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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Republick die gratulation abzulegen. Desgleichen verrichteteer verschiedene Gesandtschafften in andern angelegenheiten andie Päpste. Dem Türckischen Kayser, Mahomet III. muste erebenfalls bey antritt seiner regieruna , und Henrico IV. Königein Franckreich, wegen seiner Vermahlung glück wünschen, wieauch dem letzter,, den verlangten Veneltanischen Adel- standüberbringen. Nach dem tobe des Hertzogs Marini Grimaniwurde ihm diese würde aufgetragen, darinnen er aber mitPaulo V. wegen gefangennehmung einiger Geistlichen, in grosseUneinigkeit gerielh, so, daß die Republick darüber in den bannfiel, daran ste sich aber im geringsten nicht kehrte, sondern viel-mehr gegen-rnanikesta heraus gab, und andere anstalten dar-wider machte. Endlich wurde die gantze sache verglichen, unddie gefangenen Geistlichen > Saracenns und Brandolinus ,dem Französischen Gesandten, dessen Principal durch denCardinal Ioyeuse den gütlichen vergleich zuwege gebracht hat-te, ausgeliefert , worauf er an. 1612. den jul. in dem76sten jähre seines alters, mit grosser betrüdnis der gantzcnRepublick , gestorben. Acta & scripta varia controversias in-ter Paulum V. & Vcnetos. Thuan. lib. CXXXVIJ. Mete.ran. lib. XXVII. ad hunc A. Amelot de U Houjsaye , bist.du Gouvern. de Venise tom. I. p. 504. ffudslphs schaubllhnec. 1. p. ;8l. &c.

DonMp > (Hieronymus ) ein Venetianischer Edelmann,wär wegen seiner verschiedenen Dienste, so er dem vatkerlandegethan , ingleichen wegen seiner wiffenfchaffr und grossen auf-richkigkeit berühmt. An. 1496. commandirte er in Brescia ,nachdem er schon seine Übersetzung von dem buche AlexandreApbrodisienst« de Anima heraus gegeben. Zwey jähr hernachcommandirte er in Ferrara . An. 1510. war er Abgesandterbey Juli» II. bey welchem er die Republick Venedig wiederumaussöhnte, und starb zu Rom , nachdem die Franzosen wie,herum Italien verlassen hatten. Unter seinen schriften sind dievornehmsten seine Episteln, darunter eine von dem erdbebenin Candia, welches sich zu derselbigen zeit zugetragen, als erdarinnen commandirte; ferner eine Apologie vor den Primatder Römischen kirche, welche an. 1929. heraus gegeben wor-den. Die andern schriften aber, welche er wegen seiner staats-geschäffte nicht hat vollenden können, haben seine kinder unter-drückt. Er war in Literis elegantioribus und sprachen wohlerfahren. Jovius , in elog. cap. 96. Eertibus, epist. 6. lib. II.Pier. P alenanus, de infel. Ist. Bayle.

* Donato, (Nicolaus). ein Patricius aus Venedig , warBlschoff von Citkannova , als ihn der Rath von Aquileja zuihrem Patriarchen an des vertriebenen Hermolai Barbar» stel-le einschode, er konnte aber nicht eher besitz davon nehmen ,als bis ermeldter Herm. Bardarus gestorben war, darauf ihnAlexander VI. den 4. nov. an. 1491· dazu erwehlte. Er hatbis an. 1497. gesessen, üghellus , Ital. facra tom. V. p. i;i.& 249.

* Donato, lat. Donatus, ein kleiner fluß in Calabria oltra,welcher sich in das Ionische meer ergeust.

Donatus, Bifchoff von Carthago, und Donatus , Bi-schoff zu Gasts iSiigris, siehe Donalisten.

Donatus, (Aelius) ein Grammaticus, lebte an. 994. zuRom , und war einer von den lehrmeistern des heiligen Hie-ronymi. Et schrieb Gornmentarios über den Tcrentium undVirgilium, desgleichen eine Grammatic. Voßius sagt auch,daß die leben Virgilii und Terentii dem Donato Grammaticobeygelegt worden , und glaubet, daß das erstere von TiberioClaudio Donato, und das andere vonSuetonio verfertigt worden.Hitron. in chron. an. Chr. 360. Vouterran. anthrop. lib. XV.V"ßius, orat. inst. lib. VII. c. 2. de Hist . Lat. lib. I. c. 31.& lib. III. c. 2.

Donatus , (Marcellus) Graf von Ponzane, Ritter vonSt. Stephans, war von Florentz, begab sich aber an den Hofdes Hertzogs von Mantua , und erlangte ansehnliche bedienun-gen. Er starb zu ansang des xvn. feculi, ehe noch seineScholia in Latinos Historie Romans Scriptores völlig gedrucktworden : Sein anverwandter, Fridericus Donatus, trugsorge für den übrigen druck, und an. 1604. kamen sie zu Ve­ nedig heraus. Grutcrus inserirte sie an. 1607. dem VI. tomoseines Thesauri critici. Bayle.

* Donatus, Bifchoff zu Ostia , welchen Oldoinus mit un-ter die Cardinäle zehlet, war wegen seines grossen Verstandesund treflicher Staats-crfahrenheit in ansehen; deswegen brauch-te ihn Papst Nicolaus I. im jähr Christi 866. mit bey der Le-gation nach Constantinopel, welche dem Kavser Michael denschluß der Römischen kirche in der sache Jgnatii und Photiihinterbringen sollte. Allein er wurde nebst den andern, so-bald er die grentzen der Bulgarey betreten, auf des Kaysersbefehl angehalten, und muste, nachdem er 40. tage lang einschimpfliches lractament genossen, nnverrichteter sache wiederzurück kehren, doch im jähr Christi 869. oder wie Harduinuswill, 870. wurde er von Adriano II. welcher indessen den Päpst-lichen stuhl bestiegen , aufs neue nach Constantinopel geschickt,wo Basiiius mitllerzeit auf den Kayserl. thron erhoben worden,stellte daselbst zu ausreutung der Photinianischen ketzerey einenSynodum an , welcher nachgehends der achte allgemeine ge-

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nennt worden , und wohnte demselben als Legatus Apostolicuspraslidendo bey. Baronius, annal. eccles. Ugoetlus , Ital, säet.tom. I. p. 99.

* Donatus , (Franciscus) gebürtig von Rom , trat an'1612. in den Dominicaner-orden, und ward darauf auf seinansuchen von der Congregation de propagande fidc mit «ISMilsionarius nach dem Orient geschlckct. Anfangs predigte erzu Goa , hernach zu Iacca, und endlich zu Solar in China unter vielfältig erlittenem ungemach, das Evangeliun!; kamaber an. 1634. nach Goa wiederum zurück. Das folgendejähr war er willens nach Persien über zu gehen < hatte aber daßUnglück, daß das Portugiesische schiff, auf welche»» er seinereise dahin antrat, Türckischen see - räubern unter die Händefiel. Diese forderten von Donato, daß er entweder sein lebe»verlieren, oder den Mahometanischen glauben annehmen seil-te. Er erwehlte aber das erstere, und ward in, april an1639. enthauptet. Er hatte sonst eine grosse kenntnis der He-'braischen spräche, von welcher er bereits im 22. jähre seinesalters eine probe ablegte, indem er zu Rom an. 1613. in 4.einen Hebräischen tractat unter dem titul: Poma aurea, he^aus gab, darinnen von den Hebräischen accenten, und ad-breviaturen gehandelt wird. Sebaftianus, Bifchoff zu Bistgna-no, hat zu Rom an. 1669. in 4. Racconto della Vita, mitsione e morte gloriosa del Francesco Donati drucken lassen.

, Mandoßt bibl. Roman. Fontana, hist. provinc. Rom. p. 507.Ecbard , bibl. Praedicat. tom. II. p. 482.

* Donatus, (Marcellus) ein berühmter Philosophus undMedicus zu Mantua , in seiner vatler-stadt, auch HertzoglichecRath, lebte zu ende des XVI. feculi, und schrieb de Varia,lis, ac Morbillis & de Radice stlechioacan , Mantua 1969.in 4. de Medica Historia mirabili libros VI. Venedig i;88.in 4. welche Gregorius Horstius mit dem 7. buch vermehrtzu Franckfurt 1613. in 8. heraus gegeben. Haiienani. bibl.

cur. Hyde.

Donau , lat. Danubius , einer der grösten ströme in Eu­ ropa , ist bey den Alten unter dem nahmen Jster bekannt ge-wesen. Von feinem Ursprünge sind verschiedene meynungcn.Die gemeinste ist, daß er in Schwaben in dem Schwartzwalde,in der Landgrafschafft Baar, unter dem gebiethe der Grase»von Furstenberg, in dem marcktflecken Eschingcn entspringe,welcher daher Donau -Efthingen genennet wird. Der dortigebrunnen ist mit einer viereckigten mauer eingefasset, welcheim umfange 8°. schuh halt. Das waffer läuft nicht gar starckdurch den schloß-hof, mit einem engen und nicht in pfütze»zertheilten ström in das feld hinaus, und nachdem es kaumeine halbe viertel-stunde geflossen, wird es durch ;. andere da-che verstärckt. Indessen kan auch nicht geläugnet werden,daß, wo man nicht der gemeinen benennung , oder alten ein-gewurtzeltcn einbilbung der leuthe folgen wollte, sondern aufden natürlichen Ursprung sähe, oder das von einem fernemort, oder ab einer grösser» höhe herab-rinnende waffer fürden eigentlichen Ursprung eines flusses halten sollte; oder auch,wo man achtung giebt, wann 2. oder mehr kleine maaffer zu-sammen lauffen, welches darunter seinem vorher-gehadkmlauf und runs, die zusammengeflossene waffer eigentlich fol-gen ; daß auf solchen fall der eigentliche und genaue Ursprungder Donau etwas anders müsse gesetzet werden, und mit des-serm recht die flüßlein Brige und Brege für die zwey ur-quel.len der Donau zu achten seyen: Dann die quellen wohl s.bis 7. stunden oberhalb Doneschingen ; sind auch schon ziem-lich wasser-rcich an dem ort, wo die Doneschinger quelle dar.ein fället; und endlich giebts auch nicht minder der klare au-genschein, daß, nachdeme sich also diese 3. waffer vereiniget,das vereinigte waffer weit mehr den angefangenen lauf derBrige fortsetze, als den lauf des bächleins, so nur einige hundertschritt weit von Doneschingen herkommet. Man überlässet alleseines jeden vernünftigen und land-charten verständigen lesersurtheil. Aus eben diesen land-charten, mit deybehaltung deroben-gesetzten grunb-reguln, aus welchen von dem genauen undnatürlichen ersten Ursprung der flösse zu urtheilen ist, mag manauch ferner den andern streit schlichten, welches unter denen ausfernerer gegend Herrinnenden ivassern sich den rühm der ersten undrechten quelle dieses grossen flusses zueignen möge; obs die Bri-ge , oder die Brege, oder auch der dach Kazenstein genannt,so sich mit der Brege vereiniget, sey? rc. Hierauf niminekdie Donau ihren gang durch Schwaben , Bayern , Oester-reich, Ungarn, Servien, Bulgarien , und ergiesset sich durchs./anale in das Schwache meer, nachdem sie bey 60. merck-Würdige ffüsse in sich genommen. Die vornehmsten daruntersind der Inn, die Jler, der Lech , die E»s, Morau, Waag,Drau , Sau, Theis, -k. Man saget, daß er sich mit solcherHeftigkeit in das Schwartze meer ergicsse, daß sein waffer bey20. Französische meilen ihre sußigkeit im meer behalte. Manrechnet über 700. meilen von seinem Ursprünge bis an den ort,da er ins meer fällt. Die vornehmsten örler, welche er be-wässert, sind Ulm , Donauwerlh, Ingolstadt , Regenspurg,Passau , Lintz, Wien , Preßburg , Comorren, Gran, Ofen,Belgrad , rc.*. üb. Iv. c. X2. Tadtus, de mor. Germ.Cluverii Germ. antiq. Marsigli prodr. Danubic. BrrckcnsDonau-strand , rc. Lreuningers fons Danubii primus &naturaüs. *

*Donauer,