlossen,daß auch diejenigen in ihre gemeinschafft sollten aufgenom,men werden, welche die heiligen bucher bey verfolgung derHeyden übergeben hätten, ob sie gleich nicht wieder getauftwürden. Um diese zeit an. zrq. starb der Donatisten Bischoffzu Carthago, Majorinus , welchem eben dieser Donatus folg-te , von welchem die Donatisten ihre benennunq haben. Erwird von etlichen einer grossen Hoffart beschuldiget, so gar,daß er auch göttliche ehren-dezeigungen hätte angenommen,dem aber andere selbst unter den recht-gläubigen widerspro-chen. Dem sey wie ihm wolle,. so ist dieses gewiß, daß durchDonat» Vorsorge sich diese secte über die Massen ausbreitete, so,daß unterschiedene der vornehmsten aus Africa sich darunterbefunden, wiewol auch ihre gegner nicht aufhörten, sie starckzu verfolgen. Sonderlich wurden sie sehr verhaßt gemacht,als in Africa eine art leuthe entstund , die man Circümcellio-nes nemute, weil sie die keller der bauren in Africa plünderten,und sonst allerhand grausame gewaltthätigkeiten verübten. Zudiesen sollen sich einige der Donatisten gesellet haben, daherman sie überhaupt Circumcelliones genennet. Wiewol dieandern Donatisten bezeugten, daß sie mit den Circumcelllo-nibus keine gemeinschaffl hätten. Dem aber vhnqeachtet,wurde dann und wann ziemlich scharf wider sie verfahren, so,daß man endlich die Häupter derselbigen, worunter Donatusselber war, ins elend verwies; wodurch die Afrikanische kir-che wieder einiger «nassen in ruhe gesetzt wurde, welches derCarthaginensische Bischoff Gratns auf dein Concilio , welcheser an. ,48. zu Carthago gehalten, danckbarlich erkennet.Dieses geschahe unter der regiern,,g des Kaystrs Constantis,welcher an. zzo. starb, und es scheinet, daß die fache in die.sem stände geblieben , bis der Kayser Iulianus zur regierungkam, welcher auf ihr anhalten befahl, daß sie sollten resti.tuirt, und die kirchen, die man ihnen abgenommen, wiedergegeben werden. Worauf sie dann mit grossem ungestümund Heftigkeit ihre kirchen wiederum sollen eingenommen, unddarbey grossen muthwillen verübt haben. Es geschahe aber,daß sie unter einander selbst nneins wurden , und unterschiede-ne secten bey ihnen entstunden , die sich in besondern Conciliisunter einander verdammten und heftig verfolgten. Gleichwiesie nun dadurch sich selbst schwächten , also unterliessen dierechtgläubigen Lehrer nicht , sie mit gelehrten schriften zu wi-derlegen, worunter die vornehmsten sind Optatus Milevita-nus und Augnstinuü. So wurden auch mit ihnen gesprächeund collationes angestellet, sie mündlich zu überführen, wor-zu noch unterschiedene Condlia kamen, darinnen sie verdammtHistsr. Lexican IU. Theil.
wurden, wie auch einige scharfe gesetzt der Kayser Valentiniani,Gratiani, Honorii, Theodosii Junioris , rc. Sie wurdenaber dadurch nicht ausgetilget, miremal der Papst GregoriusAI. sich im VI. feculo noch beschweret, daß sie durch Nachläs-sigkeit der Clerisey sehr überhand genommen hätten. Nachdemaber die Saracenen gantz Africam überichwemmet, wurde» dierechtgläubigen zugleich mit den Donatisten vertilget. Was nunihre lehre anlanget, bestund der Haupt irrthnm darinnen, daßsie ihre Versammlungen allein für die wahre kirche ausgaben ,die gantz rein und unbefleckt wäre, daher» sie die andern ver-dammten , und mit ihnen in keiner gcmeinschafft leben woll-ten. So verachteten sie auch, nebst andern heiligen kirchen«Handlungen, wie man meldet, die taufe der rechtgläubigen kir-che , als welche nach ihrem vorgeben von unheilige» männcrnverrichtet würde, und wodurch die getauften mehr befleckt alsgereiniget würden. Danuenhero sie auch diejenigen, die sichzu ihnen begaben , wieder tauften, welches jedennoch, wie be-reits oben gemeldet, in dem Concilio zu Carthago von ihnenselbst gewisser Massen vor unnölhig erachtet wurde. So sollenauch einige unter ihireu den selbst - mord und die freywtlligeverkürtzung des lebens gebilliget haben, welches wenigstens dieCircumcelliones würcklich mit ihrem erempel bestätiget. Manbeschuldiget sie gleicher gestalt, daß sie es mit den Arianern ge-halten , darinnen sie aber selbst von Augustino entschuldigetwerden, der leboch nebst Hieronymo erkennet, daß in desDonati tractat , cie Spiritu Sancto , Arianische irrthümmerenthalte». Au^ußinus, de hanres. cap. 691. it. libris VII. debapt. contra Donatistas ; it. libr. III. contra literas PetilianiDonatistae, it. libris 111. contra epistolam Parmeniani Dona,tistarum Episcopi , in collat. Don. und in andern schriften ,die er de» Donatisten entgegen gesetzt. Op:arus Müei.ttanus,lib. VII. contra Parmenia. Hieronymus de script. eccl. e. 9 z.Eujebiu , in H.E. Theodor etui , de hier. fab. Baronna, ad A.C. 506. seqq. Va'ejiui , in diis, de schism. Donat. Wnfius ,differt, de schism. Donat, welche sich in dem ersten theile seinermiscellaneorum befindet. Ittißay histor. schism. Donat. wel-che sich bey dem appendice dissertationis de haeresiarchis aeviapoitolici ct apostolico proximi befindet. Arnolds ketzer- Hi-storie, part. 1 . lib. IV. c. 8 - §. )4 seqq. *
Donato, ist eine der vornehmsten und edelsten familien zuVenedig , welche viel berühmte leuthe hervor gebracht. Frsv-ciscus Do nato wurde an. 154z. Hertzog zu Venedig , vollendeteden pallast St. Marci, und richtete eine schöne bidlivtheck auf.Er wldersetzle sich dem Türckcn, und starb an. -zz;. Leon-bardus wurde an. 1606. Hertzog, von dem hernach gedachtwird. Nicolau s wurde an. 1618. Hertzog, und starb zo. tagenach seiner wähl, nachdem er die cvniurativn wider die Re-publick entdeckt und unterdrückt hatte, welche der bekannteAlfomuS de la Cueva, Marquis de Bedmar, angesponnen ,und die der Republick bey nahem den gäntzlichen ruin verur.suchet. Lubovicus, welcher an. 1482. dieses zeitliche gesegne-te , war Bischoff zu Bergamo , und hat unterschiedene werckegeschrieben, als ; Commentarios in Magistrum sententiarum ;Orationes , &c. Tkithemius gedruckt seiner in catalogo scri-ptorum ecclesiasticorum. Ma» sagt auch, daß JohannesPaulus Donatus, ein Carmeliter-Mönch, aus dieser fainiliegewesen. Erlebte an. 1^69. und dedicirte dem Papst Pio V. seine Solutiones contradictionum in dictis Aristotelis & Tho-mse. Marcellus , bist. Duc. Venet. Juji inion. & Mourmenut ,hist. Venet. Im- , bibi. Carmel, 'fimlerus. Miraus &c. *
Donaw, (Ludovicus) ein Cardinal, war von Venedig , undbegab sich in seiner lügend in den Franciscaner -orden , darin,nen er sich dergestalt hervor that, daß er endlich um das jähri;79- General darinnen wurde. Urbanus VI. welcher ihn inverschiedenen angelegenheilen wohl gebrauchet, wollte ihn stetsum sich haben, gab ihm derohalben an. izgr. den Cardinals,Hut. An. i)82. schickte er ihn mit etlichen andern CardinälenalS Legaten »ach Neapolis an den König Carolum III. es giengihnen aber ihr vorhaben nicht so von statten, wie es sich Ur.banus eingebildet halte, welcher darüber einen unqemeinenVerdruß bezeugte, und deswegen die Cardinäle aufs härteste undschimpflichste tractirte. Ludovicus Donato wurde zu Luceria inarrest genommen, und auf die folter gespamiet, welches eraber mit grosser deständiqkeit aushielte, worauf man ihn nachGenua führte, und daselbst im dec. an. i)8c. den köpf hernn,ter schlug. Deviem, lib, I. c. ;c>. seqq. IVaddmgui , in an-na! . Minor.
Donato , (Leonhardus) Hertzog zu Venedig , wurde an-fangs wegen seiner beredtsamkeil und erudition zu dem wich-tigsten Ambassaden gebraucht. An. -z 7». wurde er zu dem Kö-nige in Spanien geschickt, bey demselben um fortsetzung desbündnisses mit Venedig anzuhalten, damit den Türcken, wel.che durch den sieg bey Lepanto gantz besturtzt waren, nochweiter abbruch geschehen möchte. An. >579. wurde ihm vonder Republick aufgetragen, die grentz-scheidung mit dem HauseOesterreich vorzunehmen. Zwey jähr darauf muste er nachRom gehen, um daselbst bey Gregorio XIII . das wegen desPatriarchen zu Aquileja entstandene Mißverständnis beyzule-gen. Er wurde auch zu 6. verschiedenen malen nach Rom geschickt, bey dem Papst Sirto V. und bey seinen Nachfolgern,wegen erhebung auf den Päpstlichen stuhl, im nahmen der
M; Republick