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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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UMn Gerhard zu Holstein stunde, verlohr. Als WaldeinaruSIII , König in Dänemarck, an. 1346. seine reisen in Preussenund Liefland, und von dar ins gelobte land antrat, begleitete ihnLertzog Eric an gedachte örtcr, und wurde nebst ihm zu Jeru­ salem mit dem Ritter-orden von dem heil. grabe beehret. Alsameldter König an. 133°· eine grosse conferentz zu Lübeck an-stellte, kam er mit vielen vornehtnen Fürsten des Reichs dahin,und half die wichtigen stachen, so daselbst aufs tapet gebrachtwurden, glücklich abhandeln. An. izt?, kam er mit seinemveller, dem Churfürsten Rudolph II. , wegen der Chur -würdem weitlänftigkeit, konnte aber nichts erhalten. Endlich, als ersich an. 1376. wegen der unruhe zwischen seinem söhne und demScrtzoge Wilhelm zu Lüneburg, eilends nach Revendurg, seinergewöhnlichen rcsidentz, rctiriren wollte, stürtzte er vvm pserde,und beschloß bald darauf sein leben. Von seiner gemahlinAgnes, GrafJohaimis zu Holstein tochter, hinterließ erHcle-nam, die eine gemahlin GrafGerhards zu Hoja worden,und ei-nen fohlt, mit ihm gleiches nahmens. Krantzius , Saxon. üb.IX. c.19.20. & ? j. Brotufö Anhält, geneal. und chron. k. 84.Pmtunus , rer. Dan. hiit. lib. VII. p. 448. UCst Fürsten - undGrafen-faal.

Ericus V., Hertzog zu Sachfen-Lauenburg, Engern undWestphalen, war ein «ohn Hertzogs Erici IV., welcher mit denDitmarsen und Lübeckern in harte Uneinigkeit gerathen. Au.1422. starb Churfürst Albertus III. zu Sachsen , der letzte seinerfamilie. Weil nun das Lauenburgische Haus von langen jah-ren her sich niemals von seinen pratensionen auf die Chur -würdeabweisen lassen wollen, so kam Hertzog Ericus V. bey dieser ge-legenheit aufs neue damit hervor. Nun fanden sich zwar umdie erledigte Chur -wurde verschiedene Compctenten ein, alsPfaltzqrafLudwig bey Rhein , Marggraf Friedrich zu Meissen ,und Marggraf Friedrich zu Brandenburg , wegen seines sohusIohannis, welcher des Churfürsten Rudölphs III. tochter, Bar-daram, zur gemahlin hatte. Allein Ericus glaubte ihnen allenvorzudringen, indem er nicht allein mit der ausgestorbenen li-nie «0 nahe verwandt, sondern auch den von dem Kayser CaroloIV. ralificirten vergleich , vermöge dessen beyde linien die Chur -würde wechsels-wesse besitzen sollten , nebst andern gründen an-führen konnte. Doch der Kavfer Sigismundus sahe die gros-sen Verdienste an, welche sich Marggraf Friedrich zu Meissen indem kriege wider die Hußiten erworben, und zog ihn dannenhe-ro, in erlangung dieser hohen würde, allen andern vor. Obschon hierauf Hertzog Ericus sein recht auf dem Loneilio zuBafel behaupten wollte, auch daselbst von seinen Gesandten dieschon über Chur-Sachsen nehmen ließ, so machte er sich dochdadurch bey dem Kayser, und andern weltlichen Fürsten, nurdesto mehr verhaßt, daß er um so viel «veniger zu seinem prä-tendirten recht gelangen konnte. Gleichwol legte er den Chur -Sächstschen titül bis an seinen tod, der an. 143;. erfolgte, nichtab. Seine gemahlin war Elisabeth, des Grafen Conrads zuWeinsderg tochter, von der er aber keine leibes-erben hinter-lassen. Krantzius , Saxon. lib. XI. c. 10, Chytraus , chron.Sax. 7. p. 69 6. Spangenbergs Sächsis. chron. c. 311.Goldafl. constitut.Imper. tötn.III. p.440. seq. & 938. Von Am-beer, Sachscn-Lanenb. stamm-faü n. 23. p. 61. 62. 63. seq.Luca Fürsten - und Grafen-saal.

Heryoge ;u Braunschweig und Lüneburg :

E ric u s, der ältere, Hertzog zu Braunfch«veig und Lüne-burgfrWrenderHerr zwischen Diester und Leine, und im lan-de Götlinaen, war ein söhn Hertzog Wilhelms des jungern,von Elisabeth«, Grüßn zu Stolberg und Werniqerode, an.147°. den i6. febr. in Neustadt zum Rubenberge gebohren.In seinen jungen jähren wurde er an Hertzog Albrechts inBauern Hof geschickt, sich daselbst in allerhand anständigenwlsscnschafften und exercitien vollkommen zu machen. Als ersich nun daselbst wegen seiner aufführung bey iederman in gros-se Hochachtung gesetzet, gieng er in dem 18. jähre seines altersin das gelobte land, besähe die heiligen örter, und kam auf demrückwege nach Rom . Hierauf begab er sich an den Kayserli-chen Hof, und brachte sich daselbst gar bald bey MaximiliansI., wegen seiner geschicklichkeit in den angestellten Ritter-spie-len, grosse gnade zuwege, so daß , als an. 1493. die Türckenin Croalicn einfielen, er zum Haupt einer armee von 19000.mann gesetzt wurde. Weil er durch seinen Heldenmuth diefeinde zu fliehen genöthigek, brachte er sich bey dem gedachtenKayser und andern vornehmen Fürsten in weit grösseres anse-hen , welches an. 1 904. gar sehr vermehret wurde, indem er inder schlacht bey Regenspurg, wider Pfaltzgraf Ruprechten unddessen Wirte, an dem mehrgedachten Kayser, der durch einenharten streich mit dem pserde fast zu boden gesuncken und zer-treten worden wäre, eine «»gemeine treue bewies; ob auchgleich Hertzog Ericus, wegen der dabey empfangenen tödtlichcnwunden, sich aus dem treffen dringen lassen muste, so wurdedoch der Kayser dadurch desto muthiger gemacht, unerschrockenin feine feinde zu setzen, und einen rühmlichen sieg davon zutragen. Zur Vergeltung setzte der Kayser in des Hertzogs wa-ven oben in den pfauen-schwantz einen güldenen stern, wel-cher seinen vorzug vor allen andern Fürsten an den tag le-gen sollte. Als in eben diesem kriege die vestung Kufstein belagert wurde, die belagerten aber selbige mit der hartnäckig-sten gegenwehr vertheidigten , und dadurch bey der Übergabe,Histor. Lexicon III. Theil.

wegen des von dem Kayser geschehenen eyds , sollten hingerich-tet werden, erbarmte «ich der Hertzog über diese tapfern Män-ner, und erhielt ihnen, ausser 17., welche bereits getödtetwaren, durch eine Maulschelle, die der Kayser demjenigen zu ge-ben geschworen hatte, welcher für sie zu bitten sich erkühnen«vurde, sämtlich das leben. Drey jähr hernach ereignete sichder schädliche krieg mit den Venetianern, worinnen Ericus indie 9. jähre dem Kayser gleichfalls grosseJbienste geleistet. An.

1913. fiel er in die beyden Graffchafflen Schauendurg und Hojaein, und kam mit gro«sser beute zurück. Hierauf züchtigte erdie Frießländer , und nahm ihnen Groningen und andere ör-ter weg. So lang der Kayser Maximilianus lebte, durfte eesich für seine Person keines feindlichen Überfalls befürchten >nachdem aber dieser an. 1919. gestorben war, fiel ihm Bi-schoff Johannes zu Hildesheim , ein gebohrner Hertzog zuSachfen-Lauenburg, in das land, und verheerte alles mitfeuer und schwerdt, belagerte auch so gar Calenberg , welcheser aber wiederum verließ, und den Hertzog nebst seinen Al-liirten zu einem stillstand beredete. Doch, weil sie merckten,daß der Bischoff hinterlistig mit ihnen umgienge, und nur zeitsich zu verstärcken suchte, brachten sie aufs neue ihre trouppenzusammen , und rückten damit gegen Soltaw aus die Heide,allwo es zu einem treffen kam, in welchem Hertzog Erich nebstseinem jungen vctter, Hertzog Wilhelm , auch vielen vorneh-men Personen, gefangen, und nach Hertzog Heinrichs von Lüne­ burg «chloß geführet, von dannen aber nach erlegung ioooo.,oder, wie andere wollen, 30000. goldgülden wieder losgelas-sen wurden. Als nun inzwischen der König Carolus in Spa­ nien zum Kayser erwehlt, und hieraufbeyden theile» friede zuhallen auferlegt worden, der Bischoff aber sich keineswegsdarzu verstehen wollte, that ihn der Kayser in die acht undober-acht, und befahl den Hertzogen von Braunschweig die exe-cution, welche sie auch mit solchem Nachdruck verrichtet, daß sieihm, ausgenommen die stadt Hildesheim und die drey castelle,Steurwald, Marienburg und Heine, das gantze land, welchessie auch in dem darauf an. 1923. erfolgten friedens-schluß zuQuedlinburg behielten, wegnahmen. Bey dem damaligenreligions-wefen verhielte sich der Hertzog also, daß er vor sein»person bey den bisher im schwänge gewesenen meynungen blieb,aber auch niemand hinderte, sich zu der Lutherischen religionzu bekennen. Als er sich an. 1940. auf den Reichs-tag nachHagenau begeben hatte, um an Vereinigung der religionen mitzu arbeiten, starb er daselbst den 26. jul. an einer blut-stür-tzung, wurde an. 1941. nach Münden abgeführt, -und daselbstbeygesetzt. Er war ein Herr von ungemeinem ansehen, und be-sonderer tapferkeit, welches er in ir. feld-schlachten, und 20.stürmen» da er selbst den wall angestiegen, bezeuget. Von «ei-ner liebe gegen seine Unterthanen kan folgendes zum beweise die-nen : Als durch die Hildesheimische unruhe das land ziemlichmitgenommen und erschöpft worden, hat er sein bestes tafel-gefäß lieber verkauffen, als mit des landes beschwerung ver-setzen wollen, und einen Alchymisten , der vor sein aus kupferbereitetes Aber wol bis in das neunte feuer, aber nicht wei-ter gut seyn wollen, mit harten bedrohungcn von sich ge-wiesen. Sein söhn gleiches nahmens, von dem so fort, istunter mütterlicher vormundschafft auferzogen, und währen-der solcher zeit die Lutherische religion in dessen landen einge-führt «vorden. Letzneri Dassel, chron. üb. III. c. 39. seq.Büntinfts Braunfchw. chron. p. 906. seq. Gobierus, debello Hfldesh. inter Ericum Ducem Brunsv. & JohannemHildesh. Episc. bey Schardh tom. II. die zu der Hildeüh. fachegehörigen vornehmsten acta publ. als der Zerbst. vertrag an.1920. Caroli V. achts-erkl. «vider Bischoff Johannem, und deeQuedlinb. vergleich, stehen in Lünigs Reichs-archiv, k. spec.sect. IV. c. 4. n. 29-30. p. 39-48.

Ericus, der jüngere, Hertzog zu Braunschweig und Lüne-burcssWci des ältern söhn, welchen er mit Elisabeth , Chur­ fürst Joachiins zu Brandenburg tochter, gezeugct, «vurde an.1928. den io. aug. gebohren, und in seiner jugend von seinerMutter nach der lehre,Lutheri unterrichtet, auch über dieses zuerlernung allerhand künsten und sprachen eifrig angehalten; wieer denn auf der an. 1944. mit seiner mutter vorgenommenenreife zu Nordhau«en bey dem Pfarrer daselbst , dem bekanntenJohann Spangenderg, und hierauf bey Luthero zu Wittendergproben davon abgeleget; welcher letztere schon damals geschlos-sen , es dürfte der junge Fürst einsmals durch die Catholilchensich zu ihrer religion ziehen lassen. Er hat sich auch würcklichauf zureden der Ertz- und Bischöffe in Kaysers Caroli V. dien»ste wider die Augsvurgi,che Confeßions-verwandten an. t946.eingelassen , und ist das folgende jähr hernach mit feinem volckewider die stadt Bremen gezogen, bey deren entsaft er abereine grosse Niederlage erlitten, und kaum stlbst das leben mitder flucht davon gebracht. So bald als er wieder in sein landgekommen , richtete er den Catholischen gotlesdienst wieder an,und die Lutheri«chen Prediger wurden zu grossem leidwefender Unterthanen ihres amls entsetzet. Doch als in den folgen-den jähren Marggraf Albrecht zu Brandenburg mit den Bi-schöfflichen in gefährliche Weitläufigkeit verfiel, und deswegenHertzog Erichen auf «eine feite zu bringen suchte, gleichwol aberdieser wegen Veränderung der religion von den see-städten sichdiejenige hülffe, so darbey nöthig «var, nicht versprechen konn-te, so redete ihm gedachter Marggraf nebst seiner eigen«»

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