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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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? fortunati, aus der Baden-Badischen linie, lande, weil dieselbige, wegen grossen schulden, Marco Fuggern sollten einge-räumt werden, in besitz, und bemächtigte sich also der (labteBaden, Stollhofen , Ettlingen , und anderer örter. Er ver-meynte darzu, wegen des oben unter Marggraf Ernsten ange-führten Vergleichs, den man an. 1537. in ihrem Hause aufge-richtet und bestätiget, befugt zu seyn, inmassen derjenige ca-sus, worüber in solchem vergleich Versetzung geschehe», sichvielfältig ereignet, und das land in fremde Hände fallen sollte,beneben auch andere wichtige Ursachen vorfielen; weswegen erein schreiben an den Kayser Rndolphum IL an. 159s· abge-hen ließ , welches unter diesem titul gedruckt wurde: Mark-graf Ernst Friedrichs an Rayfer Rudolphum II. schrei-ben, darinnen er die Ursache anzeiget, warum er sei-nes vetters Eduardi Fortunati land eingenommen,und bisher innen gehabt, rc. In dem folgenden jähr1590. wurde von ihm ferner heraus gegeben: Beständigerbericht, was sich vor und nach Marggraf Ernst Frie-drichs zu Baden rechtmäßig-und befugter weife vorge-nommener occupation des obern theils des Fürsten-thums der Marggrafschafft Baden, mit einziehung et-licher Marggraf Eduardi Fortunati dienern, und an-derwärts verlausten; insonderheit aber, was ihroFürstliche Gnaden fürncmlich darzu bewegt und ur-fach gegeben. Er ließ sich die aufnähme ftines landes an-gelegen seyn, wie er dann das berühmte Gymnasium zu Dur-lach stiftete, und gewisse einkünfte, davon 10. Alumni könntenunterhalten werde», verordnete, auch seine residentz mit kost-baren gcbäuen zierte. Zuletzt wollte er zu den Reformirlentreten, da er es doch vorhero eiferig mit den Lutheranern gehal-ten , auch die kormulam Concorde mit angenommen hatte,weswegen er einige Theologos von Basel zu sich berief; doch,ehe er dieses werck völlig zum stände brachte, starb er den 14.apr. an. 1604. Seine gemahlt» war Anna , des GrafenEzardi von Ost-Frießland tochter, und Ludovici, Churfürstenvon der Pfaltz, wittwe, mit welcher er sich an. i;8;. vermäh-let , aber keine kinder gezeuget, deshalben seine erbschafft aufseinen jüngern bruder Georgium Fridericum gefallen. Tbua».bist. lib. XCIX. CIV.& CIX. Lundorp. contin. Sleidan. tom.II.p. 618. 8'?· 964. Cbytraus, inSaxon. lib. XXIX. Sfen. syllog.Scburt2fleisch. de reb. Bad. *

Fürsten von Anhalt:

Ernestus, ein söhn Georgii I. oder des altern, wurde an.1496. nebst seinen beyden brüdern, Georgio und Lndolpho, indie drüderschafft des H. Antonii aufgenommen, und aller gu-ten wercke, so vom anfange des ordens in 164. klöstern gesche-hen , theilhafftig gemacht. Er war ein löblicher Herr, derseinem lande wohl vorstund. Er legte an. 1506. den erstenstein zu der Pfarr-kirche zli Dessau, zu welchem bau sein bru-der Rudolphus, der ein Kayserlicher General war, von derbeute, die er im kriege wider die Venetianer gemacht, ein gros-ses beytrug. An. 1511. trat er die (labte Cotbus und Peiz ,die der Churfürst von Brandenburg , Johannes, verpfändethatte, an dessen söhn Joachimum nach erlegtem pfand-schil,ling wieder ab , und starb den 15. jun. an. 1516. Seine ge-mahlin war Margaretha, Henrici, Hertzogs zu Münsterbergin Schlesien, der bes Böhmrschen Königs Georgii Podiebradisöhn war, tochter, die wegen ihrer frömmigkeit und lügendensehr gerühmt wird. Mit derselbigen hat er 3. söhne gezeuget,Johannen», Georgium und Joachimum, welche alle drey dielehre Lutheri sehr befördert haben. Brotuffius, Anhalt, chron.lib. VI. c. 19. Sagittar. in histor. Princip. Anhalt, c. 27. Spe-veri sylloge &c.

Ernestus , ein söhn Christian! des ältern, und Annä, Ar-noldi, Grafen zu Benthem und Tecklenburg , tochter. Erwurde den 19. may an. 1608. zu Amberg , allwo sein vatlerChur -Pfältzischer Statthalter war, gebohren, und an. 1618.nach Brieg in Schlesien geschickt, da er, nebst dem Printzendes Hertzogs Johann Christians zu Liegnitz und Brieg, sollteauferzogen werden. Nachdem aber die Pfältzische fachen nachder Prager-schlacht an. 1621. unglücklich liefen, ließ ihn seinvatter zu sich nach Stade kommen, und nahm ihn mit nachSchweben, woselbst er mit dem Könige Gustavo Adolpho be-kannt wurde. Von bannen kam er wieder in Holstein, undgieng an. 1622. nach Holland , begab sich auch in die vestungBergen op Zoom , als selbige von dem Spanischen GeneralSpinola belagert wurde. An. 1623. that er, nebst seinemaltern bruder Christiano, eine reise nach Dänemarck, giengaber noch dasselbige jähr nach Italien , da er sich erstlich zuPadua , hernach zu Florentz aufhielt, und die vornehmstenstädte und Höfe besähe. Nachdem er an. 1623. wieder zurückgekommen, wurde er an. 1626. von dem gesamten Anhalti-schen Hause an den Churfürsten von Sachsen , an. 1627. anden Kayser Ferdinandum II. und dreymal an den Kayserli-chen General Wallenstein geschickt, welcher letztere an seinerguten aufführung ein jolches gefallen hatte, daß er ihm, daer an. 1628. in wahrender belagerung der stadt Stralsnnd zuihm kam, ein regiment zu Pferde antrug. Dieses nahm erendlich an, und gieng damit an. 1629. nach Italien widerden Hertzog zu Mantua zu selbe. Da er aber an. 1631. wie-

der zurück kant, und vermerckte, daß die Kayserlichen waltn,wider die Protestanten sollten gefuhret werden, danckte er abbegab sich bey dem Churfürsten von Sachsen , Johanne (Wgio, in kriegs-dienste, und wurde mit seinem regiment zu vt»de an. 1632. dem Könige von Schweden , Gustave Adolvboin das lager bey Nürnberg zu hülffe geschickt, woselbst ihn zwareine gefährliche kranckheit überfiel, doch aber bald wieder »er-ließ. Hierauf gieng er mit dem Könige in Schweben nach Sach­ sen , da er der berühmten schlecht bey Lützen beywohnte, aberauch in derselbigen gefährlich verwundet wurde, daher manihn nach Naumburg brachte, woselbst er den 3. dec. an 16»im 24sten jähre seines alrers seinen geist aufgab. Beckmann»

Andere Fürsten und Grafen:

Ernestus , Fürst des Heil. Römischen Reichs, Graf vonHoliteln-Schaumdurg, wurde an. 1569. den 24. ftpt. gebohrenSei» vatter war Otto , Graf von Holstein-Schaumdurg, setzne mutter aber, Elisadetha Ursula, Hertzogs Ernesti mBraunschweig und Lüneburg tochter. In seiner jugend wurdeer nach Helmstädt geschickt, woselbst er den gründ seiner stu-dien legte. Nach seiner mutter tobe ward er durch seinenbruder Adolphum von bannen wieder abgefordert, der ihm diestudien mißricthe, zu deren fortsetzung ihn aber der Graf vonder Lippe und andere aufmunterten. Er that also eine reisenach Franckreich und zweymal nach Italien , und machte sichmehr und mehr in allerhand anständigen Wissenschaften voll-kommen. Hiernächst hielt er sich an dem Heßischen Hofe zuCassel auf, weil er der jüngste unter feinen brüdern war, unddie regiernnq auf seinen zweyten bruder , Graf Adolphum,gefallen, daher er zu seinem unterhalt nur etwas weniges be-kam. Nachdem er aber bes Landgrafen von Hessen-Cassel Wil-helmi tochter, Hedwig, heurathete, wurden ihm nach dem zuMinden an. 159?. aufgerichteten vergleiche,die 4. Aemter Sach-senhagen , Hagendurg, Bocklvh und Meßmervde, und alsodie gantze niedere Grafschaffl Schaumburg auf jähr abge-treten , worauf er feine residentz zu Sachsenhagen nahm. Erbemühete sich sehr, seinen bruder Adolphum zu gleicher thei-lung zu bringen, mit dem er auch deshalben in streit gerieth.Es fügte sich aber, daß alle seine 4. drüder, Hermann, Adol-phus, Antonius und Otto ohne erden stürben, daher er end.lich die gantze Grafschafft Schaumdurg, nebst der dahin ge-hörigen Grafschafft Pinnederg im Holsteinischen zusammen al,lein bekam, und weil er dabey sehr wohl haus hielte, an reich-thum und vermögen sehr zunahm. Seine regierung richtet ersehr wohl ein, und hatte die geschicktesten leuthe zu seinen be-dienten , worunter Eberhard von Weihe, Melchior Gvldastvon Haymensfeld und andere sich befunden. Er ließ auch znStatthagen, Bückeburg und Pinneberg kostbare gedaude aus-führen. Insonderheit aber richtete er an. 1610. zu Statthagenaus dem Franciscaner-kloster ein Gymnasium auf, welches garbald in sonderbaren flor kam, so, daß sich Ernestus entschloß,es in eine Universität zu verwandeln , worüber er auch endlichan. 1619. von Chur-Pfaltz, als damaligen Reichs-Viaario,die privilegia erhielt, die im folgenden jähre von dem KavftrFerdinando II. confirmiret wurden. Worauf er diese neue Uni-versität von Statthagen nach Rinteln verlegte, und selbige denr?. julii an. 1621. inaugurirte. Er hat auch an. 1619. dentitul eines Fürsten vor sich, seine leides-erden und alle Nachfol-ger aus der Schaumburgischen linie von dem Kayser Ferdi-nando II. erhalten, und sich Fürst zu Holstein-Schaumburgzu schreiben angefangen. Solches aber wollte der König vonDänemarck, Christianus IV. nicht leiden, beschwerte sich her-nach deswegen bey dem Kayser, mit vorgeben, daß die Schaum-bnrgische Grafen sich zu der zeit, da Christianus I. König inDänemarck aus dem Oldenburgischen hause, nach abgang derGrafen zu Holstein, Schaumburgischen geschlechts, Holsteinerhalten, alles rechts auf Holstein begeben, und was sie imPinnebergischen besässen, von den Königen, als Hertzogen zuHolstein, in ansehung des matricular-anschlags erimiret wur-de. Der Kayser nahm sich zwar Ernesti an, und dieser erwiesauch , daß seine standes-erhöhung nur von dem Pinnebergi-schen, so vor alters allezeit die Grafschafft Holstein genennetworden, zu verstehen, daß seinen vorfahren bisher der timlGrafen zu Holstein niemals verweigert worden, und daß siejederzeit zu den Reichs-anlagen deswegen contribuirel. Nichtsdestoweniger, weil der Kayser Ernestum mit Nachdruck nichtunterstützen konnte, fielen die Dänsschen völcker in das Schaum-burgische, wodurch also Ernestus gezwungen wurde, sich Maccommodiren, und wurde ein vergleich getroffen, nach wel-chem Ernestus dem Könige von Dänemarck 50000. reichskha-ler erlegen, und sich des tituls eines Fürsten oder Hertzogs vonHolstein enthalten sollte, daher sein titul folgender .gestalt ein-gerichtet wurde : des Heil. Römischen Reichs.Fürst, Grafvon Holstein-Schaumburq ; doch hörte diese Fürstliche wurdemit seinem tode auf, sintemal er mit seiner gemahim Hedwig,des Landgraftn Wilhelmi zu Hessen -Cassel tochter, keine erbengezeuget. Er starb aber an. 1S22. den 18. >an. und fiiccedirlcihm sein vetter, der GrafJobst Hermann. L^ch,, rer. Ger -man. tom. 1 . lib. XII. c. 4. wmckelmanns Heßisch. chron.P. IV. c. 7. Lundorpii acta publ. tom. 11 . lib. VI. c. 28· Mc-terani Nieder!, hist. tom. II. lib. XLI. Tbeuir. Euros. tom. I

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